UX Personas: Schlüssel zur nutzerzentrierten Produktentwicklung

Menschen in den Fokus der Produktentwicklung zu rücken, wie es das Human Centered Design (HCD) vorsieht, heißt auch: sich klarmachen, wer diese Menschen sind. Und wie wir sie kennenlernen. Im Herzen von HCD steht die unerschütterliche Fokussierung auf die Nutzenden – und genau hier spielen UX Personas eine entscheidende Rolle. Diese fiktiven, doch auf realen Daten basierenden Charaktere dienen als Fixpunkte im gesamten Designprozess, um Produkte und Dienstleistungen nicht nur funktional, sondern auch emotional und praktisch an die Bedürfnisse der späteren Nutzenden anzupassen. Im folgenden Beitrag erfahren Sie:

Inhalt

Was sind Personas?

Personas sind ein zentrales Werkzeug im User Centered Design und spielen eine entscheidende Rolle in der nutzerzentrierten Produkt- und Anwendungsentwicklung. Diese fiktiven Charaktere repräsentieren eine Gruppe Nutzender und basieren auf quantitativen und qualitativen Daten. Sie helfen dabei, sich auf die Bedürfnisse einer Gruppe Nutzender zu konzentrieren. Mit zugewiesenen Namen und Gesichtern machen Personas die Zielgruppen für Entwickler*innen und Designer greifbar und fördern so eine präzise Ausrichtung der Entwicklung (vgl. Abb.1.).

Die Erstellung von Personas hilft, Entwicklungen nicht aufgrund von irrelevanten Annahmen zu tätigen, sondern auf einer fundierten quantitativen und qualitativen Datenbasis. Seit ihrer Popularisierung durch Alan Cooper im Jahr 1999 sind sie nicht nur ein Eckpfeiler in der Produktentwicklung, sondern auch ein wichtiges Kommunikationsmittel innerhalb von Teams und Unternehmen. Zudem bilden sie die Grundlage für viele weitere Forschungsansätze im Bereich des User Research.

Die Erstellung von Personas hilft, Entwicklungen nicht aufgrund von irrelevanten Annahmen zu tätigen, sondern auf einer fundierten Datenbasis. Seit ihrer Popularisierung durch Alan Cooper im Jahr 1999 sind sie nicht nur ein Eckpfeiler in der Produktentwicklung, sondern auch ein wichtiges Kommunikationsmittel innerhalb von Teams und Unternehmen, um sich darüber zu verständigen: Wer sind unsere Nutzenden?

Die Rolle von Personas in der Nutzerforschung

Personas enthalten Namen, Bilder, persönliche Daten, Einstellungen und Verhaltensweisen und erhalten durch Fotos und Lebensläufe eine persönliche Note, die es einfacher macht, sich mit ihnen zu identifizieren und sie als reale Stakeholder zu betrachten. Sie bieten eine gemeinsame Basis, um über „die Nutzenden“ zu sprechen, und helfen, sich in Entscheidungsprozessen auf die Zielgruppen zu fokussieren. Die individuellen Profile können Attribute wie soziodemografische Angaben, Intentionen und Aufgaben, Ziele und Verhaltensweisen, Pain und Pleasure Points, Surfrevier und Wettbewerber, Budget, Ausgabevolumen sowie Risikobereitschaft enthalten.

Durch den Einsatz von Personas und Methoden wie dem Customer Journey Mapping verstehen Unternehmen besser die Wünsche und Erwartungen ihrer Kunden. Dieser Ansatz hat sich weit über die Softwareentwicklung hinaus etabliert und bewährt sich in vielfältigen Bereichen wie Hardware, Dienstleistungen und Marketing. Personas dienen als Ankerpunkt für neue Entwicklungen und sind bei jeder nutzerbezogenen Fragestellung im Entwicklungsprozess unverzichtbar und leisten einen wertvollen Beitrag zur Produktqualität.

Eine Infografik die erklärt was eine Persona ausmacht und welche Rolle eine Persona in der Produktentwicklung spielt.
Abb.1. Begriffserklärung Persona

UX Personas beispielhaft: Marcos Einfluss auf eine Fitness-App

Nehmen wir als Beispiel “Marco”, eine Persona für eine Fitness-App. Marco ist Mitte 30, arbeitet in einem Bürojob und sucht nach Wegen, seine Fitnessziele trotz eines vollen Terminkalenders zu erreichen. Das UX-Team hat Marco auf Basis von Nutzerforschungen erstellt, um ein tiefes Verständnis dafür zu entwickeln, wie die App gestaltet sein muss, damit sie für Menschen wie Marco attraktiv und nützlich ist. Das Team entscheidet sich, Funktionen wie kurze, effektive Workouts, Erinnerungen und personalisierte Trainingspläne zu integrieren, um genau auf Marcos Bedürfnisse einzugehen.

Personas wie Marco sind deshalb so wertvoll im HCD, weil sie dem Design- und Entwicklungsteam helfen, über abstrakte Daten hinaus zu denken und sich wirklich in die Nutzenden hineinzuversetzen. Sie fördern Empathie und Verständnis innerhalb des Teams und sorgen dafür, dass Entscheidungen stets mit Blick auf die tatsächlichen Nutzenden getroffen werden. Durch die Orientierung an den spezifischen Bedürfnissen und Wünschen der Personas können Produkte erschaffen werden, die nicht nur technisch ausgereift, sondern auch im Alltag der Nutzenden tief verankert und geschätzt sind.

Wie setzt man Personas ein?

Die Einsatzmöglichkeiten von Personas in der Produkt- und Anwendungsentwicklung sind vielfältig und bieten einen tiefgreifenden Mehrwert, indem sie eine fokussierte und nutzerzentrierte Perspektive in den Entwicklungsprozess einbringen. Gründe für den Einsatz von Personas sind unter anderem:

  • Fokus des Teams auf die wesentlichen Nutzergruppen
  • Identifikation und Empathie mit den Nutzergruppen
  • Reduktion von Fehlannahmen und Missverständnissen bezüglich der Zielgruppen
  • Ausrichtung von Marketing, Produktentwicklung, Testing und Design
  • Grundlage für Entscheidungen

Personas dienen primär dazu, das gesamte Team auf die wesentlichen Nutzergruppen zu konzentrieren und erleichtern die Identifikation mit diesen durch die Bereitstellung eines Namens, eines Gesichts und oft auch einer Geschichte. Dies ermöglicht eine emotionalere und menschlichere Herangehensweise an Design- und Entscheidungsprozesse, da Personas unsere Fähigkeit, soziale Informationen zu verarbeiten, ansprechen und mehrdimensional in unserem Kopf abgespeichert werden.

Personas sind ein unerlässliches Kommunikationsmittel innerhalb von Unternehmen, das hilft, eine einheitliche Definition der Nutzenden zu schaffen und Missverständnisse zwischen verschiedenen Teams oder Abteilungen zu minimieren. Sie fördern eine gemeinsame Sprache, wenn es um die Zielgruppe geht, und ermöglichen es, sich in Entscheidungen besser auf die Nutzenden zu fokussieren. Ihre Anwendung reicht von der Unterstützung bei der Produktentwicklung und im Marketing bis hin zu spezifischen Anwendungen in Design-Entscheidungen, bei denen anhand einer Prioritäten-Matrix die Relevanz von Features für bestimmte Personas bewertet wird.

“Unsere Product Owner sind allesamt Fachexpert*innen; die kennen ihre Domäne und bringen somit auch die Nutzersicht mit ein.”

Deutscher Mittelständler

Personas spielen auch eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von Customer bzw. User Journey Maps, indem sie aufzeigen, wie und wo Nutzende mit dem Produkt in Kontakt kommen, und helfen, Begeisterungsmöglichkeiten und potenzielle Probleme zu identifizieren. Für Usability Tests können Probanden gezielt nach ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten Personas ausgewählt werden, um die Wirksamkeit und Benutzerfreundlichkeit spezifisch designter Features zu testen.

Um Personas wirkungsvoll einzusetzen, ist es wichtig, dass Stakeholder von Anfang an einbezogen werden, um Akzeptanz und Verständnis für die Methode zu schaffen und sicherzustellen, dass die unterschiedlichen Anforderungen berücksichtigt werden. Die Ziele und Attribute einer Persona, wie z. B. Gerätenutzung, Einkaufsverhalten und demographische Daten, sollten sorgfältig festgelegt werden, um sie später effektiv ansprechen und targeten zu können. Eine fundierte Datengrundlage, bestehend aus quantitativen und qualitativen Befragungen, ist essenziell, um Personas nicht nur als kurzfristiges Werkzeug, sondern als langfristige Grundlage für weitreichende Entscheidungen zu etablieren.

Wie erstellt man Personas?

Der Prozess der Persona-Erstellung beginnt grundlegend mit der Definition einer klaren Zielsetzung. Es ist entscheidend zu verstehen, was mit den Personas erreicht werden soll: Geht es darum, Produktentscheidungen zu beeinflussen, das Marketing zu unterstützen oder das Design zu leiten? Diese Zielsetzung bestimmt nicht nur die Richtung der Recherche, sondern auch die Tiefe der Charakterentwicklung.

Qualitativ oder quantitativ Daten erheben?

Ein häufiger Irrtum in der Erstellung von Personas ist der Ansatz, diese lediglich auf Basis von Annahmen zu entwickeln. Unsere Agenturerfahrung zeigt, dass eine solide Datengrundlage – sei sie quantitativ oder qualitativ – unerlässlich ist, um aussagekräftige und effektive Personas zu schaffen. Ein oft diskutiertes Dilemma in der Persona-Entwicklung ist die Reihenfolge der Datenmethodik: Sollte die qualitative Erhebung vor oder nach der quantitativen Datenerhebung stattfinden? (Vgl. Abb. 2.)

    Argumente für eine qualitative Erhebung vor der quantitativen:

  • Tieferes Verständnis
    Durch frühe qualitative Interviews können tiefe Einsichten in die Motivationen und Bedürfnisse der Nutzenden gewonnen werden, die dann die Erstellung eines zielgerichteten und relevanten Fragebogens für die quantitative Erhebung leiten.
  • Hypothesengenerierung
    Qualitative Daten helfen, Hypothesen zu formulieren, die anschließend quantitativ überprüft werden können.
    • Argumente für eine qualitative Erhebung nach der quantitativen:
  • Verfeinerung
    Quantitative Daten bieten eine breite Basis, die es ermöglicht, spezifische Muster und Trends zu erkennen, die dann durch qualitative Interviews vertieft werden können.
  • Zielgerichtete Fragen
    Nachdem durch quantitative Methoden bereits eine Grundlage geschaffen wurde, können qualitative Interviews gezielter und fokussierter durchgeführt werden, um spezifische Erkenntnisse zu vertiefen.
Ein Diagramm, das zwei Prozessabläufe zur Erstellung von Personas zeigt, indem qualitative und quantitative Erhebungen in unterschiedlicher Reihenfolge kombiniert werden.
Abb. 2. Prozess zur Erstellung einer Persona mit verschiedenen Möglichkeiten quantitative und qualitative Erhebungen zu verbinden.

Prozess der Persona-Erstellung

In unserem Agentur-Alltag folgen wir einem etablierten Prozess (Vgl. Abb. 3.), der idealtypisch wie folgt strukturiert ist:

  1. Auftaktworkshop: Zielsetzung
  2. Quantitative Erhebung: Fragebogen
  3. Auswertung: Clusterung der Daten & Erstellung von Draft-Personas/Customer Journey Maps
  4. Qualitative Erhebung: Tiefeninterviews
  5. Visualisierung: Ausgestaltung der Personas
Ein Ablaufdiagramm, das den Prozess der Erstellung von Customer Journey Maps und Personas in fünf Phasen beschreibt: Auftaktworkshop, quantitative Erhebung, Customer Journey Mapping, qualitative Erhebung und abschließend Visualisierung und Vermittlung.
Abb. 3. Ablaufdiagramm des Prozess der Erstellung von Customer Journey Maps und Personas in fünf Phasen.

Idealtypisch bedeutet, wir sind uns bewusst, dass jede Kundenanforderung einzigartig ist, es gibt immer Stellschrauben, die an die spezifischen Bedürfnisse unserer Kund*innen angepasst werden. Oftmals ist z. B. im B2B-Bereich eine individuell angepasste Vorgehensweise erforderlich, da hier meist nicht genügend Personen für eine umfangreiche quantitative Erhebung zur Verfügung stehen. In solchen Fällen muss der Prozess flexibel angepasst werden, um den spezifischen Anforderungen unserer Kund*innen gerecht zu werden.

1. Auftaktworkshop: Zielsetzung

Der erste Schritt bei der Erstellung von Personas ist die Festlegung der Ziele. Es ist entscheidend zu definieren, welche Rolle die Personas für das Unternehmen oder die Anwendung spielen sollen. Dabei geht es darum, genau zu überlegen, welche Aspekte der Nutzererfahrung oder des Nutzerverhaltens durch die Personas beleuchtet werden sollen (vgl. Abb.4.). Mögliche Fokusbereiche können das Einkaufsverhalten (z. B. Schnäppchenjäger*in vs. Premiumkäufer*in), die Gerätenutzung (Smartphone, Laptop etc.), die Internetaffinität oder spezifische Hobbys und Interessen sein. Diese Zielsetzung ist maßgeblich für den gesamten Prozess und bestimmt, welche Daten erhoben und wie diese analysiert werden.

Im Rahmen des Auftaktworkshops, der eine zentrale Rolle im Prozess spielt, werden die Ziele, Anforderungen und Wünsche, die die Persona erfüllen sollen, gemeinsam festgelegt. Wichtig ist hierbei die Einbeziehung aller relevanten Stakeholder aus verschiedenen Abteilungen. Dies stellt sicher, dass die unterschiedlichen Perspektiven und Anforderungen im Unternehmen berücksichtigt werden und schafft von Beginn an ein gemeinsames Verständnis sowie Begeisterung für die Methode. Es gilt, die Ziele so konkret wie möglich zu definieren, um die Grundlage für die folgenden Schritte zu schaffen.

Eine Flipchart und zwei Pinnwände mit handgeschriebenen Notizen und farbigen Moderationskarten, die Ideen und Kategorien wie Aktivitäten, Gedanken/Emotionen und Stolpersteine darstellen.
Abb. 4. Workshop-Ergebnis zur Erstellung von Personas

2. Quantitative Erhebung: Fragebogen

Nach der Zieldefinition folgt die quantitative Datenerhebung. Hierbei wird ein Fragebogen entwickelt, der auf den vorher festgelegten Themenbereichen basiert. Bei der Gestaltung des Fragebogens ist es wichtig, sowohl aktive als auch beschreibende Variablen zu berücksichtigen. Aktive Variablen helfen dabei, Cluster zu bilden, die später die Grundlage für die verschiedenen Personas darstellen, während beschreibende Variablen dazu dienen, diese Personas mit weiteren Informationen und Tiefe anzureichern.

Der Fragebogen kann über verschiedene Kanäle verteilt werden – online, über Newsletter, Panels oder sogar direkt vor Ort, um eine breite Datenbasis zu schaffen. Ziel ist es, eine möglichst große Anzahl an Teilnehmenden zu erreichen, um valide Daten zu gewinnen. Eine Stichprobengröße von mindestens 1.000 Personen wird empfohlen, um eine aussagekräftige Analyse und die Entwicklung valider Personas zu gewährleisten. Dieser Schritt ist entscheidend, um ein fundiertes Verständnis der Zielgruppe zu erlangen und spekulative Annahmen zu vermeiden.

3. Auswertung: Clusterung der Daten & Erstellung von Draft-Personas/Customer Journey Maps

Die statistische Analyse der erhobenen quantitativen Daten ist der nächste kritische Schritt. Mittels Verfahren wie der hierarchischen Clusteranalyse und der Clusterzentrenanalyse werden die Daten ausgewertet, um trennscharfe Cluster zu identifizieren (vgl. Abb.5.). Diese Cluster stellen die Basis für die vorläufigen Entwürfe der Personas dar. Die Anzahl der identifizierbaren Cluster hängt von der Datenlage ab und kann variieren. Nach der Clusterbildung werden diese durch die beschreibenden Variablen angereichert, wodurch die Personas langsam Gestalt annehmen und spezifische Charakteristika und Bedürfnisse der Nutzergruppen sichtbar werden.

Diese Phase ist essenziell, um aus der Masse an Daten gezielte Nutzerprofile zu extrahieren, die repräsentativ für die verschiedenen Segmente der Zielgruppe sind (vgl. Abb.6.). Die angereicherten Cluster bieten ein erstes, fundiertes Bild der Personas, das in den folgenden Schritten, z. B. in Form von Customer Journey Maps weiter verfeinert wird (vgl. Abb.7.). Diese analytische Herangehensweise ermöglicht es, über reine Annahmen hinauszugehen und Personas auf der Basis realer Nutzerdaten zu entwickeln.

Drei Diagramme, die kanonische Diskriminanzfunktionen visualisieren und Cluster mit unterschiedlichen Farben sowie Gruppenzentren als Quadrate darstellen um verschiedene Segmente der Zielgruppe zu zeigen
Abb. 5. Clusteranalyse zur Segmentierung der Zielgruppe
Ein Template für eine Customer Journey Map, das verschiedene Phasen, Aktionen, Gedanken, Geräte, Emotionen und Potenziale einer Persona strukturiert darstellt.
Abb. 6. Template einer Customer Journey Map

4. Qualitative Erhebung: Tiefeninterviews

Um die aus den Clustern entwickelten Draft-Personas zu vertiefen und weiter auszuarbeiten, werden qualitative Daten mittels Tiefeninterviews gesammelt. Die Teilnehmenden für diese Interviews werden basierend auf den quantitativ ermittelten Eigenschaften der Cluster ausgewählt. Ziel dieser Interviews ist es, ungeklärte Bereiche zu beleuchten und die Personas mit zusätzlichen Informationen, echten Zitaten, Wünschen und Einstellungen anzureichern.

Die Tiefeninterviews können in verschiedenen Umgebungen durchgeführt werden, einschließlich Labors oder den Wohnungen der Teilnehmenden, um ein besseres Verständnis für den Kontext der Produkt- oder Service-Nutzung zu erhalten. Diese qualitative Forschungsphase ist entscheidend, um die Personas nicht nur mit Daten, sondern auch mit realen Geschichten und Emotionen zu füllen. Sie ergänzt die quantitative Analyse und trägt dazu bei, ein vollständiges und nuanciertes Bild der Zielgruppen zu zeichnen (vgl. Abb.8.).

Ein Trichterdiagramm, das die Kombination aus qualitativen und quantitativen Daten visualisiert, um Personas zu erstellen und auszugestalten.
Abb 7. Trichterdiagramm zur Kombination qualitativer und quantitativer Daten

5. Visualisierung: Ausgestaltung der Personas

Im letzten Schritt werden die Personas graphisch ausgearbeitet. Dies umfasst die Erstellung von Sedcards oder ähnlichen Visualisierungen, die die Personas lebendig werden lassen. Die visuelle Darstellung hilft dem Entwicklungsteam und anderen Stakeholdern, sich die Personas besser vorzustellen und fördert die Empathie mit den repräsentierten Nutzergruppen. Für diesen Prozess können verschiedene Layout-Konzepte genutzt werden, um die Personas ansprechend und informativ zu gestalten.

Die graphische Ausarbeitung bildet den Abschluss des Persona-Erstellungsprozesses und macht die Personas zu einem greifbaren und nutzbaren Werkzeug im Entwicklungsprozess. Die visuell und inhaltlich reichhaltigen Personas dienen als ständige Erinnerung an die Bedürfnisse und Wünsche der Nutzenden und unterstützen eine nutzerzentrierte Entwicklung über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg.

Fotos von Papp-Aufstellern, die Personas darstellen, um diese im Arbeitsumfeld zu visualisieren und greifbar zu machen.
Abb. 8. Papp-Aufsteller zur Visualisierung von Personas
Eine Collage, die verschiedene Ansätze zeigt, Personas zu visualisieren, darunter Moodboards, Comics und Videos, um deren Eigenschaften und Lebenswelt anschaulich darzustellen.
Abb. 9. Beispielhafte Visualisierungen von Personas
Eine detaillierte, tabellarische Darstellung einer komplexen Customer Journey, die Phasen, Bedürfnisse, Aktivitäten, Erwartungen, emotionale Zustände und Verbesserungspotenziale umfasst.
Abb. 10. Detaillierte tabellarische Customer Journey Map
Eine kombinierte Darstellung einer Personas-Sedcard und Customer Journey, die Aktivitäten, Stolpersteine, Emotionen sowie Handlungsmöglichkeiten visuell integriert.
Abb 11. Kombination von Persona und Customer Journey
Eine Personas-Sedcard mit Informationen zu Plattformnutzung, sozialen Netzwerken, genutzten Geräten, wichtigen Faktoren und einer detaillierten Beschreibung der Persona.
Abb. 12 Persona Sedcard

Wie intergriert man Personas ins Unternehmen?

Die Präsentation und Nutzung ausgearbeiteter Personas in Unternehmen ist ein kreativer und vielschichtiger Prozess, der darauf abzielt, die Personas für alle Beteiligten greifbar und verständlich zu machen. Sobald die Eigenschaften und Einstellungen der Personas definiert sind, werden sie mit einem Namen und einem Bild versehen, um sie besser visualisieren zu können. Zusätzliche Attribute wie Biographien oder Zitate verstärken die Identifikationsmöglichkeiten. Die Präsentation erfolgt nicht in langen Texten oder Tabellen, sondern durch ansprechende grafische Ausgestaltungen. Um Personas im Alltag allen Stakeholdern zu vergegenwärtigen, eignen sich:

  • Sedcards sind quasi Steckbriefe im DIN A5- oder A4-Format und ein- oder beidseitig bedruckt: Auf diesen werden die wichtigsten Attribute einer Persona samt Bild aufgearbeitet.
  • Tabellarische Darstellung von Personas ist eine Option, denn so werden alle Personas nebeneinander dargestellt und sind auf einen Blick zu erfassen. Sie können so schnell verglichen werden.
  • Comics, Plakate und Moodboards können die die Lebenswelt der Personas einfangen und beschreiben.
  • Bilder der Personas in Form von Pappaufstellern im Büro. Bildschirmhintergründe am PC halten die Personas immer präsent.
  • Ganze Lebenswelten der Persona. Wenn es etwas mehr sein darf, können auch die gesamten Lebenswelten von den Personas nachgebaut werden – oder Ausschnitte davon, wie der Inhalt der Handtasche (von Personas einer Kosmetikmarke) oder des Koffers (für Personas eines Reiseanbieters).

Nach der Fertigstellung der Personas beginnt die eigentliche Arbeit: ihre aktive Integration und Verbreitung im Unternehmen. Dazu gehören Informationsveranstaltungen, Workshops, die Ausstattung der Beschäftigten mit Sedcards, die Erstellung von Imagevideos, Platzierung von Erinnerungshilfen wie Pappaufstellern und die Einführung von „Persona-Paten“. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Bewusstsein und die Akzeptanz für die Personas im Unternehmen zu erhöhen und sicherzustellen, dass sie im Unternehmenskontext aktiv gelebt werden.

Für eine erfolgreiche Verankerung der Personas im Unternehmen ist es wichtig, eine Strategie zur Verbreitung zu entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Strukturen des Unternehmens zugeschnitten ist.

Personas dienen als wertvolle Instrumente in verschiedenen Bereichen des Unternehmens, von der Produktentwicklung über das Marketing bis hin zum Design und Requirements Engineering. Sie ermöglichen es Teams, sich besser in ihre Zielgruppen hineinzuversetzen, relevante Funktionen und Inhalte zu priorisieren und Produkte sowie Kampagnen effektiver auf die Bedürfnisse der Nutzenden auszurichten. Durch die aktive Nutzung und kontinuierliche Einbindung der Personas in den Entwicklungs- und Marketingprozess können Unternehmen sicherstellen, dass Investitionen zielgerichtet getätigt werden und dass Produkte und Dienstleistungen erfolgreich auf die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Nutzenden abgestimmt sind.

Personas aktuell halten

Entscheidend bleibt, entwickelte Personas regelmäßig zu aktualisieren, um kontinuierliche Nutzerzentrierung sicherzustellen. Wie die Welt um uns herum, verändern sich auch diejenigen, denen Sie Ihr Produkt anbieten. Deshalb müssen Personas regelmäßig auf ihre Gültigkeit und Akkuratesse überprüft werden.

Insbesondere wenn sich neue technische Geräte oder Kommunikationsformen etablieren, sollten Sie reagieren und die Personas anzupassen. Je nach technischer Entwicklung oder auch abhängig von der eigenen Produktpalette und Weiterentwicklung empfehlen wir, Personas alle zwei Jahre, besser sogar jedes Jahr zu reevaluieren – und im Bedarfsfall anzupassen.

Fazit

Wir hoffen, wir konnten zeigen, wie der Einsatz von Personas in Unternehmen in diversen Entscheidungsprozessen Mehrwerte generiert – im besten Fall die Produktentwicklung regelrecht verändert, indem echte menschliche Bedürfnisse und Verhaltensweisen in den Mittelpunkt gestellt werden.

Aus unserer Sicht sind User Personas unverzichtbar, um Entscheidungsträger*innen, Beschäftigten und Teams eine klare Richtung zu geben und deren Entscheidungen auf eine solide, empathische Grundlage zu stellen.

Wer mit Personas arbeitet, verinnerlicht eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen und Wünschen der Zielgruppen. Insbesondere heutzutage, wo sich aufgrund von technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen die Welt kontinuierlich wandelt, kann eine stetige Aktualisierung und das lebendige Halten von Personas die Relevanz und Effektivität in der Produktentwicklung sichern.

Unser Ziel war es, mithilfe von konkreten inhaltlichen und visuellen Beispielen sowie Hinweisen zu allen Schritten des Erstellungsprozesses einen guten Startpunkt zu geben, wie Sie Personas effektiv in Ihrem Unternehmen implementieren und nutzen können.

Was denken Sie? Sind wir unserem Ziel nahegekommen? Kommentieren können Sie weiter unten. Wir freuen uns darauf.

Quellenangaben

Dieser Artikel basiert teilweise auf Informationen aus früheren Beiträgen des usabilityblog.de. Einige der ursprünglichen Artikel sind möglicherweise nicht mehr zugänglich.

Internet

„Arbeiten mit Personas: Wie führt man Personas erfolgreich in Unternehmen ein?“ | Marie Jana Tews (2016) | usabilityblog.de

„Arbeiten mit Personas: Wer nutzt Personas, wie und wofür?“ | Marie Jana Tews (2017) | usabilityblog.de

„Whitepaper Personas – Alles was ich wissen muss“ | Joanna Oeding (2018) | usabilityblog.de

„Personas erstellen: Quantitativ oder qualitativ zuerst?“ | Joanna Oeding (2019) | usabilityblog.de

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Referenz AI

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Gap-Analyse zur Umsetzung digitaler Barrierefreiheit im Online-Vertrieb

Referenz Regulatorik

Gap-Analyse zur Umsetzung digitaler Barrierefreiheit im Online-Vertrieb

Als professioneller Anbieter der Softwareentwicklung stehen wir bei der Umsetzung digitaler Barrierefreiheit Unternehmen der Versicherungsbranche mit unserem Organisationsmanagement und IT-Know-how zur Seite. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) stellt Unternehmen vor die Herausforderung, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. Auch unsere Geschäftspartner aus der Versicherungsbranche sind von dieser gesetzlichen Neuerung betroffen und müssen ihre Online-Auftritte entsprechend anpassen.

Referenz ansehen: Gap-Analyse zur Umsetzung digitaler Barrierefreiheit im Online-Vertrieb

Die Herausforderung

Die Herausforderung besteht darin, die Online-Angebote unseres Kunden inklusive Portalen und digitalen Touchpoints in Deutschland und der EU bis zum 28.Juni 2025 gemäß dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) barrierefrei zu gestalten. Dazu ist eine umfassende Gap-Analyse erforderlich. Die drei zentralen Handlungsfelder sind folgende:

Warum das bestehende System ersetzt werden musste​:

    • Gap-Analyse aller Online-Portale zur Barrierefreiheit
    • Portale, digitale Touchpoints des Kunden definieren, die vom BFSG betroffen sind
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Unsere red6-Lösung

Die Umsetzung des BFSG erfordert eine systematische Vorgehensweise. red6 unterstützt Unternehmen folgendem dreistufigen Lösungsansatz, der auf einer detaillierten Gap-Analyse basiert und ein umfassendes Umsetzungsprojekt initiiert:

Gap-Analyse als Basis als Grundlage für Lösungsstrategien

Ausgehend von einer detaillierten Gap-Analyse, die den aktuellen Stand der Barrierefreiheit der digitalen Angebote erfasst und mit den Anforderungen des BFSG abgleicht, wurde ein umfassendes Umsetzungsprojekt initiiert. Diese Analyse dient als Grundlage für die Planung der notwendigen Maßnahmen zur Erreichung der Barrierefreiheit.

Effizientes Projektmanagement für barrierefreie digitale Angebote

red6 hat die Projektleitung mit einem erfahrenen Projektleiter übernommen und ebenso die Projektassistenz bereitgestellt. Dabei übernahmen wir die Projektkoordination, das Monitoring und die Verantwortung des Zeitplans sowie des Budgets. Gleichzeitig unterstützten wir bei administrativen Aufgaben und der reibungslosen Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Fokussierte Expertise für barrierefreie Softwarelösungen

In enger Abstimmung mit den Fachexperten des Kunden entwickelt red6 spezifische Lösungsansätze zur Umsetzung der Barrierefreiheitsanforderungen. Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte, um effiziente und nachhaltige Lösungen zu finden. Erarbeitete Maßnahmen werden anschließend schrittweise in die Firmen-internen Prozesse integriert.

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    • Effizient: Nachhaltige Lösung unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte

Ihr Ansprechpartner: Dennis Grönger ​

Unsere Experten verfügen über langjährige Erfahrung im Bereich der Barrierefreiheit und schaffen die Grundlage für eine schrittweise und zielgerichtete Umsetzung der Barrierefreiheitsanforderungen für Ihre Online-Präsenzen, um die Konformität mit dem BFSG sicherzustellen. 

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Kultur trifft UX – Wie Kultur das UX Design beeinflusst

Was hat UX mit Kultur zu tun?

Als UXler ist man es gewohnt, immer die Nutzenden im Fokus zu haben. Was sind deren Bedürfnisse? Wie muss etwas gestaltet sein, sodass Nutzende sich bestmöglich zurechtfinden und ein angenehmes Nutzungserlebnis haben? Und vielleicht geht es Ihnen da genauso wie mir, dass man es in UX-Tests meist mit Nutzenden und Produkten aus einem uns ähnlichen Kulturkreis zu tun hat. Doch es lohnt sich über den eigenen Kultur-Tellerrand hinauszuschauen und andere Blickwinkel einzunehmen, denn auch vermeintlich ähnliche Kulturen können ganz unterschiedliche Anforderungen an die Usability haben. Im Folgenden schauen wir uns anhand von Beispielen an, welche Unterschiede es zwischen Kulturen gibt, was womöglich Gründe dafür sind und warum es für UXler wichtig ist, Kulturunterschiede zu kennen.

Anderes Land, andere Website. Aber warum?

Bittet man ChatGPT, ein Bild einer typischen chinesischen Webseite zu generieren (Abb. 1), ergibt sich zum Beispiel Folgendes:

KI generierte Darstellung einer chinesischen Website.
Abbildung 1 : Chat-GPT generiertes Bild einer typischen chinesischen Webseite

Bittet man die künstliche Intelligenz hingegen, ein Bild einer typischen schwedischen Webseite zu generieren (Abb. 2), wird beispielsweise Folgendes produziert:

KI generierte Darstellung einer schwedischen Website.
Abbildung 2 : Chat-GPT generiertes Bild einer typischen schwedischen Website

Die beiden generierten Abbildungen unterscheiden sich z. B. in Anzahl und Intensität der Farben sowie der generellen Menge an dargestellten Elementen. Zudem steht bei der schwedischen Variante die Nachhaltigkeit im Fokus und sie wirkt aufgeräumter und ruhiger (zumindest auf den deutschen Nutzenden). Zugegebenermaßen sind die Darstellungen sehr stereotypisch und nicht alle chinesischen oder schwedischen Websites sehen exakt so aus. Dennoch stellt sich hier die Frage, warum unterscheiden sich die generischen Webseiten der beiden Kulturen so sehr?

Welche kulturellen Einflussfaktoren beeinflussen das Design einer Webseite?

Das Design von Webseiten wird von zahlreichen kulturellen Faktoren beeinflusst, deren Bedeutung je nach Kultur variiert. Eine Gliederung in objektive (z. B. Sprache, Gesetze, Symbole, Farben) und subjektive Faktoren (z. B. Popkultur, Denkweisen, Markenwahrnehmung) hilft, diese Unterschiede zu verstehen und gezielt auf Nutzerbedürfnisse einzugehen. Die folgende Grafik gibt einen Überblick über eine Auswahl, die wir uns im Weiteren anhand von Beispielen genauer anschauen wollen. Die Einflussfaktoren kann man dabei in subjektive und objektive Faktoren unterteilen.

Inforgraphik die die verschienen Einflussfaktoren auf Website zeigt und zwischen subjektiven und objektiven Faktoren unterscheidet.
Abbildung 3: Subjektive und objektive kulturelle Einflussfaktoren für Unterschiede auf Websites

Objektive Einflussfaktoren

Sprache: Ein vielfältiger Schlüsselfaktor im Web Design

Sprachlänge

Einer der größten Einflussfaktoren auf die Gestaltung von Webseiten ist die Sprache.
Vergleicht man die englische, deutsche und französische Website des Online-Kleidungshandels Topshop fällt hier der Einfluss der Sprachlänge auf (Abb. 4). Da Englisch eine eher kurze Sprache ist, ist der Werbe-Slogan des Banners in der englischen Sprache am kürzesten. Französisch und Deutsch sind hingegen eher lange Sprachen, weshalb der Slogan in Französisch am längsten ist. In diesem Fall beeinflusst die Länge der Sprache auch die Schriftgröße. Je länger die Sprache, desto kleiner die Schrift. Im Extremfall kann die Länge der Sprache so z. B. die Lesbarkeit beeinflussen.

Sprichwörter

In diesem Beispiel (Abb. 4) wird auch deutlich, dass Sprichwörter, Ausdrücke oder Slang nicht immer gleichwertig in andere Sprachen übersetzt werden können. Der Slogan „Crop it like it’s hot“ hat in der englischsprachigen Gesellschaft mehr Dimension, da er sich an das Lied „Drop it like it’s hot“ anlehnt. Das deutsche Pendant „Jetzt wird abgekürzt“ ist zwar inhaltlich ähnlich, erreicht aber sprachlich nicht die gleiche Tragweite.

Drei Versionen der Topshow-Website aus den Ländern England, Deutschland und Frankreich mit Slogans in der jeweiligen Landessprache.
Abbildung 4: Topshop-Websites aus England (links), Deutschland (Mitte) und Frankreich (rechts)

Leserichtung

Schaut man von den romanischen und germanischen Sprachen zur Arabischen, sticht hier direkt die unterschiedliche Leserichtung ins Auge. Während Deutsch und Englisch von links nach rechts gelesen werden, wird Arabisch von rechts nach links geschrieben. Dies führt dazu, dass die Elemente auf einer arabischsprachigen Website rechts zentriert angeordnet sind. So befindet sich hier im Beispiel der ägyptischen Emirates Website das Logo der Airline in der oberen rechten Ecke, statt links (Abb. 5).

Screenshots der linksausgerichteten Website der Emirates Airline aus Deutschland neben der rechtsausgerichteten aus Ägypten nebeneinander.
Abbildung 5: Websites der Emirates-Airline aus Deutschland (links) und Ägypten (rechts)

Verhaltensmuster und Wahrnehmungen

Stellen Sie sich nun vor, in einem UX Test einer Webseite sollen Teilnehmende das Logo einer Website suchen. Proband*innen aus England würden wahrscheinlich links oben suchen, Proband*innen aus Marokko vermutlich rechts oben. Das zeigt, dass Sprache auch Verhaltensmuster beeinflusst.

Auch die Wahrnehmung kann durch Sprache beeinflusst werden, was sich sogar neuronal nachweisen lässt. Zum Beispiel ist es bei der arabischen Sprache so, dass dort teilweise die Zeichen für kurze Vokale fehlen. Um die korrekte Bedeutung und Aussprache eines Wortes erkennen zu können, müssen Vorwissen oder Hinweise aus dem Kontext herangezogen werden. Dies führt dazu, dass die Gehirnhälften bei Arabisch sprechenden Menschen viel vernetzter sind, da zum Sprachverständnis Informationen aus unterschiedlichen Gehirnregionen vereint werden müssen. Die erhöhte Vernetztheit der Gehirnregionen wirkt sich dann auf die Wahrnehmung von Inhalten aus.

Sprachkomplexität

Des Weiteren unterscheiden sich Sprachen in ihrer Komplexität. Ein Beispiel für sehr komplexe Sprache ist das chinesische Schriftzeichen für „Biangbiangmian“, ein Nudelgericht. Es besteht aus bis zu 58 Strichen, das simplifizierte Schriftzeichen (Abb. 6) aus 43 Strichen. Die Schrift auf Webseiten kann so (zumindest für ein ungeübtes Auge) sehr komplex wirken und es bedarf unter Umständen einer größeren Auflösung oder Schriftgröße, um alle Details eines Schriftzeichens abbilden zu können.

Komplexes Chinesisches Schriftzeichen für Biangbiangmian mit 43 Strichen.
Abbildung 6: Chinesisches Schriftzeichen für Biangbiangmian mit 43 Strichen

Spracheingabe

Die Kompaktheit der Schriftzeichen ermöglicht es aber auch, viele Informationen auf kleinem Raum darzustellen. Nun könnte man vermuten, dass chinesische Webseiten daher sehr übersichtlich sein müssten und Schrift wenig Platz einnehmen sollte. Das Gegenteil ist der Fall. Da die Eingabe über die Strichmethode oder Pinyin-Eingabe für chinesische Schriftzeichen nicht sehr effizient ist, werden viele Inhalte über sichtbare Menüs oder Buttons dargestellt, wodurch die Website (aus europäischer Sicht) voller wirken kann.

Symbole: Kleine Grafiken mit Fettnäpfchen-Potential

Weitere Unterschiede zwischen Kulturen zeigen sich in der Bedeutung von Symbolen. Zum Beispiel wird der Daumen hoch in einigen Ländern des Nahen Ostens als beleidigend verstanden und mit dem Zeigefinger deuten, gilt in Thailand als unhöflich.

Zudem werden Tieren unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben, z. B. steht die Eule in Deutschland für Weisheit, in China hingegen für Brutalität und Dummheit. Vor allem bei der Anwendung von Symbolik sollten diese Unterschiede zwischen den Kulturen beachtet werden.

Farben: Bunt ist nicht immer (farben-)froh

Ähnliches gilt für auch für Farben. Die Farbe Rot steht in Deutschland für Liebe oder auch Warnung, in Ägypten beispielsweise für den Tod und in China für Wohlstand. Lila wird überkulturell mit Reichtum und Spiritualität verbunden, in Brasilien und Thailand hingegen ist es die Farbe der Trauer. Und während Weiß in westlichen Kulturen mit Reinheit und Frieden verbunden wird, wird es in China und Japan bei Beerdigungen getragen und steht für Trauer und Unglück.

Natürlich bedeutet dies nicht, dass man auf z. B. brasilianischen Webseiten niemals die Farbe Lila verwenden sollte. Sollte es jedoch um die Auswahl einer Farbe für ein bedeutsames Element gehen, ist die Berücksichtigung der Farbbedeutung durchaus eine Überlegung wert.

Umweltfaktoren: Analog beeinflusst digital

Die physische Umwelt, in der wir aufwachsen, beeinflusst, wie wir Dinge wahrnehmen. Wächst man beispielsweise in einer hektischen Stadt mit vielen Anzeigetafeln und Geräuschen wie Tokio auf, dann empfindet man unter Umständen eine sehr informationslastige Webseite auch als nicht überfordernd und kann sich gut orientieren. In der Studie von Masuda & Nisbett (2006) beschrieben Japaner*innen rund signifikant häufiger den Hintergrund einer Szene als Amerikaner*innen. Dies deutet darauf hin, dass Japaner*innen eine hohe Informationsdichte gewohnt sind, aus denen aufgrund der Anzahl an Informationen der Fokus nicht auf einer Hauptinformation liegt. Schaut man sich die Startseiten der Suchmaschine Yahoo aus Japan und USA im Vergleich an (Abb. 7), stellt man fest, dass auf der japanischen Seite sehr viele kleine Einzelmeldungen zu sehen sind, während auf der amerikanischen Seite eine zentrale Meldung die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Screenshot der yahoo Website aus Japan mit viel Text, vielen Links und ohne Bilder neben der Website aus den USA mit vielen Bildern und großen Überschriften.
Abbildung 7: Yahoo-Startseite aus USA (links) von yahoo.com und Japan (rechts) von yahoo.jp

Analog dazu fanden Miyamoto et al. (2006) heraus, dass das Ansehen von kulturell charakteristischen Stadtbildern aus amerikanischen oder japanischen Umgebungen zu unterschiedlichen Wahrnehmungsmustern führte. Japanische Stadtbilder waren mehrdeutiger und beinhalteten mehr Elemente, was dazu führen kann, dass mehr auf den Kontext geachtet wird.

Technischer Fortschritt und Trends: Treiber der Web-Veränderung

Des Weiteren ermöglichen technischer Fortschritt die Umsetzungen neuer Such- und Interaktionsmöglichkeiten, wie beispielsweise freie Suchen über eine Suchleiste statt Durchklicken durchs Menü oder ein Pop-up zu einem Chatbot. Im gleichen Tempo entwickeln sich auch stetig neue Designtrends, wie aktuell klare Formen und Minimalismus. Schaut man sich Website des Technikhandels Mediamarkt über die letzten Jahre an (Abb. 8), erkennt man immer weniger offene Menüs, Implementierung einer Suchleiste, mehr Whitespace und weniger plakative Werbung.

Screenshots verschiedener Versionen der Mediamarkt Website die im Lauf der Jahre minimalistischer wurde.
Abbildung 8: Mediamarkt Website über die letzten Jahre

Da aber Designtrends und technischer Fortschritt nicht weltweit gleichermaßen voranschreiten und die gleichen Ergebnisse produzieren, sind auch sie Faktoren für kulturelle Unterschiede.

Gesetze: Einschränkungen für das Design

Ebenso fluide und gleichermaßen rigide kann die Umsetzung neuer gesetzlicher Richtlinien sein, angefangen von der Zustimmung zum Sammeln von Cookies bis hin zu den Vorgaben pro Land, welche Angaben im Impressum gemacht werden müssen.

Subjektive Einflussfaktoren

Neben den objektiven Einflussfaktoren, wie Sprache, Farben und technologische Entwicklungen haben auch eher sozialpsychologische Faktoren einen Einfluss auf die Gestaltung und Struktur einer Webseite.

Popkultur: Promis für den persönlichen Pep

Im oben beschriebenen Beispiel der Topshop Webseite (Abb. 4), ist auf der englischen Seite David Bowie abgebildet, vielleicht, um auf eine besondere Kollektion hinzuweisen. Auf der deutschen und französischen Webseite befindet sich an gleicher Stelle ein Hinweis auf die neu gelaunchten Social Media Seiten. David Bowie ist zwar weit über das Königreich hinaus bekannt, aufgrund seiner Herkunft jedoch eine britische Ikone und hat auf popkultureller Ebene in Deutschland und Frankreich vielleicht nicht die gleiche Bedeutung.

Ob es nun Filme, Musik, berühmte Persönlichkeiten, kulinarische Spezialitäten oder die Nationalflagge sind – es gibt immer landestypische Elemente auf Webseiten, die von Außenstehenden evtl. nicht verstanden werden.

Verhaltens- und Denkweisen: Stereotype messbar machen

Kulturen unterscheiden sich jedoch nicht nur in ihren Vorlieben, sondern auch in ihren Verhaltens- und Denkweisen. Vielleicht kommt einem hier sofort das typische deutsche Handtuchreservieren am Hotelpool oder die ausgeprägte Gestik der Italiener*innen in den Sinn. Dies sind Beispiele für das Ausleben kultureller Mentalitäten. Vergleicht man die Startseiten der Lufthansa-Webseite (Abb. 9), sieht man für die deutsche Startseite ein Feld zum Reiseziele entdecken. Auf der englischen Startseite ist an der gleichen Stelle jedoch ein Hinweis- oder Hilfebereich platziert. Hier scheint die Startseite der Lufthansa, den Verhaltensweisen ihrer Nutzenden nachzukommen, indem sie der deutschen Reiselust nachkommt und den englischen Nutzenden Tipps & Hilfe gibt.

Vergleich der Lufthansa Website aus Deutschland mit der Option attraktive Angebote anzuzeigen, neben der Version aus England, die stattdessen einen Reiseguide hat.
Abbildung 9: Lufthansa-Websites aus Deutschland (links) von lufthansa.de und England (rechts) von lufthansa.com

Verhaltens- und Denkweisen lassen sich jedoch nicht nur durch Stereotype grob beschreiben, sie sind auch messbar. Beispielsweise untersuchte die amerikanische Analysefirma Clicktale das Surfverhalten von stark kontextbezogenen Kulturen wie USA, Deutschland und Norwegen im Vergleich zu schwach kontextbezogenen Kulturen wie China, Japan und Korea (Abb. 10). Sie stellten fest, dass Teilnehmenden aus USA, Deutschland und Norwegen stark mit dem Text der gezeigten Webseite interagierten, sehr viel lasen und mit der Maus über den Text fuhren. Teilnehmende aus China, Japan und Korea hingegen interagierten fast nicht mit dem Text und sahen sich nicht einmal die Hälfte der Seite an.

Heatmap, die das Leseverhalten von stark und schwach kontextbezogenen Kulturen auf einer Website vergleicht: Stark kontextbezogene Kulturen lesen fast alles, schwach kontextbezogene kaum.
Abbildung 10: Heatmap des Blickverhaltens, schwach kontextbezogene Kulturen (links) und stark kontextbezogene Kulturen (rechts)

Ähnliches zeigen die Ergebnisse von Zimmermann & Zimmermann (2013). Hier machten Teilnehmende aus Deutschland und den Niederlanden erst sehr viel später den ersten Klick auf der Startseite einer Webseite. Teilweise 40–60 Sekunden später als Personen aus Russland oder Belgien. Und analog zur Clicktale Studie fokussierten sich die deutschen und niederländischen Teilnehmenden durchschnittlich länger auf Hoteldetails als beispielsweise Teilnehmende aus Russland. In beiden Studien zeigen sich quantitative messbare Unterschiede im Bedürfnis nach Informationen zwischen Kulturen – interessanterweise auch zwischen Ländern, die geografisch direkte Nachbarn sind.

Markenwahrnehmung: Eine Marke – viele Gesichter

Unterschiedliche Verhaltens- und Denkweisen können weiterhin dazu führen, dass Unternehmen oder Marken in Ländern unterschiedlich wahrgenommen oder zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden. Im Vergleich der Lufthansa Webseite (Abb. 9) steht für die Ägypter*innen abgeleitet von der Grafik das Reisen zu Business Zwecken im Vordergrund. Dies zeigt, dass die Lufthansa als Airline oder Marke in Ländern unterschiedlich wahrgenommen wird. In Ägypten ist die Lufthansa vermutlich keine Urlaubsairline und wird eher mit berufsbedingten Reisen verbunden. Das ist nachvollziehbar, denn es fliegen wahrscheinlich mehr Deutsche nach Ägypten in den Urlaub als Ägypter*innen nach Deutschland.

Warum sind Kulturunterschiede für UXler relevant?

Als UXler sind wir es gewohnt, unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen. Einer dieser Blickwinkel sollten dabei kulturelle Einflüsse sein. Wie in den beschriebenen Beispielen deutlich wird, können sich kulturelle Unterschiede sehr vielseitig zeigen und mitunter die komplette Struktur einer Webseite verändern. Es ist also für UXler imminent, sich interkulturelle Kompetenz anzueignen. Und damit ist nicht gemeint, sich mit allen Gepflogenheiten jeder Kultur bestens auszukennen. Es geht mehr darum, ein Bewusstsein für mögliche kulturelle Unterschiede und deren Auswirkungen zu entwickeln. Eine gewisse kulturelle Sensibilität ist in allen Schritten des UX-Prozesses hilfreich.

Im UX Test: Kultur in allen Phasen

In der Startphase eines UX-Tests steht zunächst die Rekrutierung passender Teilnehmender und die Erstellung eines Zeitplans an. Bei der Spezifizierung der Zielgruppe kann es bspw. relevant sein, aktiv unterschiedliche Kulturen miteinzubeziehen. Bei der Erstellung eines Zeitplans sollte beachtet werden, dass es unterschiedliche Terminkulturen gibt. Beispielsweise neigen Südeuropäer*innen dazu, eher unpünktlich zu sein und haben eine höhere No-Show-Rate. Sie haben eine entspanntere Haltung zu Pünktlichkeit. In vielen südeuropäischen Kulturen wird Pünktlichkeit nicht immer auf die Minute genau genommen und weniger streng betrachtet.

Durch Pufferzeiten zwischen den Interviews und Einplanen von Überrekrutierung kann dem vorgebeugt werden, um einen problemlosen Ablauf der Interviews zu ermöglichen.

Beim Erstellen des Interview-Leitfadens und Durchführung eines Pretests kann die Länge der Sprache eine Rolle spielen. Wir haben im Beispiel der Topshop-Webseite gesehen, dass Sprachen unterschiedlich lang sein können und so in einem Interview auch unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen können. Um den Sprachlängen entgegenzukommen, kann die Anzahl an Fragen oder die Gesamtlänge der Interviews angepasst werden.

Während des Interviews kann die Auskunftsfreudigkeit der Teilnehmenden eine Rolle spielen. Manche Kulturen sind sehr präzise und eher zurückhaltend in der persönlichen Kommunikation, weshalb die Antworten kürzer sind. Zudem kann es sein, dass z. B. Teilnehmende aus asiatischen Ländern tendenziell weniger Kritik äußern, da öffentliches Kritisieren dort nicht gängig ist. In beiden Fällen kann gezieltes Nachfragen helfen, möglichst viele Informationen zu erhalten.

Im Expert Review: Gleiche Prinzipien, aber anderes Prinzip

Im Expert Review beurteilt ein UXler Produkte anhand von Prinzipien und Heuristiken. Obwohl die UX-Prinzipien nach DIN EN ISO 9241-110 in ihrer Definition kulturübergreifend einsetzbar sind, kann die Umsetzung der Prinzipien sich zwischen Kulturen unterscheiden.

Aufgabenangemessenheit bedeutet zum Beispiel erforderliche Bedienelemente darzustellen. Für eine Webseite in chinesischer Sprache könnte das bedeuten, dass mehr Buttons oder Menüpunkte eingefügt werden sollten, da die Sticheingabe in einer Suchleiste für die Nutzenden aufwendiger wäre. Für eine deutsch- oder englischsprachige Webseite würde man vermutlich nicht auf diese Idee kommen, da hier eher nach dem Credo „weniger ist mehr“ designt wird und eine Suchfunktion einfacher genutzt werden kann. Unter Aufgabenangemessenheit wird auch verstanden, standardmäßige Auswahlmöglichkeiten zu geben. Das könnte die Auswahl der Bezahlmöglichkeiten beeinflussen. In England ist z. B. PayPal eine gängige Anwendung, während in China eher das Pendant Alipay genutzt wird.

Das Prinzip der Erwartungskonformität beschreibt die angemessene Reaktion auf Benutzerhandlungen sowie sprachlich und kulturelle Konventionen. Im Webseitekontext könnte dies die Frage aufwerfen, ob bei einer erfolgreichen Bearbeitung „Erledigt.“ erscheint oder eine animierte Figur applaudiert. Je nach Kultur kann das eine zu unpersönlich oder das andere zu übertrieben wirken.

Über das Prinzip Benutzerbindung soll Vertrauen hinsichtlich der Anwendung geschaffen werden. Bei Produkten spielt hier die Anzahl der angezeigten Informationen eine Rolle. In China bedeuten viele Informationen eine gute Qualität, während man sich in Deutschland wahrscheinlich eher bedrängt fühlen würde und das Produkt abwerten würde.

Bewerten wir also die Usability von Anwendungen, deren Zielgruppe eine andere Kultur ist, müssen wir die unterschiedliche Auslegung der UX-Prinzipien beachten. Das UX Design anderer Länder ist demnach nicht schlechter, sondern einfach anders, als wir es vielleicht gewohnt sind.

Abschließende Worte: Gleiche Brille, aber neuer Blickwinkel!

In diesem Artikel wurde deutlich, dass sich Kultur sich auf viele verschiedene Elemente einer Anwendung auswirkt. Um diese Auswirkungen erkennen und gegebenenfalls bewerten zu können, ist kulturelle Kompetenz gefragt. Und keine Angst, man muss als UXler kein voll ausgebildeter Kulturanthropologe sein. Kulturelle Kompetenz kann man sich Stück für Stück erarbeiten, wenn man immer die besonderen Eigenschaften und Anforderungen der jeweiligen Zielgruppe im Blick behält. Also im Grunde sollte man einfach weiter das tun, was man als gewissenhafter UXler sowieso macht: Sich die Brille der Nutzenden aufsetzen und so die (kulturellen) Anforderungen im Blick haben!

Quellenangaben

Dieser Artikel basiert teilweise auf Informationen aus früheren Beiträgen des usabilityblog.de. Einige der ursprünglichen Artikel sind möglicherweise nicht mehr zugänglich.

Internet

1„Andere Länder, andere Seiten – Nationale Startseiten internationaler Unternehmen im Vergleich“ | Andrea Struckmeier (2013) | eresult.de

„Andere Länder, anderes Web? Wie kulturelle Unterschiede Websites prägen (und wie nicht)“ | Sebastian Felge (2014) | usabilityblog.de

„Typisch deutsch verschaltet“ | Christiane Gelitz (2023) | spektrum.de

„Interkulturelle Kompetenz – Wie man internationaler Designer wird“ | Chloe Chan (2016) | centigrade.de

„User Experience und der Einfluss von kulturellen Faktoren“ | Amina Abromand (2016) | basecom.de

„Web Design China: Usability und Blickverhalten sind anders“ | Beat Z’graggen (2014)| basecom.de

„Unterschiede im UX Design: China und westliche Kulturen“ | Yang Zhong (2022) | ergosign.de

“Bridging the CulturalUX Divide: Why China’s Approach Matters” | Zippora Lau (2023) | digitalcreative.cn

 

Studien & Bücher

“Culture and Change Blindness” | Masuda, T., & Nisbett, R. E. (2006) | in Cognitive Science, 30(2), 381–399.

“Culture and the Physical Environment: Holistic Versus Analytic Perceptual Affordances” | Miyamoto, Y., Nisbett, R. E., & Masuda, T. (2006) | in Psychological Science, 17(2), 113-119.

„Kulturelle Unterschiede im online Blickverhalten: Nutzungs- Schnittstellen für interkulturelle Nutzergruppen” | Zimmermann, S. & Zimmermann, U. (2013) | in S. Boll-Westermann, S. Maaß & R. Malaka (Ed.), Mensch & Computer 2013 – Workshopband: 13. fachübergreifende Konferenz für interaktive und kooperative Medien (pp. 487-494).

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