Alle Beiträge von ligeti zentrum

Healing Soundscapes: Vom Prototyp zum Patent

Seit der Eröffnung des ligeti zentrums legt das Projekt Healing Soundscapes so etwas wie einen Raketenstart hin. Ein Überblick über die Entwicklungen.

Wartebereiche im Krankenhaus sind steril und mit allerlei Anspannungen verbunden. Hier wippt ein Patient unruhig mit dem Bein, während er auf eine Ärztin wartet. Dort sitzt ein besorgter Besucher, der um eine Angehörige bangt. Türen öffnen und schließen sich. Stuhlbeine rutschen über den Linoleumboden. Für Räume wie diese entwickelt ein interdisziplinäres Team am ligeti zentrum die sogenannten Healing Soundscapes: unaufdringliche Hintergrundklänge, die in stressbehafteten Umgebungen positiv auf das menschliche Wohlbefinden einwirken.

Seit der Eröffnung des ligeti zentrums im Jahr 2023 legt das Projekt, das Prof. Dr. Sebastian Debus (UKE), Prof. Dr. Eckhard Weymann (HfMT) und Prof. Dr. Georg Hajdu (HfMT) gemeinsam ins Leben riefen, so etwas wie einen Raketenstart in Richtung einer zukünftigen Ausgründung hin. Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) laufen die musikalischen Klanginterventionen mittlerweile in diversen Bereichen. Im März 2025 gelang ein erster bürokratischer Meilenstein: Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) nahm die Bildmarke „Healing Soundscapes“ in das Register der Unionsmarken auf. Rund eineinhalb Jahre später folgt nun die Patentanmeldung für den „Healing Soundscaper“, eine kombinierte Hard- und Software-Lösung für das Abspielen generativer Klanginstallationen im Gesundheits- und Kulturbereich. Derweil wächst das Interesse an den Klanginterventionen weiter – sogar weit über die Grenzen Hamburgs hinaus.

Partizipativer Implementierungsprozess

Um Wartezimmer klanglich zu gestalten und die Atmosphäre gezielt zu modifizieren, stellte das Team von HfMT und UKE zunächst einmal ganz grundlegende Fragen. „Was ist das für ein Raum?“ Schnell zeichneten sich verschiedene Parameter und Merkmale ab: Handelt es sich um ein Durchgangszimmer, das sehr offen und unruhig gestaltet ist? Wie steht es um die Helligkeit und die Raumtemperatur? Analysierende Fragen richtete das Team auch an sogenannte Patientenbotschafter:innen, eine Gruppe von im UKE ausgebildeten Patient:innen und Angehörigen, die das Projekt durch Feedback begleitet. „Wir wollten wissen, was ein Raum brauchen könnte“, erläutert die Musiktherapeutin Dr. Pia Preißler, die das Projekt am UKE leitet. „Was sollte der Raum dazugewinnen, um das Warten angenehmer zu gestalten?“ Der direkte Austausch mit Patient:innen, Besuchenden und Personal sei auch jetzt, wo Healing Soundscapes bereits in verschiedenen Krankenhausbereichen dezent und im Hintergrund zu hören sind, extrem wichtig.

Dass sich die benötigten Soundscapes mit dem Kontext eines Raumes verändern, wurde spätestens dann deutlich, als das Team sich in OP-Säle vorbewegte. Hier arbeiten Menschen hochkonzentriert und es piepst dabei fast durchgehend. Der entspannende Ansatz der Klanginterventionen komme aber auch hier zum Tragen. „Einige Operationen dauern sehr lange“, erklärt Pia Preißler. „Besonders bei Routineeingriffen gibt es Phasen, in denen das Team kurz durchatmen kann. Dann braucht es aber auch wieder hohe Aufmerksamkeit.“ Das stelle besondere Anforderungen an die Kompositionen.

(Inter-)Nationaler Anklang

Längst schlägt das Healing-Soundscapes-Projekt auch regionale und überregionale Wellen. Im Hamburger Albertinen Haus, einer Wohn-Pflegeeinrichtung mit Therapiezentrum, laufen die Soundinterventionen im Rahmen des Projekts „SmartAging“ schon bald in der sogenannten Community Corner. „Das wird spannend, weil es sich hier um einen Aufenthalts- anstelle eines Wartebereichs handelt“, sagt Pia Preißler. „Mit den Bewohnern haben wir bereits einen Workshop durchgeführt und ihnen Kompositionsausschnitte vorgestellt. Einige wurden abgelehnt, andere willkommen geheißen. Aus letzteren wurde eine Soundscape zusammengestellt, die wir jetzt gerade testen.“

Sogar in Peking, China, wirken die Healing Soundscapes seit August 2026 – in einem Aufenthaltsraum im National Center for Mental Health, der auch für Musiktherapien genutzt werden soll. Der bewährte Ansatz ließe sich auch hier übertragen, so Prof. Dr. Georg Hajdu, Leiter des ligeti zentrums und Hauptentwickler der Healing-Soundscapes-Software. „Es geht im Prinzip um mentale Gesundheit. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen Menschen runterkommen können.“

Schritte in Richtung der Markreife

Mit der Anmeldung des Patents für den „Healing Soundscaper“ sei ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung der Marktreife getan. „Zunächst einmal musste die Hochschule zustimmen, dass sie das Patent beanspruchen möchte“, berichtet Georg Hajdu. Dieser Schritt wurde mit der HfMT erfolgreich gegangen. „Jetzt kommen wir an einen Punkt, wo die Skalierbarkeit eine große Rolle spielt“, so der Entwickler weiter. „Die Voraussetzungen dafür haben wir bereits geschaffen.“ Dennoch heiße das Mantra noch immer „testen, testen, testen“. „Man muss diesen Systemen so sehr auf den Puls fühlen, dass sie ein halbes Jahr ohne Aufsicht laufen können. Wenn das erreicht ist, können wir das Produkt final in die Wirklichkeit entlassen.“

Stellvertretend für das interdisziplinäre ligeti zentrum sei das Projekt schon jetzt ein Riesenerfolg. „Jedes Projekt, das es bis zur Marktreife schafft, kann als Modell für andere Projekte dienen“, ist der Projektleiter überzeugt. Vor allem das Wissen um Abläufe und nötige Schritte sei hilfreich. „Ein Projekt muss einfach vorpreschen und den Weg bahnen.“

Dieser Artikel erschien im Oktober 2026 in Print in Ausgabe 39 der zwoelf, der Zeitung der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. 
Titelfoto: Healing Soundscapes im National Center for Mental Health in Peking, China | Foto: Prof. Dr. Georg Hajdu
Healing Soundscapes hören

Wie klingen die Healing Soundscapes? Ein Stereo-Stream der Soundscape für die Zentrale Notaufnahme des UKE kann fortan über diesen Link angehört werden. 

Der Beitrag Healing Soundscapes: Vom Prototyp zum Patent erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Mehrkanal to go: Das Lautsprecher-Orchester

Sie lassen sich in Bäume hängen, im Kreis aufstellen oder einfach unter den Arm klemmen: Im InnoLab des ligeti zentrums entwickelten Marcus Weseloh und Prof. Dr. Jacob Sello 2024 die ersten Snappi-Lautsprecher aus klassischen Industriekomponenten und 3D-gedruckten Gehäusen. Anders als herkömmliche Stereo-Lautsprecher lassen sich diese kugelrunden, kabellosen Lautsprecher per WLAN-Verbindung in beliebigen Anordnungen miteinander verbinden und kombinieren. Sie bieten Mehrkanal-Klangbilder zum Mitnehmen – und laden mit nur rund 100 Euro Materialkosten und quelloffener Software auf GitHub zum Selbstbau ein.

Im Vergleich zu fest installierten Lautsprechern sind bewegliche Klangquellen noch längst nicht ausgereizt

Snappi-Lautsprecher im Einsatz bei der Kulturnacht im ligeti zentrum: Durch die kabellose Aufmachung lassen sich die Lautsprecher frei im Raum verteilen | Foto: Prof. Dr. Jacob Sello
Snappi-Lautsprecher im Einsatz bei der Kulturnacht im ligeti zentrum: Durch die kabellose Aufmachung lassen sich die Lautsprecher frei im Raum verteilen | Foto: Prof. Dr. Jacob Sello

Während der Sound selbst zu Beginn noch im zentralen Fokus der Entwicklung stand, geht es mittlerweile vor allem um die Optik und das passende Größenverhältnis. „Ich baue fast ausschließlich unterschiedliche Lautsprecher“, erklärt Jacob Sello und kommt auf die Vor- und Nachteile zu sprechen. Wer das perfekte Surround-System suche, sei in technisch aufwendig ausgestatteten Studios wie dem Production Lab des ligeti zentrums oder dem Multifunktionsstudio der HfMT nämlich noch immer am besten aufgehoben. Anstelle einer präzisen Verräumlichung ließen die Snappi-Lautsprecher neue künstlerische Strategien in den Fokus rücken – im Theaterkontext zum Beispiel, oder bei Live-Performances im öffentlichen Raum. „Im Vergleich zu fest installierten Lautsprechern sind bewegliche Klangquellen noch längst nicht ausgereizt“, ist der InnoLab-Leiter überzeugt. „Mir geht es um die Flexibilität und eine schöne Erlebnisqualität. Mit Snappi-Lautsprechern kann ich mir ein Surround-System im Park aufhängen. Oder ich habe Personen, die den Sound quer durch den Raum tragen.“ Vor allem das batteriebetriebene, frei skalierbare Setup böte praktische und sicherheitstechnische Vorteile. „Man muss sich schlichtweg keine Gedanken über Kabel, Stolperfallen, Hänge- oder Installationsfehler machen.“

Wenn mir die Mitten nicht reichen, dann hole ich mir einfach noch ein paar Tenöre in meinen Chor

Mittlerweile verfügt das InnoLab über rund 25 Snappi-Lautsprecher. „Ich verstehe die Lautsprecher als ein Orchester mit verschiedenen Stimmen“, erklärt Jacob Sello. „Natürlich singt eine Bassstimme anders als ein Sopran. Wenn mir die Mitten nicht reichen, dann hole ich mir einfach noch ein paar Tenöre in meinen Chor.“ Der Code der Snappi-Software steht über GitHub längst frei und offen bereit. Und das nächste Gehäuse? Das entsteht mit dem Start des 3D-Druckers.

Titelfoto: Prof. Dr. Jacob Sello
Dieser Beitrag erschien im Oktober 2026 in Print in Ausgabe 39 der zwoelf, der Zeitung der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. 

Der Beitrag Mehrkanal to go: Das Lautsprecher-Orchester erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Diskurs in Fragmenten: Über einen Sound-Sampler, der sich dem Zufall bedient

Er stand unter anderem schon auf dem Kanalplatz des Harburger Binnenhafens, auf Kampnagel, vor dem Lüneburger Theater und auf einem Schulhof in Neugraben-Fischbek – der record-o-mat, eine alte grüne Telefonzelle, die Passanten zum Innehalten und Sprechen einlädt. Dort, wo früher einmal ein Hörer war, leuchtet heute ein roter Schriftzug. „rec“, kurz für „record“, signalisiert, dass der record-o-mat aufnahmebereit ist. Wer ins Mikrofon spricht, findet den eigenen Beitrag kurz darauf in einer Soundkomposition wieder. Zunächst aber übernimmt der Zufall.

Der record-o-mat fragmentiert die Beiträge, vermischt sie zufällig und kombiniert die Audiofragmente kontinuierlich neu. Den zufallsbasierten Audio-Sampler entwickelten Joana Welteke und Nadja Rix 2019 im gemeinsamen Bachelorstudiengang Expressive Arts in Social Transformation an der MSH Medical School Hamburg. Seither optimieren sie die Technologie und das äußere Erscheinungsbild des record-o-mats – auch im ligeti zentrum.

record-o-mat – Telefonzelle auf dem Hafenplatz des Harburger Binnenhafen
Auf dem Hafenplatz des Harburger Binnenhafens kam die grüne Telefonzelle für die Feedbackgenerierung zum Einsatz

Aus Idee wird Konzept

Seine erste Soundcollage schnitt das Duo in einem freiwilligen Semesterprojekt. Doch das Arrangieren und Komponieren der Audioaufnahmen rückte alsbald eine grundlegende Erkenntnis in den Vordergrund. „Uns fiel auf, wie viel Macht wir haben“, erklärt Joana Welteke. „Zu entscheiden, welches Audiofragment bleiben darf und welches nicht.“ Diese Entscheidung galt es, auszulagern.

Wie so häufig, wenn Ideen auf fruchtbaren, kreativen Boden fallen, ging es plötzlich ganz schnell. „Wir brauchen ein Aufnahmetool und stellen es in den öffentlichen Raum“, erinnert sich Joana Welteke an den Ideenprozess, der innerhalb weniger Minuten das Grundgerüst des Konzepts offenbarte. „Und dann brauchen wir etwas, wo wir es reinbauen – eine Telefonzelle!“

Auf dem Gebrauchtmarkt wurden die Sozialkünstlerinnen fündig. Die grün gestrichene Telefonzelle stand zuvor auf einem Campingplatz und entsprach genau der Vision: Sie war bezahlbar und weder heruntergekommen noch perfekt restauriert – das goldene Mittelmaß, schließlich sollte sie Menschen im öffentlichen Raum ansprechen und einladen, eigene Aufnahmen einzusprechen.

Um den zufallsbasierten Algorithmus auch für Zuhörende und passive Passanten interessant zu machen, schraubten die Entwicklerinnen schon bald an den ersten Parametern. Damit der Sound-Sampler neu eingesprochene Beiträge möglichst zeitnah verwertet, integrierte Joana Welteke etwa Wahrscheinlichkeiten. „Menschen sollen Lust bekommen, die Telefonzelle erneut zu betreten und vielleicht sogar auf sich selbst zu reagieren“, erläutert Nadja Rix. Um den spielerischen Charakter zu unterstreichen und die Aufmerksamkeit der Zuhörenden zu fördern, kommen neben Overlappings und Pausen mittlerweile auch Echos, Pitch- und Lautstärkevariationen zum Einsatz. „Das macht die Aufnahmen zu einer Art Komposition, die auch künstlerisch anmutet.“

Eine schwarze Telefonzelle im Foyer des Hamburger Schauspielhauses: Wer in den Hörer spricht, hört Fragmente der eigenen Beiträge schon bald in der Soundcollage

Filtern oder nicht filtern?

Je nach Einsatzort des record-o-mats wandele sich die einleitende Fragestellung. So konnte die Technologie bereits als Gästebuch, zur Feedbackgenerierung und im Kontext der Erinnerungskultur genutzt werden. Was immer gleich bleibe, seien das zugrundeliegende Zufallsprinzip und der Reiz, nicht immer alles kontrollieren zu können.

Mit den Chancen und Risiken des Unvorhersehbaren beschäftigen sich die Sozialkünstlerinnen auch in anderer Hinsicht. Schließlich kontrollieren auch sie nur bedingt, was Besuchende in den record-o-mat einsprechen. „Natürlich möchten wir nicht, dass etwas Illegales wiedergegeben wird“, sagt Nadja Rix. Nahe des Aufnahmeknopfes sei deshalb auch immer ein Hinweis angebracht: Sollten inhaltlich problematische oder gar strafbare Fragmente abgespielt werden, könne man mit eigenen Aufnahmen dagegen anarbeiten oder sich auf direktem Wege bei den Entwicklerinnen melden. Im Zweifel werde das System neu gestartet und der Inhalt zurückgesetzt. „Einen Filter einzusetzen, ist natürlich eine hochpolitische Angelegenheit“, räumt Nadja Rix ein. „Anstatt Aufnahmen vollends zu löschen, würden wir problematisches Material lieber transformieren.“ Eine Idee sei es, entsprechende Fragmente rückwärts abzuspielen. „Dann ist der Inhalt nicht mehr erkennbar, aber sehr wohl, dass sich in der Aufnahme etwas wiedergefunden hat, was nicht in Ordnung gewesen ist.“

record-o-mat – RISE_Neugraben Fischbek_Telefonzelle auf einem Schulhof
Mal Telefonzelle, mal handliches Telefon: Die Technologie des record-o-maten setzen die Entwicklerinnen Joana Welteke und Nadja Rix in vielfältigen Kontexten ein

Diskurs dank Telefonapparat

Um all diese Ideen in die Programmierung zu integrieren und den Sound-Sampler mittelfristig zu einem skalierbaren Tool voranzutreiben, arbeitet Joana Welteke im ligeti zentrum an neuen Prototypen. Zugleich entstehen stetig neue Verbindungen und Kooperationen – mit externen Partnern aus der Region ebenso wie mit Mitgliedern des ligeti zentrums. So entstand nicht zuletzt der diskurs-o-mat, eine mobile und handliche Version des record-o-mats, verpackt in einem alten Gabeltelefon, das ohne großen Aufwand in Innenräumen genutzt werden kann. Auch in anderen Projekten und einer Residency kam der Algorithmus bereits zum Einsatz. Das Ziel – „die Ur-Idee“ der Telefonzelle und ihrer integrierten Technologie – aber bleibe noch heute dieselbe wie ganz zu Beginn: „Wir möchten, dass der record-o-mat durch die ganze Stadt wandert und Dialoge fördert. Zum Beispiel an den Endhaltestellen von U-Bahn-Linien, von der HafenCity bis Billstedt oder Mümmelmannsberg.“

Titelfoto: Piet Koenekoop
Dieser Beitrag erschien im Oktober 2026 in Print in Ausgabe 39 der zwoelf, der Zeitung der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. 

Der Beitrag Diskurs in Fragmenten: Über einen Sound-Sampler, der sich dem Zufall bedient erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Sound Bananas auf der Ars Electronica: Ein spielerischer Zugang zu Klang und Bewegung

Wie klingt eine Schaukelbanane? Auf dem Ars Electronica Festival in Linz konnten Besucher:innen das selbst herausfinden. Mit seiner interaktiven Installation Sound Bananas war Quirin Nebas vom Artistic Research Lab des ligeti zentrums vom 9. bis 13. September 2026 beim international renommierten Medienkunstfestival vertreten. Die positive Resonanz und zahlreiche neue Kontakte gaben wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Projekts Klangskulpturen.

Seit 1979 bringt das Ars Electronica Festival Kunst, Technologie und Gesellschaft zusammen. Unter dem Motto „Negotiating Humanity – Future Begins“ verwandelte es vom 9. bis 13. September 2026 zahlreiche Orte im österreichischen Linz in Ausstellungsräume für internationale künstlerische und technologische Projekte. Im OK Quarter, genauer gesagt im Elisabethinengarten, lud Quirin Nebas die Besuchenden dazu ein, mit seinen Sound Bananas Klänge durch Bewegung zu erzeugen und gemeinsam zu experimentieren.

„Es war auf jeden Fall ein sehr guter Test“, resümiert Quirin Nebas seinen Festivalauftritt. Besonders wertvoll sei es gewesen, die eigene Arbeit im internationalen Kontext zu erleben und mit anderen Projekten zu vergleichen. „Die Bananenen-Installation hat mir eine gute Grundlage gegeben, zu verstehen, wie die anderen Installationen des Projekts funktionieren müssen.“

Klangskulpturen auf dem Ars Electronica Festival 2026: Im Elisabethinengarten stellte Quirin Nebas (Artistic Research Lab) die Installation „Sound Bananas“ aus | Foto: Quirin Nebas
Klangskulpturen auf dem Ars Electronica Festival 2026: Im Elisabethinengarten stellte Quirin Nebas (Artistic Research Lab) die Installation „Sound Bananas“ aus | Foto: Quirin Nebas
Klingende Schaukelbananen im Elisabethinengarten in Linz: Auf dem Ars Electronica Festival konnten Besucher:innen die interaktive Installation testen | Fotos: Quirin Nebas

Schaukelbananen, die zum Musizieren einladen

Die Sound Bananas bestehen aus bananenförmigen Schaukelobjekten mit integrierter Elektronik. Wer sich daraufsetzt, wippt oder die Objekte in Bewegung versetzt, erzeugt musikalische Klänge. Die Installation lädt dazu ein, den eigenen Körper als Instrument zu entdecken und Klang auf spielerische Weise zu erfahren. Dabei können mehrere Personen gleichzeitig aktiv werden und ihre Bewegungen zu einem gemeinsamen Klangerlebnis verbinden.

Das Konzept ging in Linz auf: Auf den gut besuchten Festivaltagen nutzten zeitweise rund 100 Menschen pro Stunde die Installation. Die Rückmeldungen fielen positiv aus. Besonders Kinder und Jugendliche probierten die Bananen mit großer Begeisterung aus. Aber auch Erwachsene und ältere Besucher:innen ließen sich auf das ungewohnte Instrument ein. Die einfache Bedienung erwies sich dabei als besondere Stärke. Wer das Konzept einmal verstanden hatte, konnte direkt loslegen. Eine kurze Anleitung vor Ort half zusätzlich beim Einstieg.

Weniger ist manchmal mehr

Für den Sounddesigner Quirin Nebas bot der Festivalauftritt auch eine Gelegenheit, die eigene künstlerische Herangehensweise zu reflektieren. Zwischen zahlreichen technisch aufwendigen und interaktiven Arbeiten sei die intuitive Nutzung der Sound Bananas positiv hervorgestochen. „Ein einfaches Konzept zahlt sich aus“, lautet eine der zentralen Erkenntnisse. Gerade auf einem mehrtägigen Festival mit vielen unterschiedlichen Eindrücken müsse eine Installation schnell zugänglich sein, ohne dabei an Tiefe zu verlieren, so der Projektverantwortliche.

Die Sound Bananas setzen genau hier an: Ihre Funktionsweise ist unmittelbar erfahrbar, während das Zusammenspiel der Klänge Raum für eigene Entdeckungen lässt. Wer gemeinsam mit Freund:innen oder Fremden musiziert, kann gezielt aufeinander reagieren. Doch auch ohne vorherige Absprache entsteht ein gemeinsamer Klangraum, in dem die Bewegungen und Töne verschiedener Menschen gleichzeitig hörbar werden.

Sound Bananas, The Ear Wants to Hear | Foto: Quirin Nebas
Die Installation „Sound Bananas“ ist ein Teil der interaktiven Ausstellung „The Ear Wants to Hear“ | Foto: Quirin Nebas

Perspektiven für die Zukunft

Für die Weiterentwicklung der Sound Bananas nimmt Quirin Nebas vor allem technische Erkenntnisse mit: Bei der intensiven Nutzung zeigten sich vereinzelte Probleme mit Kabelverbindungen. Um die Installation skalierbar zu machen, soll nun nachgebessert werden. Das grundlegende Konzept habe sich dagegen bewährt. So habe die Ars Electronica gezeigt, wie viel Potenzial in einem einfachen, körperlich erfahrbaren Zugang zu Klang steckt – und wie aus individuellen Bewegungen ein gemeinsames Erlebnis entstehen kann.

The Ear Wants to Hear – Ausstellung im Dezember nochmal erleben

Im Sommer 2026 waren die Sound Bananas bereits als Teil einer Solo-Ausstellung des Projekts Klangskulpturen zu sehen. Die Ausstellung The Ear Wants to Hear – Interaktive Klangskulpturen wird am Tag der offenen Tür des ligeti zentrums (5. Dezember 2026) auf dem Exhibition Floor im 7. Stock erneut ausgestellt. Dann heißt es wieder: schaukeln, ausprobieren und experimentieren.

Der Beitrag Sound Bananas auf der Ars Electronica: Ein spielerischer Zugang zu Klang und Bewegung erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Save the Date! 5.12.2026 – Tag der offenen Tür im ligeti zentrum

Disziplinen im Dialog – Entdecke, wie Künste, Wissenschaft, Gesundheit & Technologie gemeinsam klingen! Am 5. Dezember 2026 öffnet das ligeti zentrum zum zweiten Mal alle Türen zu seinen Projekten und Labs. Die diesjährigen Highlights: ein zusätzlicher Exhibition Floor mit interaktiven Ausstellungen und ein Science-Slam im Production Lab.

Interdisziplinarität ist ein Wort, das uns im akademischen Alltag immer wieder begegnet. Aber wie sieht die Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen in der Praxis aus? Diese Frage beantwortet das ligeti zentrum seit 2023 in Hamburg-Harburg. In seinen zwei Clustern – „Musik und Gesundheit“ und „Ideen-, Wissens- und Technologietransfer“ – arbeiten Wissenschaftler:innen und Künstler:innen von HfMT, HAW, TUHH und UKE gemeinsam an den gesundheitsfördernden Potenzialen von Klang und Musik, an neuen Technologien für die künstlerische Arbeit sowie an multimedialen Formaten, die gesellschaftliche Teilhabe und öffentlichen Austausch fördern. Das Ergebnis: Skulpturen, die über die eigene Körperbalance zum Klingen gebracht werden. Roboter, die musizieren. Instrumente, die in der Mixed Reality gespielt werden. Gemälde, die klingen und virtuell zum Greifen nah erscheinen. Sensoren für die präventive Bewegungsanalyse von Musikern – und vieles mehr.

Die Vielfalt des ligeti zentrums lässt sich besser zeigen als erklären

Insgesamt mehr als 35 Projekte kurz und verständlich zu erklären, sei manchmal gar kein so leichtes Unterfangen, erklärt Nadine Schwalb. Als Leiterin der Agentur für Vermittlung und gesellschaftliche Teilhabe kuratiert sie das ganze Jahr über ein buntes Veranstaltungsprogramm für Kinder, Familien und Erwachsene. Mit Blick auf das große Ganze ist sie überzeugt: „Die Vielfalt des ligeti zentrums lässt sich besser zeigen als erklären.“ Rückblickend auf Projekte, die zu individuellen Ausstellungen herangewachsen sind, zahlreiche öffentliche Workshops und interaktive Performances sowie regionale und überregionale Kooperationen, die das ligeti zentrum in diesem Jahr prägten und vorantrieben, endet 2026 daher erneut mit einer gebündelten Präsentation von Projekten, Ideen und Fragestellungen.

Disziplinen im Dialog: Entdecke, wie Künste, Wissenschaft, Gesundheit & Technologie gemeinsam klingen!

Am 05. Dezember 2026 ist es wieder soweit: Das ligeti zentrum lädt zu seinem zweiten Tag der offenen Tür ein. Unter dem diesjährigen Motto „Disziplinen im Dialog“ können Besucher:innen und Interessierte von 11 bis 18 Uhr entdecken, wie Künste, Wissenschaft, Gesundheit und Technologie gemeinsam klingen.

Auf zwei Stockwerken gibt es Prototypen und Demos zum Testen, Musikdarbietungen zum Lauschen und viele interaktive Formate zum Mitreden und Mitmachen. Ein Highlight: ein zusätzlicher Exhibition Floor, auf dem die interaktiven Ausstellungen „The Ear Wants to Hear“ und „Moving Sound Pictures“ zu sehen sind. 

strg+alt+ligeti: Vier Projekte im Wettbewerb – ein Science-Slam des ligeti zentrums

Den Abschluss des Tages feiern wir ab 19 Uhr mit einem besonderen Format. Beim Science-Slam „strg+alt+ligeti“ geben vier Mitglieder des ligeti zentrums ihre Forschung zum Besten. Das Ziel: das Publikum begeistern, inspirieren und mitreißen – und das in nur zehn Minuten und auf humoristische Art. Wem das am besten gelingt? Darüber entscheiden der Applaus und die Publikumsjury! 

Komm uns am 5. Dezember 2026 im ligeti zentrum besuchen! 

Tag der offenen Tür: 11–18 Uhr 
Science Slam: 19–21 Uhr 

ligeti zentrum, Veritaskai 1, 21079 Hamburg 

 

Weitere Informationen und das vollständige Programm folgen in Kürze.

Der Beitrag Save the Date! 5.12.2026 – Tag der offenen Tür im <i>ligeti zentrum</i> erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Musizierende Gehirne und ein klingender Tisch: Bei der SuedKultur-MusicNight werden mathematische Modelle in Musik übersetzt

Am 10. Oktober 2026 ist es wieder soweit: Zum nunmehr 16. Mal bringt die SuedKultur-MusicNight 2026 die Musikszene in Harburg zusammen. Auch das ligeti zentrum ist erneut mit dabei. Im Production Lab heißt es ab 17 Uhr: „Bühne frei für Klang à la Carte!“ Präsentiert wird ein musikalisches Dinner, zu dem jeder Act seine eigenen Zutaten beisteuert.

Mit dabei sind die mathematisch beeinflussten Klanglandschaften von Dr. Simon Linke (InnoLab) und Prof. Dr. Rolf Bader. Das Duo musiziert seit ein paar Jahren zusammen – zuletzt sogar in China. Dabei verwenden sie die sogenannte Impulse Pattern Formulation (IPF) – einen physikalischen Modellierungsalgorithmus, der Klänge, Rhythmen und großräumige Formen erzeugen kann. Was halten die Musiker für die MusicNight parat?

Foto: Jakob Mewes

ligeti zentrum: Ihr eröffnet die MusicNight im Production Lab des ligeti zentrums mit einer 30-minütigen Performance, bei der die Impulse Pattern Formulation (IPF) zum Einsatz kommt. Was hat es mit diesen mathematischen Algorithmen auf sich?

Simon Linke: Ich kombiniere IPF und andere mathematische Modelle aus den späten 1980er-Jahren, um Instrumente zu bauen, die so klingen, wie ich es will, sich aber tatsächlich auch wie richtige Instrument artikulieren. Mich hat an traditionellen Synthesizern schon immer gestört, dass man am Ende nur Knöpfe drückt. Und dann passiert immer dasselbe. Mithilfe der IPF kann ich auch Gegenstände so intuitiv spielen, wie ein klassisches, akustisches Instrument – ohne Synthesizer-Knöpfe programmieren zu müssen.

Für die MusicNight haben wir neue IPF-Instrumente gebaut und uns neue Klänge überlegt. Während der Performance improvisieren wir, um neue Klanglandschaften zu erschaffen.

Foto: Jakob Mewes

ligeti zentrum: Wie sehen diese Instrumente aus?

Simon Linke: In diesem Fall ist das auf den ersten Blick ein einfacher Tisch. Die Oberfläche kann ich anschlagen, ähnlich wie die Saite einer Gitarre. Das digitale System, das daran geknüpft ist, kann ich immer wieder anpassen, sodass es sich ständig verändert und damit ständig anders ist.

Klanglich steckt da aktuell ein Stück von einer Zither und einer Blockflöte drin – aber eben auch die natürlichen Eigenschaften, die eine Tischoberfläche mit sich bringt. Im Nachklang kann ich den Pickup von E-Gitarren koppeln. Das ist das Tolle an der IPF: Man hat eine Gleichung für alle möglichen Instrumente und kann einzelne Bauteile von Instrumenten quasi frei kombinieren.

Foto: Jakob Mewes

ligeti zentrum: Wie sehen diese Instrumente aus?

Simon Linke: In diesem Fall ist das auf den ersten Blick ein einfacher Tisch. Die Oberfläche kann ich anschlagen, ähnlich wie die Saite einer Gitarre. Das digitale System, das daran geknüpft ist, kann ich immer wieder anpassen, sodass es sich ständig verändert und damit ständig anders ist.

Klanglich steckt da aktuell ein Stück von einer Zither und einer Blockflöte drin – aber eben auch die natürlichen Eigenschaften, die eine Tischoberfläche mit sich bringt. Im Nachklang kann ich den Pickup von E-Gitarren koppeln. Das ist das Tolle an der IPF: Man hat eine Gleichung für alle möglichen Instrumente und kann einzelne Bauteile von Instrumenten quasi frei kombinieren.

Die IPF funktioniert auch als Gehirnmodell

Rolf Bader: Die IPF funktioniert auch als Gehirnmodell. Mein Instrument ist eine Ansammlung von Gehirnen, denen man Input gibt, ehe man sie für sich selbst laufen und Stimmen produzieren lässt. Das können Froschtöne sein oder Vogelgezwitscher, aber auch alle möglichen anderen Tiere. Die einzelnen Gehirne kopple ich miteinander, sodass sie einander zuhören und aufeinander reagieren. Zusammen bilden sie ihren kleinen Dschungel.  

ligeti zentrum: Woher stammt die Inspiration für diesen besonderen Gehirn-Synthesizer?

Rolf Bader: Letztes Semester habe ich ein Seminar zu Astromusikologie an der Universität Hamburg gegeben. Darin ging es um die Frage, wie Leben auf anderen Planeten wohl klingen würde. Das müssten nämlich auch selbstorganisierende Systeme sein – sonst wäre es kein Leben.

Eine NASA-Sonde hat bereits erste elektromagnetische Wellen und Radioaktivität auf dem Jupitermond aufgezeichnet, die in für Menschen hörbare Töne übersetzt wurden. Wenn da wirklich Leben ist, könnte man die Klänge abgleichen und rekonstruieren, wie diese Aliens gebaut sein müssten. Für den Moment haben wir uns diese Aliens erstmal selbst gebaut.

Foto: Jakob Mewes

Für den Moment haben wir uns diese Aliens erstmal selbst gebaut

ligeti zentrum: Eure Performances sind durch Improvisation ausgezeichnet. Ihr improvisiert aber nicht nur miteinander, sondern ebenfalls mit den Instrumenten. Wie fühlt sich das an?

Rolf Bader: Die Gehirne funktionieren in der Tat wie eigenständige Lebewesen. Und die machen nicht immer, was man will.

Simon Linke: Wir haben gelernt, wie man sie beeinflussen kann. Wenn Elemente aus der Reihe tanzen, kann man versuchen, sie zu überzeugen. Aber dasselbe gilt auch für uns beide: Man weiß nie richtig, was der andere macht. Das ist der Spaß an der Sache. Was passiert, ergibt sich live.

SuedKultur-MusicNight 2026 @ ligeti zentrum: Klang à la Carte!

Zur SuedKultur-MusicNight 2026 lädt das ligeti zentrum Künstler:innen mit unterschiedlichen Handschriften und Einflüssen zu einem musikalischen Dinner. Jeder Act bringt seine eigenen Zutaten mit: von mathematisch beeinflussten Klanglandschaften über vertonte chinesische Gedichte bis hin zu Instrumenten, die sich gegenseitig steuern.

 

10. Oktober 2026, 17:00–23:30 Uhr
Production Lab, ligeti zentrum (10. Stock)
Eintritt: 7,50 Euro

 

Der Beitrag Musizierende Gehirne und ein klingender Tisch: Bei der SuedKultur-MusicNight werden mathematische Modelle in Musik übersetzt erschien zuerst auf ligeti zentrum.

strg+alt+musik: Das war der Science Slam der Off-ICMC 

Ein Künstler:innen-Duo, drei Künstler und ein Thema: „strg+alt+musik: Musik in unserer digitalen Zeit“. Der Science Slam im Kultur Palast Harburg ging als Highlight der Off-ICMC hervor. Die kreativen Beiträge können nun auch online abgespielt werden.

Es war ein besonderer Abend im frisch sanierten Kultur Palast Harburg: Mit der ersten größeren Veranstaltung infolge der Schließung für Umbauarbeiten durfte das ligeti zentrum am 12. Mai 2026 erneut die Bühne freigeben. Beim Science Slam strg+alt-musik traten drei Künstler und ein Künstler:innen-Duo gegeneinander an. Das Motto: „Musik in unserer digitalen Zeit“ – zugänglich gemacht durch die humoristischen Beiträge der internationalen Präsentierenden und eine Simultan-Übersetzung über Bluetooth-Kopfhörer. Als Gewinner des Abends ging der US-amerikanische Komponist und Forscher Walker Smith hervor, der bereits 2025 als Resident zu Gast im ligeti zentrum war. Er überzeugte die Publikumsjury mit seiner Bühnenpersona Roy G. Biv und seinem interaktiven Vortrag über musikalische Chemie.

Der Abend bleibt als ein Highlight der Off-ICMC in Erinnerung. Das vom ligeti zentrum organisierte Begleitfestival zur International Computer Music Conference machte die aktuelle Forschung zu computergestützter Musik für über 400 Besuchende zugänglich. Nun stehen die Science-Slam-Beiträge von Karl Geber und Karina Erhard, Victor Gelling, Riccardo Mazza, und Walker Smith auch auf YouTube zur Verfügung.

Großes Kino im Kultur Palast Harburg: Der Science Slam ging als Highlight der Off-ICMC hervor | Foto: Daria Radler
Großes Kino im Kultur Palast Harburg: Der Science Slam ging als Highlight der Off-ICMC hervor | Foto: Daria Radler

Karl Gerber & Karina Erhard (DE): Virtuosität visualisiert

Gerade in Zeiten eines allgegenwärtigen KI-Hypes möchte das Publikum bei Live-Elektronischer Musik Vertrauen in eine direkte, unverfälschte Virtuosität der Performer gewinnen. Wie?

Seit 2019 arbeiten Karl F. Gerber und Karina Erhard als Duo an der Schnittstelle von Komposition, Improvisation, Elektronik und Performance. Ihr Fokus: das Zusammenspiel von Mensch und Maschine als unmittelbares Klangerlebnis. Zentral sind Gerbers automatisierte „Autoreninstrumente“ – von Violine und Zither bis zu Blockflöte oder Talking Drum –, erweitert durch Sensorik und interaktive Systeme. Die Stücke entstehen experimentell zwischen Konstruktion, Programmierung und Improvisation und wurden international bei Formaten wie NIME, CMMR und der ICMC präsentiert. Arbeiten wie „Limit“, „Produktionsmittel“ oder „Corporeality – in Honour of Harry Partch“ verbinden Flöten, mikrotonale Instrumente und automatisierte Klangapparate; mit „Four Strings not for Strings“ werden sogar Playstation-Controller zu Instrumenten. Mehrere Auszeichnungen – darunter Preise bei CMMR und Matera Intermedia sowie Filmpreise in Bangkok – unterstreichen ihre internationale Resonanz. Gerber entwickelt seit den 1980er-Jahren musikmechatronische Echtzeit-Systeme, Erhard ist als Flötistin in der zeitgenössischen Musikszene aktiv und gastierte u. a. bei der Münchener Biennale und den Darmstädter Ferienkursen. 

Victor Gelling (DE): Now my Life is Sweet like Cinnamon. Komplette Kontrolle? Zwischen X-Box, Keyboards und Tanzmatten

„Ich bin der Musikant mit Taschenrechner in der Hand.“ So oder so ähnlich beschrieben Kraftwerk sich und viele andere Computernerds, die tagein, tagaus vor ihren Computer sitzen und sich dabei immer wieder eine Frage stellen: Wie kontrolliere ich einen Klang, der keinen physikalischen Regeln folgen muss? Controller und Interfaces sind genau diese Knöpfe, Flächen und Objekte, mit denen elektronische Klänge nicht nur gebaut, sondern auch gespielt werden. Sie übersetzen Berührungen, Bewegungen und manchmal auch Zufall in Sound. Manche erinnern an Instrumente, andere eher an Werkzeuge oder Spielzeug. In diesem Vortrag geht es darum, wie diese Dinge funktionieren und warum sie für viele Musiker:innen so spannend sind. Was passiert eigentlich, wenn man einen Regler bewegt? Wie wird daraus Musik? Wo hört Technik auf und wo beginnt Ausdruck? Und muss man das überhaupt noch trennen? „Und wenn ich diese Taste drück, wird er ein kleines Musikstück gespielt!“

Victor Gelling (*1998 in Berlin) ist Komponist:in und Improvisator:in. Mit Saiteninstrumenten, unter Anderem Kontrabass, Tenorbanjo, Pedalsteel-Gitarren sowie Synthesizern und selbst programmierten Computerprogrammen erzeugt they Klänge von Jazz über Noise bis hin zu elektrischen Cowboysongs und komplexer Musik, die in Werken mit NOW MY LIFE IS SWEET LIKE CINNAMON, dem Antiphon-Orchestra, der Alternative-Country-Band Slowklahoma, Solowerken oder dem Spiel im Jorik Bergman Trio Gehör finden. Victor studierte Jazz-Kontrabass und Improvisation an der HfMT Köln. Victor gehört dem Vorstand der Kölner Jazzkonferenz e.V. an, ist Mitglied des impakt-kollektivs Köln und verwaltet das kollektiveigene Label impakt-records. Konzertreisen führten durch Europa, Nord- und Südamerika. Zu Festivalauftritten zählen das Acht-Brücken-Festival Köln, das Festival Warschauer Herbst, die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, die Cologne Jazzweek und das Festival de La Habana de Música Contemporánea (Kuba).

Riccardo Mazza (IT): Sonic Earth: A Real-time Journey Through Environmental Data (ENG)

Sonic Earth ist eine interaktive Reise, die Umweltdaten in eine lebendige musikalische Landschaft verwandelt. Das Publikum erlebt eine „klangliche Weltreise“, bei der eine Live-Verbindung zu Wetterstationen und Satelliten-APIs Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Schadstoffwerte aus verschiedenen Ecken der Welt erfasst und in musikalische Kompositionen verwandelt, in der der Wind die Texturen formt und das Klima die Harmonie bestimmt. Sonic Earth erkundet, wie Technologie uns helfen kann, durch die universelle Sprache des Klangs wieder eine Verbindung zur Erde herzustellen.

Riccardo Mazza ist Komponist, Klangkünstler und Forscher mit Schwerpunkt auf der Wahrnehmung von Klang. Er unterrichtet Neue Technologien an der Hochschule für Musik (APM) in Saluzzo und ist Gründer der Experimental Studios in Turin. Im Laufe seiner Karriere hat er an innovativen Technologien für Kino und Musik gearbeitet, mit renommierten Künstlern zusammengearbeitet und Software für immersives Audio entwickelt. Sein neuestes Projekt, Sonic Earth, wurde weltweit präsentiert.

Walker Smith (USA): Musical Chemistry (ENG)

Wie würden Atome klingen? Ist das Periodensystem ein Musikinstrument? Feiern Heliumatome Tanzpartys? In diesem Vortrag nimmt euch der in Regenbogenfarben gekleidete „musikalische Chemiker“ Roy G. Biv mit auf eine Reise durch die Klänge der molekularen Welt. Mithilfe von Datensonifikation übersetzt er die von Atomen abgegebenen Lichtfrequenzen in für uns hörbare Klänge und schafft so für jedes Element einen einzigartigen mikrotonalen Akkord. Anhand seines interaktiven musikalischen Periodensystems wird er zeigen, wie er diese Lichtfrequenzen der Elemente genutzt hat, um musikalische Klangfarben, Tonleitern, Akkorde und ganze Kompositionen zu entwerfen. Er wird auch erläutern, wie seine Sonifikationsansätze die menschliche Hörwahrnehmung berücksichtigen und welche Strategien zur Klangtransformation uns ermöglichen, mehr Klangdetails zu hören und gleichzeitig ihren harmonischen Charakter zu bewahren. Als weltweit erster „musikalischer Chemiker“ erweitert er die Sonifikation zur (Per-)Sonifikation und erweckt die Klänge der molekularen Welt durch Helium-Tanzpartys und magische alchemistische Schlagzeuge zum Leben.

Walker Smith ist der weltweit erste „musikalische Chemiker“. Er stammt ursprünglich aus Knoxville, Tennessee, und ist derzeit Doktorand im Bereich computergestützte Musiktheorie und Akustik am Center for Computer Research in Music and Acoustics (CCRMA) der Stanford University. Er hat Bachelor-Abschlüsse in Chemie und Musikkomposition an der Indiana University Bloomington. Er kreiert pädagogische Multimedia-Performances, die Musik und Wissenschaft miteinander verbinden, darunter „The Sound of Molecules“, das er bereits vor Tausenden von Zuschauern in den Vereinigten Staaten und Europa aufgeführt hat. Im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums in den Niederlanden entwickelte er das „Interactive Musical Periodic Table“, ein Projekt, das auf einer Tagung der American Chemical Society vorgestellt wurde. Im Sommer 2025 war er Artist-in-Residence und Forscher am Ligeti Zentrum in Hamburg. Dort entwickelte er eine neue Show mit dem Titel „The Well-Tempered Periodic Table“, die Sonifikationen chemischer Elemente mit akustischen Instrumenten, Publikumsinteraktion und Lichtdesign kombiniert. Er hat seine Sonifikationsforschung und Kompositionen auf Konferenzen und Festivals präsentiert, darunter AudioMostly, die International Conference on Auditory Display, die Sound and Music Computing Conference, die International Computer Music Conference und das New York City Electroacoustic Music Festival. Außerdem hat er ein Kapitel zu dem von Eduardo Miranda herausgegebenen Buch Advances in Quantum Computer Music beigetragen. Seine Forschungs- und Performancepraxis konzentriert sich vor allem auf die wissenschaftlichen, pädagogischen und musikalischen Möglichkeiten, das Periodensystem in ein Musikinstrument zu verwandeln und molekulare Musik zu schaffen. Walker ist Goldwater-Stipendiat und Knight-Hennessy-Stipendiat.

Über die besten Beiträge des Science Slam entschied das Publikum | Foto: Daria Radler
Über die besten Beiträge des Science Slam entschied das Publikum | Foto: Daria Radler

Save the Date: Der nächste Science Slam des ligeti zentrums steht an!

Das Format des Science Slams geht im ligeti zentrum schon bald in die nächste Runde. Unter dem Motto „strg+alt+ligeti“ geben am Tag der offenen Tür vier Mitglieder des ligeti zentrums ihre Forschung zum Besten. Los geht es am 5. Dezember 2026 um 19 Uhr im Production Lab. Weitere Informationen folgen in Kürze.

Der Beitrag strg+alt+musik: Das war der Science Slam der Off-ICMC  erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Der erste Praktikant im ligeti zentrum

Durch die monatlich stattfindenden Synthesizer-Workshops hörte David Holzinger erstmals vom ligeti zentrum. Dass in der zehnten Klasse ein weiteres Schülerpraktikum auf dem Plan stand, kam ihm daher gelegen. Er bewarb sich – und wurde angenommen. Drei Wochen lang blickte er hinter die interdisziplinären Kulissen des ligeti zentrums. Neben Planungsmeetings, etwa zum anstehenden Tag der offenen Tür, schnupperte er in die verschiedenen Labs, testete Installationen wie Moving Sound Pictures und innovative Instrumente wie den Spatial Sampler. Nun zieht er sein Resümee. Ein Erfahrungsbericht des ersten Schülerpraktikanten im ligeti zentrum.

Mein Praktikum im ligeti zentrum

Mein Name ist David Holzinger und gehe in die 10. Klasse. Für mein Schulpraktikum hatte ich die Möglichkeit, drei Wochen im ligeti zentrum zu verbringen. Es war eine besondere Erfahrung für mich, einen Einblick in einen Ort zu bekommen, an dem Musik, Technik, Forschung und Kreativität zusammenkommen, da ich von so einer Kombination aus Themen noch nie einen richtigen Eindruck bekommen habe.

Am Anfang wusste ich selbst noch nicht genau, was mich dort erwarten würde, da ich das ligeti zentrum nur durch einen Synthesizer-Workshop kannte und dadurch noch nicht genau wusste, wie ein normaler Arbeitstag dort aussah. Neben den vielen Bereichen, die ich kennen lernen durfte, ist mir schnell klar geworden, dass das Wort „flexibel“ eine große Rolle in Bezug auf den Arbeitstag hatte. Es gab nämlich nicht nur flexible Arbeitszeiten, sondern auch flexible Arbeitsplätze, die den Leuten zustanden, die nur eine bestimmte Zeit lang im ligeti zentrum vor Ort waren.

Es war eine besondere Erfahrung für mich, einen Einblick in einen Ort zu bekommen, an dem Musik, Technik, Forschung und Kreativität zusammenkommen

Während meines Praktikums durfte ich nicht einfach nur zuschauen, sondern wurde in verschiedene Aufgaben einbezogen. Ich konnte eigene Sachen ausprobieren, Messungen durchführen und hab die Chance bekommen, zum ersten Mal in meinem Leben zu löten. Dabei habe ich auch gemerkt, dass hinter den Dingen, die man am Ende bei einer Veranstaltung oder einem Projekt sieht, mehr Planung und Arbeit steckt, als man vielleicht denkt.

Ganz zum Ende hin habe ich erfahren, dass ich der erste Praktikant am ligeti zentrum war, was mich sehr überrascht hat, da das ganz und gar nicht so wirkte. Es gab nämlich immer wieder neue Dinge zu entdecken und unterschiedliche Menschen, mit denen ich zu tun hatte. Dadurch waren die Tage abwechslungsreich und ich habe jeden Tag etwas Neues kennengelernt.

Ich bin froh, dass ich mein Praktikum dort machen durfte und natürlich ist es auch ein ziemlich gutes Gefühl, sagen zu können: Ich war der erste Praktikant im ligeti zentrum.

 

Das gesamte ligeti zentrum sagt Danke – für deine Zeit bei uns, deine Neugierde und deine Ideen!

Der Beitrag Der erste Praktikant im <i>ligeti zentrum</i> erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal besucht das ligeti zentrum

Am 10. September 2026 besuchte Maryam Blumenthal, Hamburgs Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, gemeinsam mit Philine Sturzenbecher, wissenschafts- und forschungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg, sowie Dr. Selina Storm, Sprecherin für Wissenschaftspolitik und öffentliche Unternehmen der Grünen Bürgerschaftsfraktion und Landesvorsitzende der GRÜNEN Hamburg, das ligeti zentrum.

Hochschulübergreifende Interdisziplinarität in Harburg

Zu Beginn des Besuchs erhielten die Gäste einen Einblick in die Entstehung und bisherige Entwicklung des Zentrums. Anschließend stellte das Team die gegenwärtige Struktur, aktuelle Forschungsschwerpunkte sowie die Pläne für die zukünftige Weiterentwicklung vor. Bei einem Rundgang durch die verschiedenen Labs und Räumlichkeiten wurde schnell deutlich, was das ligeti zentrum ausmacht: Hier arbeiten Wissenschaftler:innen und Künstler:innen hochschulübergreifend und interdisziplinär zusammen, um Ideen an den Schnittstellen zwischen den Künsten, Wissenschaft, Technologie und Gesundheit zu entwickeln und voranzutreiben.  

Die daraus entstehenden Projekte sind vielfältig – von Healing Soundscapes und dem dafür entwickelten „Healing Soundscaper“, einem zum Patent angemeldeten System zur Erzeugung und räumlichen Wiedergabe adaptiver Klangumgebungen im Gesundheitssektor, über neuartige Mensch-Maschine-Interaktionen bis zu hybriden Instrumenten, die in der Mixed Reality gespielt werden.

Was passiert, wenn Perspektiven der Künste, Wissenschaft, Gesundheit und Technologie gemeinsam zu neuen Ideen kommen? Bei ihrem Besuch im ligeti zentrum konnte sich Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal ein Bild machen | Fotos: Julia Gieseler

Zukunftsperspektiven

Im Mittelpunkt des anschließenden Austauschs standen die Perspektiven des ligeti zentrums über das Ende der derzeitigen Förderperiode im Jahr 2027 hinaus. „Die langfristige Sicherung des Zentrums ist von zentraler Bedeutung, damit die hier aufgebaute, international vernetzte Expertise an der Schnittstelle von Musik, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft erhalten und weiterentwickelt werden kann“, plädiert Prof. Dr. Georg Hajdu, Leiter des ligeti zentrums. Gemeinsam wurden daher mögliche Wege erörtert, wie kurzfristige Übergangslösungen und eine tragfähige langfristige Perspektive für das Zentrum geschaffen werden können.

Von Moving Sound Pictures bis zum Spatial Sampler: Der Rundgang durchs ligeti zentrum und seine Labs bot Einblicke in diverse Projekte | Fotos: Julia Gieseler

György Ligeti und das Streben nach einem Hamburger Institut für Computermusik

Die Frage nach einer nachhaltigen institutionellen Verankerung knüpft zugleich an die Geschichte der Hochschule für Musik und Theater Hamburg an. Bereits György Ligeti setzte sich nach seiner Berufung an die HfMT im Jahr 1973 für die Einrichtung eines Studios für Computermusik ein. Trotz der Einbindung international renommierter Fachleute wie John Chowning und James „Andy“ Moorer konnten seine damaligen Pläne nicht verwirklicht werden. Der Blick auf diese Geschichte unterstreicht, wie wichtig verlässliche Strukturen sind, damit innovative, disziplinübergreifende Forschung langfristig Wirkung entfalten kann.

Das gesamte ligeti zentrum und die daran beteiligten Hochschulen bedanken sich für den Besuch, das Interesse und den offenen Austausch!

Titelfoto: v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Thorsten Kern, Prof. Dr. Georg Hajdu, Senatorin Maryam Blumenthal, Prof. Dr. Jan Philipp Sprick, Dr. Selina Storm, Philine Sturzenbecher, Christine Preuschl

Der Beitrag Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal besucht das <i>ligeti zentrum</i> erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Ars Electronica 2026: Klangskulpturen im Elisabethinengarten

Vom 9. bis 13. September findet im österreichischen Linz das diesjährige Ars Electronica Festival statt. Im OK Quarter heißt Quirin Nebas Interessierte mit einer interaktiven Installation willkommen. Sound Bananas ist ein Teil seiner Ausstellung „The Ear Wants to Hear“, die im Rahmen des Projekts Klangskulpturen entstand.

Seit seiner Erstauflage im Jahr 1979 entwickelte sich das Ars Electronica Festival zu einem der weltweit bedeutsamsten Medienkunstfestivals. Das diesjährige Festival findet vom 9. bis 13. September 2026 unter dem Motto „Negotiating Humanity – Future Begins“ in Linz, Österreich, statt. Auch das ligeti zentrum ist vertreten. Im Elisabethinengarten (OK Quarter) präsentiert Quirin Nebas (Artistic Research Lab) die Sound Bananas – eine interaktive Installation, die in seinem Projekt Klangskulpturen entstanden ist.

„Dass wir auf der Ars Electronica nach einer erfolgreichen Bewerbung ausstellen dürfen, ist eine sehr schöne Bestätigung für das Projekt“, sagt Quirin Nebas. Er freut sich auf den intensiven Austausch mit Gleichgesinnten und Interessierten ebenso wie von neuen Projekten und Ansätzen zu lernen. „Besucher:innen können sich bei meiner Installation auf die Klangbananen freuen, die als interaktive Installation niederschwelliges gemeinsames Musizieren durch Körperbewegung ermöglichen und eine Erfahrung bieten, die ungewohnt und spannend zu erkunden ist.“

Sound Bananas - The Ear Wants to Hear | Foto: Quirin Nebas
Sound Bananas - The Ear Wants to Hear | Foto: Quirin Nebas

Schaukelbananen, die klingen

Sound Bananas besteht aus schaukelnden, bananenförmigen Objekten mit integrierter Elektronik. Indem die Besucher:innen sie bewegen, sich daraufsetzen oder darauf wippen, erzeugen sie gemeinsam musikalische Klänge. Hören wird so zu einer spielerischen, kollektiven Erfahrung, die mehrere Sinnesmodalitäten verbindet.

Die interaktive Installation wurde am ligeti zentrum in Hamburg entwickelt und verortet sich in aktuellen Diskursen zu Embodied Cognition, Mensch-Maschine-Interaktion und inklusivem Design. Das Projekt stellt Fragen nach Teilhabe und Zugänglichkeit. Über intuitive, sensorisch gesteuerte Schnittstellen lädt es ein vielfältiges Publikum zum Mitmachen ein und begreift Klang nicht als feststehendes Ergebnis, sondern als dynamischen, gemeinschaftlich hervorgebrachten Prozess, der durch geteilte körperliche Erfahrung entsteht.

Das Projekt untersucht Hören als körperliche Praxis, die den ganzen Körper einbezieht und Gleichgewicht, Koordination und räumliche Wahrnehmung umfasst. Es erforscht, wie Klangwahrnehmung im Zusammenspiel von Körper, Bewegung und Technologie entsteht – und wie solche Formen der Auseinandersetzung unser Verständnis menschlicher Agency in technologisch vermittelten Umgebungen verändern.

Ars Electronica Festival 2026 | Foto: Ars Electronica

Klangskulpturen @ Ars Electronica 2026

Die interaktive Installation ist vom 9. bis zum 13. September 2026 (Mittwoch bis Sonntag) im Elisabetinengarten (OK Quarter) zu sehen. Tickets für das Ars Electronica Festival 2026 sind online erhältlich.

Der Beitrag Ars Electronica 2026: Klangskulpturen im Elisabethinengarten erschien zuerst auf ligeti zentrum.