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John Chowning, Pionier der Computermusik, erhält Technical Grammy Award 2026

Die Recording Academy ehrt den Komponisten und Klangforscher John Chowning mit einem Technical Grammy Award. Seine bahnbrechenden Arbeiten zur FM-Synthese stehen auch in direktem Zusammenhang mit der Ursprungsidee des heutigen ligeti zentrums.

John Chowning, einer der einflussreichsten Pioniere der elektronischen und computergestützten Musik, wird mit dem Technical Grammy Award 2026 ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgt im Rahmen der Special Merit Awards Ceremony der Recording Academy am 31. Januar 2026 im Wilshire Ebell Theatre in Los Angeles.

Mit der Verleihung würdigt die Recording Academy Chownings herausragende technische Beiträge zur Aufnahmekunst. Im Jahr 1967 entdeckte er die Frequenzmodulationssynthese (FM-Synthese), eine bahnbrechende Methode der Klangerzeugung, die die Entwicklung elektronischer Musikinstrumente revolutionierte. Die Lizenzierung seines Patents durch die Stanford University an Yamaha führte zur weltweit erfolgreichsten Synthese-Engine der Musikgeschichte und veränderte den Klang populärer wie zeitgenössischer Musik grundlegend.

Chowning studierte unter anderem bei Nadia Boulanger, promovierte an der Stanford University und begründete dort einen der ersten Computer-Music-Studiengänge. 1974 war er Mitgründer des Center for Computer Research in Music and Acoustics (CCRMA), das bis heute zu den international führenden Forschungszentren für Musik und Akustik zählt. Darüber hinaus entwickelte er frühe digitale Verfahren zur räumlichen Klanglokalisation und leistete damit Pionierarbeit im Bereich des Surround-Sounds.

Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 1996 blieb Chowning forschend tätig. Ausgehend von einem langjährigen Interesse an natürlichen Resonanzräumen initiierte er interdisziplinäre Projekte zur Rekonstruktion historischer Klangwelten, darunter die akustische Erforschung der Kultstätte Chavín de Huántar in Peru, der Longyou-Grotten in China und der prähistorischen Chauvet-Höhle in Frankreich.

John Chowning mit Cat Hope und Georg Hajdu bei der Eröffnung des ligeti zentrums im Mai 2023 | Foto: Jörg Modrow
John Chowning mit Cat Hope und Georg Hajdu bei der Eröffnung des ligeti zentrums im Mai 2023 | Foto: Jörg Modrow

 

John Chowning und das ligeti zentrum

John Chownings Werk steht exemplarisch für die enge Verbindung von künstlerischer Vision, wissenschaftlicher Neugier und technologischer Innovation. Für das ligeti zentrum besitzt diese Auszeichnung eine besondere Bedeutung: Das 2023 gegründete Zentrum ist benannt nach dem Komponisten György Ligeti. Inspiriert von einem Aufenthalt an der Stanford University, plante Ligeti schon in den 1970er-Jahren plante, ein Computermusikinstitut in Hamburg aufzubauen – mit der Unterstützung von John Chowning und dessen Kolleg:innen. Das ligeti zentrum wurde im Geiste dieser frühen Vision gegründet und führt sie zugleich weiter, indem es neue künstlerische, technologische und gesellschaftliche Fragestellungen des 21. Jahrhunderts in seine Arbeit integriert.

Titelfoto: Jörg Modrow

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Das ligeti zentrum freut sich, seinen neuen Newsletter vorzustellen, der vertiefende Einblicke in die dynamische Arbeit an der Schnittstelle zwischen den Künsten, Wissenschaft, Technologie und Gesundheit bietet. Er richtet sich an alle, die neugierig darauf sind, wie kreative und wissenschaftliche Praktiken aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenwirken, um neue Formen des Denkens, Forschens und Gestaltens hervorzubringen.

Neben Informationen zu aktuellen Veranstaltungen, Workshops und öffentlichen Präsentationen beleuchtet der Newsletter die interdisziplinären Projekte aus den verschiedenen Labs, stellt beteiligte Künstler:innen, Forscher:innen und Kooperationspartner:innen vor und erzählt Hintergrundgeschichten, die zeigen, wie komplexe Ideen in Hamburg-Harburg entwickelt und realisiert werden.

Wer darüber hinaus in Echtzeit informiert bleiben möchte, findet das ligeti zentrum auch auf Instagram und LinkedIn.

Über das ligeti zentrum

Das ligeti zentrum ist ein interdisziplinäres Zentrum für Wissens-, Technologie- und Ideentransfer in Hamburg-Harburg. In vielseitigen Projekten arbeitet ein Team aus unterschiedlichen Fachrichtungen an Fragestellungen, die die Künste, Wissenschaft, Technologie und Gesundheit zusammenbringen. Benannt nach dem Komponisten György Ligeti, steht ligeti zugleich als Akronym für „Laboratorien für Innovationen und Gesellschaftliche Entwicklung durch den Transfer von Ideen“.

Das ligeti zentrum wurde 2023 als Verbundprojekt der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, der Technischen Universität Hamburg und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf eröffnet. Es wird bis Ende 2027 im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert.

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Innovation zum Anfassen: ligeti zentrum feiert gelungenen Tag der offenen Tür

Erstmals öffnete das gesamte ligeti zentrum am 22. November 2025 seine Türen. Unter dem Motto „Innovation zum Anfassen“ boten die interdisziplinären Labs und Projekte vielseitige Möglichkeiten zum Ausprobieren und Mitmachen – mit großem Erfolg. Ein Rückblick.

Von ferngesteuerten Robotern zu interaktiven Installationen, von Healing Soundscapes zu palliativer Dramaturgie, von 3D-Audio zu virtueller Realität: Wie breit das ligeti zentrum in Hamburg-Harburg aufgestellt ist, zeigte sich beim Tag der offenen Tür eindrucksvoll. Zum ersten Mal seit der Eröffnung im Mai 2023 lud das interdisziplinäre Transferzentrum Interessierte und Kooperationspartner:innen ein, einen umfassenden Blick in alle Labs und Projekte zu werfen.

Einblicke hinter die Kulissen: Am ersten Tag der offenen Tür des ligeti zentrums erwarteten Besucher ein buntes Tagesprogramm auf zwei Etagen | Foto: Carsten Rabe
Einblicke hinter die Kulissen: Am ersten Tag der offenen Tür des ligeti zentrums erwarteten Besucher ein buntes Tagesprogramm auf zwei Etagen | Foto: Carsten Rabe

Nach einem durchgehend gut besuchten Tag blickt das Team auf zahlreiche anregende Gespräche und spannende Begegnungen zurück. „Der erste Tag der offenen Tür des ligeti zentrums war ein großer Erfolg,“ resümieren die Projektleiter Prof. Dr. Georg Hajdu (HfMT Hamburg), Prof. Dr. Robert Mores (HAW Hamburg), Prof. Dr.-Ing. Thorsten Kern (TUHH) und Univ.-Prof. Dr. Sebastian Debus (UKE). „Den ganzen Tag über begleitete uns ein interessiertes und vor allem vielfältiges Publikum aus der Harburger Nachbarschaft sowie aus dem gesamten Stadtgebiet Hamburg. Besonders gefreut hat uns, dass viele Gäste das ligeti zentrum erstmals besuchten und mehrere Stunden an unseren interaktiven Stationen verbrachten. Das zeigt nicht nur, dass wir ein ansprechendes, tagesfüllendes Programm bieten konnten. Es macht auch deutlich, dass das ligeti zentrum einen echten Bedarf an interdisziplinären Formaten bedient, wie es sie in Hamburg in dieser Form bislang nicht gab.“

Robotic Rock: Im Haptic Lab können Industrieroboter Sounds erzeugen | Foto: Carsten Rabe
Welche Labs gibt es im ligeti zentrum und welche Projekte werden dort umgesetzt? Zwei Führungen boten Antworten auf brennende Fragen | Foto: Carsten Rabe
Welche Labs gibt es im ligeti zentrum und welche Projekte werden dort umgesetzt? Zwei Führungen boten Antworten auf brennende Fragen | Fotos: Carsten Rabe

Der Tag der offenen Tür macht deutlich, dass das ligeti zentrum einen echten Bedarf an interdisziplinären Formaten bedient, wie es sie in Hamburg in dieser Form bislang nicht gab.

Einmal im Monat finden im ligeti zentrum Synthesizer-Workshops statt. Im 9. Stock konnten Besucher:innen die digitalen Musikerzeuger ausprobieren | Foto: Carsten Rabe
Wie können Menschen mit Bewegungseinschränkungen und Behinderungen die Vorteile der Musiktherapie nutzen? Ein interdisziplinäres Team arbeitet an Lösungen und präsentierten ihren Prototypen | Foto: Carsten Rabe
Wie lässt sich ein Raum klanglich darstellen - und in einen anderen portieren? Im Agenturbüro versetzten Instrumente wie das Theremin Besucher:innen in das mittlerweile abgerissene Kohlekraftwerk Moorburg | Foto: Carsten Rabe
VRobotia führt Kinder mit praktischen Spielen in die Welt der Robotics ein. So auch beim Tag der offenen Tür des ligeti zentrums | Foto: Carsten Rabe
Von Musik bis zu Robotics: An vielen interdisziplinären Stationen konnten Besucher:innen selbst aktiv werden |
Fotos: Carsten Rabe

Künste und Wissenschaft im Dialog

Wie begegnen sich Künste und Wissenschaft – und was können sie voneinander lernen? Dieser Frage widmeten sich zum Auftakt des Tages Christian Carstensen (Bezirksamtsleiter Harburg), Prof. Dr. Georg Hajdu(Direktor ligeti zentrum), Prof. Dr. Sabine Maasen (Universität Hamburg), Prof. Dr. Jan Philipp Sprick(Präsident der HfMT Hamburg) und Margo Zālīte (Theaterregisseurin und Klangkünstlerin; Sustainable Theater Lab). Unter der Moderation der freien Journalistin Ulrike Henningsen diskutierten sie über den Wissenschaftsstandort Hamburg, seine Potentiale und die Rolle des ligeti zentrums als interdisziplinäre Schnittstelle – zwischen Hochschulen ebenso wie zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Auftakt im Production Lab: Podiumsgespräch zu der Frage „Warum braucht Wissenschaft die Künste?" | Foto: Carsten Rabe
Auftakt im Production Lab: Podiumsgespräch zu der Frage „Warum braucht Wissenschaft die Künste?“ | Foto: Carsten Rabe

Interaktive Stationen auf zwei Etagen

Nach dem Podiumsgespräch öffneten gegen Mittag alle Stationen der beiden Etagen. Im großen Flexbüro im 9. Stock konnten Gäste etwa die interaktive Dance Booth ausprobieren – eine Musikinstallation, die ihren Rhythmus durch das Drücken von Knöpfen und die Bewegungen der Nutzenden verändert. Im Konferenzraum standen derweil verschiedene digitale Synthesizer bereit, während der Malroboter aus dem Haptic Lab die erzeugten Klänge in Bilder übersetzte.

Die Projektverantwortliche Dr.-Ing. Ornella Tortorici Pabst berichtet von vielen spannenden Gesprächen an ihrer Station. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr eine synästhetische Besucherin: „Menschen mit Synästhesie nehmen Sinneseindrücke verknüpft wahr – sie hören Farben, schmecken Klänge oder sehen Worte in Farbtönen. In gewisser Weise tut der Malroboter etwas ganz Ähnliches: Er übersetzt Klang in Farben und Muster. Das Gespräch bot faszinierende Einblicke und hat mir zugleich neue Impulse für die Weiterentwicklung des Malroboters gegeben.“

Wie interpretiert ein Roboter Musik? Und wie übersetzt er sie in Bilder? Der Malroboter sorgte für spannende Gespräche | Foto: Carsten Rabe
Rhythmus durch Bewegung: Die Dancebooth lud Besucher:innen ein, den passenden Takt zu finden | Foto: Carsten Rabe
Die Dance Booth | Foto: Carsten Rabe
Die Dance Booth | Foto: Carsten Rabe
Während Besucher:innen des ligeti zentrums von vielen spannenden Eindrücken berichteten, gewannen auch Teammitglieder neue Impulse und Ideen | Fotos: Carsten Rabe

Die Künste: analog, digital, virtuell

Von begehbaren VR-Kunstwerken aus dem Projekt Moving Sound Pictures bis zum Spatial Sampler – einem Instrument, das Klang und Bewegung in der Mixed Reality neu verbindet: Mit VR-Brillen eröffneten sich den Besucher:innen im 10. Stock immersive, künstlerische Welten.

„Ich würde sagen, dass im Durchschnitt ständig etwa zehn Personen im InnoLab waren“, erzählt Dr. Greg Beller, der sein Projekt, den Spatial Sampler, nicht nur als Demo präsentierte, sondern Besucher:innen im Anschluss auch die Gelegenheit gab, das XR-Instrument selbst zu testen. „Ich habe die Präsentation über den Tag verteilt etwa zehn Mal wiederholt. Die Besucher:innen schienen im wahrsten Sinne des Wortes begeistert zu sein und machten große Augen!“

Während sich das Production Lab tagsüber in einen 3D-Audio Listening Room verwandelte, in dem Musiker:innen auch eigene Sounds testen konnten, leitete das SPIIC+ Ensemble am späten Nachmittag mit einer musikalischen Performance in einen geselligen Ausklang über.

 

Improvisation im Production Lab: Mit einer musikalischen Performance leitete SPIIC+ in einen geselligen Abend über | Foto: Carsten Rabe
Auch Teammitglieder des ligeti zentrums beteiligten sich an der Improvisation | Foto: Carsten Rabe
Eindrucksvoller Abschluss: Mit einer musikalischen Performance versammelte das Ensemble SPIIC+ die Besucher:innen im Production Lab | Foto: Carsten Rabe
Eindrucksvoller Abschluss eines rundum erfolgreichen Tags: Mit einer musikalischen Performance versammelte das Ensemble SPIIC+ die Besucher:innen im Production Lab  | Fotos: Carsten Rabe

Die Resonanz des Tages war wirklich überwältigend

„Die Resonanz des Tages war wirklich überwältigend“, sagt Nadine Schwalb, Leiterin der Agentur für Vermittlung und gesellschaftliche Teilhabe. „Wir haben uns sehr gefreut, dass so viele Gäste da waren und wir ein so diverses Publikum begeistern konnten. Die Mischung aus Kindern, Familien, Studierenden, Senior:innen und Menschen aus der Nachbarschaft hat den Tag der offenen Tür zu einem besonders bereichernden Erlebnis gemacht. Eine solche Veranstaltung möchten wir in der Zukunft unbedingt wiederholen.“

Willkommen im virtuellen Raum: Moving Sound Pictures erlaubt es Nutzer:innen, Kunstwerke interaktiv zu erforschen | Foto: Carsten Rabe
Robotics für Groß und Klein: Im Haptic Lab gab es viel zu sehen und auszuprobieren | Foto: Carsten Rabe
Wenn digitale Zuschauer:innen selbst die Regie übernehmen: Dank eines neuen Multiview-Tools können Nutzer:innen der HfMT-Mediathek Videos aus verschiedenen Perspektiven ansehen | Foto: Carsten Rabe
Instrumente, die den Sound des ehemaligen Kohlekraftwerks Moorburg wiedergeben? Im Agenturbüro konnten Besucher:innen sie testen | Foto: Carsten Rabe
Innovation zum Anfassen für Jung und Alt: Die Mischung aus Familien mit Kindern, Studierenden, wissenschaftlichen Kolleg:innen, Senior:innen und interessierten Menschen aus der Nachbarschaft hat den ersten Tag der offenen Tür des ligeti zentrums zu einem Erfolg gemacht | Fotos: Carsten Rabe

Transfer zwischen Hochschulen und in die Gesellschaft

Interdisziplinär und innovativ geht es im ligeti zentrum auch in der zweiten Hälfte der Förderphase durch die Innovative Hochschule weiter. Am 3. Dezember 2025 etwa laden Roboter, Musiker:innen und Mitarbeiter:innen des Zentrums zur Bühnenshow „Lost in Translation“ ein. Der Abend bietet nicht nur praktische Einblicke in aktuelle Projekte, sondern entfaltet einen künstlerisch-wissenschaftlichen Dialog zwischen Musik, Robotik und Experimenten, in dem Interpretation und Bedeutungsverschiebung selbst zur Performance werden.

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