Kategorie-Archiv: Museum

Aufmerksam @ Neumünster

Aufmerksam @ Neumünster

Ein Workshop im Rahmen der Stadtgefährten Infotour 2016

Für die Stadtgefährten Infotour 2016 wurde Sven Klomp gebeten einen Workshop zu geben. Sein Projekt „Aufmerksam für das Gewöhnliche“ verbindet Stadtraum und Museum. Auf einem Wahrnehmungsspaziergang lädt SK dazu ein, gewohnte Sichtweisen zu verlassen. Durch kleine urbane Interventionen entstehen Begegnungen und Erlebnisse. Bei diesem Walk war das Ziel, Museumsmachern eine neue Perspektive zu ihrem Medium zu ermöglichen.

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Neumünster

Sonntag. Zu spät. Ich wollte eigentlich früher da gesessen haben und ärgerte mich über die dunkle kalte Stadt gegen 18 Uhr. November. Das Handy verriet mir, es sei nicht weit zum Hotel. Der Bahnhofsvorplatz spiegelt die Gesellschaft in beängstigender Klarheit. Tiefergelegtes Röhren in den Ohren verlasse ich den Ort zu meinem Schlafplatz. Gassen, Wege durch protestantische Kirchhöfe. Dunkelheit um 18. Straßenbeleuchtung scheint Luxus. Gruppen. Bewegung. Neben der Nervenklinik meint mein Handy, hier sei es angekommen. Ich meine das nicht.

 

Neumünster, ehemaliges Epizentrum der Tuchindustrie, kleiner Altstadtkern, sympathisch, kleinstädtisch, wenig Geld und alles, was dem folgt. Start und Endpunkt des Workshops war das Museum Tuch + Technik.

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Stadtgefährten

Ein Fond der Kulturstiftung des Bundes, um Menschen neue Wege zum Museum zu eröffnen. Genauer ins Stadtmuseum mit dem Kunstgriff, als Museum sich einen Partner zu suchen. Also inhaltlich und real den Raum zu öffnen. In den Stadtraum zu treten. Präsent zu werden. Ein Museum als Ort, um Gesellschaft zu reflektieren, und das haben wir aktuell wirklich nötig.

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Der Weg

Der Weg wurde zu einem Rundgang und startete im Museum.

Als Pärchen mit wechselnd geschlossenen Augen startet die Gruppe von 12 Personen auf Entdeckungsreise. Untergründe spürend, tasten sie sich vor. Rampe, Parkplatz, Ruine. Wechsel. Bodenbeläge, Laub, Klänge. Rabengeschrei begleitete uns. Knöllchen werden verteilt. Ich hoffe, dass keiner mit geschlossenen Augen in Hundescheiße tritt. Passiert auch nicht. Erstes Szenenbild, der Eingang in die Altstadt mit Turm. Die Gruppe sortiert sich entlang eines kreisförmigen Weges vor einer klassizistischen Kirche. Wir warten, beobachten und dringen in die kleinteilige Stadtstruktur ein. Gässchen. Durchgänge. In einem bleiben wir stehen und laden die Vorbeischreitenden zum Ü-Raum ein. Wenig später stehen wir also in diesem Durchgang und singen „Ü“. Stehenbleibende Passanten. Offene Münder. Kinder wollen mitmachen. Staunen. Wissen nicht recht. Lachen. Gucken verschämt und probieren es aus. Ein „Ü“ geht auf Reisen am Montagmorgen in der Fußgängerzone Neumünsters. Wir wenden uns dem Teich zu. Entlang dessen gehen wir rückwärts. Offene Münder. Fassungslose Gesichter an Fenstern. Minimale Änderung führt zu Reflexion des Gewöhnlichen. Zwischen Anarchie und Frieden bezeichnen die Grafittis das Tor zum C&A Parkplatz. Betonfläche. Eine Fensterszene im Zwischenraum macht kurz wach. Der C&A Architekt, positionierte einen Einblick in die Welt des Verkaufs, in der Durchfahrt zum Parkplatz. Der Weihnachtsmarkt eröffnet bald. Die Buden werden fertiggestellt und der Boden duftet. Frische Späne. Weiter durch die Einkaufs-Zone. Die Luft ist klar. Ein Blick über den Fluss. Wassergeräusche und rein ins alle Orte dieser Welt verdienende Einkaufszentrum. Gegen all die Reize halten wir den Fokus mit Weitblick orientiert. In die Ferne blickend verlassen wir diesen Ort und finden noch einen räumlichen Hinweis auf Vergangenes. Eine Ruine mit Brücke und zerschossenen Fenstern. Ein Möglichkeiten-Raum. Mit diesem Bild endet der Spaziergang.

Die Geschichten

Raben Krächzen

Und ich erinnere mich an meinen Urlaub

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Bodenbelagswechsel

 Tasten
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Tasten

Mit geschlossenen Augen die Welt neu ertasten

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Ein Ton im Raum

Wir bildeten einen Ton und waren sofort eine Attraktion

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Das Tor zum Parkplatz

Graffiti stellt die Beziehung zum Ort und zur Gesellschaft in Frage.

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Parkplatz Romantik

2 Sektflaschen – 2 – erzählen eine Geschichte. Eine Beziehung. Ein vergangener Abend. Romantik auf dem Parkplatz. Zweisamkeit auf Beton.

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Der Weihnachtsmarkt

Mit geschlossenen Augen, sensibilisiert für das Ertasten und Wahrnehmen von  Bodenbeschaffenheit.

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Stadtruine

Eine Stadtruine, die Geschichten von Vergangenem erzählt, inspiriert. Ein Möglichkeiten-Raum

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