Hamburgische Beauftragte für Datenschutz klären auf

Bei einem längeren Austausch zwischen etracker und der zuständigen Datenschutzbehörde Hamburg, am Mittwoch, den 13. Juni 2018, haben Prof. Dr. Johannes Caspar, Hamburgischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit, und Ulrich Kühn, stellvertretender Hamburgischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit, zu vielen Fragen Stellung bezogen, die in den vergangenen Wochen an uns herangetragen wurden.

So wurde uns klar bestätigt, dass die Position der Aufsichtsbehörden der Datenschutz-Konferenz vom 26. April 2018 nicht als pauschale Einwilligungsverpflichtung zu verstehen ist:

„Es bedarf jedenfalls einer vorherigen Einwilligung beim Einsatz von Tracking-Mechanismen, die das Verhalten von betroffenen Personen im Internet nachvollziehbar machen und bei der Erstellung von Nutzerprofilen.“

Vielmehr sei eine Einwilligung der Betroffenen dann erforderlich, wenn umfassende Profile insbesondere über verschiedene Websites hinweg gebildet werden. Im Visier der Datenschützer sind Plattformen und Lösungen, die in großem Stil Verhaltens- und Persönlichkeitsprofile der Betroffenen erstellen. Von einem derart intensiven Eingriff in die Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte der Betroffenen ist z. B. bei Einsatz von Google Analytics auszugehen, die laut eigener Datenschutzerklärung Daten über Aktivitäten von Besuchern über mehrere Websites hinweg, die Google Analytics einsetzen, verknüpfen.

Im Gegensatz dazu findet bei etracker keine andere Nutzung, Zusammenführung mit anderen Daten von etracker oder eine Weitergabe an Dritte durch etracker statt. Die Datenverarbeitung erfolgt von etracker ausschließlich gemäß dem Auftrag des jeweiligen Website-Betreibers zur statistischen Analyse und Optimierung seines jeweiligen Online-Angebotes.

Des Weiteren haben Prof. Caspar und Herr Kühn klargestellt, dass die Datenschutzgrundverordnung die Beachtung von Do-not-track-Headern verlangen. Ebenso sei eine Widerspruchsmöglichkeit, die eine Plug-In-Installation erfordert und somit nicht auf allen Gerätetypen funktioniert, nicht ausreichend, um das Recht auf Widerspruch zu erfüllen. Genauso seien viele Einwilligungen nicht wirksam, so beispielsweise, wenn das Tracking ohne explizite Zustimmung startet, keine wirkliche Wahlmöglichkeit besteht oder die Nutzung der Website an eine Einwilligung gekoppelt ist.

Weiterhin haben uns die Landesdatenschützer bestätigt, dass Cookies durch Tracking-Lösungen auch ohne Zustimmung platziert werden können, da die Datenschutzgrundverordnung das Speichern von Informationen auf dem Endgerät des Nutzers nicht generell unter Einwilligungsvorbehalt stelle. Vielmehr ginge es um die Art und das Ausmaß der damit verbundenen Datenverarbeitung. So sei es vollkommen legitim, für das Festhalten einer Zustimmung oder eines Widerspruchs zum Tracking ein Cookie zu platzieren.

Diese klaren Aussagen der Hamburgischen Datenschutzbehörde helfen, die Verunsicherung bei Website-Betreibern abzubauen und fälschliche Aussagen und Informationen zu entkräften.

Sie haben weitere Fragen? Melden Sie sich gerne bei uns.

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Bringing Personality Back To The Web – IxDA Hamburg Talk mit Vitaly Friedman am 18. Juni

Vitaly Friedman ist sicher vielen unserer Leser bekannt. Mit dem Smashing Magazine hat er von Freiburg aus eines der weltweit reichweitenstärksten Blogs zu UX-Design und Frontend-Entwicklung gegründet. Mittlerweile ist aus dem Blog mit den Smashing Conferences auch eine weltweite Konferenzserie entstanden und Vitaly ist so sehr in der Weltgeschichte unterwegs, dass er sich zum obdachlosen digitalen Nomaden erklärt hat.

Ab Montag ist Vitaly zu einem Workshop für die otto group in Hamburg und hat sich spontan bereit erklärt, am Montagabend einen kostenlosen öffentlichen Talk zu geben:

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Sind Frauen die besseren Programmierer?

Sehen Sie im Video, was Senior Creative Engineer Christopher Baumbach dazu sagt!

© Christian Augustin/Getty Images for ADC

Was ist der Unterschied zwischen UX und Interaction Design? Mit welchen Tools arbeitet ein Informationsdesigner? Wie wird man Virtual Reality Designer? Diese und viele weitere Fragen stellen wir in dem neuen Gesprächsformat Job Talks im Rahmen unserer Initiative Connect Creative Competence.

Auf dem ADC Festival 2018 in Hamburg sprachen wir mit drei Kreativen aus den Bereichen Interaction Design, Informationsdesign und Virtual Reality Design. Wer nicht live dabei war, kann sich die Gespräche nun als Videos anschauen. Viel Spaß!

 

»Interaction Design ist eine breit
gefächerte Disziplin«

Daniel Kränz, Head of Interaction Design bei deepblue networks in Hamburg, erklärt sein mentales Modell der »Kränz’schen Pyramide« und berichtet, wie er das Interaction-Design-Team in der Agentur mitaufgebaut hat und warum Interdisziplinarität bei dieser breit gefächerten Disziplin so wichtig ist. Bei deepblue begleiten Interaction Designer den Produktentwicklungszyklus von A bis Z – von Strategie über Konzeption, Design und Entwicklung bis hin zum Launch. Programmieren können muss man übrigens nicht – aber man sollte wissen, was prinzipiell möglich ist.

Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Connect-Kompendium »Das macht ein Interaction Designer bei deepblue networks«. Hier downloaden!

 

»Informationsdesigner haben keinen
typischen Arbeitsalltag«

Jan Schwochow, Gründer und Geschäftsführer der Infographics Group in Berlin, erläutert, warum man sich als Informationsdesigner auch mal quälen muss, um gute Ergebnisse zu erzielen und wie wichtig Leidenschaft für den Beruf ist. Als Informationsdesigner muss man sich die Dinge, die man visualisieren soll, aneignen und sie durchdringen. Das erfordert viel Recherche und Abstraktionsvermögen. Jeder Auftrag ist anders, jeder Tag ist anders – ein spannendes Berufsbild!

Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Connect-Kompendium »Das macht ein Informationsdesigner bei der Infographics Group«. Hier downloaden!

 

»Virtual Reality sehe ich vor allem
in der Unterhaltungsbranche«

Christopher Baumbach, Senior Creative Engineer bei Demodern in Hamburg, gibt Einblicke in seinen Werdegang als Autodidakt und seinen Arbeitsalltag, in dem er Kreativität und Technik verbindet. Für die coolen VR-Projekte von Demodern arbeitet er im Team mit 3D-Artists, UX und Screen Designern, Projektmanagern und Creatve Directors zusammen. Sein Appell an weibliche Entwicklerinnen: »Ihr könnt das genauso gut wie Männer – vielleicht sogar besser!«

Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Connect-Kompendium »Das macht ein Virtual Reality Designer bei der Interactive Media Foundation und Demodern«. Hier downloaden!

 


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Exploring Experiences for Emerging Technologies – produktbezogen im Gespräch mit Henning Grote

Welche Bedeutung haben neue Technologien wie AI, IoT, AR/VR und Blockchain für die User Experience? Genau zu dieser Frage plant UXcamp-Europe-Mitgründer Henning Grote nach seinem Camp-Ausstieg eine neue Konferenz. Unter dem Titel Exploring Experiences for Emerging Technologies soll im kommenden September diskutiert werden, wie die digitale Produktentwicklung, die User Experience und unsere Arbeitsprozesse und Methoden sich für neu in den Markt eintretende Technologien verändern müssen.

Was diese Konferenz besonders machen wird, welche Ziele er damit verfolgt und wie er den Abschied vom UXcamp verwunden hat, erzählt uns Henning im folgenden Interview:

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Von “Soft Start” bis “Wetterbericht”: Den Workshop starten, bevor er beginnt

Der Workshop geht um neun Uhr los, 20 Minuten vorher trudeln schon die ersten Teilnehmer ein. Du steckst noch mitten in den Vorbereitungen, räumst Tische um, hängst Poster auf,  müsstest aber eigentlich etwas Smalltalk machen. Für mich ist das hin und wieder eine etwas unangenehme Situation. Was also tun? Ganz einfach: Du beginnst den Workshop, bevor der Workshop überhaupt beginnt. Mit einem “Soft-Start”. So schickst Du die ersten Teilnehmer schon “sanft” ins Arbeiten, sie können sich auf den Workshop einstimmen. Wie das geht – und wie wir diese Methode für den Einsatz innerhalb von Workshops und auch für Großgruppen weiterentwickelt haben, möchte ich in diesem Artikel vorstellen.

Zwischen Ankommen und Loslegen: “Arbeiten”, bevor der Workshop beginnt

Die Methode “Vor der Kirche” habe ich zum ersten Mal bei Metaplan kennengelernt, und es handelt sich streng genommen mehr um einen Zeitpunkt, als um eine “echte” Methode. Es ist der Moment, in dem sich die Dorfbewohner vor der Kirche versammeln und miteinander plaudern, bevor der Gottesdienst – bzw. der Workshop – beginnt. Wie man diesen Moment zwischen Ankommen und Loslegen füllt, ist im Grunde jeder Moderatorin selbst überlassen.

Bei Metaplan werden die Teilnehmer eines Seminars zum Beispiel nach dem Ankommen an ein Poster geschickt, auf dem eine Tabelle vorgezeichnet ist. Zeilenweise trägt sich jeder ein und füllt die einzelnen Spalten aus. Den Anfang machen die klassischen Vorstellungsfragen wie Name, Unternehmen, Position. Dann kommen weitere Fragen, die nicht nur etwas mehr über die Person verraten, sondern auch etwas Nachdenken erfordern: eine berühmte Person, mit der ich gerne mal spazieren gehen würde; ein Ort, an dem ich mich gerne aufhalte; was sonst noch aus mir hätte werden können oder wie alt ich 2026 sein werde.

Das Poster bleibt während des ganzen Seminars sichtbar im Raum. So kann man immer mal wieder drauf schauen und überprüfen, was genau Sabine oder Arne oder Christoph eigentlich beruflich machen. Vor allem für ein Seminar, in dem sich die Teilnehmer nicht kennen, ist das eine schöne Einstiegsübung, um jenseits einer klassischen und zeitaufwändigen Vorstellungsrunde etwas über die Menschen zu erfahren, mit denen man den Tag verbringt. Diese Art der Vorstellung schafft zudem Gesprächsanlässe für Pausenzeiten: Interessant, dass Jutta mal mit Michelle Obama spazieren gehen möchte …

Wir haben so ein Vor-der-Kirche-Poster bürointern mal an unserem Whiteboard nachgestellt, weil wir natürlich, ganz datenschutzkonform, hier keine echten Workshop-Poster präsentieren wollen:

“Mobile Alter-Egos” und kontinuierliche Gesprächsanlässe

Aber auch für Workshops, in denen sich die Teilnehmer schon relativ gut kennen, lässt sich diese Technik super anwenden, indem man Fragen einbringt, die eben nicht so offensichtlich sind und die auch für andere Team-Mitglieder noch Neuigkeitswert haben: ein Projekt, das mich gerade beschäftigt; eine Frage, die ich mir gerade stelle; etwas Wichtiges, das ich in den letzten drei Monaten gelernt habe; mein lehrreichstes Urlaubserlebnis …

Wir setzen anstatt Poster auch gerne Krepp-Band in mehreren Farben ein. Ein Klassiker ist zum Beispiel: Name auf weißes Krepp, eine Superheldeneigenschaft (oder auch eine besondere themenrelevante Kompetenz) auf blaues Krepp und eine berühmte Person, mit der man gerne mal Kaffee trinken würde, auf pinkes Krepp. Die Teilnehmenden schreiben auf das Band und kleben sich die drei Streifen auf die Kleidung. So tragen sie ihre “Besonderheiten” immer mit sich herum. Der Vorteil: Wenn man zu zweit an der Kaffeemaschine steht, sieht man sofort, mit wem man es zu tun hat und man kann den  “Gedankenleser”, der gerne mal Darth Vader treffen würde, sofort in ein Gespräch verwickeln. Als Moderator kann ich im Workshop diese Mechanik auch aufgreifen und dadurch Gesprächsthemen verfremden oder vielleicht auch deeskalieren. Wenn es beispielsweise ein kontroverses Gespräch gibt, macht man die berühmten Personen auf dem Kreppband einfach zu Diskutanten und fragt: Was würde denn Dagobert Duck auf dieses Argument antworten? Oder Du nutzt die Superheldeneigenschaft oder die Spezialkompetenz eines Teilnehmers, um die jeweilige Person in eine andere Sichtweise zu schubsen. Diese Verfremdung ist letztlich nichts anderes als ein Perspektivwechsel und eine Art Metapher, um ein festgefahrenes Gespräch zu irritieren und zu versuchen, es wieder zu lockern. Oder um einfach einen anderen Blick auf die Dinge zu ermöglichen.

Schnelles Stimmungsbild: punkten statt schreiben

Je größer die Gruppe ist, umso mühsamer ist es natürlich, wenn alle Teilnehmer auf Poster schreiben müssen oder drei Krepp-Streifen am Oberkörper tragen. Hier lässt sich durch klassisches Dot Voting eine Heatmap, also ein schnelles Stimmungsbild erzeugen, das die Menschen in ein Gespräch bringt. Metaplan macht das beispielsweise gerne mit (provokanten) Thesen, zu der man mit einem Klebepunkt Stellung bezieht: von ++ (volle Zustimmung) über + und – bis hin zu Doppelminus. Und bitte bloß keine Mittelkategorie, das erstickt jede Diskussion im Keim. Immer schön polarisieren, das fördert die Diskursfreudigkeit. Und das Nivellieren geschieht im Gespräch hinterher von ganz alleine.

Wir setzen diese schnelle “Heatmap” auch sehr gerne ein, vor allem im Kontext von Großgruppen. Beispielsweise haben wir im Rahmen eines Expertenworkshops zum Thema “Finanzbildung” direkt am Eingang zum Workshopraum ein Poster aufgestellt und jeden der mehr als 40 Teilnehmenden gebeten, mit einem Punkt zu markieren, welche Akteure hier in Zukunft die größte Verantwortung tragen werden. Das führte bei den ankommenden Gästen, die sich noch nicht kannten, zu intensiven Diskussionen. Und alle hatten sofort einen Anlass, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Auch wenn es in diesen Gesprächen zunächst nur darum ging, dass ein Punkt pro Person zu wenig ist, hat dieser Einstieg seine doppelte Funktion als sozialer Ice-Breaker und inhaltliche Stellungnahme erfüllt.

Ein “Weather Report” als Überblick der aktuellen Großwetterlage

Ein anderes Beispiel ist der Einsatz als “Wetterbericht” im Rahmen einer Unternehmenskonferenz, für die wir eine mehrstündige interaktive Session mit mehreren Themeninseln und Kreativstationen konzipiert haben. Hier haben wir in der Vorbereitung schon gemerkt, wie unterschiedlich die Sichtweisen auf einzelne Themen waren, so dass wir für ein paar Aspekte – wie eine Art Fragebogen – links und rechts gegenpolige Aussagen platziert haben. Durch Punkten konnten die Teilnehmenden schnell ihre Meinung kundtun, aber vor allem ging es darum, die Menschen, die sich an dieser Wand aufhielten, in den Diskurs zu bringen. Schöner Nebeneffekt: Weil es über 120 Personen waren, jede mit fünf Klebepunkten ausgestattet und je nach Abteilung in einer anderen Farbe, war dieses Board am Ende auch hübsch bunt anzusehen.

Fun Fact: Dass dieses Tool bei uns unter dem Namen “Weather Report” läuft, hängt übrigens damit zusammen, dass wir die Veranstaltung entlang einer Reisemetapher konzipiert haben. Es gab zum Beispiel das Blue Ocean Paradise oder den Great Barrier Relief, Copy Island oder die Gossip Tours. Valentin, Jörg und ich haben uns dafür sogar eigens Hawaii-Hemden besorgt. Und für jeden Teilnehmenden gab es eine Blumenkette – je nach Abteilung und geographischem Sitz der Tochterfirma in einer anderen Farbe – aber das ist ein anderes Thema.

Fazit: Schnelles Stimmungsbild oder arbeiten, bevor der Workshop beginnt

Ein Soft-Start funktioniert super als Prä-Workshop-Übung, um Leerlaufzeiten zu überbrücken, um die ersten Gespräche zu fördern oder als Ersatz oder Ergänzung für langweilige Vorstellungsrunden. Ein Wetterbericht ist eine niedrigschwellige Übung, um ein schnelles Stimmungsbild einzuholen, einen Überblick zu relevanten Fragen zu bekommen und Diskussionen unter den Teilnehmenden anzustoßen. Dabei kann man diese Bewertungen im Verlauf der Veranstaltung nochmal reflektieren und explizit zum Thema machen – dann ist so eine Übung eher der Einstieg in eine Detaildiskussion. Man kann den Wetterbericht aber auch einfach als singuläres Element einsetzen, ohne im weiteren Workshop darauf einzugehen. Es muss halt in den Flow passen.

Und wenn Du so etwas wie den Soft Start mal selbst ausprobieren möchtest, empfehle ich Dir hier eine Liste von 25 Fragen mit “Icebreaker Questions”. Da ist bestimmt etwas dabei.

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Qualitäten erfolgreicher UX Designer (w/m) – alles eine Frage von Empathie!

Vom UX Designer (w/m) über Team-Lead UX (w/m) zum Chef (w/m) – dieser Karriereweg setzt viel voraus:
Viel Wissen, Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, vor allem aber: Empathie. Empathievermögen ist die Schlüsselkompetenz, um als UX Designer/-in über die Zwischenstation eines Managers („Team-Lead UX“) zum Unternehmenslenker zu werden.

„Most Important Skill Required for UX Professionals = Empathy.”
(Kathryn Whitenton , Nielsen Norman Group)

Glauben Sie nicht? Dazu wollen Sie mehr erfahren?
Gern. Steigen Sie mit mir ein in die Welt der Empathie und kommen Sie mit auf einen Top-Karrierepfad für UX Designer (w/m).
Los geht’s, wie es sich beim Thema „Fähigkeiten & Fertigkeiten“ gehört,  mit den Hard-Skills.

Hard-Skills sehr guter UX Designer

Gute UX Designer verfügen über einen breiten Erfahrungs- und Wissensschatz, den sie in unterschiedlichen Rollen und bei verschiedenen Tätigkeiten aufgebaut haben: Als User Researcher, Konzepter, UX Tester und in mindestens einem gestaltenden Aufgabenfeld als User Interface Designer, Interaktionsdesigner oder Informationsarchitekt.

Gute UX Designer sind nach 10-15 Jahren Berufserfahrung in der Lage Projektteams aufzubauen, zu führen und zusammenzuhalten (Wie man ein UX Team bildet). Die Kenntnis und das Verstehen von UX Prozess- und Denkmodellen ist eine notwendige Voraussetzung. Jedoch nicht ausreichend. Es braucht mehr.

Sehr gute UX Designer erkennen das Spannungsfeld aus Nutzeranforderungen, Wirtschaftlichkeit und technischen Möglichkeiten – und sind in der Lage es aufzulösen. Damit gelingt es ihnen den Wert ihrer und der Arbeit ihrer Teams in unmittelbaren Zusammenhang zum geschäftlichen Erfolg zu stellen.

Erfolgreiche UX Designer sind zudem aufgeschlossen, finden schnell Zugang zu neuen Techniken, Technologien und Tools und lieben es Neues auszuprobieren. Sie sind kreativ. Sie präsentieren und moderieren gerne. Sie weisen ausgeprägte verbale und nonverbale Kommunikationsfähigkeit auf (What makes a good UX Designer?).

All das setzt einen hohen Grad an Anpassungsfähigkeit in Bezug auf Themen, Menschen, Technologien und Veränderungen voraus. Und all das rechtfertigt sehr hohe Gehälter, viel Einfluss in Unternehmen und schließlich auch den Anspruch ein Unternehmen zu führen.

Um den Weg vom guten, über einen sehr guten und erfolgreichen UX Designer hin in die Geschäftsführung oder in den Vorstand zu nehmen ist eine Kompetenz absolut entscheidend: Empathie.

Schlüsselkompetenz Empathie

Sind Sie empathisch? Sind Sie motiviert und fähig Empfindungen, Gedanken und Intentionen bei anderen Menschen zu erkennen?

Mitgefühl ist eine gute Grundlage, um als sympathisch wahrgenommen zu werden. Das schadet also schon mal nicht. Die Fähigkeit „mit anderen zu fühlen“ ist aber nur ein Bestandteil von Empathie. Es geht beim Thema Empathie im beruflichen Kontext um weit mehr.

Je ausgeprägter die Motivation und Fähigkeit zur Empathie ist, desto erfolgreicher können UX Designer handeln. Handeln gemeint im psychologischen Sinne: Auf ein Ziel ausgerichtet tätig sein.

Zentrale Ziele im beruflichen Kontext eines UX Designers mit dem Willen Karriere zu machen:

  • Erfolgreiche Produkte entwickeln.
  • Mitarbeiter/-innen (Teammitglieder) motivieren, fördern, zufriedenstellen.
  • Anspruchsgruppen (Vorgesetzte, Kollegen, Inhaber, Partner, Kunden) glücklich machen.

Bei all jenen Zielen ist Empathievermögen der zentrale Erfolgsfaktor.

„Sich in andere hineinversetzen“ – Empathie für Nutzer!

Fundierte Kenntnisse über Richtlinien & Normen, Nutzungskontexte und Nutzungsszenarien sind bei UX Evaluationen durch Experten eine notwendige Voraussetzung, um Optimierungspotentiale herauszuarbeiten. Diese „Hard-Skills“ reichen aber nicht aus, um Erkenntnissen zu erzielen die jenen aus Tests mit Nutzern ähneln.

Die Fähigkeit die Sichtweisen, Perspektiven und Einstellungen andere Menschen einnehmen zu können, ist der Schlüssel für erfolgreiche heuristischen Evaluationen. Zuverlässige und valide Erkenntnisse, vergleichbar mit Erkenntnissen aus einem Nutzertest, gibt es nur von empathischen UX Experten/-innen.

Empathievermögen hilft auch bei Tests mit Nutzern. Denken wir an die Situation im Use-Lab: Der UX Tester beobachtet, stellt Aufgaben und Fragen. Vor allem in den Phasen der Interviewführung ist die Fähigkeit zur Empathie hilfreich.

Empathische UX Tester wandeln eine zunächst reine Befragungssituation in ein Gespräch, in einen Dialog. Dabei hilft ihnen die Fähigkeit schnell eine gute Beziehung aufzubauen. Sie erhalten auf diese Weise tiefe Einblicke in die Werte, Einstellungen und Motive, die das Verhalten und die Bewertungen der Testpersonen bestimmen. Das ist eine ganz wesentliche Voraussetzung, um aus Nutzertests zuverlässige und valide Erkenntnisse für Optimierungen zu erhalten. Selbiges gilt für jede Art von Nutzerinterviews, beispielsweise jene die dazu dienen Persona-Beschreibungen anzureichern.

UI-Designer, Interaktionsdesigner und Informationsarchitekten tut Empathievermögen im Besonderen gut. Vor allem dann, wenn sie keinen unmittelbaren Kontakt mit Nutzern/-innen haben. Empathische UX Designer können sich auf Basis von Persona und Customer Journey Beschreibungen in die repräsentierten Nutzer hineinversetzen, deren Perspektiven und Sichtweisen einnehmen und bei der Konzeption & Gestaltung beachten.

Fazit: Empathie hilft beim Forschen, Konzipieren, Gestalten & Testen.

Teams führen – Empathie für Mitarbeiter/-innen!

Wie schaut es beim Thema Führung aus: Sollten empathische UX Designer (w/m) oder User Researcher (w/m) mit dem Willen Teams zu führen diese Verantwortung auch bekommen?

Unbedingt! – Menschen mit empathischen Fähigkeiten haben gute persönliche Beziehungen und genießen das Vertrauen anderer. Sie erkennen was andere antreibt und ihre Leistungsbereitschaft steigert. Empathische UX Designer sind mit einem ganz wesentlichen Merkmal einer guten Führungskraft ausgestattet: Der Fähigkeit zum Motivieren (oder Demotivation zu vermeiden).

Es ist also ratsam empathischen, an Berufsjahren reichen UX Designern (w/m) Aufgaben wie beispielsweise das Zusammenstellen von Teams, deren Weiterentwickelung und Führung anzuvertrauen.

Werden diese Aufgaben genauso erfolgreich gemeistert wie die Erstellung von Expertengutachten, das Durchführen von Interviews und die Konzeption & Gestaltung erfolgreicher Produkte, dann steht dem nächsten Schritt auf der Karriereleiter, jener vom Team-Lead UX (w/m) zum Unternehmenslenker („Chef/Chefin“) wenig bis nichts mehr im Wege.

Empathie sollte man (er-)lernen!  

Empathie lohnt sich – sowohl für Nutzer/-innen, Mitarbeiter/-innen, Unternehmen als auch für jeden Selbst. Hat man zu wenig Empathie, dann ist es folglich lohnend dies zu (ver-)ändern.

Empathie, so hat es Paul Ekman herausgearbeitet, ist eine Reaktion auf Empfindungen anderer Menschen. Diese Reaktion setzt voraus, dass man die Absicht hat andere zufrieden(er) zu machen, anderen zu helfen, sie in ihren Zielen und bei ihren Absichten zu unterstützen.

Dies wiederum gelingt, wenn man die Gedanken, Empfindungen und Absichten anderer richtig erkennen (kognitive Empathie) und erfühlen (emotionale Sensitivität) kann. Das wiederum gelingt nur dann, wenn man selbst eine gute Selbstwahrnehmung hat und die Absicht verfolgt selbst glücklich, gesund und motiviert zu bleiben.

Anspruchsvoll – keine Frage. Empathie ist eine vielfältige und komplexe Fähigkeit. Vor allem für all jene die „vom Elternhaus aus“ mit wenig Empathievermögen ausgestattet wurden. Aber: Man kann Einfühlungsvermögen aufbauen.

Selbsteinstufung – Erkennen wo es hackt!

Kaum jemand wird ein perfektes Empathievermögen haben, und ganz sicher gibt es nur wenige Menschen, die keinerlei Empathievermögen mitbringen. Um sein Empathievermögen zu steigern, ist es im ersten Schritt nötig seine individuellen Stellschrauben für mehr Empathie zu erkennen.

Für eine Selbsteinstufung eignen sich Tests wie beispielsweise der „Toronto Empathy Questionnaire“. Solche Tests bildet das Empathievermögen auf 5 Feldern ab:

  • Gefühle anderer verstehen – durch korrektes Entschlüsseln (non-)verbaler Botschaften und Hinweise.
  • Identische Emotionen wie andere empfinden (=Mitgefühl).
  • Gleiche Gedanken, (geteilte) Erinnerungen und Gefühle erleben.
  • Spiegeln und Erleben vergleichbarer physiologischer Reaktionen:
    Ich bekommen einen Hitzeschwall, wenn andere respektlos behandelt werden.
  • Auslösen helfender, unterstützender Handlungen / Handlungsimpulse.

Die Ergebnisse zeigen auf woran konkret gearbeitet werden muss, um empathischer zu werden. Aller Anfang ist dabei schwer, aber ohne einen Anfang gibt es keine Veränderung. Ein guter Start besteht oft darin seine Fremdwahrnehmung zu verbessern. Auch dabei helfen Tests und Fragebögen.

Fremdwahrnehmung – Andere besser einschätzen!

Will man andere Menschen verstehen und deren Perspektive einnehmen, dann ist es wichtig deren Persönlichkeit richtig einzuschätzen und zu erkennen was sie antreibt. Das ist gerade beim Führen von Mitarbeitern/-innen eine wichtige Fertigkeit.

Im beruflichen Kontext gibt es mit dem Bochumer Inventar für berufsbezogene Persönlichkeitsmerkmale (kurz: BIP) ein wertvolles Befragungsinstrument, welches die Einschätzung von Mitarbeiter auf zentralen Persönlichkeitsmerkmalen ermöglicht. Persönlichkeitsmerkmalen wie beispielsweise: Leistungsmotivation, Gewissenhaftigkeit, Selbstbewusstsein, Flexibilität, Handlungsorientierung, Belastbarkeit, Sensitivität, Soziabilität und Teamorientierung.

Die Daten aus einer BIP Umfragen unterstützen ganz wesentlich beim Hineinversetzen in Mitarbeiter/-innen. Sie bieten eine gute Grundlage, um Mitarbeiter/-innen zu motivieren und gezielter weiterzuentwickeln.

Der BIP Fragebogen wird vom Mitarbeiter selbst (Selbstbild), von Kollegen/-innen (Fremdbild) und der Führungskraft (Fremdbild) ausgefüllt. Voraussetzung dabei: Freiwilligkeit, und eine glaubhafte Vermittlung der Absicht mit der Einstufung die Zusammenarbeit und persönliche Entwicklung zu verbessern.

Oft wird der Einsatz des BIP ergänzt um Daten zum Karrierebild. So bietet der Karriereankerfragebogen eine hervorragende Grundlagen, um zu erkennen welche Vorstellung ein(e) Mitarbeiter/-in vom Begriff „Karriere“ hat und welche Faktoren sie/ihn antreiben. Faktoren wie beispielsweise Sicherheit & Stabilität, Unabhängigkeit, technisch-funktionale Kompetenz, Lebensstilintegration, Kreativität, (totale) Herausforderung, „General Management“ oder „Dienst & Hingabe“.

Auch diese Daten unterstützen eine Führungskraft bei der Planung der Karriere seiner Mitarbeiter/-innen und ermöglichen es ihr sie dabei fördernd zu begleiten und gezielt (weiter-)entwickeln zu können.

Spätestens an dieser Stelle sollte bei all jenen, die wenig Empathievermögen haben die Stimmung (wieder) etwas besser sein: Es gibt Instrumente, um zu erkennen was man selbst tun muss, um seine Empathie zu verbessern und zugleich gibt es Tools, um andere besser einzuschätzen, ihre Perspektive besser einnehmen zu können und sie zu motivieren.

Jetzt kommt „aber“ das große ABER: Dieses Wissen ist Basis. Die Kür besteht darin das Wissen anzuwenden, sich selbst zu verändern und sein Empathievermögen zu steigern.

Verhalten ändern und reflektieren!

Ausgestattet mit dem Wissen über sich selbst, seinem Empathievermögen und den individuellen Stellschrauben für mehr Empathie, sowie einer zuverlässigen, validen Einschätzung der Persönlichkeit von Mitarbeitern gilt es sich emotional weiterzubilden (Stichwort: Emotionale Intelligenz).

Dies gelingt nicht durch den Besuch von Seminaren und das Lesen von Büchern. Hilfreich, aber nicht ausreichend. Sein eigenes, seit Jahrzehnten geprägtes Verhalten kann man dauerhaft nur mit Hilfe von außen verändern. Es braucht dazu einen erfahrenen, externen Coach. Gemeinsam mit einem externen Führungskräfte-Coach werden Maßnahmen erarbeitet, Verhaltensveränderungen geübt, trainiert und reflektiert.

Sowohl die Maßnahmenerarbeitung als auch die Reflexion des Erfolgs von Verhaltensänderungen muss mit dem Team erfolgen.

Jährliche Mitarbeitergespräche sind dafür nicht ausreichend. Es braucht steten Austausch mit den Mitarbeitern. Mindestens alle 2 Wochen auf individueller Ebene und regelmäßig in Form von Boxenstopps im gesamten Team. Hier gilt es sowohl Feedback zu geben als auch Feedback anzunehmen und für seinen eigenen Persönlichkeitswandel in Richtung von mehr Empathie zu nutzen.

Die Mitarbeiter/-innen müssen dabei erkennen, dass ihre Arbeit, ihre Anforderungen und Erfordernisse für die Führungskraft im Mittelpunkt stehen (Mitarbeiter in den Mittelpunkt – Employee Experience Design).

Die Reflexion mit seinen Kollegen & Mitarbeiter und die Reflexion im Team sind beides zentrale Erfolgsfaktoren, um über die Steigerung des eigenen Empathievermögens zugleich positive Effekte bei den Mitarbeitern, in den Projekten und für das gesamte Unternehmen zu erzielen.

Vom UX Designer (w/m) über Team-Leader UX (w/m) zum Chef (w/m)

Das kann also gelingen – Vorausgesetzt Mann oder Frau wollen an ihrem Empathievermögen arbeiten, es pflegen und hegen.

Ich hoffe mit meinem Beitrag aufgezeigt zu haben, dass es sich lohnt das zu wollen und zu tun. Vielleicht gerade auch für Sie?
Es würde mich freuen. Empathischen UX Designer (w/m) gehört die Zukunft – nicht nur in UX-driven Company’s.

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Gerne unterstütze ich Sie, zusammen mit bewährten Führungskräfte-Coaches aus den Beraternetzwerken Berater 37 und teneo, beim Erkennen und Entwickeln Ihrer Potentiale, um vom UX Designer (w/m) zur Führungskraft aufzusteigen.

Sprechen Sie mich an.

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360-Grad-Musikvideos: VR-Videos für Musiker und Bands

Die Gorillaz haben es getan, Robin Schulz hat es getan und wir bei omnia360 haben es auch schon gemacht: Die Rede ist von 360-Grad-Musikvideos! Warum 360-Grad-Musikvideos derzeit so beliebt sind und welche Besonderheiten und Herausforderungen es dabei gibt, möchten wir Ihnen im folgenden Beitrag in unserer Blog-Kategorie 360-Grad Projekte vorstellen. Die Gorillaz machen’s vor: “Saturn [...]

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Kidsbit 2018 immersive playground and live projection

This year‘s Kidsbit - The Kids&Family Festival for Digital Creativity, has immersed itself into the beautiful city of Perugia, with not a single hub (as in previous times) but many different satellites at museums, galleries, co-working spaces and other public spaces, and so becoming an integral and present part of the city culture over the course of three days.

This time I was invited to create an immersive space for the kids to play in and with.  The idea was to use cardboard to create a landscape that you could walk into and play with. The first scribble shows the basic idea. 

Those scribbles turned into three simple shapes that would be used to create the final cardboard elements, all 300cm wide, with different heights, so they could be arranged as a landscape. 

The place for all of that to happen would be the Sala Binni, built 1372-75, a former church, now part of the local library, where the families could rest, dance or even paint with light themselves. 

For ambient sound I brought my JBL Flip with a big battery and used whitenoise+ to create some different soundscapes.

 

 

 

IMG_0007.PNG FullSizeRender.jpg IMG_20180526_125039.jpg IMG_0006.JPG  image from  wikipedia

image from wikipedia

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It was a wonderful opportunity to be able to create this experience for the kids of all ages, who would run around and chase the bees, laugh about the hills that have eyes. Over the course of the days more and more people would come and it would turn into the Amazzonia Rave 4 Kids Party, a lovely project by Lucia Di Pietro. At nighttime we would then move on to the Palazzo Priori to have a large scale live tagtool session for all to be part of. Big fun. Big times.
Photos by Giorgia Fanelli

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Here's a quick and rough edit of it all. Enjoy!

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