2.052 Teams – 10.260 Läufer – unter ihnen 5 etrackies

Am Mittwoch um 17.30 Uhr startete das etracker Team mit der Startnummer 12 beim 10.  MOPO Team-Staffellauf im Hamburger Stadtpark.

Dieser Lauf zeichnet sich durch seine Kombination aus Sport, Party und gutem Zweck aus. Das heißt, nachdem jede Staffel die Gesamtstrecke von 25 Kilometern gelaufen ist, beginnt die Party mit Grillen und Musik und das Event wird zu Hamburgs größter Picknick-Party. Gespendet wird auch: Für jedes angemeldete Team gehen zehn Euro an den Hamburger Stadtparkverein. Zudem stehen Teamgeist, Spaß und die Gemeinschaft im Vordergrund. Alles in allem: Genau das Richtige für die etrackies.

Und der Platz 798 in der Gesamt-Kategorie war für uns neben einer Menge Spaß genug Grund zum Feiern 🙂

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Die Geheimwaffe unter den Retrospektiven – das Teamradar

Jeder Produktmanager kennt den Moment in dem man bemerkt, dass im Team irgendwie der Wurm drin ist. Oft hat man selbst auch direkt eine Meinung was alles verbessert werden müsste, nur irgendwie sieht das Team das nicht. Sind die denn doof? Das ist doch offensichtlich!!

Nein, sind sie nicht. Es gibt eine schöne Metapher aus dem Coaching dazu: „Das Auto in dem man sitzt kann man nicht anschieben“. Und genauso verhält es sich. Wenn der Produktmanager solche Muster also früher erkennt, dann eben weil man nicht wirklich Teil des Teams ist. Und das ist ein echter Vorteil den man nutzen sollte!

Aber wie spricht man unangenehme Themen mit dem Team so an, dass die Mitglieder das Feedback auch annehmen können und nicht in eine Verteidigungshaltung abrutschen?

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05.09.2017 VerA Treffen Hamburg mit Philipp Schwerdtfeger http://www.schwerdtfeger-vogt.de/

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Regionaltreffen Hamburg

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VerA ist der Verband der Ausstellungsgestalter in Deutschland und vereint alle Ausstellungsschaffeden aus den Disziplinen Kuration, Architektur und Szenografie, sowie Text, Grafik und audiovisuelle Medien.

VerA Gast :  Philipp Schwerdtfeger, SCHWERDTFEGER & VOGT

Herzliche Einladung zum nächsten VerA Regionaltreffen.

"Wieweit reicht das Arbeitsfeld des Kurators in das des Gestalters und bis zu welchem Punkt soll sich ein Gestalter um kuratorische Fragen kümmern? Anhand eines Praxisbeispiels aus unserem Büro möchte ich gerne diese und weitere Fragen zur Zusammenarbeit diskutieren."

Schwerdtfeger & Vogt gestaltet für Kultur und Wissenschaft. Von der ersten Idee bis zur Realisierung planen und gestalten wir Projekte unterschiedlicher Größenordnung für unsere Kunden. Wir legen Wert auf inhaltsorientierte Gestaltung, innovative Vermittlungswege und ein aktivierendes Besucherelerlebnis – egal ob im Raum, in Grafik oder digitalen Medien.

Website
www.schwerdtfeger-vogt.de


Ich freue mich auf Ihr kommen.
Bis später,
Sven Klomp

°T E R M I N 
Dienstag 05.09.2017 19:00 - 21:00

Wer kommt trägt sich bitte in die Liste ein 
http://doodle.com/poll/t5bzbwt2whesffik

°M I T B R I N G E N 
Wie immer bringt jeder eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trinken mit.

°O R T  
Lounge im Mediadeck
Rödingsmarkt 14 
20459 Hamburg
°S A V E  T H E   D A T E S
10.10.2017 Prof. Vera Doerk 
https://www.amdnet.de/

07.11. 2017 Kristina Bacht 
http://hamburg.ait-architektursalon.de/
° D A N K E S C H Ö N 
Herzlichen Dank an die BFGF DESIGN GRUPPE 
GERRIT KUHN, SEBASTIAN MENDS-COLE, ERIC PFROMM und CHRISTIAN SCHÜTEN
für das Ausrichten unseres Sommerstammtisches. 
http://gruppe.bfgf.de
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Sven Klomp
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Rückblick auf die Working Products 2017

blog header- working products 17 reviewUm nicht selber über unsere eigene Konferenz zu berichten, haben wir Susanne Kreuz, eine befreundete UX-Designerin, zur Working Products eingeladen und sie gebeten, einen persönlichen Erfahrungsbericht zur Working Products zu schreiben. Hier ist er:

Susanne Kreuz berichtet von der Working Products 2017

Produktmanager (fast) unter sich

Die Aufgaben und Probleme, mit denen sich Product Owner, Product Manager und Product Designer, digitale Strategen und externe Berater herumschlagen, sind gar nicht so sehr verschieden: Sind wir doch alle für die Entwicklung und Betreuung digitaler Produkte und Services verantwortlich – bestenfalls! Wie die weiteren Diskussionen und Gespräche bestätigen, stoßen wir dabei oft an dieselben Grenzen und Widerstände: innerhalb und außerhalb von Projekten und Teams genauso wie in der Zusammenarbeit mit dem Management. Trotz fundiertem Know-How und schicker Zertifizierungen will das mit der Digitalisierung einfach nicht so richtig funktionieren.

Working Products 2017Was ist also unser Problem? Das herauszufinden und gemeinsam mit den Teilnehmern passende Lösungen zu entwickeln, hat sich Rolf auf die Fahnen der Working Products geschrieben. Gleich vorneweg gesagt: Es gibt sie noch, die guten Konferenzen! Die Konferenzperle im Norden ist ein Leuchtturm für alle, die sich mit digitaler Produktentwicklung beschäftigen. Die Teilnehmer können sich zwischen zwei parallelen Tracks entscheiden, wobei es einerseits um „softe“ Themen wie Produkt- und Kundenkultur im Unternehmen und neue Formen der Organisation und Zusammenarbeit geht. Auf der anderen Seite werden die dazu passenden Methoden und Prozesse vorgestellt. Da ich mich nicht zweiteilen kann, habe ich mir die Vorträge rund um Methoden und Prozesse angesehen und kann darüber jetzt berichten

AGILIEN ODER: IN WELCHER WELT ARBEITEN WIR EIGENTLICH?

„Agil ist nie im ganzen Unternehmen angekommen“, behauptet Christian Becker. In seinem Vortrag Management versus Produkt geht Christian hart mit „denen da oben“ ins Gericht. Und vergleicht ein agil und lean aufgestelltes Entwicklungsteam mit dem kleinen gallischen Dorf, in dem Asterix und Obelix unbeirrt die Stellung halten. Denn in der Realität werde Lean PM nur als schöne Fassade implementiert, da sei aber nichts dahinter. MVPs werden als outdatet abgewunken, wurden aber nie richtig verstanden. Schuld an allem sei das Produktmangement, das angeblich Wissenslücken habe und Erwartungen nicht erfülle – das behaupten zumindest Management und Geschäftsführung. 90 % aller Probleme liegen zwischen PM und Management, kontert Christian selbstbewusst. Das Management habe ein Missverständnis, was agil eigentlich bedeute. Aufklärung tut also Not, und so leitet Christian mittlerweile sein eigenes Unternehmen leanproductable.

Christian BeckerIn seinen Projekten geht es dabei um die Kernfrage: „Warum wollen wir wie arbeiten?“ Eine allgemeine Antwort gibt es nicht, und jedes Unternehmen ist angehalten, sich eine individuelle Vorgehensweise zu erarbeiten. Als Methode seiner Wahl stellt Christian uns den Strategy Brief vor. Dabei orientiert er sich an The Art of Action, dem Buch des strategischen Managementberaters Stephen Bungay. Ein Workshop über 3-4 Stunden sollte ausreichen, um gemeinsam die folgenden Fragen zu beantworten:
1. Context: Warum mache ich das jetzt?
2. My intent: Was wollen wir erreichen und wie messen wir das?
3. Higher intent: Wie passt das zur Unternehmensstrategie?
4. Key tasks: Was muss ich grob tun und mit welchen Ressourcen?
5. Boundaries: Welche Rahmenbedingungen muss ich beachten?
Wer es nach einem Vortrag noch etwas genauer wissen möchte, kommt einfach in die Speaker‘s Corner: Für 30 Minuten kann man direkt beim Redner nachhaken. Oder spontan eigene Erfahrungen teilen, egal ob positive oder negative. So schütten einige Besucher ganz unbefangen ihr Herz aus, und aus den individuellen Pain Points entwickeln sich schnell intensive Gespräche: Was tun, wenn die Strategie des Unternehmens einzig darin besteht, den Umsatz zu steigern? Wenn wegen lauter neuen Features keine Zeit zur Bestandspflege bleibt? Wenn Produkte aus der analogen Welt in eine mobile App gepresst werden, aber die digitale Welt offensichtlich anders funktioniert? Probleme mit der Organisation, dem Chef und Kollegen lassen auf Augenhöhe leichter äußern als mit dem Mikro vor dem versammelten Publikum. Zudem ist in der kleinen Runde die Trennung zwischen „der da vorne = allwissend“ und „die Zuhörer = unwissend“ weitgehend aufgehoben.
(2.700 Zeichen)

ESSEN IST SILBER, REDEN IST GOLD

Auf den ersten Blick könnte man meinen, das Format von 2 x 3 parallelen Vorträgen verteilt auf 2 Tage sei ein bisschen wenig für‘s liebe Geld (das Ticket kostet 540 €). Sind die Pausen dagegen nicht zu reichlich? Und an den Nachmittagen soll man auch noch selbst aktiv werden… Egal, wenn mich ein Thema gerade nicht interessiert, geselle ich mich ans Buffet.

Dort finde ich immer super leckere Nervennahrung, von Brownies bis Obst, und – ganz große klasse – auch eine Auswahl für Vegetarier, Veganer und Allergiker. Ich gebe zu, das gemeinsame Frühstücken am morgen, das ausgiebige Mittagessen und das Grillen am Abend nach einer ziemlich verfressene Angelegenheit klingt. Doch wer schon mal in einer WG gewohnt und die Küche als das Zentrum der Kommunikation schätzen gelernt hat, weiß um die soziale Rolle das Essen auf Konferenzen. Während ihr lest, komme ich ganz locker mit meinen Nachbarn ins Gespräch. Und lerne Sabrina und Annabell kennen, Trainees bei Burda Direct, die extra aus Offenburg und München angereist sind, alle Achtung!

WAS IST EIGENTLICH DER AUFTRAG?

Zurück zum offiziellen Programm. Die Zauberformel, die ich im Laufe der Konferenz noch öfter höre, lautet Autonomy through Alignement. Marc Kadish, Director Product bei Xing, wird die zugehörige Methode Auftragsklärung am Freitag vorstellen. Doch so lange will das werte Publikum nicht warten. Gut, dass es die Open Sessions am Nachmittag gibt.

SessionplanungIn der großen Runde sammeln wir Vorschläge und spendieren dem Thema eine eigene Sitzung. Sieben weitere schaffen es aufs Whiteboard, von der „Innovation im Bestandsprodukt“ bis zu „Neuen Services für autonome Fahrzeuge“. Nicht alle Themen finden später den zuvor erklärten Anklang. Auch mein Vorschlag „Freelancer im Konzern“ fällt mangels Publikum aus, aber das macht nichts. Ich nutze die Gelegenheit und lausche erneut Christian, der uns den von Xing adaptierten „Canvas for collaborative alignement“ erklärt. Wir füllen unser Template mit einem praktischen Beispiel „PayPal als neue Zahlungsart im Online-Shop einführen“. Im Team schreiben wir Aussagen auf Post-Its und kleben sie aufs Flipchart; diskutieren, verwerfen und hinterfragen, bis alles richtig zusammen passt. Unser Gemeinschaftswerk dokumentiert und kommuniziert Entscheidungen auf Papier und lässt sich bei Bedarf anpassen. Und das abgestimmte Ergebnis kann ich für alle sichtbar an der Wand platzieren. Toll, dass die großzügige Planung der Konferenz genug Zeit und Raum zum Lernen lässt, der im Alltag meist fehlt.

BRAUCHEN WIR EINE SCHOCKTHERAPIE?

Kurz darauf finde ich mich in der Session von Jutta, Digitale Strategien und Konzepte. Wir sind beide Freelancer und ich überlege, ob ich ihre Job-Bezeichnung übernehmen sollte. Werde ich doch laufend mit unpassenden Anfragen überhäuft: von UI Design über Werbebanner-Gestaltung bis Frontend-Entwicklung. Doch auch Jutta hat sichtlich Probleme damit, was ihre Auftraggeber unter Human Centered Design verstehen: Mal wird der Kontakt mit den eigenen Kunden verboten, mal legt das Management die vermeintlich fertige Konzeption vor. So lautet ihre Frage in die Runde: „Was tun, wenn es im Projekt kein gemeinsames Mindset in Sachen Nutzerzentrierung gibt?“ Benno, ebenfalls Freelancer, bringt das Manko unseres Tuns auf den Punkt: „Konzeption ist nunmal unsichtbar“. Das Standing im Team hänge auch immer davon ob, ob der Fachbereich oder die Geschäftsführung ihn beauftrage. Manche Kunden lassen sich nicht so einfach mit Argumenten überzeugen. Und was dann? Auch Dirk, freier Digital Consultant, kennt das Problem: „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft oft eine riesige Lücke. Dann bin ich froh, wenn ich wenigstens einige Aspekte umsetzen und mich der idealen Welt annähern kann.“ Schon um der eigenen Gesundheit willen empfiehlt es sich, nicht gleich zu resignieren. Bleiben wir also optimistisch und lenken den Blick auf das Positive.
Arbeit in der SessionInteressant wird es, als sich Iris zu Wort meldet. Sie verantwortet das Marketing und spricht aus Sicht der Auftraggeber: „Ja, wir haben ein Problem, sonst hätten wir uns keine Agentur geholt. Doch dann kommt das schreckliche Gefühl: Alles was wir bisher gemacht haben, ist falsch!“ Da müsse man auf Kundenseite erst mal seinen emotionalen Schock überwinden. Nicht jeder sieht in Kritik sofort eine Chance auf Neubeginn, da sind Empathie und Einfühlungsvermögen gefragt. Stimmt, denke ich – auch als Externe muss ich in jedem neuen Projekt meinen Realitätsschock überwinden: Ausloten, was machbar ist, annehmen oder absagen, bleiben oder gehen. Ich nehme mir vor, beim nächsten Mal Rolf’s Vorschlag zu beherzigen: „Manchmal kommt in einem Projekt der Punkt, da muss ich als Dienstleister klar machen: So kann ich nicht weiter arbeiten! Dann hört man mir auch wieder zu.“

WAS SOLL ICH BLOSS ANZIEHEN?

Am Vortragspult steht Heide Peuckert, „Mutter aller Produkte“ und Head of Product der Njiuko GmbH. Die einzige Frau unter den insgesamt 12 Rednern trägt einen bunt gemusterten Jumpsuit. Und erzählt, dass sie von den Herren der Old Economy ernster genommen wird, wenn sie dem Klischee der „freakigen Kreativen im schrillem Outfit“ entspricht. Am nächsten Tag trägt sie lockere Streetwear im corporate Design. Die „Frau im Hoodie“ steuert in der Software-Agentur die Web- und Mobile-App-Entwicklung. Als Kapitän eines Piratenschiffes steuert sie ihr Team an der Schnittstelle zwischen UX, Technik und Business. Als Product Owner adoptiert sie die Produkte ihrer Kunden, erstellt User Stories und vertritt die späteren Anwender. Auf Kundenseite steht ihr ein Projektmanager gegenüber, der den Business Input liefert. Heide verkauft ihm Sprints anstatt Features, und überlässt die Diskussion übers Budget ihrem Chef.
Björn-Torge SchulzDass der Dresscode auch auf Konferenzen wichtig ist, erfahre ich später von Benjamin: „Ich bin sehr froh, hier nicht im Anzug herumlaufen zu müssen!“ erzählt mir der Geschäftsführer aus Berlin. „Männer haben ja nicht so die Bandbreite an Klamotten: entweder Hemd und Hose, oder Jeans und T-Shirt.“ Meine Nachbarin im Hemdblusenkleid stimmt zu: nicht zu formal, aber auch nicht zu leger sollte es sein. Und trotzdem partytauglich, denn unser Abend klingt trotz Regenschauer gemütlich aus, mit Grillen im Hof und Musik vom DJ.

WANN IST DAS FERTIG?

Doch zurück zum Wetterbericht. „Wir schätzen heute mal nicht“, empfiehlt Mathias Schröder, Agile Coach beim Logistikunternehmer Kühne und Nagel. Sein Ziel ist es, uns den Zungenbrecher Probabilistisches Forecasting näher zu bringen. Schließlich lautet die zentrale Frage in jedem Produkt: „Wann ist das fertig?“ Weil es heutzutage in der Produktentwicklung genauso komplex und dynamisch wie beim Wetter zugeht, kann niemand eine absolut richtige Antwort geben. Deshalb schlägt Matthias vor, lieber mit Wahrscheinlichkeiten zu arbeiten. Dazu müssen wir aber erst einmal Daten sammeln, um Zeitaufwand und Kosten zu schätzen. Logisch: Je weiter wir in die Zukunft blicken, desto ungenauer wird unsere Vorhersage. Ich staune über Monte-Carlo-Simulationen und Skeddar-Plots, die Daten aus der Entwicklung aufbereiten. Für mich als Freelancer ist die Methode nur bedingt geeignet.

ALLES NUR EIN SPIEL?

Bevor die Konferenz zu Ende geht, will ich unbedingt noch das Project Manager Game ausprobieren. Meine Spielfigur ist eine blonde Projektmanagerin mit Brille. Um zu überleben, muss ich zahlreichen Kollegen aus Entwicklung, Management, Marketing und Design ausweichen. Immer schneller tauchen neue Figuren auf dem Bildschirm auf. Es braucht meine ganze Aufmerksamkeit, damit wir nicht unsanft zusammen stoßen – ganz wie im echten Projekt :-)

Productmanager-Game Ich staune nicht schlecht, denn Malte hat das Spiel in dem Prototyping-Tool Axure programmiert hat. „Das kannst Du theoretisch auch, Du warst doch in unserer Schulung!“ grinst er mich an. Stimmt, denn im Grunde ist das Game nichts anderes als ein interaktiver Klick-Dummy! Das Geheimnis liegt darin, den Elementen auf verschiedenen Layern bestimmte Ereignisse und Aktionen zuzuweisen.
Ich überlege gerade, welche Widgets Malte wohl verwendet hat, als ich mich ein Zuschauer anspricht: „Sag mal, was machen die von eparo eigentlich sonst noch?“ Wenn das mal nicht für die vornehme Zurückhaltung des Veranstalters spricht, die Konferenz nicht zur Eigenwerbung zu missbrauchen! Andererseits ist es mal wieder an der Zeit, eine Lanze für qualitatives User Testing in Zeiten von Analytics und datengetriebener Produktentwicklung zu brechen. „Data driven ist nicht gleich Data Informed“, hatte uns Marc Kadish, Director Product bei Xing, am Vormittag mit auf den Weg gegeben. Und eingebläut, dass der Mensch zwar aus Erfahrungen lerne, aber nicht sicher sein kann, ob seine Erkenntnisse auch in der Zukunft funktionieren. Und dagegen hilft nur: Hypothesen formulieren, Experiment aufsetzen und validieren, Ergebnis messen und bewerten! Und zwar am besten im Team, denn das hat die größte Kompetenz, um eine Lösung zu finden.

Mit vielen neuen Methoden und einem Glückskraut im Gepäck mache ich mich nach zwei langen Tagen auf den Heimweg. Und überlege mir, wie ich die vielen Anregungen, praktischen Tipps und strukturierten Vorgehensweisen am besten in meinen Projektalltag integriere. Eins ist sicher: Der digitale Wandel wird nur funktionieren, wenn wir über Team- und Abteilungsgrenzen auf Augenhöhe zusammen arbeiten, mit einer handfesten Strategie, und in einer offenen und vertrauensvollen Kultur.

working products 2017Herzlichen Dank an alle Teilnehmer und Redner, die mit bestem Beispiel voran gegangen sind! Und besonders an Rolf und das Organisationsteam, die stets mit einem offenen Ohr auf die Bedürfnisse der Besucher eingehen und zeigen, dass schon kleine Veränderungen am Setting positiv wirken und Teilnehmer glücklich machen. Psst, nicht weiter sagen: Hamburg und die Working Products sind unbedingt eine Reise wert!

NOCH EIN PAAR STIMMEN ZUM EINSTREUEN:

„Habe Denkanstösse für ein nutzerzentriertes Mindset bekommen“
„Habe große Lust, am Montag wieder ins Büro zu gehen, die vielen Anstösse im Arbeitsalltag gleich auszuprobieren!“
„Gute Community, tolle Atmosphäre, familiär““
„Genug Zeit für Begegnungen und gemeinsames Abhängen“
„Für mich als Hamburger ein Heimspiel, sehe Freunde, fast ein Klassentreffen“
„Schonungslose Darstellung, viel Respekt und Selbstreflexion“
„Praktische Informationen aus der Praxis!“
„Schätze sehr den Austausch über den Tellerrand, sonst spricht man ja nur mit internen Kollegen“
„Nicht zu groß, man kommt quasi mal mit jedem ins Gespräch!“
„Auf große Konferenzen gehe ich nur noch mit Kollegen, sonst steht man da allein und einsam rum, schrecklich…“
„Ich mag den Rolf, der ist halt ein Macher!“
„Das offene Konferenz-Format wird sich durchsetzen, passt ja auch zu Lean!“
„Mind the Product ist zu groß und alles gleichgeschaltet“

Die Eröffnung Rolf moderiert Christian Becker Roman Pichler über Produktstrategie Roman illustriert den Product-Lifecycle Zuhörer Zuhörer Notetaking in der Speakers Corner Speakers Corner Speakers Corner Patrick moderiert Track 2 Catering Lecker Catering Das Produktmanager-Spiel - gebaut in Axure Vorstellung der Session-Ergebnisse Björn-Torge war wieder unser DJ Arbeit in der Pause? Sessionplanung Sessionplanung Übersicht der Sessions Sammlung der Session-Vorschläge Arbeit in der Session Arbeit in der Session Arbeit in der Session Session-Ergebnis Vorstellung der Session-Ergebnisse Produkt zu doof? - Fragt Christian Becker working products 2017

Alle Fotos ©Beata Lange

Immer mehr Keyword-Daten „not provided“

Google hat bereits 2011 bei angemeldeten Usern und 2013 global bei allen Nutzern der Suchmaschine begonnen, die Übermittlung der Keywords, über die die Nutzer mittels des organischen Suchindexes auf die Website kommen, einzustellen. Mittlerweile werden mitunter weniger als 1% der Suchbegriffe im organischen Suchindex von Google angezeigt. Bei Bing sieht es noch etwas besser aus. Allerdings sehen Websitebetreiber auch hier nur noch weniger als die Hälfte der angefragten organischen Keywords.

Die Aussagekraft der verbliebenen SEO-Keywords nimmt also stetig ab. Dennoch ist die Keyword-Analyse nach wie vor hervorragend geeignet, um Tendenzen und Trends im Verhalten der Besucher aus dem organischen Suchindex zu erkennen und darauf zu reagieren, um beispielsweise bei abfallendem Traffic bestimmter Keywords zielgerichtet Optimierungsmaßnahmen vorzunehmen.

Keyword-Analyse mit etracker

Trotz der „not provided“-Problematik steht ab sofort auch im neuen etracker Analytics ein spezieller Report mit den Suchbegriffen aus dem organischen Suchindex zur Verfügung. Neben dem „Suchbegriff Report“ empfehlen wir, weitere Möglichkeiten zu nutzen, um Rückschlüsse auf relevante Keywords zu ziehen: So bietet die Analyse der Suchbegriffe aus der internen Suche Hinweise auf populäre und konversionsstarke Keywords. Ebenso sollte man die Performance der Top-Seiten nach der Anzahl bzw. dem Anteil an Einstiegen im Auge behalten. Zum Beispiel mit Aufruf Web Analytics > Basis Reports > Content/Seiten sortiert nach der Kennzahl „Einstiege“ mit Zusatz-Dimensionen „Medium“ (mit Filter „SEO“) und weiterer Dimension „Gerätetyp“:

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3D Secure – Was ist das und was sollte man darüber wissen?

Als Produktmanager kommt man mitunter mit Themen in Berührung, von denen man so gar keine Ahnung hat, die allerdings einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf einen Teilbereich des Produktes haben. Eines dieser Themen heißt „3D Secure“ und hat mit Bezahlverfahren zu tun. Falls ihr mit eurem Produkt also Geld verdienen wollt und dazu verschiedene Bezahlverfahren integriert habt, dann könnte 3D Secure einen Einfluss auf eure Conversion haben.

Unser Gastautor Moritz Königsbüscher, freier Payment-Berater und Produktmanager, macht mit uns einen Ausflug in die Welt des Payments und erklärt uns, worum es sich bei 3D Secure handelt und was es dazu aus Produktmanagement-Sicht zu wissen gibt.

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Arbeiten im Home Office – Katrin Mathis bietet Tipps und Anregungen für UX Professionals

Ich freue mich sehr das Thema „Arbeiten im Home Office“ mit einem Interview fortführen zu können. Mein Interviewpartner ist Katrin Mathis.

Katrin Mathis - UX Konzepter & Service-Designer im Home-Office

Katrin Mathis – UX Konzepter & Service-Designer

Katrin Mathis arbeitet als UX Konzepter & Service Designer in Freiburg und unterstützt in diesen Rollen Unternehmen in digitalen Transformationen. Im Interview sprechen wir über die Situation und Vorzüge einer Arbeit im Home Office, gehen auf situative Herausforderungen ein und bieten Tipps & Anregungen zum Meistern dieser Herausforderungen.

Eine wunderbare Fortführung und vor allem Ergänzung zum in das Thema einführenden  Beitrag “ Als UX Professional zu Hause arbeiten: Das macht glücklich und produktiv!“ hier auf Nutzerbrille.

Frau Mathis, wie oft arbeiten Sie zu Hause?
Katrin Mathis:Das hängt ganz davon ab, an welchen Projekten ich gerade arbeite. Als ich mich vor 5 Jahren als Service Designerin selbstständig gemacht habe, habe ich zunächst in einem Gemeinschaftsbüro gearbeitet, das ich mir mit einem ehemaligen Entwickler-Kollegen und einem Design-Büro geteilt habe. Im Laufe der Zeit habe ich immer häufiger ein oder zwei Tage pro Woche von zu Hause gearbeitet.
Schließlich habe ich die Entscheidung getroffen, das Home Office als zentralen Arbeitsplatz zu nutzen. Im Schnitt bin ich ungefähr einen Tag pro Woche unterwegs bei Kunden oder bei Veranstaltungen. Einen Tag pro Woche arbeite ich weiterhin in dem Gemeinschaftsbüro. Die restliche Zeit bin ich im Home Office. Wichtig ist mir dafür ein eigener Raum in der Wohnung, so dass ich nach Feierabend die Tür schließen und von der Arbeit abschalten kann.“

Welche Arbeiten können Sie problemlos von zu Hause erledigen?
Katrin Mathis: „Die Frage ist eher, welche Arbeiten ich nicht von zu Hause erledigen kann. Wann immer es geht, bevorzuge ich ein persönliches Kennenlernen. Gerade für einen Kickoff, Abschlusspräsentationen und wichtige Workshops mit enger Abstimmung, ist eine persönliche Zusammenarbeit effektiver. Bei neuen Kunden verbringe ich am Anfang eines Projekts gerne einige Tage vor Ort, um die Abläufe und die Ansprechpartner persönlich kennenzulernen. Und da ich stark nutzerzentriert arbeite, kann ich die Bedürfnisse der Nutzer natürlich am besten verstehen, wenn ich diese vor Ort in ihrem Umfeld beobachten und befragen kann.
In jedem Projekt gibt es aber auch viele Aufgaben, die ich problemlos von zu Hause erledigen kann. Ein Teil der Recherche und Situationsanalyse zu Beginn eines Projekts ist ortsunabhängig. Bei Workshops kann ich viel von zu Hause vorbereiten, anschließend die Ergebnisse dokumentieren und weiter ausarbeiten. Und wenn ich Konzepte, Prototypen und Auswertungen erstelle, gibt es immer wieder Phasen, in denen ich weitestgehend alleine arbeite und mich nur gelegentlich mit Kollegen oder Auftraggebern abstimme.“

Produktiv und vertraulich
Für viele Aufgaben habe ich zuhause mehr Ruhe. Für meine Kunden hat die Arbeit von zu Hause auch den Vorteil, dass bei Telefonaten niemand im Hintergrund mithört. Gerade bei vertraulichen Projekten ist das ein wichtiger Aspekt. (Katrin Mathis)

Was schätzen Sie am Arbeiten von zu Hause?
Katrin Mathis: „Für viele Aufgaben habe ich zuhause mehr Ruhe. Für meine Kunden hat die Arbeit von zu Hause auch den Vorteil, dass bei Telefonaten niemand im Hintergrund mithört. Gerade bei vertraulichen Projekten ist das ein wichtiger Aspekt. Es spart mir viel Zeit, dass ich nun nicht mehr jeden Tag pendeln muss. Pausen kann ich für kleine Aufgaben im Haushalt nutzen. Dann muss ich diese nicht mehr nach der Arbeit erledigen und gleichzeitig entspannt mich die aktive Ablenkung viel mehr als eine Kaffeepause im Büro, bei der die Gedanken doch bei den Projekten bleiben. So kann ich Arbeit und Freizeit viel besser vereinbaren und mehr am sozialen Leben in meinem Wohnort teilhaben.“

Vorurteile zum Arbeiten von zu Hause gibt es viele: Vereinsamung, mangelnde Kreativität und Produktivität. Machen Sie diese Erfahrungen auch und wie gehen Sie damit um?
Katrin Mathis: „Von zu Hause zu arbeiten liegt nicht jedem. Ich arbeite sehr konzentriert und habe mich schon immer wenig von meinem Umfeld ablenken lassen. So fühle ich mich im Home Office sogar kreativer und produktiver. Bei bestimmten Aufgaben ist ein belebtes Umfeld auch für mich förderlich. Diese erledige ich an den Tagen im Gemeinschaftsbüro oder setzte mich in ein Café. Ein gelegentlicher Tapetenwechsel und der Austausch mit Kollegen ist mir wichtig. Deshalb tut es mir gut, regelmäßig Termine wahrzunehmen, mich zum Mittagessen zu verabreden oder an Veranstaltungen teilzunehmen.“

Kontakte suchen und pflegen
Ein gelegentlicher Tapetenwechsel und der Austausch mit Kollegen ist mir wichtig. Deshalb tut es mir gut, regelmäßig Termine wahrzunehmen, mich zum Mittagessen zu verabreden oder an Veranstaltungen teilzunehmen. (Katrin Mathis)

Gibt es Situationen, in denen Sie das Arbeiten von zu Hause einschränkt?
Katrin Mathis: „Lange Telefonkonferenzen finde ich ermüdend. Wenn eine intensive Zusammenarbeit mit Kollegen nötig ist, treffe ich mich dazu lieber persönlich. Die größte Einschränkung ist aus meiner Sicht, dass der informelle Austausch fehlt. Im Büro bekommt man viele Informationen nebenbei mit, die man zu Hause nur erfährt, wenn sie kommuniziert werden. Interessanterweise erlebe ich es immer wieder, dass Kollegen sich nicht trauen, anzurufen oder E-Mails zu schreiben, wenn man von zu Hause arbeitet. Man ist weniger sichtbar, wenn man nicht persönlich vor Ort ist und muss mehr kommunizieren.“

Hat man es als Freiberufler leichter im Home Office zu arbeiten – wie schätzen Sie das ein?
Katrin Mathis: „Grundsätzlich ja, denn es ist erst einmal die eigene Entscheidung, wo man als Freiberufler arbeitet. Allerdings fordern viele Auftraggeber eine Anwesenheit in Vollzeit vor Ort. Gerade in den typischen Freiberufler-Projekten, in denen man einige Monate für ein Unternehmen arbeitet, ist das meist ein Ausschlusskriterium. Freiburg ist leider nicht der zentralste Standort zum Pendeln. Ich habe diese Projekte daher bisher immer abgelehnt, da es für mich einen zu großen Einschnitt bedeutet, kurzfristig mehrere Monate in einer anderen Stadt zu leben. Bei Kunden, die ich bereits kenne, ist es dagegen in der Regel kein Problem. Dieses Vertrauensverhältnis muss ich bei neuen Kunden erst einmal aufbauen.“

Kommunikation
Man ist weniger sichtbar, wenn man nicht persönlich vor Ort ist und muss mehr kommunizieren. (Katrin Mathis)

Welche Tools setzen Sie ein, um von zu Hause aus den Austausch mit Teams zu pflegen, zu kommunizieren und zusammen zu arbeiten?
Katrin Mathis: „Spezielle Tools für die Arbeit von zu Hause benutze ich kaum. Die Tools sind die gleichen, die ich auch schon vorher im Einsatz hatte. Einigen Kollegen und Kunden habe ich meinen Kalendar freigegeben, so dass sie jederzeit sehen können, wann ich in Terminen bin und wann sie mich gut erreichen können. Die Kommunikation läuft weitestgehend über E-Mail und Telefon. Oft hilft es, dabei über Teamviewer, WebEx oder Skype den Bildschirm zu teilen, so dass alle Gesprächspartner das gleiche Bild vor Augen haben. Die Kommentarfunktion in Word oder PDF hilft bei der gemeinsamen Arbeit an Dokumenten. Wenn Kunden interne Kommunikationsdienste, wie Slack oder Ticket-Systeme, wie Jira, im Einsatz haben, nutze ich diese selbstverständlich auch.“

Was empfehlen Sie anderen, die von zu Hause arbeiten wollen?
Katrin Mathis: „Ich kann andere nur ermutigen, die Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten einzufordern. Startet mit einem oder zwei Tagen pro Woche, um zu zeigen, dass ihr zu den üblichen Zeiten erreichbar seid und eure Arbeit trotzdem in gewohnter Qualität erledigt. Dass ihr als zufriedene Mitarbeiter bessere Arbeit leistet, werden gute Chefs und Auftraggeber anerkennen.
Nehmt euch die Zeit, klare Prozesse zu vereinbaren, damit ihr eure Aufgaben mit geringem Abstimmungsaufwand erledigen könnt. Hinterfragt euch auch, ob ihr überhaupt der Typ für die Arbeit von zu Hause seid, was euch stören könnte und wie ihr damit umgehen könnt. Kommuniziert klar, nutzt die Zeit vor Ort und die Möglichkeiten digitaler Kommunikation und greift lieber einmal häufiger zum Telefonhörer.“

 

Vielen Dank Frau Mathis für dieses spannende Interview, Ihre Zeit und Ihre Ermutigung für mehr Home Office Arbeit in unserer Branche. Sie haben mit Ihren Antworten ganz sicher dazu beigetragen, dass in Zukunft noch mehr UX Professionals von zu Hause arbeiten wollen und auch können.

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Das machen VR Designer bei IMF und Demodern

Virtual Reality Design ist ein spannendes Berufsfeld für Gestalter aus verschiedenen Disziplinen. Wie diese zusammenspielen und was dabei entstehen kann, erklären Ina Krüger von der Interactive Media Foundation und Marie Lazar von Demodern.

Virtual Reality (VR) Designer ist eine Berufsbezeichnung, die es so im Grunde (noch) nicht gibt. Sie setzt sich aus diver­sen Kompetenzfeldern zusammen, vornehmlich Konzeption, 3D Art und Development. Diese Aufgaben sind meist auf mehrere Schultern verteilt. Wir haben Ina Krüger, Creative Director und Kon­zep­te­rin bei der Interactive Media Foundation (IMF) in Berlin, und Marie Lazar, 3D Artist bei Demodern in Hamburg, gefragt: Welche Fähigkeiten braucht es, um im Bereich VR erfolgreich zu sein?

Wie seid ihr zu eurem Beruf gekommen?

Ina Krüger: Nach meinem Publizistikstudium habe ich erst in der Forschung und dann als Lektorin für verschiedene Verla­ge gearbeitet, bis ich mich 1995 beim ers­ten Hypertext-Festival in Berlin für Multimedia begeisterte. Dort wurden das Internet und CD-ROMs vorgestellt. Das fand ich großartig, weil ich mich schon immer für nonlineare Dramaturgie interessiert habe. Also landete ich bei Pixelpark, wo ich CD-ROMs konzipierte. Dort baute ich als Krea­tiv­direktorin den Bereich E-Finance und Medien mit auf, bis 2003 die Dotcom-Blase die Agentur erreichte. Daraufhin form­te ich mit ein paar Kollegen das Freelancer-Netz­werk Interaktivisten und arbeitete als Kon­zepterin und Kreativdirektion für zahlrei­che Agenturen. 2016 dann kam ich zu IMF und habe mit »Ulm Stories« das erste VR-Konzept mitentwickelt.

Marie Lazar: Ich habe einen klassischen Weg beschritten und an der Michigan State University Gamedesign und Kunst studiert. Mein Fokus lag dabei immer im künstlerischen Bereich. Schon während des Studiums habe ich Serious Games ent­wickelt. Nach dem Studium, vor drei Jahren, bekam ich eine Jobofferte des Hamburger Game-Entwicklers Goodgame und beschloss, nach Deutschland zu gehen. 2016 wechselte ich dann zu Demodern. Nun bin ich seit mehr als einem halben Jahr hier und finde es spannend, an sehr vielfältigen Projekten im Bereich Virtual Reality zu arbeiten.

Wie sehen eure Aufgaben konkret aus?

Krüger: Egal, welche neue Technologie sich da draußen entwickelt, als Konzepterin muss ich mich tiefgehend damit beschäftigen, um eine mediengerechte Lösung zu finden. Dabei kann ich über ganz neue Dimensionen nachdenken, das ist das Schöne an diesem Beruf. Ein weiterer wich­ti­ger Aspekt des Jobs ist Recherche. Ich ha­be mir eine Menge Beispiele angeschaut, um fest­zustellen, welche VR-Anwendun­gen funk­tionieren, welche von den Usern angenommen werden und welche nicht, und habe nach den Gründen dafür gesucht. Nutzerforschung spielt eine sehr große Rolle für die Konzeption. So habe ich zum Beispiel schnell erkannt, das Motion Sickness ein schwieriges Thema ist in der Virtual Reality. Die technische Recherche beginnt damit, grundlegende Begrifflichkeiten und Möglichkeiten zu klären.

Über Prototypen, die wir von verschiedenen Entwicklern anfertigen ließen, haben wir uns Schritt für Schritt dem Thema Virtual Reality angenähert. Ina Krüger

 

Was unterscheidet VR von einem 360-Grad-Film? Welche Technologien gibt es? Auf welchen Ge­rä­ten spielt sich das ab? Um welche Ziel­grup­pen handelt es sich? Wie sehen die Märkte aus? Wie unterscheidet sich die User Experience verschiedener Anwen­dun­gen? In welchem Kontext soll die Experience eingesetzt werden? Und wie geht man damit um, wenn potenzielle Nutzer eine Hemmschwelle gegenüber Gerät­schaf­ten wie VR-Brillen haben? Setzt man eine Hardware wie Birdly ein, muss man schon bei der Konzeption daran denken, ob ein Operator nötig ist, der die User anleitet. In diesem Fall unbedingt – schon allein deshalb, weil die VR-Brillen gesäubert werden müssen. Schließlich will man den Nutzern nicht die schwitzige Brille des Vorgängers überstülpen. Außerdem braucht man Unterstützung für empfindliche Besucher, die eventuell unter Mo­tion Sickness leiden.

 

Inhaltlich muss man klar das Ziel vor Augen haben und überlegen, wie man es erreicht. Was sollen die Menschen bei der Anwendung erleben und erfahren, und wie erreiche ich das? Wie sehr leite ich sie an, wie viel selbstständige Exploration las­se ich zu? Über Prototypen, die wir von verschiedenen Entwicklern anfertigen ließen, haben wir uns Schritt für Schritt dem Thema Virtual Reality angenähert.

Was ist dein Schwerpunkt als 3D Artist, Marie?

Lazar: Ganz wichtig für jeden 3D Artist ist die Fähigkeit, die technischen, funktiona­len und gestalterischen Projektan­for­de­run­gen zu vereinen. Außerdem sollte ein 3D Artist Spaß daran haben, ausführlich zu recherchieren. Bevor ich mit meiner künstlerischen Arbeit beginne, wälze ich Bücher und schaue mir Bilder, Stadtkarten, Sehenswürdigkeiten, Flora, Fauna und historische Sehenswürdigkeiten der Welt an, die ich konstruieren soll. Manchmal findet man auf historischen Fotografien keine Farbreferenz und muss sich in weiteren Archiven umschauen oder alte Gemälde betrachten. Es braucht ein aus­geprägtes räumli­ches Vorstellungsvermögen sowie künstlerisches Talent, um ein Haus möglichst detailgetreu »neu« zu erfinden und zugleich dem historischen Vor­bild gerecht zu werden. Manchmal werden die selbst entwickelten 3D-Modelle durch zugekaufte Assets von Drittanbietern ergänzt. Diese muss ich dann bearbeiten, um sie an die Anforderungen des jeweiligen Projekts anzupassen.

Die künstlerische Kompetenz des 3D Artists zeigt sich deutlicher, wenn es darum geht, Fantasiewelten zu entwickeln. Marie Lazar

Wie arbeitet ihr zusammen?

Krüger: Als Creative Director entwickle ich Idee, Storyline und Moodboards und verdichte sie so weit, dass ich das grundlegende Konzept dem Team – in diesem Fall Demodern – präsentieren kann. Dort er­läu­te­re ich dann die kreativen und inhaltli­chen Grundsätze und Leitlinien. Wir spre­­chen auch über kreative Spielräume, Op­tionen, Grenzen und Anforderungen, die es bei der Ausarbeitung und agilen Entwicklung zu testen beziehungsweise ein­zuhalten gilt – die Must-haves also. In wöchentlichen Jours fixes und vierzehntägli­chen Review Meetings überprüfe ich dann die Ergebnisse und bespreche Problemfäl­le.

Lazar: Den engsten Austausch habe ich mit dem Programmierer. Mit ihm überprüfe ich zum Beispiel täglich, ob die Anzahl der Polygone die anvisierte Performance nicht überfordert. Ich muss au­ßerdem die mir zuarbeitenden Freelancer brie­fen. Dabei ist beispielsweise Konsis­tenz ein wichtiger Aspekt, besonders bei historischen Anwendungen. Ich kann nicht das eine Gebäude liebevoll ausmodellieren, weil es mir gerade so viel Spaß macht, und das daneben nur rudimentär mit einer x-beliebigen Textur überziehen. In den Review Meetings besprechen wir dann gemeinsam mit dem Konzepter, wie detail­liert wir Dinge ausarbeiten beziehungs­wei­se auf was wir verzichten wollen – etwa auf ein paar fliegende Tauben, die zur Atmosphäre beitragen oder die künstlerische Ausmodellierung einer Häuserfassade.

Als VR-Konzepter sollte man sich mit nutzerzentrierter, agiler Entwicklung und Prototyping auskennen, denn die meisten Digitalagenturen arbeiten auf diese Weise. Ina Krüger

Mit welchen Tools musst du dich auskennen?

Lazar: Ich arbeite mit unterschiedlichen Game-Engines wie Unity und Unreal Engine sowie mit 3D-Modeling-Software wie Blender und ZBrush. Und natürlich verwende ich Photoshop und 3D-Coat, um Modelle zu texturieren.

Welche Disziplinen sind sonst noch in einem agilen Projektteam für VR-Projekte vertreten?

Lazar: Die typische Zusammensetzung eines agilen Teams bei Demodern besteht aus Projektleiter, Designer, User Experi­ence Designer und Entwickler und bei VR-Projekten eben auch einem 3D Artist.

Welche Softskills oder Kompetenzen sollte man mitbringen, wenn man für VR konzipieren will?

Krüger: Auf jeden Fall braucht man Empathie für den User und psychologisches Grundverständnis, wie Menschen auf Rei­ze reagieren. Folgen sie eher Tönen, Licht oder Aktionen? Man sollte sich mit Dramaturgie und dem Zusammenwirken von Sound und Visualität auskennen. Als Kon­zepter muss man sich fragen, wie man eine Geschichte erzählt, die man nicht mehr selbst in der Hand hat, sondern die ein anderer erfahren muss. Autoren- oder Drehbuch-Skills schaden also nicht. Und natürlich muss man technisches Verständnis mitbringen, um zu wissen, was machbar ist und was nicht.

Und was muss ein VR Designer mitbringen?

Krüger: Leute, die aus dem Games-Bereich kommen, sind für VR-Konzepte prädestiniert, während Menschen aus der TV- und Filmbranche oft zu linear denken. Allerdings verstehen die meist mehr von Atmo­sphäre. Übrigens ist es schade, dass vie­le VR-An­wendungen ganz ohne Klang­un­ter­stützung auskommen müssen, denn dadurch geht ein wichtiger sinnlicher Aspekt verloren. Die beste Kombination wäre jemand, der sowohl Digital Film Design als auch Game Design studiert hat. Der Job hat viel mit Fantasie zu tun, die aber me­dien­gerecht auf die Rahmenbedingungen gemappt werden muss.

Leute, die aus dem Games-Bereich kommen, sind für VR-Konzepte prädestiniert, während Menschen aus der TV- und Filmbranche oft zu linear denken. Ina Krüger

Lazar: Wichtig sind technisches Grund­wis­sen und die tiefgreifende Kennt­­nis der Funktionsweise von 3D-Anwendungen. Man sollte um Materialeigenschaf­ten wissen und ein gutes Gespür für Pro­portio­nen haben. Auch künstlerisches Talent ist wich­tig, denn die 3D-Szenerien sollen ja nicht einfach wie ein Gittermodell aussehen, sondern liebevoll ausgestaltet sein, um die Atmosphäre für ein immersives Er­lebnis herzustellen.


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Was ist eigentlich Transaction Journalism?

Transaction Journalism sorgt dafür, dass Inhalte zu Interaktionen und Erlösen führen. Was man sonst noch wissen sollte …

Wenn Journalisten darüber entscheiden, welche Themen sie auswählen und wie groß sie Geschichten machen, welche Priorität sie Nachrichten beimessen und welche Schwerpunkte sie legen, dann orientieren sie sich meist an Erfahrung, Bauchgefühl und dem Urteil ihrer Kollegen. Das muss nicht falsch sein, greift aber zu kurz. Denn das Publikum hat heute so viel mehr Möglichkeiten als in der prädigitalen Ära, eigene Interessen kundzutun, an Informa­tionen zu gelangen und sich mit anderen über Themen auszutauschen – das verändert die Rolle von (Massen-)Medien und ihrer Journalisten.

Sie sind nicht mehr der alleinige Gatekeeper, der darüber entscheidet, was veröf­fentlicht wird. Mehr noch: Wir erleben, wie der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen sagt, »eine tektonische Verschiebung der Informationsarchitektur«. Jeder könne sich heute »barrierefrei an die Öffentlichkeit wenden« und »auf der Weltbühne des Netzes selbst publizieren«. Dort spielen zwar auch traditionelle Medi­en eifrig mit, aber nicht automatisch in der Hauptrolle. Onlineportale und -plattfor­men, soziale Netzwerke und Blogs, die mit­unter vor ein, zwei Dekaden noch gar nicht existierten oder kaum beachtet wurden, gewinnen an Präsenz und Wirkung.

Die Digitalisierung hat unsere Kom­mu­nikation, die Nutzung von Medien und deren Funktion erheblich verändert

Dass die Auflage von Printmedien tendenziell sinkt, das klassische Fernsehen sel­tener Spitzenreichweiten erzielt, herkömmliche Verlage und Sender ihr Geschäftsmodell um- und ausbauen – das ist weder Zufall noch pure Experimentierlust, sondern eine Folge der Digitalisierung. Sie hat unsere Kommunikation, die Nutzung von Medien und deren Funktion erheblich verändert. Was bedeutet das für Verlage und ihre Arbeitsabläufe? Wie verändern sich dadurch die Aufgaben und das Profil von Journalisten?

»Produce and market it«

Bislang bestimmte der Redaktionsschluss den Arbeitsrhythmus von Journalisten. Jeg­liches Tun war darauf ausgerichtet, Inhal­te zu schaffen, damit sie zu einem fest­gelegten Erscheinungstermin veröffent­licht wurden. Das fertige Magazin oder die Zeitung werden jedoch spätestens von der nächs­ten Ausgabe ins Vergessen gedrängt. »Print and forget« lautet das Mus­ter, dem Printmedien lange Zeit folgten – und das oft eine große Verschwendung be­deutet. Denn all die benötigten Ressourcen – Redakteure planen und redigieren, Jour­na­lis­­ten recherchieren und schreiben, Fo­to­gra­fen liefern Bilder, daneben sind Layouter, Drucker, Zusteller im Einsatz – richten sich auf den Tag X der ersten Ver­öffent­li­chung. Bald danach verliert diese Leis­tung dramatisch an Wert, weil die produzierten Medien ins Archiv wandern – oder ins Altpapier.


Der Informationstrichter: Im transaktions-basierten Journalismus versucht man, mit zielgerichteten Inhalten Erlöse zu generieren. Der Anspruch liegt nicht allein darin, die Zielgruppe zu infor­mieren und/oder zu unterhalten, sondern auch in der Aufgabe, Umsätze zu erzeugen.


Heute ist das anders. Statt »Print and forget« gilt »Write and reuse« – oder besser noch: »Produce and market it«. Der Inhalt wird aus der Versenkung geholt (oder landet erst gar nicht dort), er kettet sich los vom Trägermedium, geht selbstständig auf Reisen, nutzt Medien und Plattfor­men, orientiert sich am Publikum statt am Papier. Dadurch manifestiert sich ein Abschied von der Produktdenke. Durch die digitalen Kanäle ist eine Infrastruktur ent­standen, die es Nutzern ermöglicht, interessante Inhalte weitgehend unabhängig von Zeit, Ort, Gerät und Medium zu konsumieren. Der positive Effekt für Publi­sher: Stellen sie es richtig an, werden aus ihren Publikationen Medienmarken, deren Reich­weite sich dank digitaler Distribution vervielfacht.

Aus klassischem Redakteur wird Transaction Editor

All das erfordert neue Fähigkeiten und Fer­tigkeiten von Journalisten. Inhalte recherchieren, analysieren und vermitteln – das bleibt ihre Kernkompetenz. Und doch braucht es künftig mehr. Der neue Schwer­punkt besteht darin, das Informationsbedürfnis des Publikums zu analysieren und zu erkennen, daraus redaktionelle Themen zu entwickeln und sie in journalistische Formate zu übersetzen, um sie dann zeit- und zielgerichtet über alle verfügbaren Kanäle zu verteilen.

Aus dem klassischen Redakteur wird der sogenannte Transaction Editor (TE). Ein Unterschied zwischen beiden liegt in der Herangehensweise: TEs verfolgen nicht zu­fällig eine Idee, sondern finden erst heraus, was ihre Leser interessiert. Sie be­die­nen also eine quantifizierbare Nachfrage. Dafür nutzen sie Onlinetools wie Searchmetrics, Google Analytics, Google Trends – und erkennen im Idealfall auch, für welche verwandten Themen sich ihre Ziel­grup­pe interessiert und welche Suchmus­ter der Online-Traffic aufweist. Aus solchen softwaregestützten Analysen geht etwa her­vor, für welche Keywords sich Nutzer wie stark interessieren. Eigene Ein­schät­zungen lassen sich dadurch bestä­ti­gen und neue Blickwinkel öffnen.

Analytisch arbeiten, nachmessen, anpassen

Der Begriff Transaction Editor weist schon darauf hin: Informationen, die er pub­li­ziert, verfolgen das klar definierte Ziel, Trans­aktionen auszulösen. Leser sollen nach der Lektüre weitere Informationen – kostenpflichtig oder gegen Registrierung per Mailadresse – herunterladen oder viel­l­eicht ein Seminar buchen, sich für einen Kongress anmelden, ein Magazin oder einen Newsletter abonnieren. Ein Ansatz, der vielen Journalisten fremd ist oder den sie zumindest als ungewohnt empfinden. Auch deshalb, weil mit der beabsichtigten Transaktion ein kommerzielles Interesse verbunden ist. Das rührt an dem tradi­tio­nel­len Selbstverständnis, wonach sich Jour­nalismus vom Geldverdienen frei macht, wo­rum sich Anzeigenverkäufer und Werbevermarkter kümmern.

Inhalte recherchieren, analysieren und ver­mitteln – das bleibt die Kern­kompe­tenz von Journalisten. Und doch braucht es künftig mehr

Doch im Digitalen gibt es mehr und andere Zugänge zu Zielgruppen, deren Interessen und Informationsbedürfnisse sich besser identifizieren lassen. Erfahrungen aus dem Content Marketing eröffnen Redaktionen einen neuen Blick, erweitern ih­ren publizistischen Werkzeugkasten und verfeinern die Methoden ihres Schaffens. Das erfordert von Transaction Editors, äußerst analytisch zu arbeiten. Was sie tun, wird permanent gemessen, um zu erkennen, ob sie erfolgreich unterwegs sind oder gegebenenfalls umsteuern müssen. Sie sind bereit, sich schnell an sich verändern­de Umfelder anzupassen, ganz gleich, ob das nun wechselnde Social-Media-Moden, SEO-Algorithmen oder Trends in der Zielgruppe sind.

Inhalte zerteilen, neu bündeln, mehrmals ausspielen

Was Transaction Editors deutlich von Jour­nalisten alter Schule unterscheidet: Sie verinnerlichen, dass ihre Arbeit nach der Erstveröffentlichung längst nicht getan ist. Dann geht es eigentlich erst richtig los. Denn TEs kümmern sich darum, dass Inhalte umfassend über sämtliche Touchpoints und Kanäle verbreitet werden, sei es in Magazin und Zeitung, auf Portalen und Blogs, in Newslettern und Tablet-Aus­gaben, auf Smartphone-Apps, Facebook, Instagram, Pinterest und YouTube bis hin zu Netzwerken wie LinkedIn oder XING.

Die Inhalte müssen sie jeweils mediengerecht verpacken. Was im Magazin zur mehrseitigen Reportage taugt, stößt auf Twitter nach 140 Zeichen an seine Grenzen. Was sich als Checkliste im Blog anbietet, lässt sich im Newsletter vielleicht besser als »Tipp des Tages«-Serie darstellen. TE-Profis sind versiert darin, Informationen zu portionieren, Inhalte zu entbündeln und neu zusammenzustellen. Dabei haben sie stets den jeweiligen Kommunikationskanal und die Zielgruppe vor Augen.

Transaction Editors verfolgen nicht zufällig eine Idee, sondern finden erst heraus, was ihre Leser interessiert. Sie bedienen eine quantifizierbare Nachfrage

Ein Schlüsselbegriff in diesem Kontext ist die »Minimum Information Unit«, kurz MIU. MIUs stehen für das Konzept, Texte in sinn­volle Einzelteile zu zerlegen. Das ­be­schriebene Problem, dass Ressourcen verschwendet werden und Inhalte nach erst­ma­ligem Erscheinen schon bald in der Ver­­senkung verschwinden, wird dadurch be­sei­tigt. Denn Informationen lassen sich auf diese Weise mehrfach verwerten, sind deutlich länger haltbar und können hö­he­re Wirkung entfalten. Ein klassischer Ma­gazinbeitrag lässt sich oft in acht bis zwölf Einzelteile gliedern, die man über ver­schie­­dene Kanäle ausspielen kann.

Dies regelt nicht Kollege Zufall, sondern ein im Vorfeld fest­gelegter Plan, auf dem steht, welche Inhalte zu welchem Zeit­punkt in welchem Medienkanal veröffentlicht werden. Ein Kongressbericht auf der Website, eine Bildergalerie auf Instagram, eine Video-Interview-Reihe im Newsletter und so weiter – die einzelnen Bestandteile eines Inhalts lassen sich über verschiedene Kanäle mehrfach verbrei­ten, natürlich immer zielgerichtet und mit dem klaren Anliegen, Interaktionen und Transaktionen zu erzeugen.

Fazit: Zum Profil des Transaction Editors gehört nach wie vor journalistisches Handwerkszeug, und doch muss er mehr beherrschen: Zielgruppen analysieren, In­­hal­te kuratieren und orchestrieren, ein The­ma in zahlreiche einzelne Infor­ma­tions­ein­hei­ten zer­le­gen, digitale Messmethoden und Werk­­zeuge einsetzen, mit Lesern und Nutzern via Social Media kommunizieren. Diese Fähigkeiten und Fertigkei­ten sind für die künftige Kommunikation in Verlagen, Agen­turen und Unternehmen un­erlässlich.


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Zum Download des PAGE Connect eDossiers »Das macht ein Transaction Journalist beim MM-Musik-Media-Verlag geht’s hier.

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