Kategorie-Archiv: UX Design

Den richtigen UX Dienstleister finden: Der UX (Ver-)Mittler hilft bei der Qual der Wahl

Die meisten Unternehmen – sowohl in Deutschland als auch weltweit – haben einen niedrigen UX Reifegrad. Stellen für UX Designer/-innen, UX Teams oder Inhouse UX Abteilungen sind nicht vorhanden. Und in den meisten Fällen auch nicht in Planung.

Jene Unternehmen arbeiten mit externen Usability/UX Dienstleistern zusammen, um ihre Produkte und Services kunden- und nutzerzentriert zu gestalten. Nicht immer gelingt das, nicht immer ist die Zusammenarbeit zufriedenstellend und fruchtbar.

Woran das liegt? Nun, da unterscheidet sich der UX Markt in keiner Form von anderen Dienstleistungsmärkten. Es gibt Dienstleister die mehr versprechen als sie leisten wollen oder können.

Berater, Agentur oder doch ein Institut? Generalist oder Spezialist?

Die Herausforderung einem geeigneten UX Dienstleister zu finden, beginnt bereits bei der Frage: Nach welcher Art von Dienstleister muss ich eigentlich suchen?

Der Markt der UX Dienstleister ist geprägt von einer ausgeprägten Differenzierung. Jene spiegelt sich bei der Bezeichnung der Dienstleister wieder.

Wir finden …

  • UX Design Agenturen,
  • Strategie- und Prozessberater,
  • Digitalagenturen,
  • klassische (Marktforschungs-)Institute,
  • Softwareentwickler und auf
  • Innovation & Prototyping spezialisierte Dienstleister.

Jene Differenzierung ist durchaus vorteilhaft, ermöglicht sie doch bestmögliche Leistungsfähigkeit und ist auch ein Indiz für einen entwickelten Markt. Sie bedeutet für die Auftraggeber aber auch, dass der Auswahlprozess aufwändig ist. Es besteht zudem ein hohes Risiko ungeeignete Dienstleister zu beauftragen – mit fatalen Folgen: Hohe Kosten und niedrige Qualität.

Neben der Fülle von Agenturtypen gibt es auch eine Vielzahl an Methoden, Verfahren und Vorgehensweisen. Zahlreiche Toolanbieter – beispielsweise für Umfragesoftware, Remote-Tests, Card-Sorting Studien, Analytic und Testsoftware, oder auch die Erstellung von Prototypen – machen die Auswahl nicht leichter; vor allem dann nicht, wenn jene Unternehmen ergänzend Serviceleistungen verkaufen wollen.

Da mag ein naheliegender Lösungsansatz in der Entscheidung für eine „Digitalagentur“ gesehen werden. Die versprechen alles aus einer Hand:

  • Nutzer- und Nutzungsforschung,
  • Ideenentwicklung und -konkretisierung,
  • Konzeption & Prototyping,
  • Testing,
  • Implementierung,
  • kontinuierliche Weiterentwicklung,
  • Training,
  • Strategie- und IT-Prozessberatung.

Das klingt doch gut. Da kann man doch nichts falsch machen, oder? Auf den ersten Blick spricht in der Tat vieles für die Wahl eines Full-Service Dienstleisters. Unternehmen mit wenig UX Projekterfahrung reduzieren das Risiko einen falschen Agenturtyp auszuwählen.

Bei genauerer Betrachtung wird sich ein Unternehmen mit geringem UX Reifegrad jedoch einige kritische Fragen stellen (müssen):

  • Wie bedeutsam ist mein UX Design Budget für Digitalagenturen?
  • Wird es zu einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe kommen?
  • Einer Zusammenarbeit, bei der meine Interessen, Erfahrungen und Zielsetzungen als Auftraggeber/-in zu 100% beachtet werden?

Die Antwort: „Du bist für uns ein C-Kunde und wirst auch entsprechend behandelt!“ trifft ganz sicher nicht immer zu. Zu vielfältig sind die Arbeitsweisen und Philosophien der mehr als 100 Digitalagenturen im deutschen Markt. Jene Antwort ist aber ganz sicher nicht auszuschließen.

Die Lösung: Setzen Sie auf einen „UX (Ver-)Mittler“ – einen Architekten (w/m/d) der UX Branche!

Stellen Sie sich einmal vor wie es war bzw. wie es sein wird, als bzw. wenn Sie ein eigenes Haus bauen / bauten: Ging, geht das gut ohne die Hilfe eines Architekten (w/m/d)?

Architekten (w/m/d) befassen sich mit der

  • technischen,
  • wirtschaftlichen,
  • funktionalen und
  • gestalterischen

Planung und Errichtung von Bauwerken.

Sie erstellen den Entwurf, setzen die Rahmenbedingungen der Auftraggeberin um (Kosten, Zeitplanung) und beaufsichtigen die Baudurchführung. Sie sind Gestalter, Planer und (Bau-)Leiter in einer Person.

Architekten (w/m/d) verfügen über die nötigen fachlichen Fertigkeiten & Fähigkeiten. Jene haben sie sich in einer langjährigen Ausbildung erworben. Sowohl theoretisch als auch durch praktische Arbeitseinsätze am Bau. Sie kennen die grundlegende Arbeitsweise und Aufgabenbereiche der am Bau tätigen Handwerker; haben jene auch schon einmal selbst ausgeführt. Schließlich bilden sie sich stetig weiter, um ihre Qualifikationen auszubauen.

Einem derart kompetenten Menschen vertraut man gern. Und man traut ihm bzw. ihr auch entsprechend viel zu:

  • Während des Bauprozesses kümmern sich Architekten (w/m/d) um die Projektsteuerung, koordinieren die beteiligten Dienstleister und überprüfen deren Arbeitsergebnisse im Sinne einer Qualitätssicherung.
  • In der Planungsphase erstellen sie einen Entwurf, konzipieren die Umsetzung, managen die Ausschreibung von Gewerken, vergeben Aufträge, erstellen Verträge und planen die Zusammenarbeit der Dienstleister.
  • Während der Ausführung der Bauarbeiten kontrollieren und überwachen Architekten (w/m/d) die Kosten, Termine und Qualität, dokumentieren und berichten stetig an den/die Auftraggeber/-in.

Neben rein fachlichen Kompetenzen helfen bei der Bewältigung dieser Aufgaben Kommunikationsstärke, Durchsetzungsvermögen und Einfühlungsvermögen sowohl in Richtung des/der Auftraggeber/-in als auch der Dienstleister.

Jenen „Typen“ vertrauen wir zu Recht mehrere Jahresgehälter an, um in unserem Auftrag ein Haus zu bauen. Und genau solche „Typen“ braucht es für Unternehmen mit einer Wertschätzung für „gute UX“, aber (noch) geringem UX Reifegrad.
Und natürlich auch für Unternehmen, die schon einen hohen Reifegrad haben, nun jedoch mit einer neuen Art und/oder einem sehr komplexen Projektvorhaben konfrontiert sind.

Ich bezeichne diesen Typen als „UX (Ver-)Mittler“ – nicht zuletzt um ihn abzugrenzen von einem Digital und UX Designer (w/m/d).

Aufgabenbereiche für UX (Ver-)Mittler

Ein guter „UX (Ver-)Mittler“ wirkt und arbeitet grundsätzlich genauso wie ein Architekt (w/m/d).

Er übersetzt eine Projektzielsetzung in ein geeignetes Prozess- und Vorgehensmodell, inklusive einer Festlegung auf zielführende Methoden, Verfahren und Tools. Er berät bei der Zielkonkretisierung und achtet auf einen möglichst ganzheitlichen Blick auf die Problemstellung.

Dazu analysiert er/sie die Ist-Situation bei seinem Auftraggeber und stellt auf diese Weise sicher, dass durch die Zusammenarbeit mit Dienstleistern tatsächlich Neues geschaffen wird. Und nicht wie sooft geschehen, externe Dienstleister für Dinge bezahlt werden, die im Unternehmen schon bekannt bzw. vorhanden waren.

Ein UX (Ver-)Mittler trägt dazu bei, dass die Projektziele in einem gesetzten Kosten- und Zeiträumen bestmöglich erreicht werden. Effizienz für den/die Auftraggeber/-in zu erzielen, das ist seine zentrale Zielsetzung und zugleich seine Daseinsberechtigung.

Um dies zu erreichen plant und begleitet er den Such- und Ausschreibungsprozess, wählt geeignete Dienstleister aus, erstellt nötige Verträge und sichert im Projektverlauf die geforderte Qualität unter Einhaltung von finanziellen- und zeitlichen Rahmenbedingungen.

Je nach Problem- und Fragestellung ist er auch konzeptionell tätig. Erstellt beispielsweise für Nutzerstudien das Erhebungs- und Auswertungsdesign und legt die nötige Anzahl an Studienteilnehmer/-innen fest. Damit stellt er sicher, dass die Angebote von Dienstleistern 100% vergleichbar sind. Zudem schließt er aus, dass die Dienstleister Leistungen und Vorgehensweisen ausschließlich unter dem Gesichtspunkt ihrer Marge anraten.

Für seine Arbeit wird er nach einem mit dem/der Auftraggeber/-in zuvor vereinbarten Honorar auf Stundenbasis entlohnt. Vielleicht kombiniert mit Zielvereinbarungen, jedoch keinesfalls verbunden mit Provisionen! UX (Ver-)Mittler verweigern ganz bewußt jede Art von Provision von Dienstleistern. Nur so kann er/sie sicherstellen, dass die Auswahl der Dienstleister auf rein sachlicher Basis erfolgt.

Was zeichnet einen guten UX (Ver-)Mittler aus?

Fachlich muss ein UX (Ver-)Mittler möglichst breit aufgestellt sein, sowohl in der Aus- und Weiterbildung als auch hinsichtlich praktischen Erfahrungen.

Mindestens 20 Berufsjahre Erfahrung in der UX Branche sollte er/sie schon aufweisen – je mehr, umso besser. Nur so kann er/sie die Arbeitsweise und Arbeit von unterschiedlichen UX Design Dienstleistern und Agenturtypen einschätzen.

Von Haus aus sollte er/sie Gestalter/-in, Ingenieur/-in oder Manager/-in sein. Gerne auch zwei dieser drei Professionen erworben haben.

Empathie, Handlungsorientierung, Kommunikationsfähigkeit, Durchsetzungsstärke und die Motivation zur stetigen Weiterbildung sind für einen UX (Ver-)Mittler unersetzlich.

Die UX Design Dienstleiter-Szene kennt er/sie sehr gut. Er/sie ist bestens vernetzt. Selbst hat er/sie bei unterschiedlichen Dienstleistern aus der Branchen oder einem Generalisten gearbeitet. Bestenfalls in verschiedenen Tätigkeitsbereichen: Research, Konzeption, Design, Testing, Management, Entwicklung. Damit verfügt er/sie über Grundkenntnisse zu den Arbeitsweisen und Tätigkeiten von Researchern, Konzeptern, Gestaltern und Entwicklern. Auch kennt er/sie das UX Mindset, die gelebte UX Philosophie, in unterschiedlichen Agenturtypen. Jene Erfahrungen sind sehr wichtig, um die Arbeit von Dienstleistern und deren Qualität bewerten zu können. Und natürlich auch, um für seine Auftraggeber/-in passende Dienstleister auswählen zu können.

Neben fachlichen Erfahrungen hat er/sie als Führungskraft und im Vertrieb erfolgreich gearbeitet, vielleicht sogar selbst ein Unternehmen aufgebaut und/oder geführt. Letzteres ist sehr hilfreich, um Empathie für den/die Auftraggeber/-in und Dienstleister entwickeln zu können.

Er/sie ist bestens vernetzt, nicht zuletzt durch den regelmäßigen Besuch von Veranstaltungen. Hier lernt er/sie neue Dienstleister kennen und pflegt seinen aktuellen und ganzheitlichen Marktüberblick. Zugleich lernt er/sie Trends frühzeitig kennen, behält einen umfänglichen Überblick zu UX Tools und Softwarelösungen, nimmt Veränderungen wahr und kann sich methodisch und fachlich weiterbilden.

Sehr gute UX-(Ver-)Mittler sind jene, die glaubhaft vermitteln, dass sie ihre Tätigkeit dauerhaft betreiben werden. Jenes ist beispielsweise gegeben, wenn der/die Vermittler/-in soloselbständig oder in einem kleinen Team wirkt. Er/sie sollte seine Vermittlerrolle zudem nach zahlreichen Jahren Berufstätigkeit als „krönenden Abschluss“ eingenommen haben. So können UX (Ver-)-Mittler ihren Auftraggebern/-innen glaubhaft Sicherheit und Konstanz bieten. Jenes unterscheidet sie von dem Leistungsversprechen der meisten Agenturen. Hier ist Fluktuation eher die Regel statt Ausnahme. Eine(n) feste(n) Ansprech- und Sparringspartner/-in können größere Agenturen selten bieten.

Jene Konstanz, gepaart mit der Bereitschaft Wissen weiterzugeben, sind eine wichtige Grundlage, um zusammen mit einem UX (Ver-)Mittler auch daran zu arbeiten seinen UX Reifegrad auszubauen. Erfahrene UX (Ver-)Mittler können die hierfür nötige Rolle eines Strategie- und Prozessberaters einnehmen, vor allem dann, wenn sie selbst bereits unternehmerisch erfolgreich tätig waren. Ein guter UX (Ver-)Mittler sollte diesen Anspruch haben. Er/sie kann dann die äußerst wertvolle Rolle eines UX Missionars einnehmen. Er/sie klärt in dieser Rolle auf, informiert und bildet die Mitarbeiter/-innen seiner Auftraggeber in Sachen UX Design weiter.

Sie wollen einen Architekten (w/m/d) der UX Design Branche engagieren?

Tun Sie’s. Sie werden es ganz sicher nicht bereuen.

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Er /sie wird es Ihnen mit einer effizienten Projektdurchführung danken.

Gerne unterstütze ich Sie bei der Suche nach dem für Sie und Ihr Projektvorhaben bestens geeigneten UX Design Architekten (w/m/d).

Sprechen Sie mich einfach an.

Es gibt sie bereits heute, gute „UX (Ver-)Mittler“, keine Frage. Sie zu finden, ist jedoch nicht leicht.

Zum einen gibt es nicht viele, die die nötigen Kompetenzen, Netzwerke und Erfahrungen aufweisen. Zum andern ist die Rolle eines „UX (Ver-)Mittlers“ (noch) kein klar definiertes Berufsbild innerhalb der UX Branche (mit dem Digital Designer gibt einen ersten Ansatz in diese Richtung).

Ganz anders schaut das heute bereits in der Marktforschungsbranche aus. Dort gibt es jene Vermittler – im Stil eines Architekten (w/m/d) der Forschungsbranche – seit vielen Jahren. Ihre Anzahl steigt stetig, was ein Beleg dafür ist, dass jene Rolle für die Auftraggeber/-innen nützlich und wertvoll ist. Genauso wie die von UX (Ver-)Mittlern (w/m/d).

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Wie backe ich mir einen UX Designer?

UX Designer stehen derzeit hoch im Kurs – und sind entsprechend schwer zu finden. Aperto bildet den UX-Nachwuchs mit einem hauseigenen Traineeprogramm selbst aus.

Die Trainees sammeln Praxiserfahrung in echten Projekten, wie hier beim Design-Schulterblick

Wir sprachen mit Stefan Freimark, Lead UX Consultant bei Aperto in Berlin, über das Thema »UX Nachwuchs finden, ausbilden, übernehmen«.

Warum braucht es ein solches Trainee-Programm? Was fehlt Hochschulabsolventen oder ausgebildeten Mediendesignern für den Job?

Das Traineeship ist eine Brücke zwischen Studium oder Weiterbildung einerseits, und dem Job als UX Designer oder Service Designer andererseits. Absolventen von Studiengängen und Weiterbildungen haben zwar viel Fachwissen, aber ihnen fehlen in der Regel Erfahrungen aus echten Projekten. Wie geht man mit Kundenfeedback um, auch widersprüchlichem Feedback von verschiedenen Stakeholdern? Worauf muss man bei der interdisziplinären Zusammenarbeit achten? Wie geht man mit technischen Restriktionen um? Das sind nur einige Beispiele.

Oft fehlen Absolventen auch Kenntnisse in bestimmten Methoden, da sie in ihrem Studium andere Fähigkeiten erworben haben, die für unsere Projekte nicht so relevant sind. Es gibt ja nicht den einen Interaction-Design-Studiengang, sondern viele verschiedene. Und auch Absolventen anderer Studiengänge wie Informationswissenschaften oder Soziologie bringen wichtige Grundlagen für UX-Design mit, aber ihnen fehlt neben der praktischen Erfahrung natürlich Fachwissen für den Job.

Wer ein Studium absolviert hat, das sehr nahe am Beruf ist, und auch einige praktische Erfahrungen gesammelt hat, den schleusen wir natürlich nicht nochmal durch das einjährige Trainee-Programm. Das Traineeship ist eine Ausbildung; wer die nicht braucht, muss sie auch nicht durchlaufen. Mit Mediendesignern haben wir bisher übrigens noch keine Erfahrungen gemacht. Das liegt einfach daran, dass sich in den letzten Jahren niemand mit diesem Hintergrund auf unsere Stellen beworben hat.

Das Traineeship ist eine Ausbildung; wer die nicht braucht, muss sie auch nicht durchlaufen.

Welche Hintergründe hatten die bisherigen Trainees?

Das hat sich über die letzten Jahre etwas gewandelt. Vor 6 bis 8 Jahren gab es mehr Quereinsteiger als heute, zum Beispiel mit einem Soziologie-Studium. Inzwischen gibt es mehr Studiengänge und Weiterbildungen, die fachlich näher am Beruf sind. Zuletzt hatten wir eine Trainee, die den UX-Kurs bei CareerFoundry absolviert hat – ihr Traineeship haben wir verkürzt, da sie sehr schnell ihre bereits solide Basis ausbauen konnte. Ein anderer UX-Trainee hat Wirtschaftsinformatik mit einem selbstgewählten Schwerpunkt auf Human-Computer-Interaction gewählt.

In Austauschwochen lernen Trainees andere Disziplinen kennen: von Visual Design über Projektmanagement bis zur Medienproduktion

Wurden sie anschließend eingestellt?

Wir haben bisher allen unseren UX-Trainees ein Übernahmeangebot für eine Stelle als Junior UX Designer gemacht. Mit dem Traineeship ist die Ausbildung auch noch nicht zu Ende: Ein Junior wird auch weiterhin von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen betreut.

Wie wählt ihr die Mentoren aus, die die Trainees betreuen?

Mentor kann werden, wer schon selbst viel Projekterfahrung gesammelt hat – und sich auch Zeit für die Anleitung und Betreuung eines Trainee nehmen kann. Typischerweise sind das Kolleginnen und Kollegen auf Senior-Level. Neue Mentoren sind dabei auch nicht auf sich alleine gestellt, sondern bekommen Rat und Tipps von erfahrenen Mentoren, wenn gewünscht. Außerdem haben wir mit dem Mentor Circle ein monatliches Austauschformat, so dass wir alle als Mentoren voneinander lernen können.

Wie aufwendig ist die Betreuung der Trainees im Alltag?

Anfangs ist es mehr, nach den ersten drei Monaten und vor allem in der zweiten Hälfte des 12-monatigen Traineeship wird es weniger. Um konkrete Zahlen zu nennen: In den ersten ein oder zwei Wochen sind es ein bis zwei Stunden pro Tag, danach ca. zwei bis drei Stunden pro Woche, und ab der zweiten Hälfte nur noch rund eine Stunde pro Woche.

Auch Präsentieren gehört zum Ausbildungsplan. UX Designer müssen ihre Arbeitsergebnisse vermitteln können

Ihr habt euren Ausbildungsplan kürzlich komplett überarbeitet: Warum und worauf legt ihr besonderen Wert?

Der Ausbildungsplan ist über die Jahre gewachsen: Wenn neue Themen aufkamen, haben wir die einfach mit dran getackert. Es war daher Zeit, einmal gründlich aufzuräumen. Der neue Plan ist jetzt deutlich flexibler und zukunftsfähiger (hier zum Download). Er konzentriert sich auf die wesentlichen Methoden und praktischen Erfahrungen, die in den meisten Projekten eine Rolle spielen, beispielsweise User Research. Dagegen haben wir Methoden gestrichen, die nur selten vorkommen. Es reicht auch, wenn man mit spezielleren Werkzeugen erst später Bekanntschaft macht; das muss nicht schon im Ausbildungsplan drinstehen.

Können die Trainees theoretisch nach dem Abschluss auch zu anderen Agenturen gehen oder gibt es eine Klausel, die sie an Aperto bindet?

Die Freiheit haben sie, weil sie keinen Knebelvertrag unterschreiben. Wir versuchen natürlich, die Trainees in den 12 Monaten davon zu überzeugen bei uns zu bleiben, und in den meisten Fällen ist uns das auch gelungen.

Arbeitet ihr auch mit Hochschulen zusammen, um ihnen eure Anforderungen an UX Designer zu vermitteln?

Stefan Freimark

Das machen wir punktuell und wir planen, das auszubauen. Dabei geht es uns weniger darum, die Lehrpläne zu beeinflussen. Wir möchten natürlich Ausbildungseinrichtungen vermitteln was Absolventen unserer Erfahrung nach in der Praxis können müssen, aber was davon in die Studienordnungen oder Lehrpläne einfließt, ist natürlich deren Sache. Hauptsächlich geht es uns darum, Studierende auf uns aufmerksam zu machen: Viele wissen nicht, wie vielseitig der Beruf des UX Designers ist. Und es ist natürlich auch eine Gelegenheit, um mit Klischees aufzuräumen, die es womöglich noch zu Agenturen und Beratungen gibt. Wir arbeiten hier an sinnvollen Produkten und Services, die oft von Hunderttausenden Menschen genutzt werden – zum Beispiel die elektronische Gesundheitsakte oder zentrale Online-Services für Bürgerinnen und Bürger. Und wir sind auch als Agentur ein familienfreundliches Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeiten, guter Work-Life-Balance und offener Atmosphäre.


Mehr zum Thema:

Wer mehr über die Arbeit von UX-Designern bei Aperto wissen will:

– Wir haben das Jobprofil im Rahmen von Connect Creative Competence ausführlich beleuchtet. Hier findet ihr alle Beiträge dazu – und hier in gebündelter Form als Booklet.

– Mehr über Aperto als Arbeitgeber erfahrt ihr im #Findyourcompany-Profil der Agentur!

Creative Coffee bei Aperto

Im Rahmen unserer Initiative Connect Creative Competence empfing Aperto in Berlin eine Gruppe interessierter Designstudierenden der FH Potsdam …

 

Die Digitalagentur Aperto – An IBM Company empfang die Studierenden aus dem Studiengang Interfacedesign an der FH Potsdam in ihren Berliner Agenturräumen.

Dort lernten sie bei einem Rundgang sowie bei einem gemeinsamen Workshop die Agentur, deren Arbeitsweise und das Berufsfeld UX Design näher kennen.

Das Event-Format Creative Coffee ist fester Bestandteil der PAGE-Initiative Connect Creative Competence, die Design-, Kommunikations- und Digital­agen­­­tu­ren sowie Hochschulen, Unternehmen und Young Talents dabei unterstützt, sich (neu) zu orientieren und umfassend zu qualifizieren.


Alle weiteren PAGE-Connect Artikel zum Thema UX Design bei Aperto finden Sie hier.

Zum Download des PAGE Connect eDossiers »Das macht ein UX Designer bei Aperto – An IBM Company« geht’s hier.

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Wieso man sich bei der Arbeit manchmal quälen sollte…

… haben wir bei unseren PAGE Job Talks auf der TYPO erfahren. Hier gibt’s alle drei Interviews im Video zu sehen!

Jasmin Fayad, UX-Designerin bei Aperto. Foto: © Gordon Schirmer

Was macht eigentlich eine UX-Designerin genau? Wie wird man Informationsdesigner? Und was genau ist Product Design? Diese und viele weitere Fragen stellen wir in dem neuen Gesprächsformat Job Talks im Rahmen unserer Initiative Connect Creative Competence.

Auf der TYPO Berlin 2018 sprachen wir mit drei Kreativen aus den Bereichen UX Design, Informationsdesign und Service Design. Wer nicht live dabei war, kann sich nun die Videos der Gespräche ansehen – viel Spaß!


»UX Design bezieht den Nutzer mit ein«

Jasmin Fayad, UX Designerin bei Aperto in Berlin, erklärt, wann und warum sie gern ganz analog mit Post-its arbeitet und was sie an der Arbeit für eine IBM-Agentur reizt – Stichwort: Watson. Sie erläutert, welche Rolle die Künstliche Intelligenz in ihren Projekten spielt und was an ihrem Job manchmal so richtig nervt. Das Intro für unsere Job Talks übernahm freundlicherweise Johannes Erler!


Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Connect-Kompendium »Das macht ein UX Designer bei Aperto – An IBM Company«.
Hier downloaden!


»Als Informationsdesigner muss man neugierig sein«

Jan Schwochow, Gründer und Geschäftsführer der Infographics Group in Berlin, erzählt, inwiefern man als Informationsdesigner journalistisch arbeitet, wie das Berufsfeld in den Zeiten vor Google Maps aussah – und wieso man sich manchmal quälen sollte. Außerdem gibt er einen Ausblick auf das Informationsdesign der Zukunft und welche Rollen AR und VR dabei spielen könnten.


Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Connect-Kompendium »Das macht ein Informationsdesigner bei der Infographics Group«.
Hier downloaden!


»Für uns geht es immer darum, Lösungen für Probleme zu gestalten«

Silke Junker-Mirshahi, Executive Director Facilitation und Enablement bei SinnerSchrader, Hamburg, berichtet vom Berufsfeld Product Design – und davon, wie sie als Quereinsteigerin aus dem Architekturberuf in der Agenturwelt gelandet ist. Sie erzählt von den vielseitigen Aufgaben und Tools ihres Berufsalltags und warum Abstraktionsvermögen dabei so wichtig ist.


Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Connect-Kompendium »Das macht ein Service Designer bei der Infographics Group«.
Hier downloaden!


Auch beim ADC Festival fanden unsere Job Talks statt – zu den Themen Virtual Reality Design, Interaction Design und Infomationsdesign. Hier geht’s zu den Videos.


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Das UX-Haus: Corporate Coworking Space für UX Professionals!

In unserer Branche, der Usability und User Experience Branche, gibt es viele Aufgabenfelder, Rollen und Tätigkeitsbereiche. Folglich existieren unterschiedliche Berufsbilder, Arbeitsformen (freiberufliche / angestellte UX Professionals) und Arbeitsmodelle (zeit-/ortsabhängig, im Home Office oder Coworking Space).

Eine tolle Branche, mit besten Möglichkeiten, um als UX Professional abwechslungsreich und glücklich zu wirken. Beispielsweise als Forscher, Analyst, UX Berater und Manager, Interaktionsdesigner, Usability Tester, UX Writer, Interface-Designer, Team-Leader, Informationsarchitekt, Usability Engineer, Konzepter oder Front-End Entwickler.

Vielfalt und Diversität in den Rollen und Aufgabenbereichen sind zugleich ein wesentlicher Erfolgsfaktor für nützliche und gut bedienbare Produkte. Unternehmen die auf einen nutzerzentrierten Gestaltungsprozess und UX Spezialisten setzen senken ihre Flop-Rate deutlich und steigern in dieser Folge ihre UX Budgets stetig. Ein Ende bei dieser für unsere Branche positiven Entwicklung ist nicht in Sicht (A 100-Year View of User Experience).

Diese Entwicklung ist jedoch kein Selbstläufer. Sie setzt vielfältiges Wissen, breite Erfahrungen und umfangreiche Kompetenzen voraus. Eben gut ausgebildete und erfahrene UX Spezialisten.

Groß, größer, am größten!

Steigende UX Budgets auf Unternehmensseite wirken sich in der Regel unmittelbar aus auf die Anzahl an UX Stellen. Im Markt der UX Dienstleister findet zugleich eine Konsolidierung statt. Es wird auf Größe gesetzt. Beide Reaktionen sind nachvollziehbar.

Fraglich ist: Geht das nicht zu Lasten der Qualität?

Ist Größe und Wachstum immer förderlich für die Qualität?  Und: Gibt es nicht einen dritten Weg, neben Konsolidierung und Ausbau von UX Teams, der noch sinnvoller ist? Sinnvoll im Sinne der Zielsetzung innovative Produkte, die gut bedienbar und nützlich sind, schnell auf den Markt zu bringen.

Dieser dritte Weg, den ich Ihnen darstellen möchte, ist jener über Corporate Coworking Spaces für UX Spezialisten.

Corporate Coworking für UX Spezialisten!

Diverse Teams mit smarten UX Spezialisten aufzubauen, diese dauerhaft zu binden und mit spannenden Projekten zu beschäftigen ist herausfordernd. So etwas benötigt große finanzielle Mittel.

Nicht ohne Grund sind es gerade die UX-driven Companies, die auf die Themen Vielfalt und Diversität setzen. Sie tun dies getrieben von ihren Wertvorstellungen. Ganz sicher auch um Umsatz, Unternehmenswert und Renditen zu steigern. Sie haben erkannt, dass Vielfalt und Diversität zu Innovationen und erfolgreichen Produkten führt (So gelingt inklusives Design: 7 Lektionen von Google, Apple, Facebook und Amazon).

Was tun wenn entsprechende Voraussetzungen nicht gegeben sind?
Ein UX-Haus einrichten – gestaltet in Form eines Corporate Coworking Space für UX Spezialisten.

Ein Corporate Coworking Space bietet zunächst einmal dieselben Leistungen wie ein klassischer Space:

  • Work – Arbeitsplätze
  • Meet – Räume zum Austausch und für Besprechungen
  • Learn – Workshops, Vorträge, Seminare & Trainings
  • Eat – Bereitstellung von Getränken, Speisen und einer Küche.

Der zentrale Unterschied besteht darin, dass bei einem Corporate Coworking Space der oder die Betreiber Unternehmen sind, deren Leistungsversprechen und Leistungsangebot nicht primär im Bereich des Coworking liegen.

Als Betreiber eines Corporate Coworking Space für UX Spezialisten bieten sich Unternehmen aus unterschiedlichen Feldern der UX Branche an:

  • Institute mit einem Fokus auf Research & Testing.
  • UX Strategie- und Beratungsunternehmen.
  • Felddienstleister (Rekrutierer) mit Online-Panel.
  • UX Design Agenturen.
  • IT / E-Commerce Systemhäuser („Entwicklerschmieden“).

Neben den klassischen Leistungen eines Coworking Spaces (Work, Meet, Learn, Eat) bietet ein Corporate Coworking Space für UX Spezialisten ein UX/Usability-Lab und spezielle Räume für Design Workshops.

Mit einer solchen Ausstattung wird der Coworking Space besonders attraktiv für Spezialisten der UX Szene. Spezialisten wie beispielsweise:

  • User Researcher
  • UI Designer (GUI/VUI/NUI)
  • Analysten
  • Konzepter & Informationsarchitekten
  • Interaktionsdesigner
  • Entwickler (Front-/Back-End)
  • Coaches & Berater (UX Management / UX Strategie)
  • UX Tester.

Über den Betreiber des Corporate Coworking Spaces bieten sich den UX Spezialisten die besten Voraussetzungen, um gemeinsam mit diesem und anderen Coworkern spannende Projekte mit einem hohen Auftragsvolumen abzuwickeln. Und genau darum geht es einem Coworker: Er will tolle Projekte und diese in der Gemeinschaft mit anderen Coworker abwickeln.

Zusammenkommen, Zusammenbleiben, Zusammenarbeiten!

Dieser von Henry Ford geprägte Gedanke („Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ein Erfolg“) trifft im Besonderen für Coworking Spaces zu.

Es sind vor allem die gemeinsamen Projekte, das zusammenarbeiten, das einen Coworking Space erfolgreich macht. Coworker wollen natürlich auch spannende Menschen kennenlernen, frische Impulse bekommen, in einem kreativen Umfeld arbeiten, von anderen lernen, so etwas wie Kollegen haben vor allem aber spannende Projekte gemeinsam und mit Erfolg abwickeln.

Erst das Erreichen des Core Value „Kollaboration“ – einem der 5 Coworking Grundwerte – begeistert einen Coworker.

Projekte die sich für eine Zusammenarbeit in einem Corporate Coworking Space mit UX Spezialisten besonders eignen sind jene, bei denen es darum geht ein neues Produkt systematisch und nutzerzentriert zu entwickeln.

Um solche Projekte von der Produktidee bis zur Marktreife mit Erfolg umsetzen zu können, braucht es ein Team bestehend aus Forschern, Testern, Konzeptern, Interaktions- und UI Designern, Entwicklern und Managern. Gemeinsam entwickeln sie Produktideen, konkretisieren diese, konzipieren, setzen die beste Idee als Prototyp um, testen viele Prototypen iterativ und entwickeln sie stetig weiter bis hin zum fertigen Produkt.

Das braucht ein Team mit viel Erfahrung, mit großer Vielfalt in den Kompetenzen und Diversität in den Arbeitsweisen. Und einen Coworking Betreiber, der solche Projekte auch „an Land ziehen“ (akquirieren) kann.

Damit schließt sich der Kreis und es wird deutlich, wieso gerade ein Corporate Coworking Space für UX Spezialisten sinnvoll ist. Wie sagt man so schön: Eine WIN-WIN Situation sowohl für den Betreiber als auch die Coworker.

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Sie wollen ein UX-Haus für UX Spezialisten aufbauen?
Gerne unterstütze ich Sie, bringe Erfahrung, Kontakte und UX Experten meines Unternehmens (eresult GmbH) ein. Sprechen Sie mich einfach an. Ich bin für Sie da.

 

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UX Design bei Aperto – Was man über das Berufsfeld wissen muss

Die UX Designer Andrea Goebel und Björn Sonnenberg von Aperto erklären im Video, was ihren Beruf ausmacht.

 

Die beiden UX Designer von Aperto – An IBM Company geben auch Tipps für angehende UXler!

Was ist UX Design?

Björn Sonnenberg, UX Designer: UX ist das, was eure Eltern nicht verstehen – und erst recht nicht eure Großeltern. Aber es ist das, was unser Leben prägt und zukünftig noch stärker prägen wird. Und daran arbeiten wir.

Andrea Goebel, UX Designerin: Es geht immer darum, das Leben von einem Nutzer, von einem Menschen, in irgendeiner Form einfacher, besser oder schöner zu machen.

Was muss man als UX Designer mitbringen?

Goebel: Idealerweise ist man ein kreativer Kopf, der analytisch denken kann. Offenheit ist total wichtig. Also dass man offen ist sowohl für neue Dinge, die da draußen passieren, aber auch dafür, seine eigene Lösung mal zu verwerfen.

Wie sieht der Alltag eines UX Designers aus?

Sonnenberg: Mein Berufsalltag spielt sich nicht nur hier in der Agentur ab, sondern eigentlich rund um die Uhr im Beobachten von dem, was da draußen eigentlich passiert.

Goebel: Es kann passieren, dass wir mal einen ganzen Tag in einer Behörde verbringen oder in der Flugzeugproduktion und tief eintauchen in die Themen.

Sonnenberg: Jungen und angehenden UX Designern würde ich den Tipp geben, auch mal Tageszeitung zu lesen – und nicht nur die PAGE 😉

Warum Aperto?

Sonnenberg: Ich persönlich bin bei Aperto, weil wir hier eine spezielle Kultur haben, eine besondere Atmosphäre, an die ich glaube.

Goebel: Wir geben den Leuten bewusst die Freiheit, sich hier selbst zu entwickeln. Jeder kann sich sein Thema suchen und sein Baby, an dem er arbeiten will. Spannend an Aperto ist auch die Größe der Agentur, und damit verbunden die Größe und Vielfalt der Projekte und Themen – wir arbeiten für öffentliche Auftraggeber sowie große Marken und Unternehmen. Diese Vielfalt und Abwechslung genieße ich sehr.

Sonnenberg: Die Partnerschaft mit IBM hat unseren Horizont dramatisch erweitert. Da kommen zwei Welten zusammen, die sich enorm gut ergänzen. Ich mache mit digitalen Mitteln die Welt jeden Tag ein Stückchen besser – ich versuch’s.


Alle weiteren PAGE-Connect Artikel zum Thema UX Design bei Aperto finden Sie hier.

Zum Download des PAGE Connect eDossiers »Das macht ein UX Designer bei Aperto – An IBM Company« geht’s hier.

UXDesignCCCAP17

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UX und Marke – So gelingt die Vermählung eines Traumpaars

Es gibt wohl niemanden der daran zweifelt, dass gute User Experience (UX) zur Steigerung des Wertes einer Marke beiträgt. Und nur wenige werden bezweifeln, dass beide Passionen gute Voraussetzungen haben, um eine harmonische Beziehung einzugehen.

UX’ler und Marketer wollen Kunden- und Nutzererlebnisse steuern. Sie sind bestrebt mit Nutzern zu forschen, zu testen, aus Tests zu lernen und stetig bessere Ergebnisse zu erzielen. Sie sind fasziniert von Daten, Analysen und streben eine stetige Erfolgsoptimierung an.

“Whether you’re an information architect, a content strategist, a UX or UI designer, a developer, or even a marketer, you’re probably passionate about designing the experience, and influencing the brand (Ben Rowe).”

User Experience Optimierung und Markenbildung (Branding) zielen ab auf Nutzer & Kunden. Sie stellen Nutzer- und Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt ihrer Handlungen.

  • Viele Gemeinsamkeiten.
  • Zahlreiche Schnittmengen.

Da ist es doch mehr als verwunderlich, dass UX Prozessmodelle die Marke als bestimmenden Faktor nicht explizit abbilden.
Es ist an der Zeit das zu ändern.

Brand is Experience, Experience is Brand!

Usability is essential for effective Branding.“ Jared M. Spool wies uns schon vor Jahren auf diesen Wirkungseffekt hin. Er wurde seitdem auch noch nie in Zweifel gestellt. Weder von der Praxis noch von der Wissenschaft. Und auch Marketer sind sich sicher: Eine gute Usability und User Experience eines digitalen Produktes (Website, Shop, App, Anwendung, Gerät) bildet über eine positive Einstellung zum Produkt eine positive Einstellung zur Marke heraus.

Werbung und PR können Markenwerte immer weniger schaffen oder verändern. Es sind vor allem Erlebnisse, die eine Marke mit Eigenschaften und Werten aufladen. Es wird daher immer wichtiger Anwendungen mit guter User Experience zu gestalten, sollen diese auch das Markenbild und die Markenwerte fördern. Und im Besonderen gilt es negative Erlebnisse zu vermeiden, denn jene bleiben besonders haften und verbinden sich mit einer Marke.

Trotz dieser Evidenz zum Zusammenspiel zwischen UX und Marke taucht das Konstrukt „Marke“ in keinem UX Prozess- und Denkmodell als Faktor auf (Folgst du noch oder formst du schon? Über Brands und UX Design).

Viele Unternehmen geben sich damit zufrieden formulierte Brand Guidelines im Gestaltungs- und Entwicklungsprozess zu beachten. Das geht jedoch kaum über die Wahrung der richtigen Farbwerte, Markierungselemente (Logo) und Schriftarten hinaus. Das ist zwingend nötig, jedoch bei weitem nicht ausreichend.

Einige Unternehmen integrieren Markenbilder in die Beschreibung ihrer Personas. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die Erwartungen an die Marke im Rahmen von Konzeptions- und Gestaltungsprozessen beachtet werden. „Brand Value driven UX Design“ gelingt damit noch nicht.

Dies zu erreichen erfordert eine Übersetzung von Markenwerten in UX Gestaltungsprinzipien. Das findet jedoch (noch) viel zu selten statt. Kaum ein UX Designer stellt sich beispielsweise die Frage: Wie kann ich den Markenwert „Vertrauenswürdigkeit“ bei der Gestaltung von Formularen so umsetzten, dass Anwender beim Ausfüllen der Formulare das Gefühl von Sicherheit und Transparenz empfinden?

Entwicklung einer UX Design-Sprache

Eine gelungene UX Design-Sprache basiert auf den Markenwerten und der UX Vision (Entwicklung & Einführung einer UX Vision). Sie stellen die zentralen Ausgangspunkte dar, sind dazu bestenfalls explizit formuliert, dokumentiert und werden im Unternehmen gelebt.

Die Markenwerte bilden die Grundlage für die Auswahl geeigneter Designstile. Die Designstile und deren Elemente repräsentieren die Werte & Eigenschaften der Marke visuell. Die formulierte UX Vision beschreibt das zentrale Erlebnis, das durch Produkte und Anwendungen der Marke vermittelt werden soll.

Designstile und UX Vision geben den Rahmen für anschließend durchgeführte Workshops, in denen Teams aus Marketern, UX’lern, Entwicklern und Produktmanagern Gestaltungsprinzipien und Gestaltungsmerkmale ableiten. Auf diese Weise entsteht eine UX Design-Sprache oder auch (UX-) Design-DNA.

Beispiel – Gestaltungsprinzip der DATEV Design-DNA:
„Unsere Bedienoberflächen bieten den Anwendern alle Funktionen, die für den jeweiligen Arbeitsablauf notwendig sind. Sie sind aber trotzdem einfach (Ulf Schubert).“

Gestaltungsprinzipien sind im Vergleich zu Guidelines weniger konkret, bieten mehr gestalterische Freiräume und bleiben über einen langen Zeitraum hinweg einsatzfähig.

Anleitung für den Weg hin zu Ihrer UX Design-Sprache!

Lassen Sie uns das beschriebene Vorgehen an einem Beispiel anwenden und vertiefen. Nehmen wir dazu exemplarisch das Unternehmen Amazon.

  • Eine vorstellbare UX Vision:
    „Wir wollen Produkte & Anwendungen mit vollkommener User Experience bieten.“
  • Ein denkbares Versprechen im Kontext der angestrebten Markenwerte:
    „Die Marke Amazon steht für Bequemlichkeit. Unser Versprechen nach Bequemlichkeit soll dazu beitragen Menschen im Alltag Zeit, Kosten und Mühen zu ersparen!“.
  • Ein Designstil, passend zu diesem Markenbild, ist auffindbar in einem Suchraum mit den Merkmalen Einfachheit, Effizienz, handwerkliche Perfektion. Denkbares Ergebnis: Vereinfachte Formensprache, beispielsweise im Bauhaus Stil.

UX Vision, Markenwerte und Designstile sind die Grundlage, um im Team zu konkreten Gestaltungsprinzipien zu gelangen. Ein denkbares Prinzip in unserem Amazon Beispiel: Jedes Element unserer Anwendungen muss eine Bedeutung für unsere Anwender haben. Hat es keinerlei Bedeutung, dann ist es auch nicht nötig.

Das beschriebene und am Beispiel verdeutlichte Vorgehen ist zielführend und klingt logisch. Wie so oft steckt der Teufel aber im Detail. Im Besonderen kommt es darauf an alle Kollegen/-innen, die mit den Prinzipien später arbeiten werden, in den Entwicklungsprozess einzubeziehen und auch mitzunehmen. Damit dies gelingt braucht es Führungskräfte, die voll und ganz hinter dem Vorhaben stehen. Sie müssen gute Führungs- und in den meisten Unternehmen auch hervorragende Changemanagement-Qualitäten haben.  Und natürlich braucht es formulierte Markenwerte und eine (vor-)gelebte UX Vision.

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Sie wollen eine UX Design-Sprache, die Ihre Marke und UX Vision fördert?

Gerne unterstütze ich Sie, Ihr Team und Ihre Kollegen/-innen bei diesem Vorhaben und begleite im Umsetzungsprozess. Sprechen Sie mich an.

Für Ihre Fragen & Wünsche bin ich gerne da.

Der Beitrag UX und Marke – So gelingt die Vermählung eines Traumpaars erschien zuerst auf Nutzerbrille.

»Das macht ein UX-Designer bei Aperto – an IBM Company«

UX Design ist in aller Munde – aber was genau macht man da eigentlich? In unserem PAGE Connect eDossier klären wir auf, wie UX Designer bei Aperto in Berlin arbeiten und was man mitbringen sollte, um dort zu arbeiten.

Produkte und Services sind heute häufig digital. Das Nutzungserlebnis wird dabei immer wichtiger, denn die Erwartungshaltung der User an digitale Anwendungen steigt permanent. Um Apps und Webservices so intuitiv und nützlich wie möglich zu gestalten, entwickeln sich ständig neue Aufgabenfelder und Berufsprofile. Die PAGE-Initiative Connect Creative Competence bringt Licht ins Dunkel und unterstützt Agenturen, Hochschulen, Unternehmen und Kreative dabei, sich (neu) zu orientieren, zu qualifizieren und zu vernetzen.

Im eDossier »Das macht ein UX Designer bei Aperto – an IBM Company« beleuchten das Aufgabengebiet am Beispiel der Berliner Digitalagentur Aperto. Sie gehört seit 2016 zu IBM iX, der globalen Agenturfamilie des Technologiekonzerns IBM. Mit einem Mix aus Strategie, Technologie und Kreativität entwickelt Aperto Marketing- und Kommunikationslösungen sowie neue Produkte und Services für den digitalen Wandel. Zu den Kunden zählen Airbus Group, Migros, Rossmann und Volkswagen sowie öffentliche Auftraggeber wie Ministerien, Hochschulen und NGOs.

In unserem eDossier lesen Sie, was User Experience Design ausmacht, wie es bei Aperto angewandt und gelebt wird und welche Kompetenzen Bewerber für diese Disziplin mitbringen sollten. Und falls Sie noch weitere Kreativkompetenzen erkunden und erwerben wollen, schauen Sie einfach mal in die anderen Kompendien unserer PAGE-Connect-Reihe auf www.page-online.de/connect. Dort gibt es weiterführende Informationen in Form von Artikeln, Videos und eDossiers. Creative Competence ist gefragt wie nie!


Hier geht’s zum Download des PAGE Connect eDossiers »Das macht ein UX Designer bei Aperto – An IBM Company«:

Button, call to action, onlineshop, PAGE

 PAGE Connect Artikel zum Thema UX Design bei Aperto finden Sie außerdem hier.

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Creative Coffee bei Scholz & Volkmer

Im Rahmen unserer Initiative Connect Creative Competence empfing Scholz & Volkmer  eine Gruppe interessierter Designstudenten der Hochschule Pforzheim. Ein Einblick …

 

Die Digitalagentur Scholz & Volkmer empfing sieben Studierende der Hochschule Pforzheim in ihrem Wiesbadener Hauptquartier. Dort begrüßten Geschäftsführer Peter Post (im roten T-Shirt) und Art Director Jens Westerwald die Besucher, führten sie durch die Agentur und erklärten deren Aufstellung sowie die Bedeutung des Berufsbilds UX Designer.

Beim anschließenden Workshop entwickelten die Studierenden eine User Journey sowie zwei Personas für ein Bike-Sharing-Angebot und erprobten so Methoden, mit den UX Designer tagtäglich arbeiten.


Alle weiteren PAGE-Connect Artikel zum Thema UX Design finden Sie hier.

Zum Download des PAGE Connect eDossiers »Das macht ein UX Designer bei Scholz & Volkmer« geht’s hier.

 

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UX Design in der Praxis bei Aperto

In Partnerschaft mit 
ihrem Mutterkonzern 
IBM entwickelte die 
Digitalagentur Aperto 
die App Elderly Care. 
Mit ihrer Hilfe können 
Angehörige pflegebedürftiger Menschen deren Wohlbefinden 
im Blick behalten. Lesen Sie hier das Making-of!

Interface Designer Santiago Uribe, UX-Designerin Leticia Bialoskorski und DevOps Engineer Nico Neumann bei der gemeinsa­men Konzeption.

Demografischer Wandel, steigende Lebenserwartung, Zunahme chronischer Erkrankungen: In den meisten Industrieländern werden die Menschen immer älter – und sie wollen so lange wie möglich zu Hause wohnen. Das stellt Angehörige und Pflegedienste vor immer größere Herausforderungen. Wie kann ich sicher sein, dass Oma im Notfall möglichst zeitnah Hilfe erhält, auch wenn sie alleine zu Hause ist? Wie erkenne ich typische Anfangssymptome einer Demenzerkrankung, obwohl ich selten vor Ort bin? Die Antwort liegt in der Technik: Zuverlässige und bezahlbare Sensorik gepaart mit präziser Datenanalyse erfasst und interpretiert wichtige Informationen schnell und ermöglicht eine umgehende Reaktion.

Bei dem IT- und Beratungsunternehmen IBM arbeitet man an eben solchen Technologien, die Senioren, Kranken und Menschen mit Behinderung sowie ihren Betreuern den Alltag erleichtern sollen. Die Analysesoftware IBM Watson erlaubt zum Beispiel die Sammlung und Auswertung von Daten, die von diversen Sensoren erfasst werden – etwa zur Bewegung in der Wohnung oder zu Feuer und Rauch, Wasserfluss, Lichtverhältnissen oder offenen Fenstern. Die Aufgabe, daraus einen sinnvollen und nutzerfreundlichen Service speziell für Angehörige zu gestalten, übertrug IBM seinem Tochterunternehmen Aperto. Die Berliner Digitalagentur gehört mit ihren rund 400 Mitarbeitern seit 2016 zu IBM iX, der globalen Agenturfamilie des Technologiekonzerns. Am Projekt Elderly Care arbeitete ein interdisziplinäres Aperto-Team aus Business Owner, Project Owner, User Experience und User Interface Designer, Developer sowie QA & DevOps Manager.

Nutzerbedürfnisse eruieren: 
Recherche und Workshop

Leticia Bialoskorski ist User-Experience-Designerin bei Aperto und war von Anfang an am Projekt Elderly Care beteiligt. »Zum Einstieg haben wir uns mit der Sensortechnik vertraut gemacht und Benchmark-Forschung betrieben«, berichtet sie. Erste Programme für Pflegedienste, die mittels Sensordaten Informationen zur Aktivität von Gepflegten liefern, gab es bereits. Ziel von IBM und Aperto war aber eine Anwendung für die Angehörigen. »Die Herausforderung bestand darin, ein Gefühl von Sicherheit und Beruhigung anstelle von Überwachung zu vermitteln. Die Sensorik sorgt sich um den Bewohner, ohne dass ein Big-Brother-Eindruck entsteht«, erinnert sie sich.

»Die Herausforderung bestand darin, ein Gefühl von Sicherheit und Beruhigung anstelle von Überwachung zu vermitteln. Die Sensorik sorgt sich um den Bewohner, ohne dass ein Big-Brother-Eindruck entsteht« Leticia Bialoskorski

Bialoskorski gehört innerhalb der Agentur zu einem Expertenteam für Lean Service Creation, das in einem schlanken Prozess digitale Lösungen entwickelt. Dazu gehört nicht nur der konsequente Fokus auf den Nutzer, sondern auch die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden. Um die Bedürfnisse und Wünsche aller Stakeholder zu ermitteln, organisierte das initiale Aperto-Team, zu dem neben Bialoskorski eine Designerin und ein Business Owner gehörten, einen zweitägigen Design-Thinking-Workshop mit dem Projektpartner IBM sowie potenziellen Nutzern. Hier klärten sie generelle Fragen wie: Was muss der Service leisten? Wie sieht die User Journey aus, und welche Probleme ergeben sich dabei? Das Briefing war zu dem Zeitpunkt noch recht offen und basierte lediglich auf der Idee, einen Service für Betreuer einer älteren Person zu entwickeln, der Sensordaten verwendet. Im Laufe des Workshops verfestigte sich dann die Vorstellung einer Smartphone-App für Angehörige – unter anderem deshalb, weil darüber im Notfall Push-Nachrichten versendet werden und die Nutzer schnell und unkompliziert kommunizieren können.

Als potenzielle User kristallisierten die Workshopteilnehmer zwei Personas heraus, also fiktive Personen mit konkreten Eigenschaften und Verhaltensweisen: Andrea hat die typischen Nöte einer Tochter, die zu weit von ihrer in die Jahre gekommenen Mutter entfernt wohnt, um sich um Arztbesuche oder dergleichen zu kümmern. Ihr Sohn Thomas wohnt deutlich näher und schaut regelmäßig bei seiner Oma vorbei. Beide sind sich manchmal unsicher über das Befinden der Seniorin. »Diese beiden Personas decken die Zielgruppe gut ab, wie wir in Gesprächen mit Betreuten und Angehörigen festgestellt haben«, so Bialoskorski.

Für diese potenziellen Nutzer entwarfen die Workshopteilnehmer Soll-Szenarien in Form von Storyboards, die sie wiederum in einzelne User Storys herunterbrachen. »Das sind im Grunde schon Feature-Beschreibungen für die spätere Anwendung – so formuliert, dass sie die Nutzerbedürfnisse beschreiben. Auf deren Basis zeichne ich erste Scribbles, die anschaulich machen, wie das Interface der App aussehen könnte«, erklärt Bialoskorski. In dem Workshop formulierte das Team zudem sogenannte Hills: Ziele, die es mit dem ersten Release der App erreichen wollte.

Ausprobieren: 
Prototyping und Testing

Nach dem Workshop priorisierte das Aperto-Team die gewünschten Funktionalitäten der App: Was sind die Kernfunktionen? Welche sind weniger wichtig und können warten? Wie sieht der Ablauf innerhalb der App aus? Dann machte man sich an den ersten Prototyp. UX-Designerin Bialoskorski fertigte in dem Designtool Sketch erste Skizzen an, Wireframes genannt, und verband sie in dem Prototyping-Tool InVision miteinander. User-Interface-Designerin Julia Lingertat gestaltete parallel die Oberflächen und Interaktionen. Der so entstandene Klickdummy zeigte bereits den User Flow und vermittelte ein Gefühl für das Look-and-feel der App. »Das visuelle Design spielte bei diesem Projekt von Anfang an eine wichtige Rolle, weil es sich um ein sehr emotionales Thema handelt. Es geht nicht nur um die Informationen, sondern auch stark darum, wie sie dargestellt werden«, erklärt Santiago Uribe, inzwischen der verantwortliche User Interface Designer für das Projekt. Ein rot blinkender Alarmbutton etwa löst schnell Panik aus – und im Notfall ist eher ein kühler Kopf gefragt.

»Das visuelle Design spielte bei diesem Projekt von Anfang an eine wichtige Rolle, weil es sich um ein sehr emotionales Thema handelt. Es geht nicht nur um die Informationen, sondern auch stark darum, wie sie dargestellt werden« Santiago Uribe

Mittels InVision lassen sich Prototypen auf mobilen Geräten testen. Sie fühlen sich dann schon an wie eine App, bevor die Funktionen tatsächlich entwickelt wurden. Die Designer verbinden die Screens über einfache Wenn-dann-Verknüpfungen miteinander, sodass sie die Abläufe mit dem Kunden und den potenziellen Nutzern testen können. Letztere brauchen dafür keinen eigenen InVision-Account, sondern können durch die Eingabe eines Passworts einfach den Prototyp auf einem Mobilgerät öffnen und drauflos klicken.

Beim User Testing arbeitet Aperto unter anderem mit dem Crowdtesting-Anbieter Applause zusammen. Dieser wählt aus seiner Datenbank von über 100 000 Menschen in Deutschland gemäß der von Aperto vorab definierten Zielgruppe Probanden aus und schickt ihnen den Link zum Klickdummy sowie einen von Aperto formulier ten Fragenkatalog: Verstehen Sie die App? Gefällt Ihnen das Design? et cetera. »Es ist enorm wichtig, so schnell wie möglich zu testen und Feedback von Nutzern einzuholen, da wir am Anfang ohne allzu viel Recherche auf der Basis von Personas und Hypothesen arbeiten. Nur durch User-Feedback können wir wissen, ob wir mit dem Prototyp auf dem richtigen Weg sind«, so Bialoskorski.

Den ersten Prototyp von Elderly Care testeten 25 Probanden – mit positiven Ergebnissen. Die eingeschlagene Richtung war also die richtige, eine weitere Prototyping-Schleife nicht notwendig. »Manche Nutzer teilten sogar persönliche Geschichten und lobten die Idee und Funktionen der App«, freut sich Bialoskorski. Ergebnisse des ersten Crowdtests waren zudem, dass der Begriff »Betreute« passender ist als »Betroffene«, dass das Design gut ankommt und das Thema Datensicherheit eine große Rolle spielt. Mithilfe des InVision-Prototyps holte Aperto außerdem das Feedback vom IBM-Team ein, das innerhalb der App direkt kommentieren konnte.

»Es ist enorm wichtig, so schnell wie möglich zu testen und Feedback von Nutzern einzuholen, da wir am Anfang ohne allzu viel Recherche auf der Basis von Personas und Hypothesen arbeiten. Nur durch User-Feedback können wir wissen, ob wir mit dem Prototyp auf dem richtigen Weg sind« Leticia Bialoskorski

Ein weiterer Vorteil des Tools: Sämtliche hochgeladenen Designs können sich die Entwickler später als Assets (Icons, Textfelder, Buttons und so weiter) herunterladen und nutzen. »Früher mussten Designer alles pixelgenau abmessen, Farbcodes und Fonts an die Entwickler weitergeben«, erklärt Nico Neumann, DevOps und Quali-
ty Assurance (QA) Engineer bei Aperto. »Heute können die Entwickler einfach ein Icon anklicken und die entsprechenden Informationen und Codeschnipsel herunterladen. Deshalb ist InVision ein gutes Tool für die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die uns sehr wichtig ist.«

Kernfunktionen definieren: 
Warnen und beruhigen

Der Prototyp, mit dem Aperto in die Entwicklung startete, umfasste die wichtigsten Grundfunktionen. Dazu gehört vor allem der Registrierungsprozess. Dabei handelt es sich um eine Zwei-Faktor-Authentifizierung – immerhin geht es um sehr persönliche Daten. Dank eines automatisiert erzeugten und verschlüsselten Aktivierungscodes ist das Verfahren sehr nutzerfreundlich.

Auf dem Hauptscreen liest der Nutzer den aktuellen Status ab. Die App zeigt in den Farben Grün, Orange und Rot an, ob alles in Ordnung ist oder ob es Unstimmigkeiten gibt. Die Statusanzeige ist mit einer leichten Animation unterlegt, die die Ansicht interessant macht und emotional auflädt. »Idealerweise sieht man nur den grünen Screen der App – denn das bedeutet, dass alles in Ordnung ist und man nicht weiter aktiv werden muss«, sagt Bialoskorski. Gibt es aber Unstimmigkeiten (Orange) – wie zu lange laufendes Wasser in Kombination mit fehlender Bewegung über einen längeren Zeitraum –, kann der Nutzer sich die Sensordaten anzeigen lassen und daraufhin selbst entscheiden, ob er etwas tun muss. Sei es, kurz bei Oma anzurufen oder im Zweifel den Notdienst der Malteser einzuschalten. Ein roter Alarm geht allerdings direkt an den Notruf der Malteser, und nur diese können ihn wieder deaktivieren, nachdem sie nach dem Rechten gesehen haben.

»Idealerweise sieht man nur den grünen Screen der App – denn das bedeutet, dass alles in Ordnung ist und man nicht weiter aktiv werden muss« Leticia Bialoskorski

Für den Austausch unter den Nutzern gibt es außerdem eine Kommentarfunktion. So kann Thomas seine Mutter zum Beispiel darüber informieren, dass er auf eine Warnung hin zur Oma gefahren ist und dass dort alles in Ordnung ist. »Nutzer tauschen hier voraussichtlich lediglich kontextbezogene Informationen aus, wichtige Details oder Notfälle besprechen sie über andere Kanäle. Aber die Kommentarfunktion innerhalb der App war den Test-Usern sehr wichtig«, erklärt Bialoskorski. Nach der Definition dieser Kernfunktionen startete das Team in die App-Entwicklung.

Loslegen: Agile Entwicklung 
und Tools

An der technischen Umsetzung war neben Aperto auch ein Entwicklungsteam von IBM beteiligt, das zeitgleich das Backend aufbaute, von dem die App die Sensordaten bezieht. Das Projektteam besprach mit IBM die einzelnen Features (User Storys) aus dem Workshop und definierte die Bedingungen, die erfüllt sein mussten, damit eine Story als erledigt gelten konnte. Dann wurde »gepokert«: Dabei bekommen alle Mitarbeiter Karten mit Zahlen zwischen 1 und 13, mit denen sie die Komplexität einer Story schätzen. Ist die Authentifizierung eine Sieben – oder doch nur eine Drei? Erreicht eine Story die Maximalpunktzahl, wird sie in mehrere Storys unterteilt.

Bei der App-Entwicklung orientiert sich Aperto an der agilen Projektmanagementmethode Scrum, hat diese aber für sich spezialisiert und eine eigene Lean-Service-Creation-Methode entwickelt. Um deren Prozesse gut abzubilden, nutzte die Elderly-Care-Mannschaft das Workflow-Management-Tool JIRA, in das sie die einzelnen Aufgaben einspeiste und festlegte, welche sie innerhalb der Scrum-typischen Zeitintervalle von zwei Wochen, der sogenannten Sprints, erledigen wollte. Die einzelnen Aufgaben splittete das Team nach Disziplinen auf: UX Design, Interface Design, Development, Quality Assurance et cetera. Am Anfang jeder Story setzten sich meist UX, UI und oft auch Programmierer zusammen, um gemeinsam erste Lösungsansätze mit Stift und Papier zu scribbeln.

Eingangsbereich bei Aperto

Jeder Morgen begann mit einem Daily Stand-up Meeting, zu dem IBM per Telefon zugeschaltet wurde und in dem man gemeinsam besprach, was am jeweiligen Tag anstand. Solche Treffen sorgen für Transparenz im Arbeitsprozess und für reibungslose Abläufe. Hakt es bei einer Story, lässt sich schnell erkennen, wo das Problem liegt, und gemeinsam gegensteuern. Der Scrum Master überwacht den Prozess und kümmert sich darum, dass die Storys von oben nach unten abgearbeitet werden. »Bei traditionellen, nicht agilen Arbeitsprozessen ist jeder nur mit seinem Aufgabengebiet beschäftigt. Wir aber planen im Team, die Schätzung des Arbeitsaufwands gilt immer für uns alle. Außerdem reden wir mehr miteinander und inspirieren uns gegenseitig«, sagt Bialoskorski über das agile Vorgehen.

»Wir aber planen im Team, die Schätzung des Arbeitsaufwands gilt immer für uns alle« Leticia Bialoskorski

Den Projektverlauf dokumentierten die Aperto-Mitarbeiter außerdem mit der Kollaborationssoftware Confluence, einer Art Wikipedia für den Wissensaustausch intern sowie mit Kunden. Hier halten die Mitarbeiter ihre Arbeit an jeder Story in Bild und Text fest. Neben Bialoskorskis Wireframes samt Beschreibung fanden sich darin zum Beispiel die Ergebnisse aus den funktionalen Crowd-Testings, die der Quality-Assurance-verantwortliche Nico Neumann nach jedem Sprint durch den Crowdtesting-Service Applause durchführen ließ. Ergaben sich dabei neue Anforderungen oder Bugfixes, gingen diese als neue Storys in den JIRA-Plan ein – nachdem im Team besprochen wurde, wie wichtig sie sind und wie schnell sie erledigt werden müssen. Insgesamt nahm die Entwicklung vier Sprints in Anspruch und dauerte acht Wochen. Dann war das Minimum Viable Product (MVP) fertig, die erste marktfähige Version der App.

Implementieren: Erste Projekte und Feedback

Im Rahmen eines ersten Kundenprojekts wurden seit März 2017 in 50 Wohnungen in Berlin und anderen Metropolregionen diverse Sensoren installiert und die Malteser sowie die Angehörigen der Bewohner mit der Elderly-Care-App ausgestattet. Im Team ist man gespannt: »Was die Tester zu einer App vorab sagen, ist das eine. Was die User dann tatsächlich damit tun oder wie sie sie bewerten, das andere«, weiß Bialoskorski.

Aperto und IBM konzipierten die App als Whitelabel-Lösung, die IBM in Partnerschaft mit dem Malteser Hilfsdienst Versicherungen anbieten will. Dank des modularen Aufbaus können diese die App schnell an ihre eigenen Anforderungen anpassen und sie ihren Corporate-Farben entsprechend branden. Betreute und ihre Angehörigen erhalten das System bei ihren Versicherungen – inklusive Sensoren, IBM-Technik, Pflegedienst und App.

Projekte wie dieses werden laut Leticia Bialoskorski zukünftig vermehrt auf Aperto zukommen: nutzerzentrierte Services, die von IBM entwickelte Produkte und Technologien beinhalten. Auf diese Weise bekommen die UX Designer bei Aperto die Chance, mit innovativen Technologien vor allen anderen Marktteilnehmern zu arbeiten.

Produktfilm zur App Elderly Care:

 


Lean Service Creation

Apertos Arbeitsprozess vereint Design Thinking und agile Entwicklung. Im Zentrum steht dabei der User. Im Design-Thinking-Prozess recherchieren die Teams die Nutzerbedürfnisse, führen Marktanalysen durch und definieren ein konkretes Problem, das sie lösen wollen. Dazu sammeln sie Ideen, entwerfen User Journeys und entwickeln einen ersten Lo-Fi-Prototyp fürs Testing. Je nach Testausgang arbeiten sie auf diesem Prototyp weiter oder fangen noch einmal von vorne an.

Im Anschluss bauen die Aperto-Mitarbeiter im agilen Development den Prototyp immer weiter aus, wobei sie nach jeder Stufe erneute Usertests durchführen, um zu überprüfen, ob sie auf dem richtigen Weg sind. So ergeben sich mehrere iterative Schleifen, bis am Ende ein marktfähiges Produkt oder Servicesystem steht. Die Markteinführung selbst ist häufig ein weiterer Test: Wie kommt das Produkt an? Muss es verändert oder weiterentwickelt werden? Ein derart schlanker Prozess ermöglicht die schnelle Reaktion auf Kunden- und Userbedürfnisse und bindet den Auftraggeber eng mit ein. Die Agentur ist so nicht mehr bloßer Dienstleister, sondern vielmehr Berater auf Augenhöhe.

Hier klicken, um die Grafik größer zu sehen.


Alle weiteren PAGE-Connect Artikel zum Thema UX Design bei Aperto finden Sie hier.

UXDesignCCCAP17

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