Lesenswert: Januar 2020

Wir vom produktbezogen-Team wünschen euch ein frohes und erfolgreiches neues Jahr. Nachdem wir im Dezember euch das Best-Of aus den Lesenswert-Artikeln von Januar bis November zusammen gestellt haben gibt es nun wieder einen Stapel frisches Material, dass wir in den letzten beiden Monaten gefunden haben. Viel Spaß beim Stöbern in den Artikeln zu Produktmanagement, UX-Design, Innovation und Unternehmens­kultur!

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360°-Videos im Outdoor-Sport

360 Grad Bilder und Videos tauchen in der Outdoorwelt immer häufiger auf. Was sind die Vorteile? Was kann schief gehen? Wie landet man punktgenau mit seinem Content beim User? Chris Lemke führt mit Bergwasser Canyoning seit Jahren eine Outdoorsport Firma und ist fasziniert von 360-Grad-Inhalten. In einem Gastbeitrag verrät er, wie er die 360°-Kamera wirkungsvoll [...]

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In 6 Schritten zur gemeinsamen Produktvision – eine kurze Anleitung für Produkt-Teams

Eine gute Produktvision kann den Erfolg oder Misserfolg eines Produktes maßgeblich beeinflussen. Sie stellt den Kundennutzen in den Mittelpunkt und bietet ein langfristiges und inspirierendes Leitbild. Oft werden Produktvisionen aber nicht gemeinsam gelebt, sind zu generisch oder es geht nur um Geschäftszahlen. Dann bleibt der erhoffte Effekt aus. In diesem Artikel seht ihr, wofür ihr eine Vision braucht, welche Tools ihr nutzen könnt und wie ihr in 6 Schritten und einem Team-Workshop zu einer wirklich gemeinsamen und kundenzentrierten Vision kommt.

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UX & Marketing – Hand in Hand zur UX-driven Company

2012 habe ich die Botschaft vermittelt, dass Psychologen/-innen die besten User Researcher (w/m/d) sind (Verhalten verstehen und lenken – das können Psychologen!).

Ich habe inzwischen dazugelernt. Mir wurde verdeutlicht und natürlich auch selbst deutlich, dass pauschale Aussagen zu Qualifikationen nicht angebracht sind. Sie treffen einfach nicht zu.

Es gibt viele Möglichkeiten sich zu einem hervorragenden User Researcher (w/m/d), UX Manager (w/m/d) oder UX Designer (w/m/d) ausbilden zu lassen. Und es gibt natürlich ausgebildete Psychologen/-innen, die ihren Job als UX Professional (w/m/d) nicht gut ausfüllen. Ich bitte daher alle um Entschuldigung, die ich damals mit meiner pauschalen Aussage verärgert habe.

Meine Lehren hielten mich nun davon ab diesem Beitrag den Titel: „Marketer sind die besten UX Manager (w/m/d)“ zu geben.  Viel zu pauschal!

Lassen Sie uns dennoch diesem Gedanken einmal nachgehen: Wie wäre es, wenn Sie die Stelle eines Teamlead UX (w/m/d), UX Manager (w/m/d), Digital Manager (w/m/d) oder Head of UX Design (w/m/d) mit einem Marketer (w/m/d) – verstanden als Fachfrau/Fachmann für Marketing – besetzen? Bietet das Vorteile? Ist das vielleicht sogar ein Erfolgsfaktor auf dem Weg zur Steigerung des UX Reifegrades Ihres Unternehmens?

Ich bin der Meinung, dass es naheliegend ist auf Marketer zu setzen, wenn es darum geht ein Unternehmen hinzuführen zu einer integrierte UX Kultur, hin zu einer „UX-driven Company“. Gerne möchte ich Ihnen dies begründen.

20 Jahre Vorsprung beim Werben für menschenzentrierte Unternehmensführung

Seit Mitte der 1960er Jahren wird an unseren Hochschulen Marketing gelehrt. Damals schon mit dem Ziel Marketing als marktorientiertes, integriertes Führungskonzept zu verstehen und dieses „Mindset“ an Studierende weiterzugeben.

Viele Jahre mussten vergeben, bis Unternehmen Marketer (w/m/d) als Vorstandvorsitzende oder Geschäftsführer einsetzten.

Ab den 1990er Jahren kam dann der Durchbruch. Marketer als Unternehmenslenker erzielten bemerkenswerte, betriebswirtschaftliche Erfolge. Es sprach sich rum, dass Marketer als Vorstandsvorsitzende (w/m/d) oder Geschäftsführer (w/m/d) bestens geeignet sind.

Der Weg dorthin war kein leichter. Es galt viele Hürden zu nehmen, es musste Aufklärungsarbeit geleistet werden. Prozesse, Rollen und Strukturen mussten entwickelt und stetig weiterentwickelt werden. Und es galt immer wieder von Neuem zu belegen, dass eine markt- und kundenorientierte Sichtweise der zentrale Schlüssel zum Unternehmenserfolg ist.

UX Designer (w/m/d) stehen seit den 2010er Jahren in vielen Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen. Sie zu lösen ist nötig, wenn ein Unternehmen seinen UX Reifegrad hin zu einer UX-driven Company (weiter-)entwickeln will.

UX und Marketing – gemeinsam auf Mission in Sachen menschenzentrierte Unternehmensführung

UX und Marketing bauen auf einer gemeinsamen Verständnisgrundlage auf: Es ist der Kunde, der zahlende Nutzer, der über den Erfolg oder Misserfolg eines Produktes oder Services maßgeblich entscheidet.

Während Marketer seit Jahren den Blick stets auf eine markt- und kundenorientierte Unternehmensführung ausgerichtet haben, fokussieren sich UX Designer auf die Produktsicht.

Wenn das UX Mindset zentral für die Unternehmensstrategie werden soll, was bei einer UX-driven Company der Fall ist, dann müssen UX’ler in der Lage sein Unternehmen zu führen. Ihre heute dominierende Produktsicht macht es jedoch (noch) nicht möglich den Rahmen für eine Unternehmensstrategie zu geben.

Das UX Mindset muss dazu in alle Bereiche diffundieren. UX Tools, Prozesse und Methoden müssen angewandt werden in allen Unternehmensbereichen die zur Führung von Unternehmen nötig sind:

  • Personal & Organisationsentwicklung
  • Marketing & Vertrieb
    • Preispolitik (Gewinnoptimierung)
    • Marktforschung
    • Kommunikation (Positionierung & Marke)
    • Distribution / Vertrieb
    • Produkt
  • Informationstechnik & Datenverarbeitung
  • Forschung & Entwicklung
  • Rechnungswesen & Controlling

Möglich ist das allemal. Vor allem dann, wenn UX und Marketing dabei „Hand-in-Hand“ gehen.

UX & Unternehmensführung  

UX zum Bestandteil der Strategie von Unternehmen zu machen, das gelingt mit Marketern deutlich leichter. Marketer haben schon seit den 1965er Jahren auf eine „marktorientierte Unternehmensführung“ hingewirkt.

Ihr Begriffsverständnis von „Markt“ umfasst – als ganzheitliche Sicht – Kunden, Wettbewerber, Mitarbeiter, Partner und Lieferanten. Marketer haben dafür Sorge getragen, dass diese Gruppen stetig „unter die Lupe“ genommen werden, deren Bedarfe erfasst, Segmente gebildet und jene bestmöglich zufriedengestellt werden.

Marketer haben gelernt den Status Quo zu analysieren – bezogen sowohl auf den (externen) Markt als auch die Prozesse im Unternehmen. Sie sind in der Lage eine Vision zu formulieren, ein Zielbild aus der Vision zu formen und eine Unternehmensstrategie zu erarbeiten.

Marketer haben gelernt Marketing als zentrale Unternehmensphilosophie zu etablieren, ein „Marketing-Mindset“ zu schaffen, Menschen und Mitarbeitende mitzunehmen (Kultur), zu befähigen und weiterzubilden. Sie haben neue Rollen geschaffen und die ihnen dabei in den Weg gelegten Barrieren zu überwinden gelernt. Sie erkannten worin die zentralen Erfolgsfaktoren bzw. Treiber für Veränderungen bestehen.

Wieso sollte man beim Steigern des UX Reifegrades nicht auf diese Erfahrungen aufbauen?

Man sollte, unbedingt. Und man sollte UX Manager / UX Teamleader (w/m/d) einstellen, die sowohl erfahrene Marketer sind als auch UX Kompetenzen aufweisen und mit einer (großen) Leidenschaft für UX Design ausgestattet sind.

Marketer als UX Manager (w/m/d) – eine gute Wahl!

Marketer sind für alle UX Reifegradstufen gut geeignet. Sie können „Marketing für UX“ betreiben, was in frühen Reifegradphase, z.B. bei 1 Mann/Frau UX Abteilungen, sehr wichtig ist. Jene Reifegradstufe ist die, die in vielen Unternehmen anzutreffen ist. Es ist die Ausgangsstufe beim Aufbau eines „UX Mindset“ hinführend zu einer UX-driven Company (Dein Weg von einer 1 Mann/Frau UX Stelle zum UX Manager).

Die in vielen Unternehmen zu beobachtende Missachtung von Kundenwünschen bei der Beschreibung von Anforderungen an Produkte & Services hat das Marketing schon seit Jahren kennengelernt. Es hat entsprechend Erfahrungen diese Missachtung zu beheben, u.a. in dem es auf Projekte verweist, die wegen einer mangelnden Kundenorientierung zum Flop wurden.

Oft gelingt es selbst hoch entwickelten Unternehmen nicht eine UX Vision zu formulieren, die ganzheitlich ausgerichtet ist, neben UX und Technik Aspekten auch Business-Vorgaben macht. Jenes haben Marketer „im Blut“. Sie wissen, dass man Maßnahmen stets ableiten muss aus der Vision, aus Strategie(n) und von dort abgeleiteten Zielsetzungen. Maßnahmen müssen auf Ziele hinführen, die wiederum die Vision und Strategie(n) erfüllen.

Jenen hierarchischen Dreiklang beachten Marketer bevor sie auf der Maßnahmenebene aktiv werden. Der Dreiklang – Vision, Strategie, Ziele – ist auch ganz zentral, um darauf hinzuwirken, dass die Marketing bzw. UX-Philosophie zur Grundlage der Unternehmensführung wird. Nur so kann eine „institutionalisierte“ UX erreicht werden, die höchste UX Stufe in den meisten Reifegradmodellen.

Warum die reine „Produktbrille“ nicht ausreicht!

Marketer denken stets ganzheitlich. Sie orchestrieren alle Maßnahmen auf die Strategie & Vision hin, stets auf einer fundierten Kunden-, Unternehmens- und Marktanalyse aufbauend.

Und sie haben gelernt welchen besonderen Wert die Marke (neben dem Produkt) hat: In allen Produkt- und Servicekategorien, wo es um demonstrativen Konsum geht, spielt das Markenimage eine entscheidende Rolle bei der Kaufentscheidung. Provokativ formuliert: „Produkte sind nichts, Marke ist da alles!”.

Es ist die Marke die das Wertversprechen gibt. Es ist das Produkt, das mit seinen Merkmalen & Eigenschaften Anforderungen erfüllt. So lockt beispielsweise Tesla-Kunden sowohl ein tolles Fahrerlebnis (=Produkt) als auch die Möglichkeit etwas über sich selbst aussagen, „Impression-Management“ zu betreiben (=Marke/Markenversprechen).

Ein (Produkt-/Service-)Flop darf, ebenso wie ein Erfolg, niemals nur am Produkt und seinen Merkmalen festgemacht werden. Jahr ein, Jahr aus beträgt die Flop-Rate aller Neueinführungen in Deutschland zwischen 60 und 70 Prozent. Und das bezieht sich auf Produkte,  die bereits das Stadium eines Prototypen oder MVP überschritten haben!

Der zentrale Grund: Es kommen Produkte in den Markt, hinter denen kein bzw. kein ausreichend relevantes Marketing-Konzept steht. Also keine ganzheitliche, kunden- und marktorientierte Ausrichtung von …

  • Preis (Gewinnoptimierung)
  • Kommunikationsmaßnahmen (Positionierung/Marke)
  • Distribution- / Vertriebskonzepten und
  • Produkt – verstanden im Sinne der Erfüllung von Zielgruppenanforderungen.

Erfolgreiche Produkte & Services kann es nur dann geben, wenn ein gezieltes Anforderungsmanagement betrieben wird. Wenn Nutzer/-innen einbezogen werden in den Innovations- und Prototyping-Prozess. Und wenn der Markt ganzheitlich analysiert wird und die Einführungsplanung derart erfolgt, dass alle Marketinginstrumente 100% aufeinander abgestimmt sind.

Marketer haben diese ganzheitliche Sichtweise. Jene Sicht ist zwingend erforderlich, wenn ein „menschenzentriertes Mindset“ den Rahmen für die Unternehmensstrategie geben soll.

UX-driven entscheiden, führen und handeln – Marketer können das!

Haben Sie den Mut auf Marketer (w/m/d) zu setzen, wenn es Ihnen ein Anliegen ist den UX Reifegrad Ihres Unternehmens zu steigern.

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Vereinen Sie Marketing & UX in Ihrem Unternehmen. Lassen sie Marketer & UX’ler eng zusammenarbeiten und suchen Sie nach Marketern (w/m/d) mit UX Design Kompetenzen und einer Leidenschaft zum Missionieren für UX.

Gerne helfe ich Ihnen dabei. Sprechen Sie mich einfach an.

(By the Way: Auch Marketer haben bzw. sollten ein Interesse haben sich mit UX’lern zu vereinen. Marketer können über das Thema „UX Design“ im Zeitalter der Digitalisierung und Digitalen Transformation ihre Bedeutsamkeit in Unternehmen festigen oder wiedererlangen. Die Themen Digitalisierung & Digitale Transformation haben IT Abteilungen in Unternehmen stark gemacht – nicht immer zugunsten einer Markt- und Kundensicht).

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Virtual Reality und 360°-Content im Museum

Neue Technologien wie Virtual Reality und 360°-Medien spielen in Museum eine zunehmend größere Rolle. Jedenfalls drängt sich diese Schlussfolgerung auf, wenn man so betrachtet, wie das Themenangebot rum um die immersiven Medien in den letzten Jahren zugenommen haben: Das reicht vom internationalen Kulturangebot von Google Arts & Culture, über lokale Projekte wie zum Beispiel die [...]

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12 Bücher, die Produktmanager 2020 lesen sollten

2019 war ein spannendes Buch-Jahr. Insbesondere die zweite Jahreshälfte lieferte interessante Publikationen für Produktmanager, die exzellenten Lesestoff für das neue Jahr bieten. Mit einigen Neuerscheinungen bereits etablierter Autoren, tollen Newcomern und vielen wertvollen Erkenntnissen aus den Bereichen Testing & User Experience, Machine Learning, Team-Building und Kommunikation, haben wir von der PM Library für euch unsere Top 12 Bücher für 2020 zusammengestellt.

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Permission Marketing

Das Marketing der Zukunft überlässt den Nutzern die Entscheidung, ob sie auf dem Laufenden gehalten werden möchten oder nicht.

Das Konzept des Permission Marketings ist heute so aktuell wie nie zuvor – und dabei ist es gar nicht neu. Denn schon vor rund 20 Jahren hat der amerikanische Marketing-Guru Seth Godin den Begriff des Permission Marketings in seinem gleichnamigen Bestseller geprägt:

„Erlaubnisbasiertes Marketing ist das Privileg (nicht das Recht) erwartete, persönliche und relevante Werbung an Personen zu senden, die diese erhalten möchten.“ 1

Permission Marketing wird seitdem häufig mit E-Mail Newsletter Marketing gleichgesetzt; schließlich verlangen werbliche E-Mails per Gesetz die vorherige Einwilligung der Empfänger per Double-Opt-In.

Neuere Permission Marketing Kanäle wie Push Notifications setzen nicht nur eine Einwilligung voraus, sondern schließen sogar Spam gänzlich aus, indem der Browser oder das Betriebssystem den An- und Abmeldeprozess vorgibt.

Ebenso managen bei Online-Diensten wie Facebook, Instagram und Twitter die Plattformen das Abonnieren und Entfolgen von Benutzern. Damit zählen sie einerseits zu den Permission Marketing Kanälen, bieten aber andererseits auch ungefragte Werbemöglichkeiten.

Die Idee des Erlaubnis-Marketings geht jedoch weit über die reine Frage der Einwilligung hinaus. So verspricht Seth Godin im Untertitel seines besagten Buches zum Permission Marketing:

„Wie Sie aus Fremden Freunde machen und wie Freunde zu treuen Kunden werden.“2

Es geht somit darum, die Kundenbindung und den Kundenwert ins Zentrum der Marketing-Aktivitäten zu rücken. Das Unternehmen muss es sich sozusagen „verdienen“, mit dem Kunden oder Interessenten in Kontakt bleiben zu dürfen. Denn der Kunde entscheidet immer stärker, von wem er über welche Kanäle welcherart Inhalte empfangen möchte. Und: Er kann sich auch jederzeit auf einfache Art wieder „ausklinken“. Aber mit wertvollen Inhalten versorgt, bleiben Nutzer nicht nur dabei, sondern fühlen sich zugehörig und intensiv verbunden.

Warum ist Permission Marketing (wieder) so aktuell?

Unternehmen müssen gegen eine stetig wachsende Werbeflut, Walled-Garden-Plattformen und Tracking-Schutz ankämpfen. Die Möglichkeiten programmatischer Werbung haben zwar vermocht, die Streuverluste ungefragter Werbeansprache zu verringern, dennoch verliert Werbung an Wirkungskraft. Es wird immer schwieriger, die Aufmerksamkeit von Nutzern zu gewinnen, zu halten oder sie gar zum Klicken oder Kaufen zu aktivieren. Außerdem stumpfen wir angesichts der Fülle an Angeboten, Neuheiten und Deals immer mehr ab.

Programmatic Advertising gerät zudem durch rechtliche und Browser-seitige Einschränkungen unter Druck. Sollten die Aufsichtsbehörden Ernst machen und wie angekündigt die Pflicht zu informierten, aktiven, freiwilligen Cookie-Einwilligungen verfolgen, hat das genauso massive Auswirkungen wie Apples und Mozillas  sich kontinuierlich verschärfende Intelligent Tracking Protection.

Einen Ausweg bietet Permission Marketing, das weder durch Ad Blocking oder Ad Fraud noch durch Cookie-Löschen beeinträchtigt wird. Es adressiert Empfänger, die dein Produkt oder deine Dienstleistung wirklich interessiert. Beim erlaubnisbasierten Marketing liegen damit die Erfolgschancen generell höher als bei öffentlicher Werbung, denn die Botschaften wurden angefordert und der Empfänger rechnet mit ihnen.

Veränderte private Kommunikation verändert die Marketing-Kommunikation

Messenger wie Whatsapp sowie Dienste wie Facebook, Instagram und Snapchat haben die private Kommunikation merklich verändert. Gefragt sind kleinere „Kommunikations-Häppchen“, dafür aber mit höherer Frequenz. Zudem vermengen sich in den neueren Permission Marketing Kanälen privater Austausch mit professioneller Marketing-Kommunikation. Das eröffnet die Chance einer intensiveren Bindung der Kunden und Interessenten durch häufigere und moderne Ansprache.

Alle ringen um Aufmerksamkeit auf dieser virtuellen Bühne. Damit steigen auch die Ansprüche an die Marketing-Kommunikation: Sie soll ansprechen, begeistern, inspirieren, involvieren und eine emotionale Verbindung herstellen.

Best-practices für erfolgreiches Permission Marketing

Selbstbestimmung

Zur Selbstbestimmung gehört, dass Nutzer den von ihnen präferierten Kanal auswählen dürfen. Unternehmen stellen sogar fest, dass bei parallelem Anbieten von E-Mail Newslettern und News per Web Push kaum eine Kannibalisierung stattfindet, sondern vielmehr zusätzliche Abonnenten gewonnen werden. Daher ist es empfehlenswert, nicht nur auf einer Plattform oder einem Kanal aktiv zu sein, sondern alle relevanten Plattformen und Kanäle abzudecken.

Der erlaubnisbasierte Marketingansatz zielt zudem darauf ab, vor der direkten Ansprache das Opt-In des Nutzers einzuholen. Darüber hinaus kann es ebenfalls hilfreich sein, den Nutzer beim „Abonnieren“ selbst darüber entscheiden zu lassen, zu welchen Themen oder Anlässen er Informationen erhalten möchte und dieses nicht nur auf Basis des getrackten Verhaltens anzunehmen  Dies drängt sich insbesondere dann auf, wenn ein sehr bunter beziehungsweise heterogener Blumenstrauß an Angeboten offeriert wird.So kann die spätere Relevanz der Nachrichten für den Nutzer seine Motivation zur Einwilligung erhöhen.

Direktheit

Es ist großartig, wenn man es beispielsweise in den Instagram-Feed seiner Nutzer schafft. Aber es ist gefährlich, gänzlich von den Konditionen und Algorithmen der Netzwerke abhängig zu sein, wenn es um den Zugang zu seinen eigenen Nutzern geht. Daher gilt bei Content Distribution und Remarketing das Prinzip „Owned Media first“.

Aber auch innerhalb der eigenen Kanäle gibt es noch einmal gravierende Unterschiede, was die Direktheit der Auslieferung anbelangt. So müssen  E-Mails bekanntermaßen im Postfach der Nutzer erst einmal mittels prägnantem Betreff um Aufmerksamkeit buhlen. Besonders schwierig wird es, wenn die Nachrichten von Google im „Werbung“-Tab einsortiert werden. Demgegenüber erscheinen Push Notifications aus dem Browser, der App oder Wallet Card direkt auf dem Bildschirm der Nutzer und müssen nicht erst von ihnen geöffnet werden. Das erhöht automatisch auch die Klickrate enorm.

Personalisierung

Mit Permission Marketing sprichst du jemanden an, der offensichtlich Interesse an deinem Produkt oder deiner Dienstleistung hat. Somit ist schon einmal per se eine hohe Relevanz deiner Nachrichten gegeben. Besonders attraktiv sind personalisierte Inhalte, die zur aktuellen Position innerhalb der Customer Journey oder zu den Interessen und Präferenzen passen. Mit personalisierter Ansprache verhinderst du einerseits negative Erlebnisse, wenn zum Beispiel ein vor kurzem gekaufter Artikel nun zum Sonderpreis angepriesen wird. Andererseits vermag Personalisierung den Nutzwert besonders zu steigern, indem beispielsweise Angebote und Tipps passend zu gerade angeschauten oder gekauften Artikeln versendet werden.

In den Netzwerken kann man sich bestenfalls bei der Personalisierung auf dort verfügbare Profildaten stützen, bei den eigenen Kanälen hingegen kommen das eigene CRM und Tracking als Datenquelle beziehungsweise Auslöser ins Spiel. Hier bieten Marketing Automation Lösungen, die ein umfangreiches integriertes Tracking zur Segmentierung und Triggering von Kampagnen-Workflows anbieten, einen deutlichen Vorteil und vielfältige Möglichkeiten.

Kreativität

Experimentierfreude ist sowohl bei der Gestaltung von Opt-In-Einladungen als auch bei den Nachrichten gefragt. Beim Opt-In gibt es eine große Bandbreite an Formen vom direkt bildschirmfüllenden Pop-Up zu Besuchsbeginn auf der Website bis hin zu mehr oder weniger versteckten Kanal-Symbolen im Footer.

Abwechslung ist auch bei Anlässen und Inhalten gefragt. Es geht nicht nur um Schnäppchen, sondern auch um Unterhaltung, den Blick hinter die Kulissen und vieles mehr. Vielleicht ist der Weltnudeltag oder Weltnettigkeitstag eine Nachricht wert auch für dich eine Nachricht wert?

Ebenso erfordern erfolgreiche Personalisierung und Automatisierung Kreativität und ein iteratives Vortasten und Ausprobieren.  Ein angebundenes umfangreiches Tracking macht die Optimierung sehr viel einfacher, da nicht jede Veränderung des Regelwerks mit Eingriffen in die Website einhergehen muss.

Vorteile von Permission Marketing

Permission Marketing bringt sowohl für deine Nutzer als auch für dich als Anbieter viele Vorteile mit sich:

Erfolgssteigerung

Ein Opt-In vergibt man nur an ausgewählte Anbieter. Mit Permission Marketing wirst du also nie alle deine Nutzer erreichen. Dafür erreichst du aber diejenigen, die dies auch ausdrücklich wünschen. Das erhöht automatisch Engagement und Conversion Rates.

Kostensenkung

Für erwünschte Werbung ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer, blockiert oder ignoriert zu werden. Zudem gibt es weder Streuverluste noch bist du von den Algorithmen und Kostenmodellen der Plattformen abhängig.  . Unabhängiger und günstiger ist meist der Versand von Nachrichten über eigene Kanäle. Und: Kunden zu halten ist um ein Vielfaches billiger als neue  zu gewinnen.

Starke Kundenbindung

Mit Permission Marketing kannst du deine Content Distribution voranbringen und Nutzer zurück auf deine Website holen. Insbesondere gibt dir erlaubnisbasiertes Marketing die Chance, eine dauerhafte Bindung zu deinen Nutzern aufzubauen. Die neuen Push Notification Kanäle sind hervorragend geeignet, um die Anzahl der Touchpoints zu erhöhen und auch kleinere News zu verbreiten.

Rechtssicherheit

Mit der Einwilligung gehst du vielen Datenschutz-rechtlichen Problemfeldern aus dem Weg. Push Notifications machen es noch einmal sicherer, da sie keinerlei persönliche Daten erfordern.

Auch ich als  Nutzer profitiere von Permission Marketing:

  • Ich spare mir den Besuch der Website, Erstellung von News-Feeds oder Ähnlichem, um Neuigkeiten automatisch mitzubekommen.
  • Ich verpasse keine Angebote mehr und erhalte vielfach exklusive Vorteile.
  • Ich werde als treuer Bestandskunde wertgeschätzt.
  • Ich kann bestimmen, von wem ich (Werbe)Botschaften erhalte und von wem nicht.

Fazit: Deine Nutzer bekommen, was sie wollen und du profitierst von langfristigen hochwertigen Kundenbeziehungen.

1) Seth Godin: Permission Marketing: Kunden wollen wählen können. Wie Sie aus Fremden Freunde machen und wie Freunde zu treuen Kunden werden, 01.01.2001.

2) Seth Godin: Permission Marketing: Kunden wollen wählen können. Wie Sie aus Fremden Freunde machen und wie Freunde zu treuen Kunden werden, 01.01.2001.

Der Beitrag Permission Marketing erschien zuerst auf etracker.com.

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