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Sven Klomp Szenografie 2021-06-12 23:31:01

»Aufmerksam für das Gewöhnliche – Eine Ausstellung über einen Weg«
2018 erschienen In: „Museum und Stadt/Stadt und Museum, Ausstellungen als sozialer Raum“
Szenografie in Ausstellungen und Museen VIII – Museum und Stadt, av edition S. 48 – 59

Auszug

Aufmerksam für das Gewöhnliche

Eine Ausstellung über einen Weg

Was ist der Kern einer Ausstellung?
Das Projekt „Aufmerksam für das Gewöhnliche“ ist eine performative Methode, um das Medium Ausstellung auf seine eigentliche Kernfrage zurückzuführen: Welche Geschichte(n) sollen den Besuchern erzählt werden und wie? Was ist der rote Faden, an dem entlang Besucher eine Ausstellung erfassen sollen? Wie kann Szenografie diese Geschichten gestalterisch umsetzen und ihre Aussage verstärken?

Dabei sind Themen aus der aktuellen Museumsdiskussion wie beispielsweise Partizipation, das Museum und der urbane Raum sowie das Verwenden von Crossmedia Teil des Prozesses. Zudem versucht das Projekt, Probleme aufzugreifen, die in der Zusammenarbeit zwischen Kuratoren und Szenografen immer wieder zu Konflikten führen. Auf der einen Seite neigen Kuratoren dazu, Inhalte, mit denen sie sich intensiv und oft bereits seit Jahren auseinandergesetzt haben, in der größtmöglichen Breite und Tiefe den Besuchern vermitteln zu wollen, so dass die Ausstellung nicht nur eine große Menge an Informationen bereithalten, sondern auch noch an möglichst vielen Exponaten anschaulich machen soll. Diese Fülle an Information und Material lässt häufig wenig Spielraum für Szenografie, deren Aufgabe es ist, die Inhalte konkret im Raum erfahrbar zu machen. Andererseits sind Szenografen wiederum daran interessiert, eine möglichst eindringliche und gestalterisch starke Bildsprache zu finden. Mitunter steht dabei der Inhalt hinter den gestalterischen Elementen zurück, wenn er sich in das Szenografiekonzept nicht reibungslos einfügen lässt. Gelegentlich kommt es auch vor, dass Kuratoren sich zwar über die Inhalte einer Ausstellung noch nicht im Klaren sind, aber bereits wissen, dass bestimmte Präsentationsmedien, etwa die Google-Brille, in jedem Fall eine Rolle spielen sollen. Hier dominiert dann schlimmstenfalls die Technik den Inhalt, function follows content. „Aufmerksam für das Gewöhnliche“ hilft dabei, sich wieder auf die Kernpunkte zu konzentrieren. Das Projekt will bewusst machen, worauf es bei einer guten Ausstellung ankommt, nämlich auf die Geschichte, die dem Besucher erzählt werden soll. Dabei sehe ich es zunächst als meine Aufgabe als Szenograf an, den Kuratoren die Möglichkeit zu geben, Abstand zum erarbeiteten Wissen zu gewinnen und Freiräume zu schaffen, um vertraute Dinge neu zu denken und vermeintliche Selbstverständlichkeiten infrage zu stellen. „Aufmerksam für das Gewöhnliche“ ist also auch eine Kreativitätstechnik, die für unterschiedliche Zielgruppen geeignet ist. Diese Kreativität möchte ich – sozusagen im Spazierengehen – freisetzen. Dabei stütze ich mich auf Methoden der Promenadologie (Spaziergangswissenschaft), wie sie in den 1980er Jahren von dem Soziologen Lucius Burckhardt entwickelt wurde.

Zukunft

Aufmerksam@ „Zukunft Ausstellen“

Wie soll die Zukunft in Ihrem Museum aussehen? In Sven Klomps Workshop lernen Sie, alte Sichtweisen zu hinterfragen und neue Perspektiven für Ihre eigenen Anliegen zu entwickeln. Gehen Sie mit auf eine Wahrnehmungsreise durch die Stadt. Sammeln Sie Objekte und Ereignisse, um daraus neue Ideen zu formulieren. Anschließend stellt jeder Teilnehmende ihre/seine neu gefundene Perspektive in einer Führung durch eine gemeinsam gestaltete Ausstellung kurz vor.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 15 Personen

Attentive @ „Exhibiting the future“

What should the future look like in your museum? In Sven Klomp’s workshop you will learn to question old perspectives and to develop new ways of perceiving. Discover the city anew! Collect objects and incidents to develop new ideas. Afterwards, each participant briefly introduces his / her newfound perspective in a guided tour through a jointly designed exhibition.

The number of participants is limited to 15 people.

Info: Wahlpflichtmodul Szenografie, Sommersemester 2018 FH Erfurt

Titel: Wahlpflichtmodul Szenografie
Modulbereich 1: Darstellen (D) und Gestalten (G)
Dozent*in: Sven Klomp, Dipl. Ing. (FH) für Architektur

Modulverantwortliche: Prof. Yvonne Brandenburger

Lehrinhalt und Ziele: Gehen/ Storytelling/ Realisation/ Präsentation

Im Rahmen des Wahlfachs gehen die Studierenden auf eine Wahrnehmungsreise durch das umliegende Gelände der Fachhochschule. Angeleitete Interaktionen stellten einen intensiven Bezug zur Umwelt her. Der Auftrag ist, den inneren Fokus zu schärfen, die eigene Wahrnehmung auf Details im urbanen Raum zu richten und daraus Inspiration für eine Idee zu gewinnen. Jede/r Studierende gestaltet eine freie szenografische Arbeit zu seinem gefundenen Impuls. Es entstehen Rauminstallationen, Performances und Interaktionen.

Teilnehmer*innen Max. Anzahl: 20

Studiengang: (BA und MA)

Teilnahmevoraussetzung: Keine

Infos hier: http://szenografie-fh-erfurt.tumblr.com

Termine

Kurs 1: Fr. 06.04. 15:00 – 20:00; Sa. 07.04. 11:00 – 20:00; So. 08.04. 11:00

Kurs 2: Fr. 29.06. 15:00 – 20:00; Sa. 30.06.11:00 – 20:00; So. 01.07. 11:00

Interview Montforter Zwischentöne

»Hat die Königin von England daraus getrunken oder Sven Klomp?«

 

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Wer mit dem Szenographen Sven Klomp eine Exkursion durch die Stadt macht, der kann auch mal mit geschlossenen Augen rückwärts gehen und dabei Neues entdecken. Im Interview fragen wir ihn, was es mit dem Gewöhnlichen auf sich hat, was man bei der Exkursion »Die Entdeckung von Feldkirch« erlebt und warum es um Geschichten geht und nicht um Exponate.

 

Die Stadt neu wahrnehmen und ausstellen in 240 Minuten – Hand aufs Herz: Wie soll das gehen? Sind bei Ausstellungen nicht Kuratoren monatelang am Werk?

Ja, und das ist doch das Schöne, dass hier niemand Kurator sein muss – und jeder es trotzdem ist. Jede und jeder kann mitmachen. Statt eine Ausstellung zu besuchen, erarbeiten die BesucherInnen ihre Ausstellung selbst. Aber zurück zu deiner Frage – vielleicht stellen wir sie anders. Worum geht es denn bei Ausstellungen? Letztlich ist es eine Kontextualisierung von Objekten. Ein Objekt, beispielsweise ein Glas, erhält dann eine Bedeutung, wenn eine Geschichte dazu erzählt wird. Hat die Königin von England daraus getrunken oder Sven Klomp? Wir halten diesen Gedanken also einmal fest: Die Geschichten sind das, was eine Ausstellung ausmachen. Geschichten erzählen, das kann schließlich jeder. Und wenn wir es schaffen, unseren Blick zu öffnen, dann lauern hier draußen, direkt vor unserer Tür, Millionen von Geschichten, die es nur einzufangen und dann auszustellen gilt.

Der Titel deines Projekts, das du schon in mehreren Städten wie Hamburg oder Kiel umgesetzt hast, lautet »Aufmerksam für das Gewöhnliche«. Wie schafft man denn diese Aufmerksamkeit?

Auf dem Spaziergang mit der gesamten Gruppe schärfe ich als Leiter die Aufmerksamkeit. Wir werden rückwärts laufen, die Augen schließen, Linien bilden, im Kreis gehen und so weiter. Das hat natürlich auch etwas von Performance im öffentlichen Raum. Was ich spannend dabei finde: Dadurch, dass man diesen Spaziergang, gemeinsam erlebt, öffnen sich die Teilnehmerinnen für neue Wahrnehmungen. Die Assoziationen mit dem, was zu sehen ist, reichen dann von Liebesgeschichten bis hin zu Gedanken zum Sterben. Es ist besonders für die Teilnehmer ein intensives Erlebnis. Aber jedes Mal ist es natürlich komplett anders, und ich bin gespannt, was in Feldkirch alles passieren wird.

Wenn ich auf dem Spaziergang beispielsweise eine Bierflasche finde, kann ich diese dann ausstellen? Oder soll ich Fotos machen?

Welchen Teil von unserem Spaziergang und vor allem wie die Teilnehmer diesen ausstellen, ist völlig offen. Es gibt die Möglichkeit, Fotos zu drucken, aber auch Videos und Sounds abzuspielen und ja, man kann auch die Flasche selbst ausstellen. Oder es bleibt bei einer Erzählung. Alle Exponate haben aber etwas gemeinsam: Eine Geschichte, die zusammen mit dem gewählten Medium vermittelt wird.

karte-feldkirchWie lässt sich eigentlich ein Weg ausstellen?

Ich bin ein großer Fan von Klebeband. Wir werden, so gut es geht, den Weg wie auf einer Karte im Montforthaus aufkleben. Die Teilnehmer stellen ihre Geschichten dann an dem Punkt dieser Wegmarkierung aus, wo sie diese gefunden haben. Der Große Saal könnte also die Marktgasse sein, die Treppe der Ganahl-Steg und der Kleine Saal das Vorarlberger Landeskonservatorium. Den Weg kann man übrigens schon auf Google Maps finden.

Was ist für dich die schönste Erfahrung bei diesem Projekt?

Ich denke, es ist eine ganz wunderbare Erkenntnis, dass eine Gruppe von Menschen ein und denselben Weg geht, aber für die unterschiedlichsten Dinge aufmerksam sein kann. Genau dieser Reichtum an Perspektiven wird in der Ausstellung erlebbar.

https://www.montforter-zwischentoene.at/blog/entdeckung/

 

„Aufmerksam für das Gewöhnliche“ @ Change Management im Museum

Mittwoch 25.04.18, 14:30 – 16:00 Uhr 
Workshop @ F.O.C.U.S. 2018 Archäologisches Landesmuseum Brandenburg

Beschreibung
Was möchten Sie in Ihrem Museum ändern? Welches Problem möchten Sie lösen?
In Sven Klomps Workshop lernen Sie, alte Sichtweisen zu hinterfragen und neue Perspektiven für Ihre eigenen Anliegen zu entwickeln. Gehen Sie mit auf eine Wahrnehmungsreise durch die Stadt. Sammeln Sie Objekte und Ereignisse, um daraus neue Ideen zu formulieren. Anschließend stellt jede/r Teilnehmer/in ihre/seine neu gefundene Perspektive in einer Führung durch eine gemeinsam gestaltete Popup–Ausstellung kurz vor. Dieser Workshop zeigt Ihnen wie, Sie aus einem ungewohnten Blickwinkel Ihre eigenen Projekte neu wahrnehmen und umsetzen können.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 15 Personen

Vita

Sven Klomp inszeniert Ausstellungen und ist Kreativdirektor bei Impuls-Design. Er ist Dipl.-Ing. für Architektur und arbeitet als Szenograf. Beispielsweise betreute und realisierte er über fünf Jahre für Kunstraum GfK das Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost. Mit seinem Projekt „Aufmerksam für das Gewöhnliche“ lehrt er an unterschiedlichen Hochschulen, gibt Workshops und hält Vorträge. Immer ist ihm die Teilhabe und Mitwirkung des Publikums das Wichtigste.

Die Entdeckung von Feldkirch

Geführte Exkursion: Die Stadt neu wahrnehmen und ausstellen in 240 Minuten

TEIL 1

24. Februar 2018, ab 15.00 Uhr, Montforthaus Feldkirch
Geführte Exkursion + Gestaltung einer Ausstellung
Feldkirch @ Nik Skorpic (8)Feldkirch neu sehen, hören und zeigen: Am Anfang stand eine Wahrnehmungsreise aller Teilnehmenden durch die Stadt, am Abend gab es eine professionell gestaltete Ausstellung. Wer an der Exkursion teilnahm, entdeckte Feldkirch neu und erarbeitete in kurzer Zeit eine lebendig gestaltete Ausstellung mit den Gegenständen, Bildern, Geräuschen oder Geschichten, die sie in der Stadt aufgespürten.

 

TEIL 2

24. Februar 2018, ab 20.00 Uhr, Montforthaus Feldkirch
Ausstellungseröffnung + Ausklang mit DJ
Der international renommierte Szenografie-Experte Sven Klomp führte, und quasi im Vorbeigehen entstanden Rauminstallationen, Performances und Interaktionen. Mit dabei sind Musiker und Tänzerinnen, die Fundstücke in Form von Sound und Moves beisteuern. Es war keinerlei Vorwissen erforderlich. Als DJ sorgte Nikolaus Gohm für den musikalischen Ausklang.

Die Teilnehmenden werden begleitet von:

 

Musiker:  Herbert Walser-Breuß, Markus Marte, Thomas Kuschny

FOTOs von MATTHIAS RHOMBERG

https://www.montforter-zwischentoene.at/entdeckung/

Der Weg

 

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Die Ausstellung wird vorbereitet

 

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Die Exponate

 

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Die Vernissage

 

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Szenografie @ FH Erfurt

Aufmerksam für das Gewöhnliche
Eine Ausstellung über einen Weg.

Dokumentation des Wahlfachs „Szenografie“
von Sven Klomp, FH Erfurt SS 2017


Im Rahmen des Wahlfachs „Szenografie“ ging Sven Klomp mit 6 Studierenden aus dem Fachbereich Architektur auf eine Wahrnehmungsreise durch das umliegende Gelände der Fachhochschule. Der Weg führte vorbei an Brücken, Hinterhöfen, in ein Parkhaus, durch Aufzüge und über Brachflächen. Angeleitete Interaktionen und Gehmeditationen schufen einen intensiven Bezug zur Umwelt. Der Auftrag war, den inneren Fokus zu schärfen, die eigene Wahrnehmung auf Details im urbanen Raum zu richten und daraus Inspiration für eine Idee zu entwickeln. Jede/r Studierende gestaltete eine freie szenografische Arbeit zu seinem gefundenen Impuls. Es entstanden Rauminstallationen, Performances und Interaktionen.


Unser Ausstellungsrundgang hatte folgende Stationen

1. Rauminstallation „Blickpunkte“ Julian Schurig
2. Performance Art „Lebensszene“ Mohamed El Masnaoui
3. Rauminstallation „Versuchung“ Laura Richter
4. Urban Art „Das Mauerblümchen“ Anna Krause
5. Rauminstallation „Zwischen den Mauern“ Lukas Kroll
6. Rauminstallation „Bewegung_Movement“ Sebastian  Ploetner

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1. Rauminstallation „Blickpunkte“

Julian Schurig stellte mit seiner Arbeit die verschiedenen Sichtweisen auf ein und dasselbe Objekt dar. Ein aufgehängter Zylinder ergibt durch zwei installierte Lichtquellen unterschiedliche Schattenformen.


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2. Performance „Lebensszene“ von Mohamed El Masnaoui

Wenn ein Haus abgerissen wird, verschwinden damit auch die Geschichten, die sich mit ihm verbinden. Diese Beobachtung machte Mohamed El Masnaoui  zum Ausgangspunkt seiner eigenen Lebensgeschichte, die er mit Piktogrammen veranschaulichte und während des Erzählens von der Wand riss.


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3. Rauminstallation „Versuchung“ Laura Richter

Laura Richter nahm uns mit auf einen Weg: dieser bezog sich auf Hoffnung, Zuversicht und Abwege. Das Ende des Wegs markierte der Abgang von der Hochschule. Dieser Weg führte zu einen Raum mit ca. 40 PCs, auf denen Videos zu sehen waren, die eine Vielfalt von Entscheidungsmöglichkeiten vorstellten.


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4. Urban Art „Das Mauerblümchen“ Anna Krause

Anna Krause verteilte kleine unscheinbare Grafiken im Treppenraum, die erst bei genauerer Betrachtung ein kleine Botschaft preisgaben.


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5. Rauminstallation „Zwischen den Mauern“ Lukas Kroll

Lukas Kroll inszenierte ausgehend von seiner Klaustrophobie und seinem Fundstück „Wall“ einen ca. 5 Meter langen, sehr schmalen Gang, in den der Besucher sich hineinquetschen konnte und zu einem Hinweis gelangte.


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6. Rauminstallation „Bewegung_Movement“ Sebastian  Ploetner

Sebastian Ploetner bildete mit seinem Projekt eine räumliche Erfahrung, die den Besucher in seinem gewohnten Weg zum Innehalten und Reflektieren anregt.


Hier geht´s zur Dokumentation: https://szenografie-fh-erfurt.tumblr.com


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Aufmerksam @ Neumünster

Aufmerksam @ Neumünster

Ein Workshop im Rahmen der Stadtgefährten Infotour 2016

Für die Stadtgefährten Infotour 2016 wurde Sven Klomp gebeten einen Workshop zu geben. Sein Projekt „Aufmerksam für das Gewöhnliche“ verbindet Stadtraum und Museum. Auf einem Wahrnehmungsspaziergang lädt SK dazu ein, gewohnte Sichtweisen zu verlassen. Durch kleine urbane Interventionen entstehen Begegnungen und Erlebnisse. Bei diesem Walk war das Ziel, Museumsmachern eine neue Perspektive zu ihrem Medium zu ermöglichen.

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Neumünster

Sonntag. Zu spät. Ich wollte eigentlich früher da gesessen haben und ärgerte mich über die dunkle kalte Stadt gegen 18 Uhr. November. Das Handy verriet mir, es sei nicht weit zum Hotel. Der Bahnhofsvorplatz spiegelt die Gesellschaft in beängstigender Klarheit. Tiefergelegtes Röhren in den Ohren verlasse ich den Ort zu meinem Schlafplatz. Gassen, Wege durch protestantische Kirchhöfe. Dunkelheit um 18. Straßenbeleuchtung scheint Luxus. Gruppen. Bewegung. Neben der Nervenklinik meint mein Handy, hier sei es angekommen. Ich meine das nicht.

 

Neumünster, ehemaliges Epizentrum der Tuchindustrie, kleiner Altstadtkern, sympathisch, kleinstädtisch, wenig Geld und alles, was dem folgt. Start und Endpunkt des Workshops war das Museum Tuch + Technik.

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Stadtgefährten

Ein Fond der Kulturstiftung des Bundes, um Menschen neue Wege zum Museum zu eröffnen. Genauer ins Stadtmuseum mit dem Kunstgriff, als Museum sich einen Partner zu suchen. Also inhaltlich und real den Raum zu öffnen. In den Stadtraum zu treten. Präsent zu werden. Ein Museum als Ort, um Gesellschaft zu reflektieren, und das haben wir aktuell wirklich nötig.

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Der Weg

Der Weg wurde zu einem Rundgang und startete im Museum.

Als Pärchen mit wechselnd geschlossenen Augen startet die Gruppe von 12 Personen auf Entdeckungsreise. Untergründe spürend, tasten sie sich vor. Rampe, Parkplatz, Ruine. Wechsel. Bodenbeläge, Laub, Klänge. Rabengeschrei begleitete uns. Knöllchen werden verteilt. Ich hoffe, dass keiner mit geschlossenen Augen in Hundescheiße tritt. Passiert auch nicht. Erstes Szenenbild, der Eingang in die Altstadt mit Turm. Die Gruppe sortiert sich entlang eines kreisförmigen Weges vor einer klassizistischen Kirche. Wir warten, beobachten und dringen in die kleinteilige Stadtstruktur ein. Gässchen. Durchgänge. In einem bleiben wir stehen und laden die Vorbeischreitenden zum Ü-Raum ein. Wenig später stehen wir also in diesem Durchgang und singen „Ü“. Stehenbleibende Passanten. Offene Münder. Kinder wollen mitmachen. Staunen. Wissen nicht recht. Lachen. Gucken verschämt und probieren es aus. Ein „Ü“ geht auf Reisen am Montagmorgen in der Fußgängerzone Neumünsters. Wir wenden uns dem Teich zu. Entlang dessen gehen wir rückwärts. Offene Münder. Fassungslose Gesichter an Fenstern. Minimale Änderung führt zu Reflexion des Gewöhnlichen. Zwischen Anarchie und Frieden bezeichnen die Grafittis das Tor zum C&A Parkplatz. Betonfläche. Eine Fensterszene im Zwischenraum macht kurz wach. Der C&A Architekt, positionierte einen Einblick in die Welt des Verkaufs, in der Durchfahrt zum Parkplatz. Der Weihnachtsmarkt eröffnet bald. Die Buden werden fertiggestellt und der Boden duftet. Frische Späne. Weiter durch die Einkaufs-Zone. Die Luft ist klar. Ein Blick über den Fluss. Wassergeräusche und rein ins alle Orte dieser Welt verdienende Einkaufszentrum. Gegen all die Reize halten wir den Fokus mit Weitblick orientiert. In die Ferne blickend verlassen wir diesen Ort und finden noch einen räumlichen Hinweis auf Vergangenes. Eine Ruine mit Brücke und zerschossenen Fenstern. Ein Möglichkeiten-Raum. Mit diesem Bild endet der Spaziergang.

Die Geschichten

Raben Krächzen

Und ich erinnere mich an meinen Urlaub

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Bodenbelagswechsel

 Tasten
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Tasten

Mit geschlossenen Augen die Welt neu ertasten

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Ein Ton im Raum

Wir bildeten einen Ton und waren sofort eine Attraktion

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Das Tor zum Parkplatz

Graffiti stellt die Beziehung zum Ort und zur Gesellschaft in Frage.

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Parkplatz Romantik

2 Sektflaschen – 2 – erzählen eine Geschichte. Eine Beziehung. Ein vergangener Abend. Romantik auf dem Parkplatz. Zweisamkeit auf Beton.

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Der Weihnachtsmarkt

Mit geschlossenen Augen, sensibilisiert für das Ertasten und Wahrnehmen von  Bodenbeschaffenheit.

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Stadtruine

Eine Stadtruine, die Geschichten von Vergangenem erzählt, inspiriert. Ein Möglichkeiten-Raum

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Aufmerksam @ Werkbund Akademie 2015 “ARCHITEKTUR LEHREN. ARCHITEKTUR LERNEN.”

Aufmerksam @ Werkbund Akademie 2015
“ARCHITEKTUR LEHREN. ARCHITEKTUR LERNEN.”

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Thema: Autodidaktisches Lernen. Theoretische und praktische Beispiele.
Datum: 13. Juni 2015
Ort: Schloss Gnadenthal bei Kleve
Teilnehmer: 70
Zeitraum: 1 Stunde
Rahmen: Werkbund Akademie 2015
Veranstalter: Deutscher Werkbund NW e.V.

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Entstandene Geschichten und Inhalte

Der Sonne entgegen
Der Himmel mal innen mal aussen gewählt
Sonne Luft Wind
Vertrauen
Schatten
Fühlen Genießen Spüren
Mit drei Sinnen deinen Weg finden
Offline
Sinnesrauschen
Vorhang und glückliche Schafe
Tanzen
Umriss
Anleitung zum Parken
Glücklich
Es ist wie eine schöne Einladung, die man mit Freude ablehnt
Sehende Füße tasten in luftiger Stille und windig getupfter Nähe
Was man nicht sieht fühlt man
Paare folgen Paddern, folgen Paaren
Grünort
Vertrauen
Wind Luft Sonne Ruhe Stille
Was die Ohren alles hören
Vertrauen in den Zufall
Der Duft des Windes
Nach dem Tor, beim rückwärts gehen, der Blick auf eine alte hohe verwachsene Birke, dann folgen Eichen und hinter dieser Baumreihe, dass sonnenbeschienene Feld
Der Klang der Tritte in den Grasstoppeln, der eigenen und der “Mitläufer”
Raum Nähe
Der weite Raum
Der hohe Himmel
Die anderen Menschen
Sehr schön meine Welt

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Filmsequenzen
Startsequenz – EVA SCHONS
Gruppenfoto – GREGOR M. RUTRECHT
Schlusssequenz – ALMUT RUTRECHT
Frösche – DORRIT KLOMP


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