14 Tipps zur Durchführung einer Research Community

Wir UX Designer und User Researcher laden ausgewählte Nutzerinnen und Nutzer gern in unsere UX-Labore ein. Hier möchten wir ihnen zuzuschauen, wie sie digitale Produkte bedienen und erfahren, was sie dabei bewegt, um ihnen optimale Lösungen anzubieten.

Dabei lassen wir im Labor den Nutzungskontext in all seinen Facetten viel zu oft außer Acht. Die Interviewpartnerinnen und -partner bewegen sich nach vorgegebenen Use Cases durch die Anwendung. Damit geben wir nicht nur eine Marschrichtung, sondern auch das Zeitlimit vor.

Hinzu kommt, dass wir den Interviewpartnerinnen und -partnern jungfräuliche Testgeräte vorlegen – ohne gespeicherte Sessiondaten, Cookies, Browserverläufe, Passwörter oder vorinstallierte Apps.

Die Realität sieht häufig anders aus. Oder nutzt du kerzengerade auf einem Stuhl sitzend eine Mobilitäts-App wie myTaxi, MOIA, TIER? Gehst du nur zu Hause im Highspeed-WLAN online shoppen? Und löschst du regelmäßig deine Cookies & Co, so dass dir personalisierte Inhalte verloren gehen?

Stell dir vor, du kannst tiefer in die Lebenswelt deiner Zielgruppe eintauchen und an individuellen Nutzungssituationen teilhaben, die in der Realität – außerhalb des Labors – entstehen.

Diese Möglichkeit bietet eine sogenannte Market Research Online Community (“MROC”, hier kurz Research Community genannt).

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Virtual Reality im Bewerbungsprozess

Virtual Reality ist in immer mehr Branchen auf dem Vormarsch: Von der virtuellen Wohnungsbesichtigung bis hin zum Hotel-Rundgang wird die Technologie eingesetzt, um Kunden mit transparenten Rundum-Blicken zu überzeugen. Auch Unternehmen können von VR profitieren, und im Wettbewerb um die Top-Talenten als moderner Arbeitgeber mit Mut zur Innovation zu punkten. Erfahren Sie, wie Virtual Reality [...]

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Visuelle Designer sind Künstler und Handwerker

Gleich vorab: Sie werden in diesem Beitrag nichts Neues erfahren über die Profession der UX Designer (w/m/d). Zur wichtigen Rolle von UX Designern finden Sie auf nutzerbrille.de zahlreiche Gedanken und Beiträge.

Mir ist es ein Anliegen in diesem Beitrag visuellen Designern/-innen die Bedeutung zu geben, die sie meiner Meinung nach verdient haben. Warum ist mir das wichtig? Weil ich immer wieder erkennen muss, dass visuelles Design nicht die Wertschätzung bekommt, die es verdient hat. Es ist ein Kunsthandwerk – keineswegs zweckfrei und äußerst wertvoll für die Gestaltung erfolgreicher Produkte.

Visuelles Design ist ein Kunsthandwerk! 

Im Kontext der zurecht steigenden Bedeutung von Design Thinking Ansätzen, Design Sprints und der zunehmenden Klarheit über die Bedeutung der Bezeichnung „UX Design“ hat sich das grundlegende Verständnis für den Begriff Design verändert.

Design wird nicht (nur) verstanden als die Äußerlichkeit von Dingen. Design kennzeichnet den Gestaltungsprozess, im Sinne eines Gestaltungsprozesses für User Experience: Beginnend mit dem Erkennen von Bedarfen & Anforderungen, dem Konzipieren & Umsetzen von Prototypen und dem Testen & Optimieren jener mit Nutzern/-innen.

Damit einher ging die Abnahme der Relevanz von Ästhetik, also dem Visuellen, dem visuellen Design. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Tatsache, dass visuelles Design oft als Geschmackssache angesehen (man könnte auch wertend sagen „abgetan“) wird. Beides ist nachteilig – sowohl der Rückgang der Bedeutsamkeit von Ästhetik als auch die Gleichsetzung von Design mit Kunst bzw. mit einer Frage nach dem (guten) Geschmack. Visuelles Design ist auch Kunst, keine Frage. Aber Design ist nicht nur Kunst. Während Kunst frei von praktischen Zwecken ist, wollen visuelle Designer/-innen Gegenstände gestalten, die Menschen brauchen, gerne nutzen und zielführend einsetzen können.

Visuelles Design wirkt!

Visuelles Design löst Emotionen aus, weckt Erwartungen und prägt Stimmungen. Visuelles Design beeinflusst auf diese Weise Markenwerte, die Einstellungen zum Produkt und ganz wesentlich auch die wahrgenommene Nützlichkeit, Bedienbarkeit und damit letztlich die User Experience.

Der vielfach beschworene erste, visuelle Eindruck wirkt nicht nur kurzfristig. Er wirkt hinein in reflektive, ästhetische Bewertungen und bleibt über die Interaktion mit einem Produkt oder einer Anwendung hinaus erhalten. Zugleich ist er ein wesentlicher Bestimmungsfaktor dafür wie lange man sich mit einer Anwendung beschäftigt, ob man sie wiedernutzt und positiv oder eben negativ über sie spricht.

Diese Erkenntnisse basieren auf zahlreichen Studien und empirisch fundierten Theorien. Der Stand dieser Forschungen und deren Entwicklung über die Zeit kann in der Dissertationsschrift von Dr. Rita Strebe sehr gut nachvollzogen werden: Das visuell Ästhetische im Web.

Fazit – Gutes UX Design kann ohne ein gutes, zielführendes visuelles Design nicht (!) gelingen. Visuelle Gestaltung (Ästhetik) ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für (digitale) Produkte, der sich hinter den Wirkungen von Inhalten & Funktionen (Nützlichkeit) und der Nutzerführung (Usability) im engeren Sinne keineswegs verstecken sollte.

Um die Bedeutung des visuellen Designs aufzuwerten, ist es zunächst einmal wichtig die Wirkungen von Designs zu messen. Bestenfalls die Wirkungen verschiedener, visueller Designentwürfe.

Eine eindringliche und wunderbare Begründung, warum visuelles Design messbar gemacht werden muss damit es die ihm nötige Bedeutung zugesprochen bekommt, lieferte Professor Jochen Rädeker in einem Interview für die PAGE:

Der Manager [die Mangerin] nimmt die Entwürfe mit nach Hause und fragt: Schatz, wie gefällt dir das? In diesem Monat können Wochen strategischer Arbeit und logisch-konzeptionelle Herleitungen umsonst gewesen sein. Es liegt am Geschmack von Schatzi. […]. Deshalb müssen wir unser Design begründbar und messbar machen.

Begründbar und messbar – genau. Beides ist nötig. Widmen wir uns zunächst dem Messen der Wirkungen von visuellen Designs.

Wirkungen visueller Designs messen

Es gibt zahlreiche Ansätze, um die Wirkungen von visuellen Designs zu messen. Und das schöne dran: Diese Ansätze und Vorgehensweisen sind keine Kunst, sie sind klassisches Handwerk eines Marktforschers oder User Researchers. Handwerk das man erlernen kann und in dem man durch das Sammeln von Erfahrungen immer besser wird (How to Test Visual Design).

Die sich in Details unterscheidenden Ansätze weisen ein ähnliches, methodisches Vorgehen auf. Befragt werden Personen aus der Zielgruppe, beispielsweise abgebildet über Segmentierungs- oder Persona-Ansätze. Der Ablauf eines visuellen Design-Tests gestaltet sich typischerweise in 5-6 Phasen:

  1. Das visuelle Design wird für ca. 5 Sekunden eingeblendet.
  2. Es erfolgt eine Abfrage zu den „Likes & Dislike“.
  3. Das Design kann nun solange betrachtet werden, wie von der / dem Befragten gewünscht.
  4. Im Anschluss werden Bewertungen erhoben. Dabei kommen standardisierte, geprüfte Messinstrumente, wie beispielsweise der VisAWI, zum Einsatz. Typische Bewertungsdimensionen sind:
    • Attraktivität
    • Farbigkeit
    • Klarheit
    • Kunstfertigkeit
    • Neuartigkeit
    • Stimulation.
  5. Abschließend wird das Design noch einmal eingeblendet. Abgeleitet auf Basis von Markenkernwerten und angestrebten Designwirkungen können die Studienteilnehmer/-innen Eigenschaftswörter auswählen, die das Design aus ihrer Sicht beschreiben.

Gut vorbereitet, professionell durchgeführt und analysiert, erbringt ein (standardisierter) Designtest Klarheit und Wissen, um Entscheidungen zu treffen. Letzteres setzt jedoch voraus, dass man über Vergleichswerte verfügt, entweder aus einer Benchmarking-Datenbank oder durch den Vergleich verschiedener Designentwürfe in einem Testdurchlauf.

Visuelle Designs in Bezug auf ihre unmittelbaren Wirkungen zu messen – das geht also recht einfach. Deutlich schwieriger ist es die gemessenen Wirkungen zu begründen und erklärbar zu machen.

Wirkungen visueller Designs erklären

Visuelle Designer (w/m/d) verfügen über einen reich gefüllten Werkzeugkasten. Designer (w/m/d) wählen ganz bewusst objektive Gestaltungselemente aus, um gewünschte subjektive Einschätzungen beim Betrachter hervorzurufen.  Sie wissen über die Wirkungen von Farben, Formen, Strukturen, Anordnungen und Flächen. Visuelle Designer kennen sowohl die Gestaltgesetze als auch Grundprinzipien der Ästhetik. Ausgestattet mit einer gewissen (Berufs-)Erfahrungen sind das die zentralen Grundlagen, um wirksame visuelle Designs zu erschaffen.

Und obwohl das so ist, ist es bisher nicht gelungen eine Theorie zu entwickeln, die die ästhetischen Wirkungen von visuellen Designs vorhersagen kann. Und das trotz zahlreicher Forschungen der empirische Ästhetik, bereits beginnend bei Gustav Theodor Fechner im 18. Jahrhundert. Die empirische Ästhetik hat bis heute eine marginale Stellung inne, sowohl in der Psychologie als auch in den Kunstwissenschaften.

Ich finde es ist an der Zeit das zu ändern, um Ästhetik und die Wirkungen visuellen Designs über eine Theorie besser erklären und begründen zu können.

Visuelle Designs – Erst beschreiben und dann die Wirkungen messen!

Eine recht einfache, aber sehr wirksame Maßnahme auf dem Weg zu einem theoretischen Modell stellt eine deskriptive Analyse dar. Die im Rahmen von Design-Tests zu bewertenden visuellen Designs werden dabei ausführlich beschrieben. Neben der Beschreibung der Inhalte (Texte, Bilder) werden auch Angaben zu den in den Designs verwendeten Formen, Farben, Flächen, Strukturen und Gestaltungsprinzipien dokumentiert.

Diese eigenschaftsorientierte, rein deskriptive Vorarbeit ist die Grundlage, um aus den später erhobenen Daten zur Wirkung der visuellen Designs sowohl Wirkungsmuster als auch die zentralen Bestimmungsfaktoren der Wirkungen zu erkennen. Mit der Zeit entsteht auf diese Weise eine hervorragende Grundlage zur Vorhersage von Designwirkungen und zum steten Ausweiten vorhandenen Wissens über eine zielführende, visuelle Gestaltung von Designs.

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Ich hoffe sehr, dass viele von Ihnen in Zukunft so oder so ähnlich vorgehen werden: Beschreiben und Messen!

Tun wir das viel mehr wie bisher, teilen wir zudem unsere dabei gewonnenen Erkenntnisse, dann werden wir gemeinsam dazu beitragen können, dass die Wirkungen visuellen Design begründbarer und erklärbarer werden.

Dabei sollten wir jedoch niemals den Anspruch entwickeln eine „Weltformel“ zu finden. Gute visuelle Designs können nur entstehen, wenn visuelle Designer auch über Kunstfertigkeit verfügen.

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Design Systems 101 – Teil 5: Anatomie der OTTO Pattern Library

In den beiden vorangegangenen Artikeln drehte sich alles um die Grundlagen von Patterns. So ging es zum Beispiel um das Identifizieren und Strukturieren von Patterns sowie die Erschaffung eines flexiblen und eindeutigen Naming-Schemas. Dieser Artikel soll nun als Case Study zeigen, wie wir auf Basis dieser Grundlagen die heutige OTTO-Pattern-Library konzipiert haben. Damit schließt er auch die im zweiten Teil beschriebene Entwicklungsgeschichte unserer Library ab.

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Motion Sickness: 6 Tipps, damit VR nicht zum Kotzen wird

"Ich fürchte dieses Virtual Reality ist nichts für mich, da wird mir schlecht", hören wir immer wieder, wenn es um VR geht. Die sogenannte Motion Sickness ist derzeit wohl eine der größten Einsatzbarrieren, wenn es um die Verbreitung von Virtual Reality geht. Dabei lässt sie sich mit verschiedenen Tipps und Tricks verringern wenn nicht sogar [...]

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