Virtual Reality im Bewerbungsprozess

Virtual Reality ist in immer mehr Branchen auf dem Vormarsch: Von der virtuellen Wohnungsbesichtigung bis hin zum Hotel-Rundgang wird die Technologie eingesetzt, um Kunden mit transparenten Rundum-Blicken zu überzeugen. Auch Unternehmen können von VR profitieren, und im Wettbewerb um die Top-Talenten als moderner Arbeitgeber mit Mut zur Innovation zu punkten. Erfahren Sie, wie Virtual Reality [...]

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Visuelle Designer sind Künstler und Handwerker

Gleich vorab: Sie werden in diesem Beitrag nichts Neues erfahren über die Profession der UX Designer (w/m/d). Zur wichtigen Rolle von UX Designern finden Sie auf nutzerbrille.de zahlreiche Gedanken und Beiträge.

Mir ist es ein Anliegen in diesem Beitrag visuellen Designern/-innen die Bedeutung zu geben, die sie meiner Meinung nach verdient haben. Warum ist mir das wichtig? Weil ich immer wieder erkennen muss, dass visuelles Design nicht die Wertschätzung bekommt, die es verdient hat. Es ist ein Kunsthandwerk – keineswegs zweckfrei und äußerst wertvoll für die Gestaltung erfolgreicher Produkte.

Visuelles Design ist ein Kunsthandwerk! 

Im Kontext der zurecht steigenden Bedeutung von Design Thinking Ansätzen, Design Sprints und der zunehmenden Klarheit über die Bedeutung der Bezeichnung „UX Design“ hat sich das grundlegende Verständnis für den Begriff Design verändert.

Design wird nicht (nur) verstanden als die Äußerlichkeit von Dingen. Design kennzeichnet den Gestaltungsprozess, im Sinne eines Gestaltungsprozesses für User Experience: Beginnend mit dem Erkennen von Bedarfen & Anforderungen, dem Konzipieren & Umsetzen von Prototypen und dem Testen & Optimieren jener mit Nutzern/-innen.

Damit einher ging die Abnahme der Relevanz von Ästhetik, also dem Visuellen, dem visuellen Design. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Tatsache, dass visuelles Design oft als Geschmackssache angesehen (man könnte auch wertend sagen „abgetan“) wird. Beides ist nachteilig – sowohl der Rückgang der Bedeutsamkeit von Ästhetik als auch die Gleichsetzung von Design mit Kunst bzw. mit einer Frage nach dem (guten) Geschmack. Visuelles Design ist auch Kunst, keine Frage. Aber Design ist nicht nur Kunst. Während Kunst frei von praktischen Zwecken ist, wollen visuelle Designer/-innen Gegenstände gestalten, die Menschen brauchen, gerne nutzen und zielführend einsetzen können.

Visuelles Design wirkt!

Visuelles Design löst Emotionen aus, weckt Erwartungen und prägt Stimmungen. Visuelles Design beeinflusst auf diese Weise Markenwerte, die Einstellungen zum Produkt und ganz wesentlich auch die wahrgenommene Nützlichkeit, Bedienbarkeit und damit letztlich die User Experience.

Der vielfach beschworene erste, visuelle Eindruck wirkt nicht nur kurzfristig. Er wirkt hinein in reflektive, ästhetische Bewertungen und bleibt über die Interaktion mit einem Produkt oder einer Anwendung hinaus erhalten. Zugleich ist er ein wesentlicher Bestimmungsfaktor dafür wie lange man sich mit einer Anwendung beschäftigt, ob man sie wiedernutzt und positiv oder eben negativ über sie spricht.

Diese Erkenntnisse basieren auf zahlreichen Studien und empirisch fundierten Theorien. Der Stand dieser Forschungen und deren Entwicklung über die Zeit kann in der Dissertationsschrift von Dr. Rita Strebe sehr gut nachvollzogen werden: Das visuell Ästhetische im Web.

Fazit – Gutes UX Design kann ohne ein gutes, zielführendes visuelles Design nicht (!) gelingen. Visuelle Gestaltung (Ästhetik) ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für (digitale) Produkte, der sich hinter den Wirkungen von Inhalten & Funktionen (Nützlichkeit) und der Nutzerführung (Usability) im engeren Sinne keineswegs verstecken sollte.

Um die Bedeutung des visuellen Designs aufzuwerten, ist es zunächst einmal wichtig die Wirkungen von Designs zu messen. Bestenfalls die Wirkungen verschiedener, visueller Designentwürfe.

Eine eindringliche und wunderbare Begründung, warum visuelles Design messbar gemacht werden muss damit es die ihm nötige Bedeutung zugesprochen bekommt, lieferte Professor Jochen Rädeker in einem Interview für die PAGE:

Der Manager [die Mangerin] nimmt die Entwürfe mit nach Hause und fragt: Schatz, wie gefällt dir das? In diesem Monat können Wochen strategischer Arbeit und logisch-konzeptionelle Herleitungen umsonst gewesen sein. Es liegt am Geschmack von Schatzi. […]. Deshalb müssen wir unser Design begründbar und messbar machen.

Begründbar und messbar – genau. Beides ist nötig. Widmen wir uns zunächst dem Messen der Wirkungen von visuellen Designs.

Wirkungen visueller Designs messen

Es gibt zahlreiche Ansätze, um die Wirkungen von visuellen Designs zu messen. Und das schöne dran: Diese Ansätze und Vorgehensweisen sind keine Kunst, sie sind klassisches Handwerk eines Marktforschers oder User Researchers. Handwerk das man erlernen kann und in dem man durch das Sammeln von Erfahrungen immer besser wird (How to Test Visual Design).

Die sich in Details unterscheidenden Ansätze weisen ein ähnliches, methodisches Vorgehen auf. Befragt werden Personen aus der Zielgruppe, beispielsweise abgebildet über Segmentierungs- oder Persona-Ansätze. Der Ablauf eines visuellen Design-Tests gestaltet sich typischerweise in 5-6 Phasen:

  1. Das visuelle Design wird für ca. 5 Sekunden eingeblendet.
  2. Es erfolgt eine Abfrage zu den „Likes & Dislike“.
  3. Das Design kann nun solange betrachtet werden, wie von der / dem Befragten gewünscht.
  4. Im Anschluss werden Bewertungen erhoben. Dabei kommen standardisierte, geprüfte Messinstrumente, wie beispielsweise der VisAWI, zum Einsatz. Typische Bewertungsdimensionen sind:
    • Attraktivität
    • Farbigkeit
    • Klarheit
    • Kunstfertigkeit
    • Neuartigkeit
    • Stimulation.
  5. Abschließend wird das Design noch einmal eingeblendet. Abgeleitet auf Basis von Markenkernwerten und angestrebten Designwirkungen können die Studienteilnehmer/-innen Eigenschaftswörter auswählen, die das Design aus ihrer Sicht beschreiben.

Gut vorbereitet, professionell durchgeführt und analysiert, erbringt ein (standardisierter) Designtest Klarheit und Wissen, um Entscheidungen zu treffen. Letzteres setzt jedoch voraus, dass man über Vergleichswerte verfügt, entweder aus einer Benchmarking-Datenbank oder durch den Vergleich verschiedener Designentwürfe in einem Testdurchlauf.

Visuelle Designs in Bezug auf ihre unmittelbaren Wirkungen zu messen – das geht also recht einfach. Deutlich schwieriger ist es die gemessenen Wirkungen zu begründen und erklärbar zu machen.

Wirkungen visueller Designs erklären

Visuelle Designer (w/m/d) verfügen über einen reich gefüllten Werkzeugkasten. Designer (w/m/d) wählen ganz bewusst objektive Gestaltungselemente aus, um gewünschte subjektive Einschätzungen beim Betrachter hervorzurufen.  Sie wissen über die Wirkungen von Farben, Formen, Strukturen, Anordnungen und Flächen. Visuelle Designer kennen sowohl die Gestaltgesetze als auch Grundprinzipien der Ästhetik. Ausgestattet mit einer gewissen (Berufs-)Erfahrungen sind das die zentralen Grundlagen, um wirksame visuelle Designs zu erschaffen.

Und obwohl das so ist, ist es bisher nicht gelungen eine Theorie zu entwickeln, die die ästhetischen Wirkungen von visuellen Designs vorhersagen kann. Und das trotz zahlreicher Forschungen der empirische Ästhetik, bereits beginnend bei Gustav Theodor Fechner im 18. Jahrhundert. Die empirische Ästhetik hat bis heute eine marginale Stellung inne, sowohl in der Psychologie als auch in den Kunstwissenschaften.

Ich finde es ist an der Zeit das zu ändern, um Ästhetik und die Wirkungen visuellen Designs über eine Theorie besser erklären und begründen zu können.

Visuelle Designs – Erst beschreiben und dann die Wirkungen messen!

Eine recht einfache, aber sehr wirksame Maßnahme auf dem Weg zu einem theoretischen Modell stellt eine deskriptive Analyse dar. Die im Rahmen von Design-Tests zu bewertenden visuellen Designs werden dabei ausführlich beschrieben. Neben der Beschreibung der Inhalte (Texte, Bilder) werden auch Angaben zu den in den Designs verwendeten Formen, Farben, Flächen, Strukturen und Gestaltungsprinzipien dokumentiert.

Diese eigenschaftsorientierte, rein deskriptive Vorarbeit ist die Grundlage, um aus den später erhobenen Daten zur Wirkung der visuellen Designs sowohl Wirkungsmuster als auch die zentralen Bestimmungsfaktoren der Wirkungen zu erkennen. Mit der Zeit entsteht auf diese Weise eine hervorragende Grundlage zur Vorhersage von Designwirkungen und zum steten Ausweiten vorhandenen Wissens über eine zielführende, visuelle Gestaltung von Designs.

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Ich hoffe sehr, dass viele von Ihnen in Zukunft so oder so ähnlich vorgehen werden: Beschreiben und Messen!

Tun wir das viel mehr wie bisher, teilen wir zudem unsere dabei gewonnenen Erkenntnisse, dann werden wir gemeinsam dazu beitragen können, dass die Wirkungen visuellen Design begründbarer und erklärbarer werden.

Dabei sollten wir jedoch niemals den Anspruch entwickeln eine „Weltformel“ zu finden. Gute visuelle Designs können nur entstehen, wenn visuelle Designer auch über Kunstfertigkeit verfügen.

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Design Systems 101 – Teil 5: Anatomie der OTTO Pattern Library

In den beiden vorangegangenen Artikeln drehte sich alles um die Grundlagen von Patterns. So ging es zum Beispiel um das Identifizieren und Strukturieren von Patterns sowie die Erschaffung eines flexiblen und eindeutigen Naming-Schemas. Dieser Artikel soll nun als Case Study zeigen, wie wir auf Basis dieser Grundlagen die heutige OTTO-Pattern-Library konzipiert haben. Damit schließt er auch die im zweiten Teil beschriebene Entwicklungsgeschichte unserer Library ab.

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Motion Sickness: 6 Tipps, damit VR nicht zum Kotzen wird

"Ich fürchte dieses Virtual Reality ist nichts für mich, da wird mir schlecht", hören wir immer wieder, wenn es um VR geht. Die sogenannte Motion Sickness ist derzeit wohl eine der größten Einsatzbarrieren, wenn es um die Verbreitung von Virtual Reality geht. Dabei lässt sie sich mit verschiedenen Tipps und Tricks verringern wenn nicht sogar [...]

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Digital System Design in der Praxis

Neugelb Studios arbeitet für die Commerzbank am Banking der Zukunft. In einer Kooperation mit der Hochschule Darmstadt entwarf die Agentur gemeinsam mit Studierenden innovative Produkt- und Serviceideen.

Mehrere Male präsentierten die Projektteams den aktuellen Stand ihrer Entwicklungen. Hier bei Neugelb Studios in Berlin. (Alle Fotos: Michael Eiden)

Online-Banking, KI-gesteuerte Anlageberatung, Bitcoin, innovative Fintechs: Die Digitalisierung setzt traditionelle Banken ordentlich unter Druck. Der Besuch einer Filiale und das Gespräch mit dem Bankberater werden für viele Menschen zunehmend überflüssig. Banken entwickeln sich so vom unabdingbaren Wissensträger zum reinen Erfüllungsgehilfen. Wie könnte ein Banking der Zukunft aussehen, das sowohl für Finanzinstitute als auch für Kunden funktioniert und wertstiftend ist?

Vor Herausforderungen wie diesen steht Neugelb Studios, die Service-Design-Agentur der Commerzbank – und geht in der Bewältigung immer wieder neue Wege. 2018 ging Neugelb Studios eine Kooperation mit dem Human Factor Lab der Hoch schule Darmstadt ein, das von Professor Philipp Thesen gegründet wurde. Das Human Factor Lab widmet sich der Erforschung digitaler und analoger Mensch-System-Interaktionen und der Frage, wie sich digitale Technologien in nützliche und wertvolle Service-Erlebnisse überführen lassen.

Philipp Thesen bei einer Präsentation der Teams bei Neugelb Studios Berlin.

Grundsätzlich leistet Design laut Thesen einen essenziellen Beitrag bei der Vermittlung zwischen Technologie und Lebenswelt (siehe auch »Was ist eigentlich Digital System Design«). In Kooperationen mit Unternehmen arbeitet er mit seinen Studierenden an konkreten Forschungs- und Entwicklungsprojekten und entwickelt Anwendungen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen und Technologien für den Nutzer humanisieren. Den Auftakt macht die Zusammenarbeit mit Neugelb Studios zum Thema »Future Banking Experience«.

Von Research über Ideation bis Prototyping

In einem klassischen Digital-Product-Designprozess arbeiteten die Studierenden eng mit den Neugelb-Designern über ein Jahr hinweg an verschiedenen Konzepten für das Banking von morgen. Beide Seiten gingen dafür ein großes Commitment ein: Die Agentur stellte die teilnehmenden Gestalter während des Projekts zwei Tage pro Woche frei, die Studierenden konzentrierten sich über die übliche Semesterstruktur hinaus für ein Jahr auf das Thema.

Zum Projektprogramm des Human Factor Lab gehörte eine mehrtägige Rechercheexkursion inklusive Kundeninterviews in Berliner Bankfilialen, geleitet von erfahrenen Neugelb-Researchern, genauso wie ein einwöchiger Innovationsworkshop in Porto, wo die Gruppe intensiv und außerhalb des Tagesgeschäfts an Produkt- und Serviceideen arbeitete. Die Prototyping- und Umsetzungsphase verlief in zweiwöchigen Sprints in den Räumlichkeiten von Neugelb in Frankfurt am Main. Das große Finale fand dann im Juli 2019 im 38. Stock des Commerzbank-Towers statt, wo die Studierenden ihre Konzepte und Prototypen vor dem Marketingvorstand der Bank präsentierten.

Das Finale: Im Juli 2019 präsentierten die Teams ihre Ergebnisse im Commerzbank Tower in Frankfurt. Hoch über der Stadt im 38. Stock schnupperten die Studierenden erstmals Konzernluft.

Win-win-win

Von der Kooperation profitierten sowohl die Agentur und die Hochschule als auch die Commerzbank. Neugelb nutzte den direkten Kontakt zur jungen Zielgruppe, um deren Konsumverhalten im Finanzbereich besser zu verstehen und um Impulse der Nachwuchsdesigner aufzunehmen. Zudem konnten sich die Mitarbeiter als Gastdozenten an der Hochschule Darmstadt in Themen wie User Experience Design und digitalem Prototyping professionalisieren und ihr Selbstverständnis stärken.

Die Studierenden erhielten ihrerseits detaillierte Einblicke in Agentur- und Kundenprozesse, vertieften ihr Verständnis für unternehmerische Abläufe und konnten ihr Theoriewissen aus dem Studium in einem professionellen Umfeld gemeinsam mit erfahrenen Designern anwenden. Die Bank erhielt wiederum konkrete Entwürfe für neue Soft- und Hardware-Entwicklungen. Entstanden sind Konzepte für nahtloses Banking, für Service-Tracking und für einen personalisierten digital-analogen Finanzassistenten.


Smamo

Visualisiertes Sparen

Finanzdienstleistungen laufen heute zumeist virtuell ab – es gibt kaum noch analoge Touchpoints abseits des Geldautomaten. Dadurch verlieren vor allem jüngere Menschen den direkten Bezug zu ihren Geldangelegenheiten. Die Sensibilisierung für den richtigen Umgang mit den eigenen Finanzen findet oft zu spät statt, was verheerende Folgen für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge hat – das ergab unter anderem eine Jugendstudie des Altersvorsorge-Anbieters MetallRente sowie eine Online-Umfrage des Projektteams. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entwickelten Senior-UX-Designerin Franziska Gronwald und Visual-Designerin Federica Deschino von Neugelb zusammen mit den Studierenden Darleen Mittelstädt, Sinem Kicirti und Benedikt Schneeberg diverse Personas, User Storys, eine Customer Journey Map – und am Schluss den persönlichen Finanzassistenten Smamo (ein Kofferwort aus »Smart Money«).

Smamo ist ein integriertes Hardware-Software-Produkt, das mit dem Online-Banking-Account der Commerzbank verknüpft ist und in Echtzeit persönliche Sparziele visualisiert. Mithilfe der digitalen App lassen sich Langzeit- und Kurzzeitsparziele – zum Beispiel ein börsengehandelter Fond (ETF) oder ein Rennrad – einrichten, verwalten und analysieren.

Das Software-Interface wird durch ein analoges Produkt ergänzt, das die Erfüllung der Sparziele sichtbar macht. Das schmale, weiße Smamo-Objekt kann an die Wand gehängt oder auf dem Tisch aufgestellt werden, seine Lichtanzeige gibt Aufschluss über den persönlichen Finanzstand. Das tut es aber so dezent, dass nur der Nutzer es versteht. Dies soll den persönlichen Bezug zu den eigenen Finanzen fördern und zum Sparen motivieren. Neben dem Interface entwarf die Projektgruppe auch das physische Produkt, das sie als Modell anfertigte und mit Usern testete.


Service-Tracking

Interne Bankprozesse nachvollziehen

Wann kommt meine neue Kreditkarte? Wie geht es mit meiner Eigenheimfinanzierung weiter? Als Bankkunde tappt man immer wieder im Dunkeln, was die internen Abläufe in Geldinstituten oder den aktuellen Stand von Finanzaufträgen angeht. Dabei wünschen sich Menschen gerade bei so sensiblen Themen wie den eigenen Finanzen eine ausführliche und transparente Kommunikation – sonst drohen Unsicherheit und Vertrauensverlust. Mit dieser Problematik beschäftigten sich UX-Designerin Sandy Kauer und Senior Visual Designer Murilo Fonseca von Neugelb Studios sowie die Studierenden Felicia Burger, Denise Genctürk und Yifeng Lin.

Ihre Lösung ist ein besseres Service-Tracking, das Bankprozesse verständlich abbildet und kommuniziert. Zum Beispiel bietet das von ihnen konzipierte System eine Übersicht der bisherigen Aktivitäten bei der Commerzbank sowie einen Schritt-für-Schritt-Finanzplan oder eine vereinfachte Terminvereinbarung mit dem persönlichen Bankberater. Dieser profitiert ebenfalls vom Tracking-System, da er vergangene Gesprächsthemen und Produktempfehlungen schnell einsehen kann.

Zu dem Konzept gehört auch ein Sitzmöbelaufsatz für die Filiale, der zwischen Berater und Kunde platziert wird und auf dem man zwei Smartphones und ein Tablet platzieren kann. So können die Gesprächspartner gleichzeitig auf den Screen gucken wie auch gemeinsam das System bedienen – und sitzen dabei bequem neben-, aber nicht zu eng beieinander.


Seamless Banking

Digital und analog vernetzen

Die Commerzbank bietet ihren Kunden eine Vielzahl von analogen und digitalen Touchpoints. Diese sind allerdings noch nicht optimal miteinander vernetzt und arbeiten teils unabhängig voneinander. So kann es sein, dass ein Kunde beim Berater in der Filiale noch einmal die gleichen Angaben machen muss wie zuvor im Onlineformular. Das nervt. Mit der Frage, wie ein nahtloses Service-Erlebnis aussehen könnte, beschäftigten sich die Senior Visual Designer Cristina Talpa und Felix Lebedinzew von Neugelb zusammen mit den Studierenden Victoria Lemke und Jonas Engelhardt.

Ihre Idee: Eine Banking-ID (Arbeitstitel MoneyID) – ein universeller persönlicher Account für alle Channels und Touchpoints mit der Commerzbank, wie Browser, App, Bankautomat et cetera. Eine zentrale Datensicherung in der Cloud sorgt dafür, dass der Nutzer jeden Kanal autonom bedienen kann, während im Hintergrund alle Informationen und Aktivitäten zentral getrackt und synchronisiert werden. Das muss natürlich gut abgesichert sein: An Devices wie Smartphone, Laptop und Smartwatch verifiziert sich der Nutzer per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Diese biometrischen Verifizierungsverfahren sind sowohl sicherer als auch zeitsparender. Auch die Banking-ID-Card verfügt über einen integrierten Fingerabdruck-Scanner.

Sowohl die Devices als auch die Bankkarte lassen sich durch ein NFC-basiertes Bump-to-connect-Verfahren miteinander verbinden. So könnten Nutzer etwa auch gemeinsame Konten anlegen oder verwalten. Darüber hinaus dient die Banking-ID der besseren Identifikation in der Filiale: Der Kunde wird automatisch schon am Eingang erkannt, sodass die Mitarbeiter ihn entsprechend empfangen und an den zuständigen Kollegen oder den passenden Schalter weiterleiten können.


Dieser Artikel ist Bestandteil der PAGE Connect Initiative und entstand in Zusammenarbeit mit Neugelb Studios. Mehr zum Thema Digital System Design lesen Sie in unserem eDossier, das Sie hier herunterladen können.

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