Digitale Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland in Europa auf vorletztem Platz

Es sind die bereits gewohnt schlechten Nachrichten, wenn es in Deutschland um das Thema Digitalisierung geht. Zuerst wurde das E-Rezept, dass zum 01.10. flächendeckend eingeführt werden sollte, vom Hersteller einen Tag vor der geplanten Einführung gestoppt. Zu groß waren die noch ungeklärten Herausforderungen. Gleiches gilt für den digitalen Führerschein – die sogenannte ID Wallet der Bundesregierung – die kurz nach der Veröffentlichung wieder vom Markt genommen wurde – unter anderem wegen gravierender Mängel bei der Datensicherheit.

Und doch kann es anscheinend noch schlechter werden. Die diesjährige Studie des European Center for Digital Competitiveness (ECDC) sieht Deutschland bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit sowohl im europäischen wie internationalen Vergleich weiter zurückfallen. Inzwischen rangiert Deutschland demnach in Europa nur noch auf dem vorletzten Platz – knapp vor Albanien. Und auch im Vergleich der G20 – der zwanzig größten Industriestaaten der Welt – stehen nur Japan und Indien bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit noch schlechter dar.

Für diesen Zustand gibt es laut der Forscher zahlreiche Gründe: Neben fehlender Risikobereitschaft der Unternehmen seien auch die digitalen Fähigkeiten in der Bevölkerung insgesamt nur schlecht ausgeprägt. Der einzige Aspekt, bei dem sich Deutschland hinsichtlich der Digitalisierung zwischen 2018 und 2020 laut dem ECDC verbessert habe, sei der benötigte Zeitaufwand zu Registrierung eines Unternehmens. Ehemalige Problemkinder wie Italien und Frankreich haben sich dagegen in dieser Zeit deutlich schneller weiterentwickelt und haben inzwischen zur digitalen Spitzengruppe in Europa aufgeschlossen. In Deutschland stattdessen vor allem: Stillstand.

Italien hat beispielsweise mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket zur Stärkung der digitalen Wettbewerbsfähigkeit gepunktet. Hier ist die nächste Bundesregierung gefragt, die Digitalisierung ähnlich entschlossen und zügig voranzutreiben, soll Deutschland nicht vollends abgehängt werden – mit entsprechenden negativen wirtschaftlichen Konsequenzen.

In den meisten Parteien wird derzeit ein Bundesministerium für Digitales als möglicher Ansatz diskutiert. Viele andere Staaten haben die Herausforderungen der digitalen Transformation auch ohne eine solche zusätzliche Behörde gemeistert. Angesichts des bisherigen Behördenversagens – siehe das Beispiel ID Wallet – ist durchaus zu befürchten, dass ein zusätzliches Ministerium die Digitalisierung schlicht in einen weiteren deutschen Bürokratiesumpf verwandeln könnte. Andererseits ist man angesichts der Gesamtsituation bereits froh, wenn sich überhaupt etwas bewegt.

https://www.manager-magazin.de/politik/digitalisierung-deutschland-in-ranking-auf-vorletztem-platz-in-europa-a-f0a7ef16-8903-4d9a-90c8-f72d732b8b9c

Spaziergang @ Raumwelten 2021

Spaziergang als Kreativmethode

Konferenz | Donnerstag, 18. November | 13:00 Uhr | Kunstzentrum Karlskaserne

So simpel es sich anhört, so simpel ist es auch: Rausgehen.
Wenn wir auf der Suche nach Inspiration an einem Mittwochnachmittag vor dem Rechner verkrampfen, weil wir eine gestalterische Lösung brauchen oder Donnerstag nach dem Meeting zwischen Teams und Zoom für Kreativität keine Zeit bleibt, dann heißt es Rausgehen, aus dem Raum, aus dem Haus, eine Runde um den Block, ganz allein und ohne Handy. Ein Tipp: Richtig spannend wird euer Weg, wenn ihr diesen zweimal geht. Ganz genau: zweimal. Beim ersten Mal achtet ihr noch auf den Weg. Beim zweiten Mal seht ihr andere Dinge, es scheint als würdet ihr das Bühnenbild kennen, aber das Theaterstück hat sich geändert. Es treten neue Akteure auf, es entstehen andere Szenen, ihr kommt auf neue Gedanken und lasst euch vom Zufall inspirieren.

Und genau das und auch anderes werden wir bei unserem Spaziergangszufall machen. Ich freue mich auf euch und bin gespannt was ihr auf eurem Weg findet.

A walk as a creative method

As simple as it sounds, as simple it is: get out.

When we are cramped in front of the computer in search of inspiration on a Wednesday afternoon because we need a design solution or there is no time for creativity on Thursday after the meeting between teams and Zoom, then it’s time to get out of the room, out of the house, for a walk around the block, all alone and without a mobile phone. Here’s a tip: your path becomes really exciting if you walk it twice. That’s right: twice. The first time you still pay attention to the path. The second time you see different things, it seems as if you know the set, but the play has changed. New actors appear, different scenes emerge, you have new ideas and are inspired by chance.

And that’s exactly what we’ll be doing on our coincidental walk. I am looking forward to seeing you and am curious what you will find on your way.

https://www.raum-welten.com/programm/konferenz/spaziergang/

Fast jeder dritte Betrieb hat keine Internetpräsenz

Es klingt eigentlich nicht nach 21. Jahrhundert und schon gar nicht nach Fortschritt bei der Digitalisierung, doch tatsächlich hat in Deutschland weiterhin fast jeder dritte Betrieb keinen eigenen Internetauftritt. Dies betrifft sowohl kleine als auch mittelgroße Betriebe (KMU). Am häufigsten verzichten offenbar Friseurgeschäfte, Handwerksbetriebe und Arztpraxen auf eine eigene Internetpräsenz.

Auch Soziale Medien wie Facebook, Instagram, YouTube oder Twitter, die auch für kleinere Betriebe mit relativ geringem Aufwand reichweitenstarke Marketingmöglichkeiten eröffnen würden, werden von rund einem Drittel der Unternehmen nicht genutzt.

58 Prozent dieser KMU geben an, dass sie in der Nutzung der elektronischen Plattformen keine Vorteile für ihre Firma sähen, 41 Prozent sagen, sie hätten keine personellen Kapazitäten für die Bespielung der Kanäle. Dies zeigt eine Forsa-Umfrage unter rund 300 Betrieben. Auch die Bereitschaft, digitale Medien in Zukunft zu nutzen, ist wenig ausgeprägt. Nur 13 Prozent dieser Betriebe wollen zukünftig in den sozialen Medien präsent sein.

Die Wahrnehmung, dass die Digitalpräsenz für die Unternehmen keinen Vorteil brächte, spiegelt sich bei den Verbrauchern jedoch ganz und gar nicht wieder. Rund 50 Prozent der befragten Verbraucher wollen, dass Unternehmen soziale Kanäle intensiver nutzen und ungefähr ebenso viele Verbraucher bewerten das Engagement von KMU auf sozialen Plattformen „als weniger“ gut bzw. „schlecht“.

Es scheint so, dass viele kleine und mittelständische Betriebe riesige Potenziale ungenutzt liegen lassen. Für die Kleinbetriebe bedeutet die fehlende Internetpräsenz einen erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz, die mit Webseiten und in den Sozialen Medien präsent ist – oder sogar digitale Services für ihre Kunden anbietet.

So wäre es ein Leichtes gewesen, während Corona mit einer Onlineterminvergabe zu punkten – doch nur drei Prozent der befragten Unternehmen nutzten diese Möglichkeit. Ohne besseres Know-how und steigende Bereitschaft, sich digital aufzustellen, werden zahlreiche dieser Unternehmen in den kommenden Jahren insbesondere jüngere Kunden verlieren.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/digitalisierung-fast-jeder-dritte-betrieb-hat-keine-internetpraesenz-a-063cd8df-19fd-47f7-bf2a-1d3385665639

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