Save the Date! 5.12.2026 – Tag der offenen Tür im ligeti zentrum

Disziplinen im Dialog – Entdecke, wie Künste, Wissenschaft, Gesundheit & Technologie gemeinsam klingen! Am 5. Dezember 2026 öffnet das ligeti zentrum zum zweiten Mal alle Türen zu seinen Projekten und Labs. Die diesjährigen Highlights: ein zusätzlicher Exhibition Floor mit interaktiven Ausstellungen und ein Science-Slam im Production Lab.

Interdisziplinarität ist ein Wort, das uns im akademischen Alltag immer wieder begegnet. Aber wie sieht die Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen in der Praxis aus? Diese Frage beantwortet das ligeti zentrum seit 2023 in Hamburg-Harburg. In seinen zwei Clustern – „Musik und Gesundheit“ und „Ideen-, Wissens- und Technologietransfer“ – arbeiten Wissenschaftler:innen und Künstler:innen von HfMT, HAW, TUHH und UKE gemeinsam an den gesundheitsfördernden Potenzialen von Klang und Musik, an neuen Technologien für die künstlerische Arbeit sowie an multimedialen Formaten, die gesellschaftliche Teilhabe und öffentlichen Austausch fördern. Das Ergebnis: Skulpturen, die über die eigene Körperbalance zum Klingen gebracht werden. Roboter, die musizieren. Instrumente, die in der Mixed Reality gespielt werden. Gemälde, die klingen und virtuell zum Greifen nah erscheinen. Sensoren für die präventive Bewegungsanalyse von Musikern – und vieles mehr.

Die Vielfalt des ligeti zentrums lässt sich besser zeigen als erklären

Insgesamt mehr als 35 Projekte kurz und verständlich zu erklären, sei manchmal gar kein so leichtes Unterfangen, erklärt Nadine Schwalb. Als Leiterin der Agentur für Vermittlung und gesellschaftliche Teilhabe kuratiert sie das ganze Jahr über ein buntes Veranstaltungsprogramm für Kinder, Familien und Erwachsene. Mit Blick auf das große Ganze ist sie überzeugt: „Die Vielfalt des ligeti zentrums lässt sich besser zeigen als erklären.“ Rückblickend auf Projekte, die zu individuellen Ausstellungen herangewachsen sind, zahlreiche öffentliche Workshops und interaktive Performances sowie regionale und überregionale Kooperationen, die das ligeti zentrum in diesem Jahr prägten und vorantrieben, endet 2026 daher erneut mit einer gebündelten Präsentation von Projekten, Ideen und Fragestellungen.

Disziplinen im Dialog: Entdecke, wie Künste, Wissenschaft, Gesundheit & Technologie gemeinsam klingen!

Am 05. Dezember 2026 ist es wieder soweit: Das ligeti zentrum lädt zu seinem zweiten Tag der offenen Tür ein. Unter dem diesjährigen Motto „Disziplinen im Dialog“ können Besucher:innen und Interessierte von 11 bis 18 Uhr entdecken, wie Künste, Wissenschaft, Gesundheit und Technologie gemeinsam klingen.

Auf zwei Stockwerken gibt es Prototypen und Demos zum Testen, Musikdarbietungen zum Lauschen und viele interaktive Formate zum Mitreden und Mitmachen. Ein Highlight: ein zusätzlicher Exhibition Floor, auf dem die interaktiven Ausstellungen „The Ear Wants to Hear“ und „Moving Sound Pictures“ zu sehen sind. 

strg+alt+ligeti: Vier Projekte im Wettbewerb – ein Science-Slam des ligeti zentrums

Den Abschluss des Tages feiern wir ab 19 Uhr mit einem besonderen Format. Beim Science-Slam „strg+alt+ligeti“ geben vier Mitglieder des ligeti zentrums ihre Forschung zum Besten. Das Ziel: das Publikum begeistern, inspirieren und mitreißen – und das in nur zehn Minuten und auf humoristische Art. Wem das am besten gelingt? Darüber entscheiden der Applaus und die Publikumsjury! 

Komm uns am 5. Dezember 2026 im ligeti zentrum besuchen! 

Tag der offenen Tür: 11–18 Uhr 
Science Slam: 19–21 Uhr 

ligeti zentrum, Veritaskai 1, 21079 Hamburg 

 

Weitere Informationen und das vollständige Programm folgen in Kürze.

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Bessere Erkenntnisse durch gute Feldarbeit: Worauf es bei der Rekrutierung von Meinungsgebenden ankommt!

Ende 2024 suchte ich für einen UX-Test einen Rekrutierungspartner. Der Screener war ungewöhnlich umfangreich, die Auswahlkriterien komplex, die Quoten eng gefasst. Alles basierte auf umfangreichen Persona-Beschreibungen.

Als ich unserem Kunden berichtete, wie schwierig die Suche nach Felddienstleistern war, fragte er:
„Hast du schon Helena von VISiiO angefragt?“.
Ich kannte Helena nicht, folgte aber natürlich der Kundenempfehlung, und bereute es keine Sekunde.

Auch für Helena und ihr Team war die Aufgabe anspruchsvoll. Sie stellten jedoch umgehend wichtige Fragen: „Welche Merkmale sind zwingend nötig? Warum wird das abgefragt? Habt ihr daran gedacht, dass …!“. Noch vor der Beauftragung bekam ich eine kostenlose, wertvolle „Screener-Beratung“. Helena und ihr Team sahen sich sofort als Partner und Lösungsfinder. Sie wollten verstehen, hinterfragten Vorgaben und dachten mit. Diese Haltung schätze ich bis heute.

Ich besprach ihre Anregungen mit unserem Kunden, wir überarbeiteten die Kriterien und Quoten – und erhielten passende, kommunikative, auskunftsfähige und motivierte  Meinungsgebende: Menschen, deren Erfahrungen uns halfen, die Forschungsfragen zu beantworten und eine fundierte Grundlage für Entscheidungen zu schaffen.

Seit 2025 sind Helena und ich im engen, fachlichen Austausch.

Helena Berghoff von VISiiO im Portrait

Helena Berghoff

Helena hat ihr Unternehmen VISiiO insights 2011 gegründet und führt es seitdem. Sie ist begeisterte Läuferin, Mutter von zwei Kindern und Kölnerin mit Leib und Seele.

Ihre Leidenschaft gilt Menschen und ihren Meinungen.

Für unser Interview wollte ich von ihr genauer wissen, was gute Rekrutierung ausmacht:
Wann helfen Personas, wann führen sie in die falsche Richtung?
Wie erkennt und vermeidet man Fehlrekrutierungen?
Was motiviert Menschen, über Wochen an einer Studie mitzuwirken?
Und was können Auftraggeber selbst zur Qualität der Feldarbeit beitragen?

Helena gibt in unserem Gespräch tiefe Einblicke in eine Arbeit, die für die Qualität der Erkenntnisse aus Studiendaten entscheidend ist – und die doch oft im Hintergrund bleibt und zu wenig Wertschätzung erfährt.

Ich mag das gern ändern!

Personas geben Orientierung – gute Rekrutierung braucht konkrete Studienziele!

Einige, vielleicht sogar die meisten UX- und User-Researcher:innen arbeiten mit Personas. Einmal erstellt, werden sie über längere Zeit hinweg für Studien und in der täglichen Projektarbeit genutzt. Felddienstleister erhalten Persona-Beschreibungen als Grundlage, um passende Teilnehmende für Tests, Fokusgruppen oder Umfragen zu rekrutieren.
Wie sind deine Erfahrungen mit Rekrutierung auf Basis von Personas? Wo funktioniert das gut – und wo wird es problematisch?

Helena: Rekrutierung auf Basis von Personas funktioniert gut, wenn die Persona als Orientierung für relevante Lebenssituationen, Verhaltensweisen und Bedürfnisse dient – nicht als starre Checkliste.

Problematisch wird es, wenn ältere Persona-Beschreibungen ungeprüft für neue Studien übernommen werden oder wenn Merkmale wie Alter, Beruf, Wohnsituation oder Einstellungen an die Stelle des tatsächlich relevanten Verhaltens treten.

„Eine Persona kann ein guter Startpunkt sein, sie ersetzt aber keine studienspezifische Zielgruppendefinition!“

Was noch wichtig wäre zu erwähnen, ist der Erhebungs-Prozess zur Beschreibung von  Personas: Ist dieser entlang der „Zielgruppen-Wahrscheinlichkeiten“ verlaufen oder hat man interne Bilder („Schablonen“) kreiert, für die man passende Personen draußen in der Welt sucht?

Screening: Konstanz schafft Vergleichbarkeit, Anpassung sichert Relevanz!

Ja, das kann ich bestätigen, liebe Helena: Gute Personas entstehen aus tiefgehenden (qualitativen) Erkenntnissen über reale Menschen, über ihre Lebenssituationen, Bedürfnisse und ihr tatsächliches Verhalten. Daraus werden dann Muster verdichtet, die für die jeweilige Zielgruppe relevant sind. Lass uns zurückgehen zum Prozess der Zusammenarbeit auf Basis von Persona-Beschreibungen.

Wenn Personas einmal definiert sind, entsteht leicht die Versuchung auch beim Screening immer wieder auf dieselben Kriterien zurückzugreifen – naheliegend, irgendwie, vermutlich spart es Abstimmungsaufwand intern und gibt ein Gefühl von Sicherheit. Wann ist dieser Sicherheit, wann ist Konstanz beim Screening sinnvoll – und wann sollte man die Rekrutierung stärker an Methode, Fragestellung oder Erkenntnisinteresse einer Studie anpassen?

Helena: Beim Screening ist Konstanz sinnvoll, wenn bestimmte Kriterien für wiederkehrende Tests tatsächlich unverändert relevant sind – etwa die Nutzung eines Produkts oder ein bestimmter Erfahrungsstand. Das schafft Vergleichbarkeit und erleichtert die Zusammenarbeit.

Die Kriterien sollten jedoch regelmäßig überprüft und an Methode, Fragestellung und Erkenntnisziel angepasst werden. Für eine explorative Studie können andere Teilnehmende passend sein als für einen Usability-Test, der konkrete Nutzungserfahrung voraussetzt.

„Ein wiederverwendbares Screening-Gerüst hilft, ein unverändertes Screening für jede Studie kann dagegen systematisch die falschen Personen auswählen.“ 

Wer neue Nutzungssituationen erkunden will, braucht womöglich andere Teilnehmende als ein Team, das einen konkreten Ablauf testen möchte. Ein gemeinsames Grundgerüst spart Zeit. Die Kriterien sollten aber nicht einfach ungeprüft übernommen werden.

Qualität in der Feldarbeit beginnt mit einem guten Briefing!

Wer entscheidet eigentlich über die Vergabe von Rekrutierungsanfragen und -aufträgen?
Welche Rollen und Aufgaben haben die entscheidenden Personen typischerweise in Unternehmen, Agenturen oder Marktforschungsinstituten?

Helena: Wer eine Rekrutierung beauftragt, ist je nach Organisation unterschiedlich. In Marktforschungsinstituten und in Unternehmen kommen die Anfragen in der Regel von Projektleitern oder vom sogenannten Feldmanagement. In Agenturen kümmern sich meist Projekt- oder Research-Leitung darum.

Ich höre immer wieder von Moderator:innen oder Interviewer:innen, die von sehr frustrierenden Situationen berichten: Sie starten eine Studie, sitzen in einer Remote-Interview-Session oder in einem Gruppendiskussionsraum, und merken bereits nach wenigen Minuten, dass die Teilnehmenden eigentlich gar nicht geeignet sind.
Kennst du solche Situationen aus deiner Erfahrung? Und was kann man tun, um solche Fehlrekrutierungen möglichst zu vermeiden?

Helena: Ja, solche Fehlrekrutierungen kommen vor: Im Gespräch zeigt sich dann etwa, dass jemand ein Produkt nicht in der Frequenz nutzt oder ein Produkt mit einem anderen verwechselt hat , die eigene Erfahrung nicht konkret beschreiben kann oder die Auswahlkriterien anders verstanden hat als erwartet.

Das lässt sich durch ein präzises Briefing, verhaltensnahe Screening-Fragen und eine Überprüfung der Antworten auf Schlüssigkeit während des telefonischen Screenings reduzieren. Bei anspruchsvollen Zielgruppen oder besonders wichtigen Studien hilft ein sehr ausführliches Vorgespräch, die studienspezifische Passung bzw. Eignung der Teilnehmenden vorab einzuschätzen.

„Auch müssen Rekrutierungspartner frühzeitig wissen, welche Kriterien unverzichtbar sind und wo Flexibilität möglich ist.“

Ein gemeinsames Briefing seitens des Aufraggebers zum Projektstart kann in der Regel sehr positiven Einfluss auf das gesamte Projekt ausüben, indem man mit uns wichtige Hintergrundinformationen zur Studie teilt, die uns helfen in den Screening-Gesprächen die richtigen Akzente zu setzen oder Nuancen im Aussageverhalten der potentiellen Teilnehmenden besser zu deuten und die Auswahl zu verfeinern.

Das hat unmittelbaren Einfluss auf den Qualitäts-Output der Rekrutierung!

Blackbox Rekrutierung? – gute Feldarbeit ist transparent und nachvollziehbar!

Woran merkt man eigentlich, dass eine Studie mit den falschen Teilnehmenden durchgeführt wurde?

Helena: Falsche Teilnehmende erkennt man oft daran, dass ihnen der Bezug zur untersuchten Situation fehlt. Sie können wichtige Aufgaben nicht nachvollziehen oder bleiben bei ihren Antworten sehr allgemein, statt von konkreten Erlebnissen zu erzählen.

Manchmal zeigt sich auch, dass mehrere Personen die Auswahlkriterien ganz unterschiedlich verstanden haben. Einzelne ungewöhnliche Antworten beweisen noch keine Fehlrekrutierung.

„Entscheidend ist, ob die Stichprobe insgesamt die Forschungsfrage beantworten kann.“

Ebenso problematisch sind stark voneinander abweichende Interpretationen der Screening-Kriterien oder eine Gruppe, die zwar z.B. zu einer Persona passt, aber nicht zum Ziel der Studie.

Uns passiert das aber so gut wie nie.

Wie geht ihr bei VISiiO vor, um genau solche Situationen zu verhindern, um Fehlrekrutierungen zu vermeiden?
Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine qualitativ hochwertige Rekrutierung?

Helena: Bei VISiiO setzen wir auf passgenaue, nachvollziehbare Rekrutierung statt auf eine Black-Box-Auswahl.

Dazu gehören ein gemeinsames Verständnis der Zielgruppe und Ausschlusskriterien, die Prüfung von Screening-Antworten und – je nach Projekt – eine zusätzliche Einschätzung der Eignung vor dem finalen Einsatz.

Bei schwierigen Zielgruppen oder erhöhtem Qualitätsbedarf kann eine unabhängige Prüfung der Profile und Dokumentation sinnvoll sein (gemeinsam mit unserem Auftraggeber).

Für uns sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren

  • ein gutes Briefing,
  • präzise und verhaltensnahe Kriterien,
  • transparente Kommunikation,
  • realistische Zeitplanung sowie die
  • Bereitschaft, bei neuen Erkenntnissen/Abweichungen nachzusteuern.

Unser Motto ist „über den Screener hinausdenken“, die unmittelbaren Screening-Erlebnisse mit der Zielgruppe reflektieren und in einen Zusammenhang mit den Zielen der Studie setzen.

So findet ein Auswahl- und Reinigungs-Prozess innerhalb der Rekrutierung statt. Das Ergebnis sind dann gute und sehr engagierte Meinungsgebende.

Was Studienteilnehmende motiviert – und über Wochen engagiert hält!

Du beschäftigst dich intensiv mit der Motivation von Menschen, die an qualitativen Studien teilnehmen. Was treibt Menschen an, sich bei Studien zu engagieren und ab und an auch über mehrere Tage oder Wochen bei einer Tagebuchstudie aktiv mitzuwirken?

Helena: Oft spielen Neugier und der Wunsch eine Rolle, die eigene Erfahrung einzubringen. Auch ein persönlicher Bezug zum Thema und eine faire Aufwandsentschädigung können motivieren.

Bei einer Tagebuchstudie oder einer Online-Community über mehrere Tage oder Wochen kommt noch etwas dazu: Die Aufgaben müssen verständlich und gut machbar sein (keine monotonen Abfragen), die Betreuung sollte verlässlich sein und die Teilnehmenden sollten merken, dass ihre Beiträge ernst genommen werden.

Eine wichtige Rolle spielt auch, dass die Teilnehmenden sich im besten Fall intuitiv z.B. auf einer Community-Plattform bewegen können, ohne technische Hürden, die demotivierend wirken oder sogar zu Abbrüchen führen können.

Gute Rekrutierung braucht Austausch – und das schon vor dem Auftrag!

Lass uns noch einmal auf die Zusammenarbeit zwischen UX-/User-Research-Teams und Rekrutierungspartnern schauen. Wie sieht aus deiner Erfahrung eine gute Zusammenarbeit aus – etwa bei regelmäßigen UX- oder Usability-Tests?

Helena: Eine gute Zusammenarbeit mit einem Rekrutierungspartner beginnt früh. Es reicht meist nicht, nur eine Persona und eine Quote weiterzugeben. Hilfreich ist zu erklären, welche Erkenntnisse die Studie liefern soll und woran man passende Teilnehmende erkennt.

Der Rekrutierungspartner sollte seinerseits offen ansprechen, was realistisch ist, wo Risiken liegen und wie viel Zeit die Suche nach geeigneten Teilnehmenden voraussichtlich braucht.

Bei regelmäßigen Tests können feste Abläufe und ein gemeinsames Screening-Grundgerüst den Alltag erleichtern – solange man es für jede neue Studie noch einmal prüft.

Rekrutierung für Langzeitstudien: Eine Zusage allein reicht nicht!

Bei Tagebuchstudien oder Online-Communities sind Teilnehmende häufig über mehrere Wochen involviert. Was muss bei der Rekrutierung und Vorbereitung der Teilnehmenden hier besonders beachtet werden?

Helena: Bei Tagebuchstudien und Online-Communities müssen Verfügbarkeit, Verbindlichkeit und digitale Teilnahmemöglichkeiten besonders sorgfältig geprüft werden.

Vorab sollten Teilnehmende genau wissen, wie lange die Studie dauert, wie häufig Beiträge erwartet werden, welche Art von Beiträgen erwartet werden (Text, Videos oder Fotos) wie viel Zeit einzelne Aufgaben beanspruchen und welche technischen Voraussetzungen gelten. Eine kurze Einführung, klare Aufgabenstellungen, Erinnerungen und erreichbare Ansprechpersonen unterstützen die Teilnahme.

Außerdem sollte die Rekrutierung nicht nur die anfängliche Zusage, sondern die realistische Bereitschaft zur kontinuierlichen Mitwirkung berücksichtigen.

Die Teilnehmenden und Meinungsgebenden sollten genau wissen, wie lange die Studie dauert, wie häufig Beiträge erwartet werden und wie viel Zeit die Aufgaben ungefähr kosten. Eine kurze Einführung, klare Aufgaben, Erinnerungen und eine erreichbare Ansprechperson machen es leichter, dranzubleiben.

Zum Abschluss: Wenn du UX- und User-Research-Teams einen einzigen Rat geben könntest, bevor sie eine Studie starten: Welcher wäre das?

Helena:

„Definiert vor der Rekrutierung, welche konkreten Erfahrungen und Verhaltensweisen ihr für die Forschungsfrage braucht – und prüft jedes Persona-Merkmal daran, falls ihr mit Personas arbeitet.“

Liebe Helena, vielen Dank für Deine Einblicke und dafür, dass Du jeden Tag zeigst, wie viel Sorgfalt und Mitdenken hinter guter Rekrutierung steckt.
Ich freue mich auf unseren weiteren Austausch, und darauf, gemeinsam Fragen aufzugreifen, die uns in der UX- und User-Forschung beschäftigen.

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Musizierende Gehirne und ein klingender Tisch: Bei der SuedKultur-MusicNight werden mathematische Modelle in Musik übersetzt

Am 10. Oktober 2026 ist es wieder soweit: Zum nunmehr 16. Mal bringt die SuedKultur-MusicNight 2026 die Musikszene in Harburg zusammen. Auch das ligeti zentrum ist erneut mit dabei. Im Production Lab heißt es ab 17 Uhr: „Bühne frei für Klang à la Carte!“ Präsentiert wird ein musikalisches Dinner, zu dem jeder Act seine eigenen Zutaten beisteuert.

Mit dabei sind die mathematisch beeinflussten Klanglandschaften von Dr. Simon Linke (InnoLab) und Prof. Dr. Rolf Bader. Das Duo musiziert seit ein paar Jahren zusammen – zuletzt sogar in China. Dabei verwenden sie die sogenannte Impulse Pattern Formulation (IPF) – einen physikalischen Modellierungsalgorithmus, der Klänge, Rhythmen und großräumige Formen erzeugen kann. Was halten die Musiker für die MusicNight parat?

Foto: Jakob Mewes

ligeti zentrum: Ihr eröffnet die MusicNight im Production Lab des ligeti zentrums mit einer 30-minütigen Performance, bei der die Impulse Pattern Formulation (IPF) zum Einsatz kommt. Was hat es mit diesen mathematischen Algorithmen auf sich?

Simon Linke: Ich kombiniere IPF und andere mathematische Modelle aus den späten 1980er-Jahren, um Instrumente zu bauen, die so klingen, wie ich es will, sich aber tatsächlich auch wie richtige Instrument artikulieren. Mich hat an traditionellen Synthesizern schon immer gestört, dass man am Ende nur Knöpfe drückt. Und dann passiert immer dasselbe. Mithilfe der IPF kann ich auch Gegenstände so intuitiv spielen, wie ein klassisches, akustisches Instrument – ohne Synthesizer-Knöpfe programmieren zu müssen.

Für die MusicNight haben wir neue IPF-Instrumente gebaut und uns neue Klänge überlegt. Während der Performance improvisieren wir, um neue Klanglandschaften zu erschaffen.

Foto: Jakob Mewes

ligeti zentrum: Wie sehen diese Instrumente aus?

Simon Linke: In diesem Fall ist das auf den ersten Blick ein einfacher Tisch. Die Oberfläche kann ich anschlagen, ähnlich wie die Saite einer Gitarre. Das digitale System, das daran geknüpft ist, kann ich immer wieder anpassen, sodass es sich ständig verändert und damit ständig anders ist.

Klanglich steckt da aktuell ein Stück von einer Zither und einer Blockflöte drin – aber eben auch die natürlichen Eigenschaften, die eine Tischoberfläche mit sich bringt. Im Nachklang kann ich den Pickup von E-Gitarren koppeln. Das ist das Tolle an der IPF: Man hat eine Gleichung für alle möglichen Instrumente und kann einzelne Bauteile von Instrumenten quasi frei kombinieren.

Foto: Jakob Mewes

ligeti zentrum: Wie sehen diese Instrumente aus?

Simon Linke: In diesem Fall ist das auf den ersten Blick ein einfacher Tisch. Die Oberfläche kann ich anschlagen, ähnlich wie die Saite einer Gitarre. Das digitale System, das daran geknüpft ist, kann ich immer wieder anpassen, sodass es sich ständig verändert und damit ständig anders ist.

Klanglich steckt da aktuell ein Stück von einer Zither und einer Blockflöte drin – aber eben auch die natürlichen Eigenschaften, die eine Tischoberfläche mit sich bringt. Im Nachklang kann ich den Pickup von E-Gitarren koppeln. Das ist das Tolle an der IPF: Man hat eine Gleichung für alle möglichen Instrumente und kann einzelne Bauteile von Instrumenten quasi frei kombinieren.

Die IPF funktioniert auch als Gehirnmodell

Rolf Bader: Die IPF funktioniert auch als Gehirnmodell. Mein Instrument ist eine Ansammlung von Gehirnen, denen man Input gibt, ehe man sie für sich selbst laufen und Stimmen produzieren lässt. Das können Froschtöne sein oder Vogelgezwitscher, aber auch alle möglichen anderen Tiere. Die einzelnen Gehirne kopple ich miteinander, sodass sie einander zuhören und aufeinander reagieren. Zusammen bilden sie ihren kleinen Dschungel.  

ligeti zentrum: Woher stammt die Inspiration für diesen besonderen Gehirn-Synthesizer?

Rolf Bader: Letztes Semester habe ich ein Seminar zu Astromusikologie an der Universität Hamburg gegeben. Darin ging es um die Frage, wie Leben auf anderen Planeten wohl klingen würde. Das müssten nämlich auch selbstorganisierende Systeme sein – sonst wäre es kein Leben.

Eine NASA-Sonde hat bereits erste elektromagnetische Wellen und Radioaktivität auf dem Jupitermond aufgezeichnet, die in für Menschen hörbare Töne übersetzt wurden. Wenn da wirklich Leben ist, könnte man die Klänge abgleichen und rekonstruieren, wie diese Aliens gebaut sein müssten. Für den Moment haben wir uns diese Aliens erstmal selbst gebaut.

Foto: Jakob Mewes

Für den Moment haben wir uns diese Aliens erstmal selbst gebaut

ligeti zentrum: Eure Performances sind durch Improvisation ausgezeichnet. Ihr improvisiert aber nicht nur miteinander, sondern ebenfalls mit den Instrumenten. Wie fühlt sich das an?

Rolf Bader: Die Gehirne funktionieren in der Tat wie eigenständige Lebewesen. Und die machen nicht immer, was man will.

Simon Linke: Wir haben gelernt, wie man sie beeinflussen kann. Wenn Elemente aus der Reihe tanzen, kann man versuchen, sie zu überzeugen. Aber dasselbe gilt auch für uns beide: Man weiß nie richtig, was der andere macht. Das ist der Spaß an der Sache. Was passiert, ergibt sich live.

SuedKultur-MusicNight 2026 @ ligeti zentrum: Klang à la Carte!

Zur SuedKultur-MusicNight 2026 lädt das ligeti zentrum Künstler:innen mit unterschiedlichen Handschriften und Einflüssen zu einem musikalischen Dinner. Jeder Act bringt seine eigenen Zutaten mit: von mathematisch beeinflussten Klanglandschaften über vertonte chinesische Gedichte bis hin zu Instrumenten, die sich gegenseitig steuern.

 

10. Oktober 2026, 17:00–23:30 Uhr
Production Lab, ligeti zentrum (10. Stock)
Eintritt: 7,50 Euro

 

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Vertrauen als Grundlage für empowered Product Teams: Wie man durch Delivery trust aufbaut

Shape Up in practice, Ryan Singer and Daniel Neuberger

🇬🇧 Read the English version.

Ein Team, das mehr Verantwortung übernehmen möchte, muss zunächst zeigen, dass es mit seiner aktuellen Verantwortung umgehen kann. Das klingt einfach. Ist es aber nicht.

Viele Product Teams wissen, wie gute Produktarbeit aussieht. Sie haben die Bücher gelesen. Sie waren auf den richtigen Konferenzen. Sie verstehen Discovery, Strategie und Outcomes.

Aber am Montagmorgen bekommen sie trotzdem Anforderungen vorgesetzt. Das Product Team wird darauf reduziert, die Lösung anderer umzusetzen.

Hier ist die unbequeme Wahrheit:

Empowerment kann nicht einfach erklärt werden. Vertrauen muss man sich verdienen. Und dieses Vertrauen beginnt mit Delivery.

Der Artikel enthält auch ein Gespräch mit Ryan Singer über „Shape Up“ als Tool für Product Delivery. Das Video findet ihr im Artikel.

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strg+alt+musik: Das war der Science Slam der Off-ICMC 

Ein Künstler:innen-Duo, drei Künstler und ein Thema: „strg+alt+musik: Musik in unserer digitalen Zeit“. Der Science Slam im Kultur Palast Harburg ging als Highlight der Off-ICMC hervor. Die kreativen Beiträge können nun auch online abgespielt werden.

Es war ein besonderer Abend im frisch sanierten Kultur Palast Harburg: Mit der ersten größeren Veranstaltung infolge der Schließung für Umbauarbeiten durfte das ligeti zentrum am 12. Mai 2026 erneut die Bühne freigeben. Beim Science Slam strg+alt-musik traten drei Künstler und ein Künstler:innen-Duo gegeneinander an. Das Motto: „Musik in unserer digitalen Zeit“ – zugänglich gemacht durch die humoristischen Beiträge der internationalen Präsentierenden und eine Simultan-Übersetzung über Bluetooth-Kopfhörer. Als Gewinner des Abends ging der US-amerikanische Komponist und Forscher Walker Smith hervor, der bereits 2025 als Resident zu Gast im ligeti zentrum war. Er überzeugte die Publikumsjury mit seiner Bühnenpersona Roy G. Biv und seinem interaktiven Vortrag über musikalische Chemie.

Der Abend bleibt als ein Highlight der Off-ICMC in Erinnerung. Das vom ligeti zentrum organisierte Begleitfestival zur International Computer Music Conference machte die aktuelle Forschung zu computergestützter Musik für über 400 Besuchende zugänglich. Nun stehen die Science-Slam-Beiträge von Karl Geber und Karina Erhard, Victor Gelling, Riccardo Mazza, und Walker Smith auch auf YouTube zur Verfügung.

Großes Kino im Kultur Palast Harburg: Der Science Slam ging als Highlight der Off-ICMC hervor | Foto: Daria Radler
Großes Kino im Kultur Palast Harburg: Der Science Slam ging als Highlight der Off-ICMC hervor | Foto: Daria Radler

Karl Gerber & Karina Erhard (DE): Virtuosität visualisiert

Gerade in Zeiten eines allgegenwärtigen KI-Hypes möchte das Publikum bei Live-Elektronischer Musik Vertrauen in eine direkte, unverfälschte Virtuosität der Performer gewinnen. Wie?

Seit 2019 arbeiten Karl F. Gerber und Karina Erhard als Duo an der Schnittstelle von Komposition, Improvisation, Elektronik und Performance. Ihr Fokus: das Zusammenspiel von Mensch und Maschine als unmittelbares Klangerlebnis. Zentral sind Gerbers automatisierte „Autoreninstrumente“ – von Violine und Zither bis zu Blockflöte oder Talking Drum –, erweitert durch Sensorik und interaktive Systeme. Die Stücke entstehen experimentell zwischen Konstruktion, Programmierung und Improvisation und wurden international bei Formaten wie NIME, CMMR und der ICMC präsentiert. Arbeiten wie „Limit“, „Produktionsmittel“ oder „Corporeality – in Honour of Harry Partch“ verbinden Flöten, mikrotonale Instrumente und automatisierte Klangapparate; mit „Four Strings not for Strings“ werden sogar Playstation-Controller zu Instrumenten. Mehrere Auszeichnungen – darunter Preise bei CMMR und Matera Intermedia sowie Filmpreise in Bangkok – unterstreichen ihre internationale Resonanz. Gerber entwickelt seit den 1980er-Jahren musikmechatronische Echtzeit-Systeme, Erhard ist als Flötistin in der zeitgenössischen Musikszene aktiv und gastierte u. a. bei der Münchener Biennale und den Darmstädter Ferienkursen. 

Victor Gelling (DE): Now my Life is Sweet like Cinnamon. Komplette Kontrolle? Zwischen X-Box, Keyboards und Tanzmatten

„Ich bin der Musikant mit Taschenrechner in der Hand.“ So oder so ähnlich beschrieben Kraftwerk sich und viele andere Computernerds, die tagein, tagaus vor ihren Computer sitzen und sich dabei immer wieder eine Frage stellen: Wie kontrolliere ich einen Klang, der keinen physikalischen Regeln folgen muss? Controller und Interfaces sind genau diese Knöpfe, Flächen und Objekte, mit denen elektronische Klänge nicht nur gebaut, sondern auch gespielt werden. Sie übersetzen Berührungen, Bewegungen und manchmal auch Zufall in Sound. Manche erinnern an Instrumente, andere eher an Werkzeuge oder Spielzeug. In diesem Vortrag geht es darum, wie diese Dinge funktionieren und warum sie für viele Musiker:innen so spannend sind. Was passiert eigentlich, wenn man einen Regler bewegt? Wie wird daraus Musik? Wo hört Technik auf und wo beginnt Ausdruck? Und muss man das überhaupt noch trennen? „Und wenn ich diese Taste drück, wird er ein kleines Musikstück gespielt!“

Victor Gelling (*1998 in Berlin) ist Komponist:in und Improvisator:in. Mit Saiteninstrumenten, unter Anderem Kontrabass, Tenorbanjo, Pedalsteel-Gitarren sowie Synthesizern und selbst programmierten Computerprogrammen erzeugt they Klänge von Jazz über Noise bis hin zu elektrischen Cowboysongs und komplexer Musik, die in Werken mit NOW MY LIFE IS SWEET LIKE CINNAMON, dem Antiphon-Orchestra, der Alternative-Country-Band Slowklahoma, Solowerken oder dem Spiel im Jorik Bergman Trio Gehör finden. Victor studierte Jazz-Kontrabass und Improvisation an der HfMT Köln. Victor gehört dem Vorstand der Kölner Jazzkonferenz e.V. an, ist Mitglied des impakt-kollektivs Köln und verwaltet das kollektiveigene Label impakt-records. Konzertreisen führten durch Europa, Nord- und Südamerika. Zu Festivalauftritten zählen das Acht-Brücken-Festival Köln, das Festival Warschauer Herbst, die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, die Cologne Jazzweek und das Festival de La Habana de Música Contemporánea (Kuba).

Riccardo Mazza (IT): Sonic Earth: A Real-time Journey Through Environmental Data (ENG)

Sonic Earth ist eine interaktive Reise, die Umweltdaten in eine lebendige musikalische Landschaft verwandelt. Das Publikum erlebt eine „klangliche Weltreise“, bei der eine Live-Verbindung zu Wetterstationen und Satelliten-APIs Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Schadstoffwerte aus verschiedenen Ecken der Welt erfasst und in musikalische Kompositionen verwandelt, in der der Wind die Texturen formt und das Klima die Harmonie bestimmt. Sonic Earth erkundet, wie Technologie uns helfen kann, durch die universelle Sprache des Klangs wieder eine Verbindung zur Erde herzustellen.

Riccardo Mazza ist Komponist, Klangkünstler und Forscher mit Schwerpunkt auf der Wahrnehmung von Klang. Er unterrichtet Neue Technologien an der Hochschule für Musik (APM) in Saluzzo und ist Gründer der Experimental Studios in Turin. Im Laufe seiner Karriere hat er an innovativen Technologien für Kino und Musik gearbeitet, mit renommierten Künstlern zusammengearbeitet und Software für immersives Audio entwickelt. Sein neuestes Projekt, Sonic Earth, wurde weltweit präsentiert.

Walker Smith (USA): Musical Chemistry (ENG)

Wie würden Atome klingen? Ist das Periodensystem ein Musikinstrument? Feiern Heliumatome Tanzpartys? In diesem Vortrag nimmt euch der in Regenbogenfarben gekleidete „musikalische Chemiker“ Roy G. Biv mit auf eine Reise durch die Klänge der molekularen Welt. Mithilfe von Datensonifikation übersetzt er die von Atomen abgegebenen Lichtfrequenzen in für uns hörbare Klänge und schafft so für jedes Element einen einzigartigen mikrotonalen Akkord. Anhand seines interaktiven musikalischen Periodensystems wird er zeigen, wie er diese Lichtfrequenzen der Elemente genutzt hat, um musikalische Klangfarben, Tonleitern, Akkorde und ganze Kompositionen zu entwerfen. Er wird auch erläutern, wie seine Sonifikationsansätze die menschliche Hörwahrnehmung berücksichtigen und welche Strategien zur Klangtransformation uns ermöglichen, mehr Klangdetails zu hören und gleichzeitig ihren harmonischen Charakter zu bewahren. Als weltweit erster „musikalischer Chemiker“ erweitert er die Sonifikation zur (Per-)Sonifikation und erweckt die Klänge der molekularen Welt durch Helium-Tanzpartys und magische alchemistische Schlagzeuge zum Leben.

Walker Smith ist der weltweit erste „musikalische Chemiker“. Er stammt ursprünglich aus Knoxville, Tennessee, und ist derzeit Doktorand im Bereich computergestützte Musiktheorie und Akustik am Center for Computer Research in Music and Acoustics (CCRMA) der Stanford University. Er hat Bachelor-Abschlüsse in Chemie und Musikkomposition an der Indiana University Bloomington. Er kreiert pädagogische Multimedia-Performances, die Musik und Wissenschaft miteinander verbinden, darunter „The Sound of Molecules“, das er bereits vor Tausenden von Zuschauern in den Vereinigten Staaten und Europa aufgeführt hat. Im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums in den Niederlanden entwickelte er das „Interactive Musical Periodic Table“, ein Projekt, das auf einer Tagung der American Chemical Society vorgestellt wurde. Im Sommer 2025 war er Artist-in-Residence und Forscher am Ligeti Zentrum in Hamburg. Dort entwickelte er eine neue Show mit dem Titel „The Well-Tempered Periodic Table“, die Sonifikationen chemischer Elemente mit akustischen Instrumenten, Publikumsinteraktion und Lichtdesign kombiniert. Er hat seine Sonifikationsforschung und Kompositionen auf Konferenzen und Festivals präsentiert, darunter AudioMostly, die International Conference on Auditory Display, die Sound and Music Computing Conference, die International Computer Music Conference und das New York City Electroacoustic Music Festival. Außerdem hat er ein Kapitel zu dem von Eduardo Miranda herausgegebenen Buch Advances in Quantum Computer Music beigetragen. Seine Forschungs- und Performancepraxis konzentriert sich vor allem auf die wissenschaftlichen, pädagogischen und musikalischen Möglichkeiten, das Periodensystem in ein Musikinstrument zu verwandeln und molekulare Musik zu schaffen. Walker ist Goldwater-Stipendiat und Knight-Hennessy-Stipendiat.

Über die besten Beiträge des Science Slam entschied das Publikum | Foto: Daria Radler
Über die besten Beiträge des Science Slam entschied das Publikum | Foto: Daria Radler

Save the Date: Der nächste Science Slam des ligeti zentrums steht an!

Das Format des Science Slams geht im ligeti zentrum schon bald in die nächste Runde. Unter dem Motto „strg+alt+ligeti“ geben am Tag der offenen Tür vier Mitglieder des ligeti zentrums ihre Forschung zum Besten. Los geht es am 5. Dezember 2026 um 19 Uhr im Production Lab. Weitere Informationen folgen in Kürze.

Der Beitrag strg+alt+musik: Das war der Science Slam der Off-ICMC  erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Trust as the Foundation of Empowered Product Teams: How to Earn Trust Through Delivery

Shape Up in practice, Ryan Singer and Daniel Neuberger

🇩🇪 Zu diesem Artikel gibt es auch eine Deutsche Fassung.

A team that wants more responsibility has to demonstrate that it can handle its current level of responsibility first. That sounds simple. It is not.

Many Product Teams know what great product work looks like. They have read the books. They have been to the conferences. They understand discovery, strategy, outcomes.

But on Monday morning they are still getting handed requirements. The Product Team is reduced to just delivering someone else’s solution.

Here is the uncomfortable truth:

Empowerment cannot be declared. Trust has to be earned. And earning it starts with delivery.

The article also features a conversation with Ryan Singer about “Shape Up” as a tool for product delivery. You’ll find the video embedded in the article.

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Der erste Praktikant im ligeti zentrum

Durch die monatlich stattfindenden Synthesizer-Workshops hörte David Holzinger erstmals vom ligeti zentrum. Dass in der zehnten Klasse ein weiteres Schülerpraktikum auf dem Plan stand, kam ihm daher gelegen. Er bewarb sich – und wurde angenommen. Drei Wochen lang blickte er hinter die interdisziplinären Kulissen des ligeti zentrums. Neben Planungsmeetings, etwa zum anstehenden Tag der offenen Tür, schnupperte er in die verschiedenen Labs, testete Installationen wie Moving Sound Pictures und innovative Instrumente wie den Spatial Sampler. Nun zieht er sein Resümee. Ein Erfahrungsbericht des ersten Schülerpraktikanten im ligeti zentrum.

Mein Praktikum im ligeti zentrum

Mein Name ist David Holzinger und gehe in die 10. Klasse. Für mein Schulpraktikum hatte ich die Möglichkeit, drei Wochen im ligeti zentrum zu verbringen. Es war eine besondere Erfahrung für mich, einen Einblick in einen Ort zu bekommen, an dem Musik, Technik, Forschung und Kreativität zusammenkommen, da ich von so einer Kombination aus Themen noch nie einen richtigen Eindruck bekommen habe.

Am Anfang wusste ich selbst noch nicht genau, was mich dort erwarten würde, da ich das ligeti zentrum nur durch einen Synthesizer-Workshop kannte und dadurch noch nicht genau wusste, wie ein normaler Arbeitstag dort aussah. Neben den vielen Bereichen, die ich kennen lernen durfte, ist mir schnell klar geworden, dass das Wort „flexibel“ eine große Rolle in Bezug auf den Arbeitstag hatte. Es gab nämlich nicht nur flexible Arbeitszeiten, sondern auch flexible Arbeitsplätze, die den Leuten zustanden, die nur eine bestimmte Zeit lang im ligeti zentrum vor Ort waren.

Es war eine besondere Erfahrung für mich, einen Einblick in einen Ort zu bekommen, an dem Musik, Technik, Forschung und Kreativität zusammenkommen

Während meines Praktikums durfte ich nicht einfach nur zuschauen, sondern wurde in verschiedene Aufgaben einbezogen. Ich konnte eigene Sachen ausprobieren, Messungen durchführen und hab die Chance bekommen, zum ersten Mal in meinem Leben zu löten. Dabei habe ich auch gemerkt, dass hinter den Dingen, die man am Ende bei einer Veranstaltung oder einem Projekt sieht, mehr Planung und Arbeit steckt, als man vielleicht denkt.

Ganz zum Ende hin habe ich erfahren, dass ich der erste Praktikant am ligeti zentrum war, was mich sehr überrascht hat, da das ganz und gar nicht so wirkte. Es gab nämlich immer wieder neue Dinge zu entdecken und unterschiedliche Menschen, mit denen ich zu tun hatte. Dadurch waren die Tage abwechslungsreich und ich habe jeden Tag etwas Neues kennengelernt.

Ich bin froh, dass ich mein Praktikum dort machen durfte und natürlich ist es auch ein ziemlich gutes Gefühl, sagen zu können: Ich war der erste Praktikant im ligeti zentrum.

 

Das gesamte ligeti zentrum sagt Danke – für deine Zeit bei uns, deine Neugierde und deine Ideen!

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Von Feature Factories, Speisekarten und Vokabelheften

Unser Autor Wolf Brüning war zu Gast bei Digital Product Talks, dem Podcast der COBE-Gründer Felix van de Sand und Daniel Wagner. Die drei haben gut achtzig Minuten diskutiert, über Produktorganisationen, Product Discovery, Design Systeme – und darüber, was KI mit allen dreien macht. Wer die Folge gerne hören möchte, springt mit den folgenden Links direkt rein. Alle anderen finden weiter unten fünf spannende Passagen aus dem Gespräch als geschriebene Zusammenfassung.

🎧 Raus aus der Feature Factory, rein in die Product Discovery – Podigee | Spotify | Apple Podcasts (81:35)

Projektkultur ist managementfreundlicher als Produktkultur

🎧 12:45

„Man darf diesen Sachen nicht immer aus dem Weg gehen und sagen: Die Oberen sagen das, also tue ich es. Dann wird man niemals ein richtig gutes Produkt entwickeln – dann wird man zum Auftragsempfänger, und dann ist man schon wieder bei der Feature Factory.“

Teams werden nicht zur Feature Factory, weil jemand das so beschlossen hätte. Sie werden es, weil die Organisation um sie herum das Projektdenken nie hinter sich gelassen hat: die Welt der Pflichtenhefte, der Scopes, der abzuarbeitenden Listen.

Und diese Welt ist ehrlicherweise leichter zu managen. Man hat eine Liste mit zwanzig Punkten, sechzehn davon sind abgehakt, man ist ein guter Manager. Die Produktwelt bietet diesen Komfort nicht: Da heißt es, wir kennen den Weg zum Outcome noch nicht. Wer selbst unter Druck steht und das dem eigenen Chef so erzählen muss, braucht dafür eine Sicherheit, die nicht jeder hat.

Deshalb löst das auch kein Team allein. Ein Team kann dem Zustand einen Namen geben – allein das hilft schon – und sich klar machen, wie es eigentlich arbeiten möchte. Und dann mit den eigenen Führungskräften ins Gespräch gehen und dafür einen Test-and-Learn-Zeitraum vereinbaren. Vertrauen erarbeitet man sich in Schritten. Als Otto damals otto.de neu baute, war Wolf einer von drei UX-Designern in den ersten drei Produktteams, die anders arbeiteten als der große Rest der Organisation. Diese drei Teams haben sich über Erfolge so viel Vertrauen erarbeitet, dass Otto heute aus rund hundert Produktteams besteht, die nach diesen Prinzipien arbeiten. Nicht über Nacht. Aber es hat sich bewegt.

Eine Produktstrategie sollte sein wie die Karte im Sternerestaurant

🎧 22:00

„Produktstrategien sind besser, wenn sie nicht immer alles wollen, sondern eine klare Haltung zeigen: Dahin wollen wir – und dahin wollen wir vielleicht nicht, oder das ist gerade nicht relevant.“

Das Wie ist dabei ziemlich egal. Ein Word-Dokument, ein gemaltes Bild, ein Video – was auch immer bei den eigenen Leuten ankommt. Entscheidend ist, dass die Strategie Klarheit schafft und nicht bloß eine Sammlung von Wünschen und Ideen ist.

Je höher man essen geht, desto kürzer die Karte: Im Sternerestaurant stehen vielleicht noch fünf oder sechs Sachen drauf, kaum Auswahl, aber verdammt gut. Bei der Imbissbude an der Ecke, die alles von Schnitzel bis Sushi anbietet, darf man sich überlegen, ob das eine gute Idee ist. Und die Haltung, die man einnimmt, muss mit der Unternehmensstrategie harmonieren: Das Unternehmen will X, und genau darum macht die Produktorganisation Y. Das aufgeschrieben zu haben ist die halbe Miete. Vielleicht noch nicht mal.

Product Discovery ist kein Schischi-Designprozess, sondern Risikomanagement

🎧 30:40

„Nach fünfzehn Jahren Nutzertests würde ich von mir sagen, dass ich eine sehr gute Intuition dafür habe, was im User Experience Design funktioniert und was nicht. Und trotzdem bin ich immer wieder überrascht, wie oft ich dann doch falsch liege.“

Software zu bauen und zu betreiben ist auch mit KI verdammt teuer. Und das falsche Produkt zu bauen ist nicht nur verschwendetes Geld: Man vergrault damit Kunden, und man kann jahrelang in die falsche Richtung weiterbauen, ohne es zu merken, weil man sich in die eigene Lösung verliebt hat.

Zwei Beispiele, auf die das Gespräch immer wieder zurückkam. Sonos hat ein App-Update ausgeliefert, das intern längst als kaputt markiert war – ein Unternehmen, das von der Experience lebt, hat innerhalb weniger Wochen Sterne, Nutzer und Unternehmenswert verloren. Duolingo hat die liebevoll handgemachten Lessons durch KI-generierte ersetzt und Nutzer verloren, die tausend Tage Streak hinter sich hatten. Man stelle sich vor, man hat einen richtig guten persönlichen Sprachlehrer, und eines Tages steht stattdessen ein kleiner Kassettenrekorder vor der Tür. Beide Risiken hätte man vorher finden können. Das ist kein Hexenwerk – es heißt nur, mit Nutzern zu sprechen, bevor man ausliefert, statt danach.

Und der Einwand, Discovery sei im KI-Zeitalter zu langsam, dreht die Sache um: Wer mit KI zehnmal schneller in die falsche Richtung rennt, hat auch viel Zeit verloren.

Ein Design System kann das Vokabelheft für die KI sein

🎧 53:00

„Du bist als Designer nicht weniger kreativ, nur weil du nicht jedes Mal diesen Button neu malen musst. Und genauso bist du als Entwickler nicht weniger Entwickler, wenn du nicht immer diesen Button neu programmieren musst.“

Design Systeme begleiten Wolf schon lange; er hat damals das erste Otto Design System initiiert und später das zweite für die B2B-Portale. Die alten Argumente gelten unverändert: Konsistenz, Effizienz – und eine gemeinsame Produktsprache, sodass ein Ding tatsächlich der Primary Button ist und nicht „der Knopf da“.

Dazu kommt jetzt ein neues. Wir wissen alle, dass der Code, den KI produziert, mittelgut ist und in komplexen Situationen nicht immer produktiv einsetzbar. Ein Design System verengt das Feld: Die KI muss sich die UI-Komponenten nicht jedes Mal neu ausdenken, sondern bedient sich aus einem viel gröberen Baukasten mit weniger Freiheitsgraden – und kommt damit deutlich näher an produktionsreifen Code.

Der Haken ist der alte geblieben. Ein Design System muss man als Produkt sehen, mit dedizierten Ressourcen und echter Ownership. Was als Side-Project oder Hobby von irgendwem läuft, wird keine Nachhaltigkeit haben – und grassroots gegen das Management funktioniert es auch nicht, dann sind wir wieder beim Hobbyprojekt. Der andere Fehler ist, das System zu überfrachten: alle UI-Elemente rein, die Brand Guidelines rein, Text rein, bis so viele Optionen drinstehen, dass keine Guidance mehr übrig ist. Bei Otto gilt dafür eine einfache Regel: Was sehr wahrscheinlich nicht wiederverwendet wird, kommt nicht ins Design System.

Das Optimum liegt zwischen den Rollen

🎧 1:08:46

„Sonst findet man nur das lokale Optimum. Dann haben die Designer unter sich herausgefunden, wie sie KI einsetzen, um besser Figma zu machen, und die Entwickler können schneller coden. Aber ich glaube, das Optimum liegt zwischen den Rollen.“

Das ist der Punkt, für den Wolf derzeit am stärksten wirbt. Wenn Organisationen anfangen, mit KI zu experimentieren, setzen sich die Designer mit den Designern zusammen und die Entwickler mit den Entwicklern – und jede Gruppe optimiert ihr eigenes Handwerk.

Unsere Rollen sind aber dort entstanden, wo sie sind, weil Entwicklerressourcen teuer und knapp waren. Diese Grenzen sind zu einem guten Teil willkürlich gesetzt, und sie müssen nicht so bleiben. Vielleicht ist es sinnvoller, den Entwicklern statt eines Figma-Bildes gleich Frontend-Code zu geben. Vielleicht macht das Konzept nur grob, wer sonst das Design ausgestaltet, und der Entwickler gestaltet die UI aus. Muss der Product Manager ein PRD schreiben, oder kann er nicht auch schon Prototypen bauen? Das findet man nur heraus, wenn man rollenübergreifend experimentiert: Nutzerperspektive, technische Perspektive, Businessperspektive in einem Raum.

Und an alle Designerinnen und Designer, die sich gerade Sorgen um ihren Job machen: Wer sagt „Ich mache ein Design auf Klick, einen Designer brauche ich nicht mehr“, versteht meistens nicht, was Designer wirklich tun. Das finale Design zu bauen sind vielleicht die letzten zehn Prozent der Designarbeit. Die Antwort darauf ist keine Abwehrhaltung, sondern den eigenen Wertschöpfungsbeitrag sichtbar zu machen – für sich selbst und für alle anderen.


Zum Schluss wurde Wolf gefragt, was er an der Gestaltung digitaler Produkte ändern würde, wenn er eine Sache ändern könnte:

„Ich würde den Produktteams das Vertrauen und den Freiraum geben, die Lösung selbst zu finden, um die Ziele und gewünschten Outcomes zu erreichen – und sie nicht ständig mit langen Listen von Features konfrontieren. Denn ich glaube, so kriegen wir die besten Lösungen.“

🇬🇧 You can find an English version of this article on Wolf’s blog.

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Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal besucht das ligeti zentrum

Am 10. September 2026 besuchte Maryam Blumenthal, Hamburgs Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, gemeinsam mit Philine Sturzenbecher, wissenschafts- und forschungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg, sowie Dr. Selina Storm, Sprecherin für Wissenschaftspolitik und öffentliche Unternehmen der Grünen Bürgerschaftsfraktion und Landesvorsitzende der GRÜNEN Hamburg, das ligeti zentrum.

Hochschulübergreifende Interdisziplinarität in Harburg

Zu Beginn des Besuchs erhielten die Gäste einen Einblick in die Entstehung und bisherige Entwicklung des Zentrums. Anschließend stellte das Team die gegenwärtige Struktur, aktuelle Forschungsschwerpunkte sowie die Pläne für die zukünftige Weiterentwicklung vor. Bei einem Rundgang durch die verschiedenen Labs und Räumlichkeiten wurde schnell deutlich, was das ligeti zentrum ausmacht: Hier arbeiten Wissenschaftler:innen und Künstler:innen hochschulübergreifend und interdisziplinär zusammen, um Ideen an den Schnittstellen zwischen den Künsten, Wissenschaft, Technologie und Gesundheit zu entwickeln und voranzutreiben.  

Die daraus entstehenden Projekte sind vielfältig – von Healing Soundscapes und dem dafür entwickelten „Healing Soundscaper“, einem zum Patent angemeldeten System zur Erzeugung und räumlichen Wiedergabe adaptiver Klangumgebungen im Gesundheitssektor, über neuartige Mensch-Maschine-Interaktionen bis zu hybriden Instrumenten, die in der Mixed Reality gespielt werden.

Was passiert, wenn Perspektiven der Künste, Wissenschaft, Gesundheit und Technologie gemeinsam zu neuen Ideen kommen? Bei ihrem Besuch im ligeti zentrum konnte sich Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal ein Bild machen | Fotos: Julia Gieseler

Zukunftsperspektiven

Im Mittelpunkt des anschließenden Austauschs standen die Perspektiven des ligeti zentrums über das Ende der derzeitigen Förderperiode im Jahr 2027 hinaus. „Die langfristige Sicherung des Zentrums ist von zentraler Bedeutung, damit die hier aufgebaute, international vernetzte Expertise an der Schnittstelle von Musik, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft erhalten und weiterentwickelt werden kann“, plädiert Prof. Dr. Georg Hajdu, Leiter des ligeti zentrums. Gemeinsam wurden daher mögliche Wege erörtert, wie kurzfristige Übergangslösungen und eine tragfähige langfristige Perspektive für das Zentrum geschaffen werden können.

Von Moving Sound Pictures bis zum Spatial Sampler: Der Rundgang durchs ligeti zentrum und seine Labs bot Einblicke in diverse Projekte | Fotos: Julia Gieseler

György Ligeti und das Streben nach einem Hamburger Institut für Computermusik

Die Frage nach einer nachhaltigen institutionellen Verankerung knüpft zugleich an die Geschichte der Hochschule für Musik und Theater Hamburg an. Bereits György Ligeti setzte sich nach seiner Berufung an die HfMT im Jahr 1973 für die Einrichtung eines Studios für Computermusik ein. Trotz der Einbindung international renommierter Fachleute wie John Chowning und James „Andy“ Moorer konnten seine damaligen Pläne nicht verwirklicht werden. Der Blick auf diese Geschichte unterstreicht, wie wichtig verlässliche Strukturen sind, damit innovative, disziplinübergreifende Forschung langfristig Wirkung entfalten kann.

Das gesamte ligeti zentrum und die daran beteiligten Hochschulen bedanken sich für den Besuch, das Interesse und den offenen Austausch!

Titelfoto: v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Thorsten Kern, Prof. Dr. Georg Hajdu, Senatorin Maryam Blumenthal, Prof. Dr. Jan Philipp Sprick, Dr. Selina Storm, Philine Sturzenbecher, Christine Preuschl

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Ars Electronica 2026: Klangskulpturen im Elisabethinengarten

Vom 9. bis 13. September findet im österreichischen Linz das diesjährige Ars Electronica Festival statt. Im OK Quarter heißt Quirin Nebas Interessierte mit einer interaktiven Installation willkommen. Sound Bananas ist ein Teil seiner Ausstellung „The Ear Wants to Hear“, die im Rahmen des Projekts Klangskulpturen entstand.

Seit seiner Erstauflage im Jahr 1979 entwickelte sich das Ars Electronica Festival zu einem der weltweit bedeutsamsten Medienkunstfestivals. Das diesjährige Festival findet vom 9. bis 13. September 2026 unter dem Motto „Negotiating Humanity – Future Begins“ in Linz, Österreich, statt. Auch das ligeti zentrum ist vertreten. Im Elisabethinengarten (OK Quarter) präsentiert Quirin Nebas (Artistic Research Lab) die Sound Bananas – eine interaktive Installation, die in seinem Projekt Klangskulpturen entstanden ist.

„Dass wir auf der Ars Electronica nach einer erfolgreichen Bewerbung ausstellen dürfen, ist eine sehr schöne Bestätigung für das Projekt“, sagt Quirin Nebas. Er freut sich auf den intensiven Austausch mit Gleichgesinnten und Interessierten ebenso wie von neuen Projekten und Ansätzen zu lernen. „Besucher:innen können sich bei meiner Installation auf die Klangbananen freuen, die als interaktive Installation niederschwelliges gemeinsames Musizieren durch Körperbewegung ermöglichen und eine Erfahrung bieten, die ungewohnt und spannend zu erkunden ist.“

Sound Bananas - The Ear Wants to Hear | Foto: Quirin Nebas
Sound Bananas - The Ear Wants to Hear | Foto: Quirin Nebas

Schaukelbananen, die klingen

Sound Bananas besteht aus schaukelnden, bananenförmigen Objekten mit integrierter Elektronik. Indem die Besucher:innen sie bewegen, sich daraufsetzen oder darauf wippen, erzeugen sie gemeinsam musikalische Klänge. Hören wird so zu einer spielerischen, kollektiven Erfahrung, die mehrere Sinnesmodalitäten verbindet.

Die interaktive Installation wurde am ligeti zentrum in Hamburg entwickelt und verortet sich in aktuellen Diskursen zu Embodied Cognition, Mensch-Maschine-Interaktion und inklusivem Design. Das Projekt stellt Fragen nach Teilhabe und Zugänglichkeit. Über intuitive, sensorisch gesteuerte Schnittstellen lädt es ein vielfältiges Publikum zum Mitmachen ein und begreift Klang nicht als feststehendes Ergebnis, sondern als dynamischen, gemeinschaftlich hervorgebrachten Prozess, der durch geteilte körperliche Erfahrung entsteht.

Das Projekt untersucht Hören als körperliche Praxis, die den ganzen Körper einbezieht und Gleichgewicht, Koordination und räumliche Wahrnehmung umfasst. Es erforscht, wie Klangwahrnehmung im Zusammenspiel von Körper, Bewegung und Technologie entsteht – und wie solche Formen der Auseinandersetzung unser Verständnis menschlicher Agency in technologisch vermittelten Umgebungen verändern.

Ars Electronica Festival 2026 | Foto: Ars Electronica

Klangskulpturen @ Ars Electronica 2026

Die interaktive Installation ist vom 9. bis zum 13. September 2026 (Mittwoch bis Sonntag) im Elisabetinengarten (OK Quarter) zu sehen. Tickets für das Ars Electronica Festival 2026 sind online erhältlich.

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