Über UX Writing, UX-Writer (w/m/d) und das Ende der Blindtexte!

Nein, nicht noch ein Artikel über die Aufgaben und Tätigkeiten eines UX-Writer (w/m/d). Nein, auch kein weiterer Artikel mit Tipps für UX-Writer (w/m/d). Und nein, auch kein Beitrag mit Beispielen für gelungene Kurztexte.

Warum nicht? Weil es schon zahlreiche, hervorragende Artikel zu diesen Themen gibt. Jene möchte ich Ihnen zugänglich machen. Ich möchte auch Werben für mehr Professionalität beim Schreiben von Kurztexten.

UX-Writer (w/m/d) – Wo seid ihr?

Sie kommen, immer mehr. Inzwischen suchen Unternehmen in Deutschland mehr UX-Writer (w/m/d) als Werbetexter (w/m/d). Und in den Aufgabenbeschreibungen der Stellenausschreibungen für Texter (w/m/d) – hiervon gibt es 8 Mal mehr – tauchen sehr oft Aussagen wie: „Sie verfassen und optimieren die Texte unserer Website.“, „Sie unterstützen unsere Online-Marketing Abteilung bei der Erstellung von Landingpages.“, „Eine wichtige Aufgabe: Die Umsetzung verständlicher Formulare.“. Das ist alles sehr erfreulich. Finde ich.

Vergleicht man jedoch den Aufwand, der heutzutage in die Gestaltung der Texte einer Zeitungsanzeige gesteckt wird, gesetzt in Relation zum Textumfang, dann müsste noch viel mehr Geld für die Gestaltung von Kurztexten ausgegeben werden.

Nun wird sicherlich der Gedanke kommen: Aber Texte auf Websites, die liest doch eh keiner. Ja warum stehen sie dann da? Die Antwort ist einfach: Weil es noch zu wenige (gute) UX-Texter (w/m/d) gibt!

UX-Writer (w/m/d) – Was seid ihr wert?

Ein guter UX-Texter (w/m/d) denkt nutzerzentriert. Er hat ein UX Mindset.

UX-Texter (w/m/d) bringen sich von Anfang an ein in die Produktentwicklung und Produktweiterentwicklung. Sie geben sich nicht mit Blindtexten in Wireframes, Mock-Ups oder Prototypen zufrieden. Sie konzipieren und gestalten Texte nutzerzentriert, binden Nutzer frühzeitig ein, testen mit Nutzern, iterieren und optimieren. Das macht den besonderen Wert von UX-Textern / UX-Writern aus.

Sie sollten Unternehmen daher auch genauso viel wert sein, wie jene an Umsatz, Gewinn und Reputation durch schlechte Kurztexte verlieren. Und das kann man messen. Leider wird dies (noch) viel zu selten getan.

UX-Writer (w/m/d) – Macht (mehr) Werbung für euch!

Noch immer dominiert die Meinung, dass kurze Texte doch mal eben schnell geschrieben sind. Wozu sollten Kurztexte oder gar einzelne Bezeichnungen von Buttons von einem zweiten Augenpaar gelesen werden? Wozu noch mal drüber schlafen und ein zweites, drittes Mal einen Kurztext überarbeiten? Warum mit Nutzern testen – ist doch Sprache, standardisiert, genormt, da gibt es doch Regeln. Wozu ein aufwändiges Konzept für die Gestaltung kurzer Texte und Buttonbezeichnungen erstellen?

Die Antwort ist ganz einfach: Weil Kurztexte und Bezeichnungen von Interaktionselementen von 90% der Nutzer/-innen tatsächlich gelesen werden.

Das ist nicht so wie bei langen Texten oder Texten von Werbeanzeige: Wenn sie gut gestaltet sind, dann lesen 50% die Überschrift, nehmen 25% Zwischenüberschriften wahr, jedoch lediglich 10% von den in den Text einsteigenden Leser/-innen bleiben bis zum Ende dran.

Kurze Texte, Textpassagen und Bezeichnungen von Interaktionselementen werden gelesen!

Das ist ein starkes Argument, um die Rolle eines UX-Writer oder UX-Texter (w/m/d) in Unternehmen einzufordern. Die Wirkung von Kurztexten und Bezeichnungen von Interaktionselementen entscheidet darüber ob Nutzer/-innen ihre Intentionen erreichen, zufrieden sind, Nutzungsfreude erleben, zum Ziel kommen und gerne wiederkehren. Es lohnt sich viel Zeit und Geld in Kurztexte zu stecken!

Gut gewählte Wörter, gut gebaute Sätze

  • bieten Klarheit
  • schaffen Verständnis
  • geben Orientierung
  • nehmen Angst, zerstreuen Bedenken
  • geben Hilfestellung
  • bereiten (Lese)Freude, unterhalten, amüsieren
  • überraschen positiv
  • vermitteln Empathie
  • beantworten Fragen
  • füllen Wissenslücken
  • stellen Transparenz her
  • bieten Tipps
  • fordern zum Handeln auf
  • motivieren.

Und all das tunen sie an zahlreichen Stellen innerhalb einer interaktiven Anwendung

  • in Überschriften und Zwischenüberschriften
  • bei Button- und Linknamen
  • in Menü-Einträgen und bei Rubriken-Bezeichnungen
  • als Labels oder Tags
  • bei Registrierungen & Anmeldungen
  • beim Erinnern an ein vergessenes Passwort
  • auf Kontaktformularen
  • beim Abonnieren eines Newsletters
  • in Form von Erfolgsmeldungen
  • auf Fehlerseiten
  • als Call-to-Action Buttons
  • während Warte-/Ladezeiten
  • bei Fehlermeldungen
  • … und an zahlreichen weiteren Stellen.

Ich hoffe ich konnte Sie davon überzeugen, dass UX-Writer (w/m/d) eine wichtige Rolle einnehmen. Sie gehören einfach dazu, haben einen festen Platz in UX Teams verdient. Ich hoffe auch, dass ich Sie dazu motivieren konnte sich mit dem Thema „UX Writing“ weiter zu beschäftigen. Falls das gelang, dann schauen Sie sich meine Leseempfehlungen an.

Lesenswert: Artikelsammlung zum Thema UX Writing

UX-Writing – Wer, was, und vor allem, warum? – Das geschrieben Wort als Erlebnis.
UX-Writer (w/m/d) werden in diesem Beitrag als kreative Strategen bezeichnet, die wesentlich dazu beitragen können, dass eine positive User Experience entsteht. Sie werden auf eine Stufe gesetzt mit etablierten Rollen in der IT/Entwicklung und im Produktmanagement. Ihre zentrale, sich von anderen Rollen abgrenzende Fähigkeit: Sich in den Nutzer einfühlen können, Empathie aufbringen. Beitrag selbst lesen.

Die Macht der kleinen Worte: Microcopy. Lutz Lungershausen, Kreativ-Stratege der Kieler Agentur new communication, teilt seine Erfahrungen, die er seit dem Jahr 2000 beim Schreiben von Kurztexten aufgebaut hat. Er verdeutlich wie Kurztexte wirken und bietet Ihnen ein theoretisches Prozess- und Denkmodell für die Gestaltung erfolgreicher Kurztexte. Einleitend erfahren Sie was Microcopy bedeutet und woran sie gelungene Kurztexte erkennen können. Beitrag selbst lesen.

UX Microcopy Design. Schon wieder eine EXperience-Begriffskreation – reichen die vorhandenen nicht aus: User, Customer, Employee Experience? Nein, meint jedenfalls der Autor Ankit Kumar. Bilden Sie sich beim Selberlesen des Beitrags Ihre Meinung. Ankit Kumar bietet Ihnen dazu eine ausführliche Einführung in die Thematik, in der Sie erfahren worin der Unterschied zwischen Micocopy und UX Writing besteht. Viele Beispiele, in Wort und Bild, geben Ihnen Anregungen zum Wandeln von Nutzern/-innen in Kunden/-innen. Genau darin besteht, so der Autor, der Unterschied zwischen UX Writing und Microcopy: UX-Writer (w/m/d) wollen Nutzer/-innen motivieren, begeistern und beim Erreichen ihrer Absichten unterstützen.

Sie wollen mehr Good und Bad Practices für Kurztexte? Davon gibt es viele im Web. An dieser Stelle möchte ich Ihnen mit 3 Linktipps ein Sprungbrett in die Welt der Fundstück-Artikel für gelungene Kurztexte bieten:

  • The invisible pieces of microcopy you’re forgetting.
    Autorin: Kinneret Yifrah – zum Beitrag.
  • Microcopy: The next small thing in UX.
    Autor: Andy Robinson – zum Beitrag.
  • It’s the Little Things: How To Write Microcopy.
    Autorin: Kayla Carmicheal – zum Beitrag.

UX-Texter oder Texter – was ist der Unterschied? Markus Schrumpf hat beste Grundlagen, um diese Frage zu beantworten: Er ist Texter und UX-Texter. Er sammelte und sammelt in beiden Rollen viel Erfahrung und verfügt über die nötigen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Sie dürfen einen fundierten Vergleich als auch große Lesefreude erwarten – und bekommen von mir vorab die Garantie, dass jene Erwartungen nicht enttäusch werden. Mein Tipp: Beantworten Sie sich vorab selbst die Frage: Was sollten Texter (w/m/d) wissen und können, um gute UX-Texter (w/m/d) zu sein? Antwort im Beitrag selbst finden.

Sie wollen tieferer Einblicke in die Aufgaben und den Arbeitsalltag eines UX-Texter (w/m/d)?
Lynsey Vallandingham – diese Rolle bei HubSpot einnehmend – bietet Ihnen jene Einblicke in ihrem Beitrag: What do UX Writers do at HubSpot? Lesenswert. Aber Vorsicht: Wenn Sie selbst UX-Texter sind, dann besteht die Gefahr, dass Sie neidisch werden auf die hervorragenden Arbeitsbedingungen und das Standing von UX-Textern bei HubSpot.
Sie wollen den Beitrag in deutscher Sprache lesen? Hier entlang.

Zu guter Letzt, im Reigen der Beiträge zur UX-Writer Rolle, darf ein Verweis auf Kinneret Yifrah nicht fehlen. Sie hat die UX-Texter Bibel: „Microcopy: The Complete Guide.“ verfasst. Einer von vielen Gründen sich damit zu beschäftigen wer ihrer Meinung nach Kurztexte verfassen sollte und welche Fertigkeiten & Fähigkeiten dafür nötig sind: Who should write your microcopy?

Noch mehr Hunger auf Erfahrungen, Impulse und Anregungen zum Thema UX Writing?

Ich bin begeistert. Da bleibt mir an dieser Stelle nur noch der Hinweis auf zwei von mir sehr geschätzte Texter, UX-Texter und UX Designer: Jens Jacobsen (Website / XING / Twitter) und Maria Horschig (Website / XING / Twitter).

Jens Jacobsen im PorträtMaria Horschig im Porträt

 

 

 

 

 

 

 

Viel Freude mit Ihrer hoffentlich neuen Liebe zu kurzen, aber äußerst wirkungsvollen Texten in interaktiven Anwendungen.

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Die Bedeutung von Usability und User Experience für den Mittelstand

Digitalisierung im Jahr 2020 durchdringt alle Lebensbereiche und ist weder aus dem Privat- noch aus dem Berufsleben wegzudenken. Im Privatleben sind digitale Produkte aller Bereiche durch Online-Handel, Soziale Netzwerke, Smart Home, Smart Health und Smart Mobility allgegenwärtig. Ein wichtiges Merkmal erfolgreicher digitaler Produkte und Services ist, dass sie mit wenig Aufwand zu bedienen sind und ohne Handbücher oder Schulungen verstanden und angewendet werden können.

Daraus ergibt sich eine Erwartungshaltung, die sich auch auf das Berufsleben überträgt: Die Anwender von digitalen Lösungen in Unternehmen fordern auch hier die aus dem Privatleben gewohnte hohe Usability und positive User Experience. Diese Forderung wirkt sich in der Folge auf Unternehmen aus, in welchen digitale Lösungen zur Steigerung der Produktivität genutzt werden. Aber auch auf die Softwareunternehmen wächst der Druck: denn zufriedene Nutzer empfehlen digitale Lösungen eines Unternehmens weiter, kaufen Lösungen desselben Anbieters wieder und bauen eine starke Markenbindung auf.

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Digitaler Tag der offenen Tür an Schulen, Universitäten und Hochschulen

Abstandsregelungen, Online-Vorlesungen und Veranstaltungsverbote – die Corona-Krise verändert das Studium an deutschen Universitäten und Hochschulen enorm. Dies erschwert nicht nur Studierenden den Alltag, sondern führt auch zu Einschränkungen für Studienbewerber*innen. Wo den Sommer zuvor noch ein Informationstag oder ein Schnupperstudium vor Ort angeboten wurde, kann man aktuell im besten Fall vielleicht an dem ein oder [...]

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Ein Kaminabend der besonderen Art

Ein Kaminabend der besonderen Art- oder: wie man Gegensätze vereint…

Rückblick: Vierter Kaminabend zur digitalen Transformation, diesmal hybrid

Zum nunmehr vierten Mal in diesem Jahr trafen sich Geschäftsführer und Führungskräfte zum Expertenaustausch über die digitale Transformation. Diesen Kaminabend haben wir von Consensa gemeinsam mit unserem Kooperationspartner uintent ausgerichtet.


Analog oder digital?Beides!

Kaminabende haben bei Consensa eine lange Tradition und der persönliche Austausch und die Vernetzung am echten Kamin spielten stets eine wichtige Rolle. Pandemiebedingt mussten die letzten 3 Kaminabende virtuell stattfinden und dies bedeutete für die Teilnehmer:innen und auch für uns eine ziemliche Umstellung. Vernetzung und Austausch klappten dann aber auch virtuell erstaunlich gut.

Diesmal nun hatten wir wieder die Möglichkeit, an den Fischmarkt einzuladen, doch es fühlte sich nach den positiven Erfahrungen aus den Remote-Runden nicht richtig an, die Veranstaltung darauf zu reduzieren und so haben wir ein hybrides Format entwickelt, das so  auch den Nicht-Hamburgern wieder eine unkomplizierte Teilnahme ermöglichte.

Zum Einsatz kamen Zoom als Conferencing-Tool, Padlet als virtuelles Board zum Sammeln und Clustern von Themen, verschiedene Kameras zur Übertragung des Seminarraums und der Mitschriften auf Flipchart und Metaplanwand.

Der Kaminabend bei Consensa am Hamburger Fischmarkt

Customer Experience oder Employee Experience?Beides!

Erstmalig haben wir den Kaminabend gemeinsam mit Tim Bosenick, Geschäftsführer unseres Kooperationspartner uintent, gestaltet.

Gemeinsam mit uintent können wir digitale Transformationen ganzheitlich begleiten, uintent mit langjähriger Expertise und dem Fokus auf Produktentwicklung und UX-Design im Sinne einer optimalen Customer Experience und Consensa mit dem Blick auf Organisationsstrukturen, Kultur und Zusammenarbeit, die die Employee Experience prägt.

Im Impulsbeitrag ging es dann auch genau um die Verzahnung der beiden Pole in der „human-centric organization“.

Die „human-centric“ Organisation ist am Menschen ausgerichtet, also sowohl am Kunden als auch am Mitarbeiter. Hier gehen Kundenfokus und Mitarbeiterfokus Hand in Hand und verstärken sich gegenseitig. Echter Kundenfokus gelingt nicht ohne echten Mitarbeiterfokus.

Der Kunde (extern, intern, Endkunde, Nutzer, …) rückt in den Mittelpunkt durch eine kunden- bzw. nutzerzentrierte Entwicklung von Produkten und Services entlang der Customer Journey im Sinne einer starken User Experience, unterstützt durch autonome(re) Mitarbeiter:innen, die kundenorientiert denken und handeln.

Wer Mitarbeiter:innen gewinnen und binden will, die unternehmerisch (Mit-)Verantwortung für die Kunden übernehmen, der muss ein Arbeitsumfeld bieten, das für diese Zielgruppe eine gute Employee Experience bereithält, mit der Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und selbstorganisiert in Teams auf Augenhöhe zu arbeiten.

Und woran erkennt man die richtigen Mitarbeiter:innen? Zuallererst am „NEO-Mindset“, das steht für Neugier, Empathie und Offenheit. Wenn Menschen den Veränderungen mit Neugier gegenüberstehen, emphatisch miteinander umgehen und offen dafür sind, Neues auszuprobieren und eingetretene Pfade zu verlassen, dann ist die Basis für alles andere gelegt.

Ein solches Mindset lässt sich nicht verordnen, kann aber auch über Verhaltensänderung entstehen. Verändert sich das Verhalten durch eine Veränderung in der Art und Weise der Zusammenarbeit, z.B. in agilen, interdisziplinären Teams, dann können sich auch Kultur und Mindset weiterentwickeln.

Und: Das NEO Mindset sollte schon ein wesentliches Kriterium bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter:innen sein.

Digitale Transformation am Menschen ausgerichtet ist ein Design Loop aus Costumer Experience (CX) und Employee Experience (EX).
Die Zukunft gehört der „human centric organization“
© Consensa Projektberatung GmbH & Co.KG

Fazit und Ausblick

Das hybride Setting hat sich bewährt und wir werden es weiterentwickeln für kommende Veranstaltungen, um die analoge und digitale Welt bei der Zusammenarbeit noch besser zu verzahnen.

Zur Digitalen Transformation gibt es viele Fragen und Herausforderungen, die einen Blick aus unterschiedlichen Perspektiven erfordern. Human Centricity und NEO Mindset sollten dabei die Grundlage für Zielbild und strategische Ausrichtung sein.

Um das Thema Digitale Transformation für weitere Interessierte zu öffnen und dem Bedarf nach weiteren Impulsen und Expertenaustausch gerecht zu werden, planen wir für den 20.11.2020 ein ganztägiges Forum zur Digitalen Transformation im hybriden Format.

Interessiert? Hier geht’s zum Forum „Mental map to digital transformation“


Titelbild: Adobe Stock Lizenz
Artikelbilder: © Consensa Projektberatung GmbH & Co.KG

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Virtual Shopping – Die E-Commerce Revolution?

Heute möchten wir die Revolution für den E-Commerce ausrufen – Hoch lebe Virtual Shopping! Okay, vielleicht ist das noch ein wenig verfrüht, jedoch möchten wir Ihnen gerne vorstellen, wie sich Virtuelle Rundgänge gewinnbringend für den (Online-)Handel einsetzen lassen. Fernab von der doch eher klassischen Nutzung von 3D-Scans für Real Estates zur Virtuellen Besichtigung, gibt es zahlreiche [...]

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Welche User Research Methode ist die richtige für mein Projekt?

Alles schon erlebt: Ein Kunde liest etwas über sensationelle Erkenntnisse mit einer bestimmten Methode und will jetzt auf Biegen und Brechen genau diese Methode einsetzen. Oder eine Projektgruppe kann sich einen 5-Sekunden-Test ganz gut vorstellen, weil sich das kostengünstig anhört. Oder es werden quantitative Methoden eingesetzt, wo qualitative Antworten gefragt sind. Das Motto in Projekten ist zudem oft Masse statt Klasse: Anstatt die wirklich brennenden Fragen gezielt zu beantworten, werden möglichst viele Daten und Insights erhoben, auch wenn die am Ende oft nur das Offensichtliche belegen oder Zahlen für den Vorstand liefern, anstatt Verbesserungspotenzial aufzuzeigen. Kurz gesagt: Viel Aufwand für wenig Impact.
Wie aber kann man sich als Anfänger, Projektmanager oder Kunde schnell eine Übersicht über die wichtigsten Methoden verschaffen und wie wählt man die passende aus?

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produktbezogen.de – Der Blog für Produktmanagement und User Experience Design
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Home-Office und virtuelle Teamarbeit: Was können wir von Unternehmen aus Finnland lernen?

2020 habe ich, wie viele anderen auch, die Vorzüge und Herausforderungen erfahren, die mit 4-5 Arbeitstagen pro Woche im Home-Office einhergehen. Bei mir überwogen und überwiegen die Vorteile: Eingesparte Pendlerzeit und -kosten, weniger Stress beim Pendeln, sowie mehr Zeit für Fokusarbeit.

Home-Office, mobiles Arbeiten, Videokonferenzen, Digitalisierung und (steuer-)politische Forderungen nach einer Dableib-Pauschale – das sind bleibende Themen, die im Jahr 2020 in Deutschland gesetzt wurden. Wie werden sich jene Themen zukünftig entwickeln?
Um Antworten auf diese Frage zu gewinnen, lohnt ein Blick in Länder, in denen mobiles Arbeiten und virtuelle Teamarbeit seit vielen Jahren verbreitet sind. Finnland ist ein solches Land.

Pasi Järvilehto im Portrait

Pasi Järvilehto

Ich freue mich daher sehr, dass ich Pasi Järvilehto für ein Interview gewinnen konnte. Pasi ist Senior Software Developer bei Gofore am Standort München.

Gofore hat seine Wurzeln in Finnland. Inzwischen hat das Unternehmen zehn Standorte in Europa. 700 Mitarbeiter/-innen unterstützen Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen bei der Gestaltung digitaler Produkte und Services. Gofore Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen optimieren darüber hinaus Geschäftsprozesse, digitalisieren jene und organisieren den Wandel hin zu kundenzentrierten Denkprozessen. Fast immer arbeiten sie in internationalen Teams virtuell zusammen (Wie kann man bei virtuellen Treffen erfolgreich sein?).

All das sind beste Voraussetzungen für fundierte Erfahrungen und Erkenntnisse über die Erfolgsfaktoren von virtuellen Teams und regelmäßigen Arbeitseinsätzen im Home-Office.

An diesen Erfahrungen möchte ich Sie gerne teilhaben lassen.

Voraussetzungen & Treiber für die Verbreitung von Home-Office 

Pasi, in Finnland arbeiten viele Menschen seit Jahren von zu Hause. Finnland ist, das zeigen zahlreiche Studie, Europameister in Sachen Home-Office Verbreitung. Was sind die Gründe für diese Vorreiterrolle?

Pasi Järvilehto: Finnland ist ein relativ junges Land, bei dem die Traditionen in der Arbeitswelt nicht so gefestigt sind wie beispielsweise in Deutschland. Die Bevölkerung nimmt daher Digitalisierungs-Trends schnell an. Dazu gehört auch das Home-Office, das seit etwa fünf Jahren in Finnland − zunächst ausgehend von der IT-Industrie − in vielen Unternehmen eingeführt wurde.

Ein Grund dafür ist, sicherlich ebenfalls die einfache Umsetzung bei IT-Unternehmen, die als Arbeitsmittel meist nur Laptop und Internet benötigen. Zudem konnten die Firmen auf eine gute Infrastruktur mit Breitband im gesamten Land zurückgreifen. Obwohl die meisten Finnen in Ballungszentren leben, gibt es viele, die aus ländlichen Regionen kommen und sich somit besser in die Arbeitswelt integrieren lassen.

Hinzu kommt, dass finnische Firmen einen großen Wert auf eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit legen.

„Viele Arbeitnehmer haben das Angebot einer flexibleren Gestaltung der Arbeitsbedingungen gut angenommen und könnten sich heute eine Welt ohne Home-Office gar nicht mehr vorstellen. Dies verlangt aber großes Vertrauen der Arbeitgeber in die Mitarbeiter.“

Natürlich hat auch die Möglichkeit Miete zu sparen, da sich Arbeitsplätze im Büro mehrfach besetzen lassen, eine Rolle gespielt. Trotzdem wird die soziale Komponente eines gemeinsamen Büros in Finnland als essenziell angesehen. Nur wenige Firmen verzichten komplett auf Büroräume.

Tipps für gelungene Videokonferenzen aus dem Home-Office 

Gofore betreut international tätige Kunden und hat Büros in Spanien, Estland und Deutschland. Du selbst arbeitest für Gofore Deutschland am Standort München. Wie oft nimmst Du pro Tag an Web- oder Videokonferenzen teil?

Pasi Järvilehto: Da wir häufig mit Kunden im In- und Ausland kommunizieren, aber uns auch mit den anderen europäischen Gofore Büros austauschen, haben die Mitarbeiter − je nach beruflicher Rolle − unterschiedlich viele Webkonferenzen. Ehrlich gesagt zähle ich nicht mehr mit, da es für mich inzwischen zur alltäglichen Routine gehört. Manchmal sind es nur fünf-Minuten-Gespräche, die ich mit einem Kollegen oder Kollegin habe. Das kann am Tag schon einmal zu 20 oder mehr virtuellen Meetings führen.
Bei agilen Softwareprojekten machen wir mit unseren „Dailys“, also kurzen täglichen Videokonferenzen, mit dem Kunden, die teilweise auch vom Ausland aus durchgeführt werden, gute Erfahrungen. Direkte Online-Gespräche zwischen den Teammitgliedern fallen dann nach Bedarf an. Interne Abstimmungsgespräche, oft mit Finnland, finden häufig per Audio-Konferenz statt.

Für weniger Erfahrene in Sachen Videokonferenzen:
Wo lauern typische Stolperfallen bei Videokonferenzen und wie können diese umgangen werden?

Pasi Järvilehto: Offensichtlich sind die allseits bekannten „Anwender-Stolperfallen“: also Audio gemutet oder eben nicht, und Probleme mit der Soundkarte. Das tritt immer wieder mal auf, aber durch die Erfahrung der Mitarbeiter im Umgang mit Tools wie Microsoft Teams oder Slack, ist das relativ selten oder sehr schnell behoben.
Es sind aber eher die „nicht-technischen“ Besonderheiten, die bei Web-Konferenzen eine besondere Hürde darstellen. Gerade Audio-Konferenzen, bei der man die non-verbale Kommunikation der Teilnehmer nicht verfolgen kann, sind herausfordernd. Zuhören und ausreden lassen ist deshalb wichtig. Es hilft natürlich, die Teilnehmer gut zu kennen. Deshalb bevorzugen wir für Personen, die wir noch nicht kennen, Videokonferenzen.
Viele Menschen können sich allerdings bei Audio-Konferenzen besser konzentrieren.

„Visuelle Anker wie eine Präsentation oder eine Agenda helfen dabei, Themen in Videokonferenzen fokussiert zu besprechen.“

Die Auswahl des Teilnehmerkreises sollte zudem gut gewählt sein, da „stumme Teilnehmer“ oft etwas deplatziert wirken, wenn sie nicht zum Geschehen aktiv beitragen. Dabei kann der Organisator eine entscheidende Rolle spielen, wenn er proaktiv Fragen zum Verständnis an die Teilnehmer stellt oder Beiträge einfordert.

Zu Hause, beim Kunden, im Büro: Je nach Aktivität und Anlass den passenden Arbeitsort wählen!

Seit den 2010er Jahren bieten immer mehr Unternehmen in Deutschland ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten. Das stetige, jedoch eher linear verlaufende Wachstum in Sachen Home-Office ging 2020 über zu einem exponentiellen Wachstum. Wie bewertest Du diese Entwicklung? Und welche Veränderungen ergeben sich für Dich aus dieser Entwicklung?

Pasi Järvilehto: Gofore hat bereits vor fünf Jahren das Home-Office eingeführt. Das passt gut zu unserer agilen Unternehmenskultur. Den Mitarbeitern wird großes Vertrauen entgegengebracht und es existieren in dem Sinne keine Vorgaben über feste Anwesenheitszeiten im Büro.

Die Entwicklung in Deutschland kommt unserer Arbeitsweise daher entgegen und wir bewerten das als sehr positiv. Es vereinfacht das Arbeiten für Kunden und die Akzeptanz für Remote-Projekte steigt hoffentlich weiter.

Wichtig ist, wir stellen unseren Kunden auch die für sie passende Software-Tools zur Verfügung, die für eine gute Remote-Kommunikation unerlässlich sind. Gerade Slack, eine Mischung aus einem Chat-Programm und Konferenztool, trägt beispielsweise entscheidend zu unserer Unternehmenskultur und zu einer besseren internen Kommunikation bei.

Trotzdem erachten wir persönliche Kundentreffen nach wie vor als wichtig. Allerdings, viele Dienstreisen sind nicht mehr notwendig, wenn das nötige Vertrauen da ist, Abstimmungen im Projekt über eine Online-Konferenz zu organisieren. Für Kick-Offs und Abschlussmeetings sind wir natürlich immer beim Kunden vor Ort, obwohl wir auch schon einige Projekte ohne ein physisches Treffen durchgeführt haben. Jedoch weniger in Deutschland.

Tipps für produktive und glückliche Home-Office Tage 

Die (Büro-)Arbeit von zu Hause erledigen, das will gelernt sein. Eine gute Netzanbindung, mobile Arbeitsgeräte und ein reibungsloser Zugriff auf das Firmennetzwerk vorausgesetzt: Worin bestehen Deiner Erfahrung nach Erfolgsfaktoren für ein produktives und glückliches Arbeiten im Home-Office?

Pasi Järvilehto: Natürlich braucht es möglichst Ruhe und die richtige Umgebung zum Arbeiten. Gerade am Anfang ist es wichtig zu lernen, mental zwischen Arbeit und Freizeit zu unterscheiden. Wenn möglich, ist auch eine räumliche Trennung, zum Beispiel mit einem eigenen Arbeitszimmer hilfreich.

„Die Auswahl passender IT-Tools ist auch nicht zu unterschätzen, da sie ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation im Home-Office sind.“

Wie bereits erwähnt, nutzen wir neben Microsoft Teams beispielsweise Slack, welches ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Arbeit ist. Dazu gehört auch die Kommunikation der Mitarbeiter über Chats und Gruppenkanälen. Vieles lässt sich hierdurch schnell und einfach regeln. Die Kommunikation ist benutzerfreundlicher und visuell ansprechender als via E-Mail. Falls es weiterer Erklärungen bedarf, fühlt es sich mit Ad-hoc Audio- oder Videokonferenz fast genauso an wie im Büro vor Ort.

Vielen Dank, Pasi, für die wertvollen Einblicke in Deine Erfahrungen mit dem Arbeiten von zu Hause und in internationalen, virtuellen Teams.

Mir wurde deutlich, dass es viel Erfahrung braucht, um die gewonnene Flexibilität bei der Wahl des Arbeitsortes richtig zu nutzen. Mir wurde auch klar, dass es inzwischen viele einfach nutzbare Software-Tools gibt, die virtuelles Arbeiten denkbar einfach machen.
Mitarbeitende deutscher Unternehmen, und da schließlich ich mich natürlich mit ein, können diesbezüglich noch dazulernen, nicht zuletzt von finnischen Unternehmen wie Gofore.  Auf diesen Lern- und Erfahrungsprozess freue ich mich sehr.

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