Kategorie-Archiv: Usability im Alltag

New Retail auf dem Land – „Was Sie brauchen, das haben wir!“

Vielleicht kennen Sie den Ort „Amerika“ in Brandenburg? Ein kleines Dorf, das durch einen zugezogenen Prominenten bekannter wurde. Der Moderator, Schauspieler und Autor Dieter Moor, ein gebürtiger Schweizer, zog nach Amerika.

Der dortige „Tante-Emma-Laden“ empfing ihn, wie jeden anderen Kunden auch, mit diesem Spruch:

„Was wir nicht haben, das brauchen Sie [auch] nicht!“ (Dieter Moor)

Das ist mal eine Ansage! Von „New Retail“ und kundenzentriertem Denken ist da wenig bis nichts zu erkennen. Und obwohl dieser Spruch sehr anmaßend ist, kam er bei Dieter Moor und den anderen Dorfbewohnern gut an. Als kundenorientierter Händler kann man sich – Ausnahmen bestätigen diese Regel – eine solche Arroganz nicht erlauben. Das gilt im Besonderen für Betreiber von Gemischtwarenläden in Dörfern oder im ländlichen Raum. Hier gilt es den Anspruch: „Was Sie brauchen, das haben wir!“ zu haben und in der Realität umzusetzen.

Convenience Shopping durch Shopping Convenience

Die wenigen noch vorhandenen Gemischtwarenläden auf dem Land, oft liebevoll als „Tante-Emma-Läden“ bezeichnet, müssen sich voll und ganz auf die Bedürfnisse ihrer Kunden/-innen einstellen. Sie müssen rund um die Uhr für ihre Kunden/-innen da sein und ihnen ein bequemes Einkaufen direkt vor Ort ermöglichen. Convenience Shopping durch Shopping Convenience!

Der Preis für diese Dienstleistung ist hoch: 70-80 Stunden Arbeitszeit pro Woche, an mindestens 6 Tagen im Einsatz für Kunden und das für einen Lohn, der dem betriebs- und volkswirtschaftlichen Wert der Arbeit nicht einmal annähernd gerecht wird.

Das ist der entscheidende Grund, warum die Anzahl an Gemischtwarenläden auf dem Land weiter zurückgehen wird. Es finden sich einfach keine Nachfolger/-innen, die sich diesen Herausforderungen und Strapazen stellen wollen. Verständlich.

New Retail auf dem Land – Neue Betriebsformen braucht das Land!

Um die Versorgung von Dorfbewohnern mit Produkten des täglichen, spontanen Bedarfs sicherstellen zu können, braucht es neue Betriebsformen des Handels. Ähnlich wie Tante-Emma-Läden müssen sie jene Produkte anbieten, die vor Ort benötigt werden. Und das rund um die Uhr, an 7 Tagen pro Woche.

Die neuen Betriebsformen müssen für alle Dorfbewohner gut erreichbar sein, im besten Fall „auf Rädern“ von Haus zu Haus unterwegs sein. Wer sie ruft, wartet nur 5 Minuten und dann steht der mobile Laden vor der Tür. Ganz im Sinne einer hohen Shopping Convenience: Nicht der Kunde kommt zum Laden, der Laden kommt zum Kunden.

Jene Läden müssen ohne Verkäufer/-innen auskommen – der Aufwand für einen angemessenen Lohn ist einfach zu hoch.

Mit einer Karte, vergleichbar einer EC-Karte, und einem Code kann der Laden betreten werden. Alternativ ist ein Check-In über eine App auf dem Smartphone möglich.

Die Produkte werden aus Regalen oder Kühlschränken entnommen. Der smarte Laden erkennt welche Produkte welcher Kunde in seinen Einkaufskorb gelegt hat – Amazon GO lässt grüßen.

Ist ein gewünschtes Produkt nicht vorhanden, dann kann es per Sprache, über einen Touchscreen oder über das eigene Smartphone bestellt werden. Lieferung auf Wunschtermin oder in eine Lieferbox im Laden. Wer keine Bestellung aufgeben will, der kann seinen Produktwunsch einfach per Sprache übermitteln; in der Hoffnung, dass andere Dorfbewohner jenes Produkt auch schon mal wünschten und es in Zukunft ins Sortiment aufgenommen wird.

Beim Verlassen des Ladens wird die gewünschte Bezahlart gewählt. Von Barzahlung über mobile Payment bis auf Rechnung werden alle denkbaren Varianten angeboten.

Das erscheint, ganz klar: Nicht machbar (!?).
Bis, ja bis einer kommt, der das vielleicht ahnte, es aber dennoch einfach machte. Und der ist schon da. Sein Name: WHEELYS Inc. und sein selbstfahrender, smarter Laden hat den schönen Namen Mobymart (Video zum Mobymart, YouTube).

Mobymart - ein selbstfahrender, mobiler Laden der neuesten Generation

Mobymart/White Whale von WHEELYS Inc. im Einsatz

Mobymart: Der fahrende Händler im Zeitalter von New Retail!

Noch ist Mobymart ein Prototyp. Entwickelt und umgesetzt in Kooperation mit Forschern und Technikern der Hefei Universität. Er vereint heute bereits zugängliche Technologien, die im Kontext von Smart Store Konzepten bald schon „in Serie“ umgesetzt werden können.

Es ist nur eine Frage von Zeit, bis der beschriebene mobile Laden für Dorfbewohner Realität wird. Unternehmen wie Amazon, Alibaba – die das Versprechen hoher Bequemlichkeit für ihre Kunden zur Maxime ihres Handelns machen –, oder Innovatoren wie WHEELYS Inc.,  werden das möglich machen. Sie werden auf diese Weise einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität auf dem Land leisten. Ermöglicht durch technologische Entwicklungen und Fortschritte.

Mobile Läden, nach dem Konzept von Mobymart, haben ihr größtes Potential eben dort wo nicht an jeder Ecke ein Supermarkt oder Convenience Shop vorhanden ist – wie das heute in jeder größeren Stadt der Fall ist!

Dörfer sind prädestiniert für den Einsatz von smarten, selbstfahrenden, mobilen Läden wie den Mobymart. Dörfer die heute keinen eigenen Laden (mehr) haben. Dort kann sich ein Laden mit Verkaufspersonal und annähernd konkurrenzfähig zum nächstgelegenen Supermarkt dauerhaft nicht halten.

Sie wollen neue Betriebsformen des Handels kennenlernen?

Sie wollen mehr erfahren über Konzepte für „Convenience Shops“ auf dem Land? Von Automaten mit Lebensmitteln bis hin zu mobilen Läden?

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Ich bin gerne da für Ihre Fragen.

Gebe Ihnen Hinweise, Anregungen und vermittele auf Wunsch auch Kontakte zu Unternehmen, Organisationen und Fördern in Sachen „moderne Dorfläden“.

Sprechen Sie mich einfach an
– ich helfe gern weiter.

 

Der Beitrag New Retail auf dem Land – „Was Sie brauchen, das haben wir!“ erschien zuerst auf Nutzerbrille.

Städte für Menschen – Menschen-zentrierte Gestaltung des Stadtlebens

Wie wird eine Stadt gestaltet, die für Menschen abschreckend ist?
Es braucht viele, möglichst breite Straßen für den motorisierten Verkehr, die zum Fahren mit einem PKW einladen und auf diese Weise zu einem hohen Lärmpegel innerhalb der Stadt führen. Die Stadt braucht riesige, monoton gestaltete Plätze. Häuser mit vielen Stockwerken und gleichförmig gestalteten Fassaden auf den unteren Ebenen.

Übergangszonen zwischen öffentlichem und privatem Raum sollten möglichst vermieden werden. Stattdessen ist viel Fläche zum Parken zu schaffen, einhergehend mit schmalen Fuß- und Radwegen, sowie wenigen Grünflächen und keinerlei, schattenspendenden Bäumen.

Abschrecken geht einfach!

Abschreckend ist jedoch zugleich, dass (leider) viele unserer Städte „menschenfeindlich“ gestaltet sind. Die Gründe sind vielfältig – oft politisch gewollt. Sie sind auf jeden Fall das Ergebnis einer Missachtung einer Menschen-zentrierten Konzeption, Gestaltung und Weiterentwicklung von Städten.

Design für ein attraktives Stadtleben: Wie wird eine Stadt gestaltet, die Menschen anzieht?

Eine Blaupause zum Gestalten von lebendigen und für Fußgänger sichere Städte bieten uns Ferienanlagen und Freizeitparks. Dort werden große Anstrengungen unternommen, um die unteren Fassaden von Gebäuden, Räume im Außenbereich und Plätze harmonisch, mit viel Liebe zum Detail und abwechslungsreich zu gestalten. Sind Häuser mit mehreren Stockwerken nötig, dann werden die Obergeschosse zurückgesetzt.

Warum tut man das? Um Geld zu verdienen, um Gewinne zu erzielen. Für Freizeitparks und Ferienanlagen ist eine hohe Aufenthaltsqualität im Freien der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg.

Um eine möglichst hohe Aufenthaltsqualität zu bieten, gibt es in Freizeitparks und Ferienanlagen auch nur stark eingeschränkten, oft komplett verbotenen motorisierten Verkehr. Alles ist ausgerichtet auf den Menschen und auf die für Menschen beste Fortbewegungsform: Gehen.

Von einer PKW- zu einer Fußgänger-zentrierten Stadtentwicklung

Die Lösung zur Gestaltung attraktiver Städte kann nicht darin bestehen sie zu Freizeitparks umzugestalten. Wie so oft wird ein gutes Maß darin bestehen Städte nach „menschlichen Maßstäben“ zu gestalten. Gemeinsam mit den dort lebenden Menschen und unter Beachtung von deren Wünschen, Anforderungen und Erfordernissen – UX Design für attraktive Städte.

„Städte für Menschen gestalten“ – dieser Gedanke war über Jahrhunderte zielführend bei der Entwicklung von Städten, wurde jedoch in den letzten 60 Jahren immer mehr verdrängt. Eine lebendige, gesunde und sichere Stadt kann nur dann entstehen, wenn zuerst das „Stadtleben“ geplant und konzipiert wird, danach der Raum und zum Schluss die Gebäude. Genauso sind unsere schönsten Städte entstanden: Händler schlugen ihre Zelte und Stände an meistgenutzten Wegen auf. Zelte und Buden wurden mit der Zeit zu Gebäuden. Es entstanden Städte mit Plätzen, Wegen und Häusern.

Kleine Räume, dicht aneinander stehende Gebäude und viele Details sind prägend für derart entstandene Städte. Sie wuchsen über Jahrhunderte „organisch“ auf Basis von Aktivitäten, erkannten Bedürfnissen und wahrgenommenen Erfordernissen der dort lebenden Menschen.

Die Orientierung am motorisierten Verkehr und den Bedürfnissen dieser Verkehrsteilnehmer/-innen kam bei der Gestaltung von Städten erst in den 1960er Jahren auf; prägte dann aber viele Städte lange Jahre nachhaltig. Planung nach menschlichem Maßstab und menschlichen Bedürfnissen rückte in dieser Zeit in den Hintergrund. Es entstanden Städte, in denen man sich als Fußgänger nur noch ungern bewegt.

Der Wandel in der Zielorientierung kam mit dem wachsenden Umweltbewusstsein. Fußgänger-freundliche Städte sparen Ressourcen ein und schonen die Umwelt auf vielfältige Weise: Weniger Lärm, Reduzierung der Luftverschmutzung und Flächenversiegelung. Gerade die Einsparung von Flächen für Wege ist enorm, wenn eine Stadt zum Gehen einlädt. Fußwege fassen ein 20zig Mal größeres Verkehrsaufkommen (Anzahl sich bewegender Menschen) wie Autofahrspuren. Je mehr Menschen zu Fuß unterwegs sind, desto weniger versiegelte Fläche ist demnach nötig und desto mehr Raum für Bäume und Grünflächen tut sich auf.

Aus einer Fußgänger-freundlichen Stadt wird fast automatisch eine „grüne“ Stadt. Und zugleich eine lebendige Stadt.

Fußgänger-freundliche Städte sind lebendige Städte

Städte die für Fußgänger angelegt wurden, bieten viel Lebensqualität. Sie laden zum Gehen ein. Das ist gut, denn Menschen müssen (!) gehen. Der Preis es nicht zu tun ist hoch. Bewegungsmangel treibt die gesellschaftlichen und privaten Gesundheitskosten in die Höhe und verkürzt die Lebenszeit.

Wird der tägliche Gang zu Fuß zum integralen Bestandteil des Alltags, zur alltäglichen Gewohnheit, dann spart das Zeit und Geld, welches heutzutage von vielen Menschen in den Besuch und die Mitgliedschaft von Fitnessstudios gesteckt wird.

Städte die für Fußgänger angelegt sind, sind lebendige und soziale Städte. Fußgänger-freundliche Städte tragen dazu bei, dass man sich öfters und länger in der Stadt aufhält. Auf Plätzen finden Menschen zueinander, treffen sich, nehmen sich wahr und gestalten auf diese Weise ein attraktives Stadtleben. Leben findet verstärkt im Freien statt.

Der wohl eindeutige Beweis für diese Wirkungskette bietet die Stadt Venedig. Eine Stadt die ein derart wertvolles Stadtleben bietet, dass Besucher ein Eintrittsgeld zahlen würden. Hier kann man problemlos 15.000 Schritte pro Tag zurücklegen, ohne diese Wegstrecke als beschwerlich wahrzunehmen. Man bekommt zur Belohnung interessante Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen.

Wolkenkratzer und eintönige Fassaden – in Venedig Mangelware. Menschen bewegen sich in Venedig nicht nur zu Fuß, um notwendige Aufgaben zu erledigen. Die Stadt lädt zu freiwilligen und sozialen Aktivitäten im Stadtraum ein. Sie bietet dem Besucher viele Details auf Augenhöhe. Viele kleine Plätze mit attraktiven Sichtachsen, bequemen Sitzgelegenheiten, Pfeiler, „Stützen“ oder Stufen und abwechslungsreich gestaltete Randbereiche laden ein zum Verweilen. Cafés verstärken die Wirkung, sind aber nicht zwingend nötig, damit Menschen sich auf einem Platz längere Zeit aufhalten.

Nahezu alles wurde in dieser Stadt mit viel Liebe zum Detail gestaltet, über Jahre hinweg. Dabei wurde stets ein menschliches Maß als Gestaltungsgrundlage angesetzt. Menschen-zentrierte Gestaltung wie es sein sollte, ja muss.

Ganz wesentlich trug hierzu bei, dass sich die Übergänge zwischen schnellem, motorisiertem Verkehr und dem Fußgänger-Verkehr ausschließlich an den Stadtteilgrenzen befinden. Nur so konnten Auto-freie Zonen entstehen, die die zentrale Grundlage für eine Fußgänger-freundliche Stadtgestaltung sind.

Angebot schafft Nachfrage – Menschen zum Gehen (wieder) einladen!

Bietet eine Stadt viele Straßen und zahlreiche Parkflächen für den motorisierten Verkehr an, dann lädt sie die Menschen zum Fahren mit dem PKW ein – aber eben nicht zum Gehen. Menschen finden in solchen Städten immer wieder Gründe, um den PKW für ihre Erledigungen zu nehmen.

Eine Stadt bekommt genau das Verkehrsaufkommen, das sie sich selbst schafft!

Fokussiert sich eine Stadt dagegen auf eine Fußgänger-freundliche Gestaltung, bietet eine entsprechende Infrastruktur an, dann bekommt sie auch mehr Fußgänger. Kopenhagen konnte die Anzahl von Fußgängern deutlich steigern, wozu ganz wesentlich die Ausweitung autofreier Zonen und Flächen beigetragen haben.

Lädt eine Stadt zum Gehen ein, dann nehmen die meisten Menschen dieses Angebot gerne an und bewegen sich zunehmend zu Fuß – um alltägliche Dinge zu erledigen, aber auch freiwillig und mit dem Ziel andere Menschen zu sehen und zu treffen. Es entsteht eine äußerst lebendige, attraktive und auch sichere Stadt. Die Bewohner der Stadt sehen, begegnen sich mehr, finden zueinander. Die Gemeinschaft wird gestärkt und die wahrgenommene Sicherheit kann deutlich verbessert werden.

UX Design für Städte – 7 Tipps zum Gestalten von Fußgänger-freundlichen Städten

Um eine Stadt Menschen-zentriert zu gestalten, muss man die Menschen lieben und selbst gern zu Fuß unterwegs sein. Es ist nötig die Stadt aus der Perspektive von sich bewegenden Menschen wahrzunehmen, und zwar mit allen Sinnen. So werden Probleme und Optimierungspotentiale erkannt und Ideen zur Steigerung der Qualität des Stadtlebens entwickelt.

Die Methode der Beobachtung vor Ort ist besonders wertvoll und zwingend erforderlich. Man wird auf diese Weise schnell erkennen wie man eine Stadt Fußgänger-freundlich gestaltet.

Sieben Erfolgsfaktoren auf dem Weg hin zu einer Fußgänger-freundlichen Stadt:

  1. klare, weiträumige (Flächen-)Trennung von Fußgängern
    und motorisiertem Verkehr
  2. breite und viele Fußwege mit glattem Belag
  3. Fußwege ohne Hindernisse und ohne Wegeschäden
  4. überschaubare, einfache Kreuzungen
  5. Zebrastreifen auf Straßenniveau statt Unter-/Überführungen
    für Fußgänger
  6. zahlreiche abgesenkte Bordsteinkanten an zwingend notwendigen
    Straßenquerungen
  7. Schattenspendende Baumbepflanzung

Auf den Punkt gebracht: Vorfahrt für Fußgänger!

Fußgänger sollten möglichst keine Wartezeiten beim Gehen durch eine Stadt haben. Getreu dem Motto: Nicht die Straße unterbricht den Fußweg, der Fußweg unterbricht die Straße – oder wie es Jan Gehl noch deutlicher ausdrückte:

„Die ungehinderte Überquerung einer Straße sollte ein Menschenrecht sein und nicht etwas, das man per Knopfdruck beantragen muss (Jan Gehl, 2015).“

Sie wollen Ihre Stadt, Ihr Dorf Fußgänger-freundlicher gestalten?

Eine hervorragende Idee. Entsprechende Maßnahmen werden Ihnen und Ihren Mitbürgern/-innen sehr guttun.

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Methodisch ist die Vorgehensweise von einer PKW- hin zu einer Fußgänger-freundlichen Stadt ähnlich dem Vorgehen beim nutzerzentrierten Gestalten und optimieren von Anwendungen.

Ein Design für menschenfreundliche Städte kann sich orientierten am Design für (mehr) User Experience.

Sprechen Sie mich an.

Gerne bin ich für Sie da, gebe Ihnen Tipps und Anregungen.

Buchtipp zur Gestaltung von Städten nach menschlichen Maßstäben  

Jan Gehl, Architekt und Städteplaner, hat das Buch „Städte für Menschen“ im Jahr 2015 geschrieben.
Eine spannende und informative Darstellung seiner Erfahrungen aus 40 Berufsjahren und zahlreichen Projekten zur Gestaltung menschenfreundlicher Städte. Das Buch besticht durch klare Worte, anregende Gedankengänge und äußerst anschauliche gute und schlechte Beispiele in Wort und Bild.

Der Beitrag Städte für Menschen – Menschen-zentrierte Gestaltung des Stadtlebens erschien zuerst auf Nutzerbrille.

Mitarbeiter-Personas als Fundament eines Employee Experience Design

Stellen Sie sich einmal vor wie es sein würde, wenn Sie mit Ihren Kindern, Ihren Eltern und Ihrer Oma unter einem Dach zusammenleben. Wie fühlt sich dieser Gedanke an: Interessant, reizvoll, abschreckend, herausfordernd?

4-Generationen Haushalte sind für viele von uns schwer vorstellbar und in der Realität kaum (mehr) anzutreffen. Ganz anders ist das in unseren Unternehmen. Dort arbeiten Baby Boomer (Geburtenjahrgänge 1955-1969), Vertreter der Generation Golf (1965-1980) und Mitarbeiter/-innen aus den Generationen „Why” (Jahrgänge 1980-2000) und Z (1995-2010) zusammen. Und das in der Regel mit großem Erfolg.

Mitarbeiter/-innen aus mehreren Generationen zu führen, glücklich zu machen und zu binden,  das ist eine Herausforderung. Typische Vertreter der Generationen haben ganz eigene Wertemuster, in einigen Bereichen vollkommen unterschiedliche Einstellungen und Meinungen. Ihre Anforderungen an ein glückliches und erfülltes Arbeits- und Privatleben unterscheiden sich.

4 Mitarbeiter-Generationen in einem Unternehmen zu haben ist herausfordernd, keine Frage, zugleich aber auch die Basis für unternehmerischen Erfolg.

  • Vielfalt und Diversität sind die Grundlage für Kreativität und (wahre) Innovationen.
  • Ein „Design for All“ kann nur umgesetzt werden, wenn unterschiedliche Persönlichkeiten in einem Unternehmen zusammenarbeiten. In diesem Fall ist gewährleistet, dass sich Konzeptions- und Entwicklungsteams in heterogene Nutzer- und Kundentypen gut hineinversetzen können (So gelingt inklusives Design: 7 Lektionen von Google, Apple, Facebook und Amazon).
  • Vielfalt und Diversität ist nötig, um Aufgaben und Tätigkeiten bestmöglich erfüllen zu können. Ein Controller beispielsweise benötigt andere Werte, Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmale wie eine im Vertrieb tätige Mitarbeiterin.

Vielfalt strukturieren und managen

Wie gelingt es Unternehmen die Vielfalt an Mitarbeitertypen und Generationen zu managen und zu strukturieren?

Im Kern sind es die Führungskräfte, die diese Herausforderung meistern müssen. Unternehmen benötigen Führungskräfte, die sich in unterschiedliche Generationen und Mitarbeitertypen hineinversetzen können. Die Verständnis für jede(n) Mitarbeiter/-in aufbringen (können) oder entwickeln (können). Die Interessen ausgleichen, einbeziehend entscheiden, handeln und typgerecht führen (können).

Nehmen Sie die Menschen wie sie sind – andere gibt’s nicht!
(Konrad Adenauer).

Nun ist nicht jede Führungskraft als hervorragende(r) Mentor/-in, Begleiter/-in und Leader/-in geboren. Auch sind nur wenige Führungskräfte per se gesegnet mit Empathie, Verständnis für andere und der Fähigkeit emotionale Nähe zu Mitarbeitern/-innen herzustellen. Und nur wenigen Führungskräften gelingt es Mitarbeiter/-innen zu begeistern, zu motivieren, typgerecht zu führen und dauerhaft zu binden. Genau an dieser Stelle setzen Mitarbeiter-Personas an.

Mit Mitarbeiter-Personas typgerecht führen!

Mitarbeiter-Personas strukturieren Vielfalt. Sie ermöglichen Führungskräften eine typgerechte Führung. Es wird möglich jede(n) Mitarbeiter/-in einer Persona zuzuordnen und auf diese Weise sowohl das Typische als auch das Besondere in jedem Individuum zu erkennen.

Mit Mitarbeiter-Personas ausgestattet, können Führungskräfte …

  • den Dialog und die Kommunikation mit Mitarbeitern typgerecht gestalten – in Form, Zeitpunkt, Kanal und Häufigkeit.
  • Schwächen & Stärken ganzheitlicher und in unterschiedlichen Umfeldern erkennen.
  • seelische Wohlfühlbedingungen in Bezug auf Arbeitsinhalte, Tätigkeiten, Herausforderungen, Arbeitsplatzausstattung, Teamarbeit und Verantwortungsbereiche herstellen.
  • fachliche und vor allem persönliche Entwicklungsfelder eröffnen.
  • den Umfang und die Art der Betreuung festlegen, um seinen Mitarbeitern ein(e) gute(r) Coach und Begleiter/-in zu sein.
  • leichter emotionale Nähe und Bindung aufbauen.
  • Empathie & Verständnis aufbringen.
  • ein Klima der Toleranz und Kooperation herstellen, auch und im Besonderen dann, wenn die Führungskraft eine andere Persönlichkeit hat wie ihre Mitarbeiter/-innen.

All diese Nutzenkomponenten – bezogen rein auf die Thematik der Mitarbeiterführung und -bindung – sind es wert, sich dem Thema Mitarbeiter-Personas zu widmen.

Mitarbeiter-Personas bieten noch viele weitere Einsatzbereiche. Mitarbeiter-Personas helfen beispielsweise im Personalmarketing bei der Ansprache von potentiellen Mitarbeitern/-innen. Es ist leichter möglich relevante Themen rund um den Job und Arbeitgeber zu identifizieren und geeignete Kommunikationswege, -formen und -formate auszuwählen.

Mit Hilfe von Mitarbeiter-Personas gelingt es Tools, Software, Prozesse, Arbeitsplätze, -geräte, Räumlichkeiten und Strukturen ganzheitlich zu evaluieren, neu zu denken und mitarbeiter-zentriert weiterzuentwickeln.

Vergleichbar mit dem Einsatz von User-Personas bei der Konzeption, Gestaltung und Evaluation von Websites, Apps oder Geräten (UX Design mit Personas), bieten Mitarbeiter-Personas die fundamentale Grundlage für ein erfolgreiches Employee Experience Design.

Mitarbeiter-Personas: Ausgangspunkt und Varianten

Es gibt verschiedene Ansätze für die Entwicklung von Mitarbeiter-Personas. Auch sind die Wege hin zur Beschreibung von Mitarbeiter-Personas und Zuordnung von Mitarbeitern/-innen genauso vielfältig wie beim Entwickeln von User-Personas.

Welcher Weg der „Königsweg“ ist, das muss auf Basis einer Ist-Analyse vorhandener Stellen, Mitarbeiter-Generationen, Aufgabenbereiche, Prozesse und im engen Austausch mit Führungskräften und Mitarbeitern/-innen entschieden werden.

Typische Ausgangspunkte zur Bildung von Mitarbeiter-Personas sind:

  • Qualifikationen & Fähigkeiten
  • Werte & Einstellungen (Generationenansatz)
  • Motivationale Treiber & berufsbezogene Persönlichkeitsmerkmale.

Mitarbeiter-Personas auf Generationsbasis haben ihren besonderen Reiz, da es aufgrund des Geburtsjahrgangs auf einfache Weise möglich ist eine(n) Mitarbeiter/-in einer Persona zuzuordnen:

  • Babyboomer – geboren zwischen 1955 und 1969. Sie haben nach den Kriegsjahren das Wirtschaftswunder erlebt.
  • Generation X – geboren zwischen 1965 und 1980; auch Generation Golf genannt. Sie wurden geprägt durch die Wirtschaftskrise.
  • Generation Y – geboren zwischen 1980 und 2000, auch Generation „Why“ oder Millennials genannt. Sie haben die Globalisierung und den Boom rund um das Internet in ihrer Kindheit oder Jugend erlebt.
  • Generation Z – geboren zwischen 1995 und 2010, auch Generation YouTube genannt. Sie haben die „Digitalisierung des Alltags“ in ihr Leben integriert.

Der aufmerksame Leser hat erkannt, dass es bei einigen Generationen Schnittmengen bei den Geburtsjahrgängen gibt. Ein Indiz dafür, dass allein das Geburtsjahr als Zuordnung nicht ausreichend ist. Es braucht weitere, beispielsweise werte- und einstellungsbezogene Kriterien, sowie eine Unterteilung der Generationen.
Mitarbeiter-Personas auf Generationsbasis sind denkbar für Unternehmen mit Geschichte und Mitarbeitern/-innen aus allen Altersgruppen – vom Berufseinsteiger (w/m/d) bist zum (Vor-)Ruheständler (w/m/d).

Universeller einsetzbar sind Mitarbeiter-Personas auf Basis von berufsbezogenen Persönlichkeitsmerkmalen, grundlegenden Karrierevorstellungen und Anforderungen an die Unternehmenskultur, sowie die Zusammenarbeit mit Kollegen (Nähe vs. Distanz, Dauer vs. Wechsel).

Mitarbeiter-Personas auf Basis von Werten und Persönlichkeitsmerkmalen

Anja von Kanitz hat ausgehend von den Big 5 Persönlichkeitsmerkmalen und dem Riemann-Thomann-Kreuz („seelisches Heimatgebiet“) 11 Mitarbeiter-Typen herausbilden können. Sie unterscheidet …

  1. Der Bürokratische: Alles geht seinen geregelten Gang.
  2. Die Ängstliche: Ob ich das wohl kann?
  3. Der Pragmatische: Hauptsache, das Ergebnis stimmt.
  4. Die Kreative: Es gibt für alles viele tolle Lösungen!
  5. Die Perfektionistin: Alles muss hundertprozentig sein. Immer!
  6. Der Einzelkämpfer: Wenn ich’s nicht mache, geht’s in die Hose.
  7. Die Wamherzige: Ich helfe gern!
  8. Der Gemütliche: Nur kein Stress!
  9. Der Star: Keiner ist so gut wie ich!
  10. Der Spezialist: Alles Knifflige interessiert mich!
  11. Die Abenteuerin: Neues? Risiko? Ich bin dabei.

Derartig gebildete Mitarbeiter-Personas sind deutlich differenzierter als jene auf Basis von Generationen. Das erhöht den Aufwand bei der Arbeit mit Personas deutlich. Andererseits ermöglichen Mitarbeiter-Personas auf Basis von Persönlichkeitsmerkmalen auf recht einfache Weise eine typgerechte Führung. Dieser Nutzen wiegt in der Regel die (Mehr-)Aufwände auf.

Mitarbeiter-Personas entwickeln und einführen!

Der Anfang prägt, das Ende haftet!“ – diese im Kontext der Gestaltung von Reden und Präsentation gebotene Empfehlung gilt auch für Persona-Projekte.

Die Einführung von Mitarbeiter-Personas muss gut vorbereitet und geplant werden. Dazu gehört ganz wesentlich die frühestmögliche Einbeziehung sowohl der Führungskräfte als auch Mitarbeiter/-innen. Von Anfang an muss deutlich kommuniziert werden warum und wozu Mitarbeiter-Personas entwickelt werden. Transparenz zum Prozess, Ergebnis und dem Arbeiten mit Mitarbeiter-Personas ist ebenso wichtig.

Werden diese Faktoren beherzigt, dann lassen sich sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter ein auf das Instrument Mitarbeiter-Personas.

Je nach Ansatzpunkt zur Ausgestaltung von Mitarbeiter-Personas, ist die Zuordnung des einzelnen Mitarbeiters unterschiedlich aufwändig. Im beruflichen Kontext gibt es mit dem Bochumer Inventar für berufsbezogene Persönlichkeitsmerkmale (BIP) ein etabliertes  Befragungsinstrument, welches die Einstufung von Mitarbeitern auf zentralen Persönlichkeitsmerkmalen ermöglicht. Persönlichkeitsmerkmalen wie beispielsweise: Leistungsmotivation, Gewissenhaftigkeit, Selbstbewusstsein, Flexibilität, Handlungsorientierung, Belastbarkeit, Sensitivität, Soziabilität und Teamorientierung.

Der BIP Fragebogen wird vom Mitarbeiter selbst (Selbstbild) und bestenfalls von Kollegen/-innen (Fremdbild), sowie der Führungskraft (Fremdbild) ausgefüllt. Voraussetzung dabei: Freiwilligkeit und eine glaubhafte Vermittlung der Absicht mit diesem Instrument eine typgerechte Führung zu erleichtern.

Oft wird der Einsatz des BIP Fragebogens ergänzt um Daten zum Karrierebild. So bietet der Karriereankerfragebogen eine hervorragende Grundlagen, um zu erkennen welche Faktoren dem einzelnen Menschen im Arbeitsleben wichtig sind, welche ihn antreiben und motivieren. Faktoren wie beispielsweise Sicherheit & Stabilität, Unabhängigkeit, technisch-funktionale Kompetenz, Lebensstilintegration, Kreativität, (totale) Herausforderung, „General Management“ oder „Dienst & Hingabe“.

BIP und Karrierankerbogen sind eine hervorragende Grundlage, um Mitarbeiter datenbasiert einer Mitarbeiter-Persona zuzuordnen. Beide Befragungsinstrumente bieten, in Kombination eingesetzt, Sicherheit die werte- und persönlichkeitsbasierte Zuordnung korrekt zu vollziehen. Das ist fundamental wichtig, da sich daraus ableitet, wie der einzelne Mitarbeiter typgerecht geführt werden kann.

Haben Mitarbeiter und Führungskraft den Prozess der Einordnung vollzogen, so ist das Projekt „Mitarbeiter-Persona“ noch nicht abgeschlossen. Nun gilt es die sich daraus ergebenden Anforderungen im Umgang miteinander, die persönliche Entwicklung im Unternehmen und die Anforderungen an die Arbeit im Unternehmen zu besprechen. Bestenfalls begleitet von einem internen (Personalmanager) oder externen Berater, der das Gespräch vorbereitet, moderiert und Vereinbarungen dokumentiert. Erst jetzt ist die Grundlage für eine typgerechte Führung auf Basis von Mitarbeiter-Personas gelegt, ein sinnvoller und „haftender“ Abschluss eines Persona-Projekts erreicht.

Wer denkt, damit sei „personabasierte“ Führungsarbeit beendet, der irrt natürlich. Die Arbeit am eigenen Führungsstil ist niemals beendet. Diese große Herausforderung zu meistern, das gelingt 95% aller Führungskräfte mit Mitarbeiter-Personas deutlich besser. Führung auf Basis von Instinkt und Bauchgefühl ist dauerhaft weniger erfolgreich, wie ein persona-orientierter Führungsstil. Probieren Sie es selbst aus, es lohnt sich!

Wo stehen Sie in Sachen Mitarbeiter-Personas?

Vielleicht am Anfang und wollen nun starten?
Oder haben Sie bereits Erfahrungen, gute oder auch schlechte, mit Mitarbeiter-Personas gesammelt?

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Ich freue mich mit Ihnen in einen Austausch zum Thema Mitarbeiter-Personas und Employee Experience Design einsteigen zu können.

Gerne auch als Sparringspartner und Impulsgeber – ich bin da für Sie und gebe meine Erfahrungen mit Personas weiter. Sprechen Sie mich einfach an.

Der Beitrag Mitarbeiter-Personas als Fundament eines Employee Experience Design erschien zuerst auf Nutzerbrille.

Die Zukunft des Conversational Commerce liegt in den Händen von Tante Emma

Unsere Händler lernten seit dem Jahr 1996 viel Neues und wandelten sich seitdem mehrfach.

Sie (er-)lernten E-Commerce. Sie erkannten, dass für geschäftlichen Erfolg sowohl klassische Handelsfunktionen – Preissetzung, Sortimentskompetenz, Werbung und Distributionserfahrung – als auch technologische Entwicklungen beherrscht werden müssen.

Sie optimierten ihre Shops. Stetig und für zahlreiche Endgeräte. Sie erkannten die erfolgswirksame Bedeutung von Nutzungskontexten, Nutzungsanforderungen und Erfordernissen von Nutzern und Kunden. In diesem Zuge erweiterten sie ihre auf „Mobile First“ ausgerichtet Sichtweise (auch) hin zu „Context First“.

Schließlich kam das Bequemlichkeitsversprechen wieder in Mode: Einfach bequem einkaufen. Jedem Kunden in jeder Situation sowohl das richtige Produkt als auch nützliche Services bieten.

Und sei all dies noch nicht genug Herausforderung, naht mit großer Geschwindigkeit der nächste Lernschritt: Conversational Commerce – Verkaufen über Sprachassistenten (Voice Commerce – Wie Sprachassistenten den Handel umkrempeln!).

Von Mobile First über Shopping Convenience hin zu Conversational Commerce

Ein- und Verkaufen per Sprache ist ein „back to the roots“. Verkaufen wie früher. Verkaufen wie in Tante-Emma-Läden. Dort wurden und werden Geschäfte im Dialog abgewickelt.

Klingt somit einfach, die Sache mit dem „Conversational Commerce“. Hinzu kommt: Sprache ist perse einfach. Sprache ist emotional, spontan und uns Menschen sehr vertraut.

Conversational Commerce sollte somit ein leichter Lernschritt für Händler sein. Das trifft aber nur auf den ersten Blick zu. Sie ahnten es sicher schon. Der Grund: Für immer mehr von uns ist Sprache im Shoppingkontext einfach nicht mehr vertraut.

Es sie, jedoch nicht mehr an jeder Ecke: Tante-Emma-Läden. Die Bedienung durch eine(n) Verkäufer/-in. Tresen an denen Produkte per Sprache bestellt werden (können). Produkte des täglichen Bedarfs ebenso wie Gebrauchsgüter. Wer von uns macht das denn heute noch?

Einkaufen bei Tante Emma

Ich habe das Glück eine „Tante Emma“ zu kennen. „Meine Tante Emma“ heißt Doris. Sie verkörpert alle Eigenschaften, die einer richtigen Tante Emma zugeschrieben werden (in Hamburg wurde übrigens oft auch die Bezeichnung „Onkel-Yussuf“ verwendet und in Berlin von „Onkel-Ali“ Läden gesprochen, vor allem in den 1950er Jahren).

Ich ging als Kind oft mit meiner Mutter zu Doris. Wir nutzten die Bezeichnung „Tante-Emma-Laden“ für ihr Geschäft niemals. Sprachen immer davon zu Doris zu gehen. Ab und an nutzen wir auch deren Nachnamen.

Doris kennt meine Mutter sehr gut. Sie weiß ob deren Vorlieben für Kaffee und Süßigkeiten. Erkennt auf mir unerklärliche Weise wann meine Mutter keinen Kaffee mehr im Haus hat und bietet stets Anregungen für leckere Kekse zum Kaffee. Personalisierung in Perfektion.

Doris ist stets freundlich, äußerst hilfsbereit („Bei Ehlers gibts diese Woche Schuhe von Riekers zu günstigen Preisen!“). Sie nimmt sich Zeit für jeden Ladenbesucher und bietet Neuigkeiten aus dem Dorfleben.

Postannahme, Lotto spielen (und Gewinne auszahlen) und Textilreinigung, auch diese Dienste gehören zu den Leistungen von Doris.  Bemerkenswert ist bei alldem ihre Energie: 7 Tage die Woche ist Doris für ihre Kunden da. Kurz an ihrer Haustür klingeln, wenn der Laden geschlossen hat, und in zwei Minuten ist sie da.

Man kann ihr am Morgen auf dem Weg zur Arbeit einen Einkaufszettel im Briefkasten hinterlassen und gewiss sein zum Feierabend eine fertig gepackte Einkaufstasche abholen zu können.

Immer wieder nimmt Doris neue Produkte in ihr Sortiment auf und bietet ihren Kunden Inspiration. Das kommt gut an, vor allem wenn ein gewisser Hang zur Abwechslung (modern: „Variety Seeking“) vorhanden ist. Wie bei meiner Mutter. In 9 von 10 Fällen wurde jedoch nur das gekauft, was zuvor auf einem Einkaufszettel notiert war.

Ich fühlte und fühle mich bei Doris stets wohl – und das lag nicht nur an der obligatorischen Naschi-Tüte. Ich denke es liegt dran, dass die Einkaufssituation eine ganz besondere ist. Doris bietet Shopping Convenience in Perfektion. Garniert mit einer angenehmen Einkaufssituation und einem perfekten Verkaufen im Kundendialog.

„Wir mögen das Verschwinden dieser kleinen Geschäfte bedauern, müssen aber zugleich eingestehen, dass wir alle dazu beigetragen haben. Wir haben freiwillig das bequeme Einkaufen bei der Kauffrau […] in unserer Nähe aufgegeben und es auf uns genommen […] Supermärkte mit dem Auto aufzusuchen. Dort harrt unser dann die Arbeit des Ein- und Auspackens beim Gang durch die Abteilungen des „Marktes“, an der Kasse, bei dem Auto und schließlich vor der Haustür. Das Einkaufen ist in der Wohlstandsgesellschaft gewiss nicht leichter geworden, möglicherweise nicht einmal billiger.“ (Manfred Jessen-Klingenberg)

Das ist der Lauf der Dinge. Neues kommt, zuvor Vertrautes geht.

Nach einiger Zeit kommt ab und an jedoch wieder die Rückbesinnung auf die „gute, alte Zeit“. So ist es nun auch bei dem Thema Conversational oder Voice Commerce im Kontext von intelligenten Sprachassistenten.

Alexa, Google & Co., Skills und Actions – sie bieten uns was Tante Emma schon immer bot: Einkaufen per Sprache. Jene sind (noch) nicht annähernd so perfekt wie „mein Doris“ (Einer von 50 Alexa-Nutzern kauft auch!). Klar. Aber sie werden immer besser. Was ihnen noch fehlt: Persönlichkeit und Verkaufstalent.

Was liegt da näher als sich einfach mal von Doris, einer typischen „Tante Emma“, beraten zu lassen?

Tante Emma betreibt schon immer Conversational Commerce

Für Doris ist es ein leichtes eine Shopping-Anwendung für einen intelligenten Sprachassistenten zu konzipieren. Doris hat exzellente Fertigkeiten und Fähigkeiten und jede Menge Erfahrungen, die es ihr leicht machen über Sprache zu verkaufen.

Doris spricht ihre Kunden stets freundlich an, begrüßt sie, fragt nach was sie beschäftigt, ist hilfsbereit, baut schnell emotionale Nähe zu ihren Kunden auf, berät und kennt die Vorlieben und Einkaufszyklen ihre Kunden ganz genau. Sie ist eine Persönlichkeit mit Verkaufstalent!

All das fehlt vielen Sprachassistenten. All jene Fertigkeiten, Fähigkeiten und Eigenschaften müssen Alexa, Google & Co., müssen Skills & Actions (er-) lernen und herausbilden. Nur dann, das zeigen viele Studien & Analysen, werden Sprachassistenten auch zum Einkaufen genutzt (Gamechanger Sprachassistent?).

Zum Glück gibt es noch einige Tante Emmas wie „meine Doris“. Und ich finde, es gilt sie unbedingt zu hegen und zu pflegen. Denn sie werden gebraucht. Und das nicht nur zum bequemen und angenehmen Einkaufen von Lebensmitteln. Tante Emmas wie „Doris“ werden gebraucht, um emotional intelligente, digitale Sprachassistenten erfolgreich zu machen.

Design Workshops & Product Discoveries mit Tante Emma

Doris auf den Weg hin zu emotional intelligenten Sprachassistenten mitzunehmen, sie als Beraterin einzuspannen, ist eine Maßnahmen, die sich lohnen wird. Ihr Rat und ihre Erfahrungen gilt es beim Konzipieren, Gestalten und Umsetzen von intelligenten, per Sprache gesteuerten Einkaufshelfern zu nutzen.

Die einfachste, aber wohl effizienteste Form der Einbeziehung von Doris in die Konzeption von Sprachanwendungen ist die Durchführung von simulierten Gesprächssituationen (Wizard-of-Oz Methode).

Wizard-of-Oz Session

Wizard-of-Oz Session am Beispiel einer Sprachanwendung (Quelle: BBC)

Doris nimmt dabei die Rolle des digitalen Sprachassistenten ein und kommuniziert mit potentiellen Nutzern/-innen des sprachbasierten Bestellsystems.

Das ist äußerst zielführend und wird dazu beitragen, dass der Sprachassistent eine Persönlichkeit bekommt, die bestimmt ist von Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Empathie. Dies wird dazu führen, dass ihm Informationen anvertraut werden, die auf einer Webseite oder in einer App niemals übermittelt würden.

Mit Doris und vielen weiteren Tante Emmas zu reden ist ganz sicher eine weitere, naheliegende Forschungsmethode. In Interviews mit und Befragungen von jenen Verkaufstalenten lassen sich Hinweise und Antworten auf Fragen wie beispielsweise jene bekommen:

„Einkaufslisten haben im Kontext von sprachbasierten Bestelllösungen eine große Bedeutung. Das ist auch in Tante-Emma-Läden der Fall. Auch dort kommen viele Kunden mit Einkaufslisten. Wie gelingt es trotz Einkaufslisten Kunden zum Impulskauf, zum spontanen Kauf oder einfach zum Kauf ungewohnter Produkte zu bewegen?“

Schließlich bietet es sich an Doris und viele andere Tante Emmas (und Onkel-Yussufs) zu Design Workshops einzuladen und sie aktiv an der Gestaltung von Sprachanwendungen mitarbeiten zu lassen.

Sie werden mit ihren speziellen Sichtweisen, Erfahrungswerten und ihrer Unterschiedlichkeit zu heutigen Generationen von Konzeptern, Designern und Entwicklern viele wertvolle Ideen entwickeln und Impulse setzen. Und sie werden das mit großer Freude und Leidenschaft tun. Denn sie alle sind großartige, ja herausragende Persönlichkeiten.

Nun, sind auch Sie Fan von „Doris“? Sind Sie überzeugt von Doris’s Fertigkeiten & Fähigkeiten?
Wollen Sie den nächsten Design Workshop unter Einbeziehung einer Tante Emma durchführen?
Eine hervorragende Idee. Tun Sie es. Es wird sich lohnen.

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Sollten Sie dabei Hilfe und Unterstützung wünschen, dann kommen Sie gerne auf mich zu.

Ich helfe Ihnen bei der Suche nach geeigneten Tante Emmas, bei der Planung von Interviews, Konzeptions- oder Design Workshop. Dabei beziehe ich Experten aus dem Netzwerk von Usabilityblog und eresult ein.

Sprechen Sie mich einfach an.

Buch- und Exkursionstipp

Mila Schrader, eine Tante Emma aus Leidenschaft, betreibt in Suderburg (Niedersachsen, Region: Lüneburger Heide) einen Tante-Emma-Laden. Im „Rasthuus Alte Schule Hösseringen“ bietet sie neben dem Laden ein Restaurant & Dorf Café, sowie Tagungs- und Übernachtungsmöglichkeiten. Eine tolle Gelegenheit sich in das Thema Tante-Emma-Läden zu vertiefen – und das in einer wunderschönen, zentrale gelegenen Region Deutschlands.

Mila Schade ist die Expertin in Sachen Tante-Emma-Läden. Deren Geschichte, Entwicklung und aktuelle Lage hat sie aufbereitet in ihrem Fachbuch „Tante-Emma-Laden – Kindertraum und Alltagsleben“.

Der Beitrag Die Zukunft des Conversational Commerce liegt in den Händen von Tante Emma erschien zuerst auf Nutzerbrille.

Shopping Convenience: Einfach bequem einkaufen

Bequemlichkeit – was genau bedeutet das beim Kauf von Produkten des täglichen Bedarfs? Die Bedeutung von „Shopping Convenience“ hat ganz sicher viele Facetten. Und Extreme.

Einkaufen mit Stress

Kein Vergnügen: Eiliges Einkaufen im Supermarkt

Bequemlichkeit, rein definitorisch, bedeutet: „Vorhandensein angenehmer Gefühle auf Grund der Anwesenheit bestimmter Gegenstände, Geräte und Einrichtungen“. Für die meisten von uns sollte die höchste Bequemlichkeit beim Einkaufen von Lebensmittel dann erreicht sein, wenn sie diese Aussage treffen können:

Einkaufen? Das machen andere für mich!

Ich denke im Kontext von Bequemlichkeit beim Einkaufen gern an meine Jugend zurück. Schulzeit. Mama machte damals alle Einkäufe für die Familie. Wünsche wurden geäußert, meist beachtet und erfüllt. Es blieb viel Zeit für andere Dinge. Für mich die perfekte Situation hinsichtlich dem Aspekt: Bequemlichkeit.

Mit inzwischen 45 Jahren und einer eigenen Familie finde ich einkaufen, nun selbst einkaufen gehen, weiterhin bequem. Meine wöchentlichen Besuche bei Edeka, dm, Famila oder Rossmann sind für mich und meine beiden Kinder (2 und 4 Jahre) etwas Besonderes. Wir genießen die gemeinsame Zeit, entdecken Neues, Schönes, lernen dazu und erfüllen uns oft kleine Einkaufswünsche.

Ist das bequem für mich? Irgendwie schon, ja, aber halt anders als vor 30 Jahren.

Die Bewertung der Bequemlichkeit eines Einkaufs wird also ganz wesentlich bestimmt von der (Lebens-)Situation, den (sich wandelnden) Einstellungen, Gewohnheiten und Anforderungen der jeweiligen Person.

Eine hohe, wahrgenommene Bequemlichkeit für Kunden zu erreichen ist eine wesentliche Zielsetzung eines jeden Händlers. Und das seit Jahrhunderten. Auf Marktplätzen, Märkten und in Läden stellen Händler Produkte zu Sortimenten zusammen, bringen die Waren näher an den Konsumenten heran und vereinfachen somit den Einkauf. Sie präsentieren die Produkte in angenehmer Atmosphäre, inszenieren die Produktpräsentation und beraten den Konsumenten bei der Auswahl.

Diese Handelsfunktionen sind wertvoll, rechtfertigen die Händlerzunft und stellen auch nachvollziehbare Argumente für höhere Preise im Vergleich zum Einkauf direkt beim Hersteller dar. Schaut gut aus, für die Händlerzunft. Sie sind ihr Geld wert. Gilt das auch für die Online-Händler?

Online-Shopping bietet wenig Shopping Convenience

Beim Web-Shopping muss man schon noch recht viel selbst erledigen, um seinen Wocheneinkauf in den Kühlschrank zu bekommen. Lebensmittel online einkaufen, das ist anstrengend und dauert. Probieren Sie es einmal selbst aus.

Und dann ist da ja noch die Lieferung des Wocheneinkaufs. Ist der Einkaufskorb endlich zusammengestellt und der Bestellvorgang beendet, dann sind die Produkte noch nicht im eigenen Heim. Nun steht die Lieferung an, und die, ja die sollte doch auch einfach, komfortabel, flexibel und am besten für den Konsumenten nicht spürbar sein.  Dass wir von dieser Situation noch weit entfernt sind, wissen wir alle.

Wie wünscht sich ein Convenience Shopper die Lieferung von Lebensmitteln?  

Das ist eine spannende Frage. Spannend im Kontext der Bequemlichkeit beim Wocheneinkauf. Für mich ist eine Lösung naheliegend die eng verbunden ist mit Smart Home Systemen und digitalen Sprachassistenten (Voice Shopping mit Amazon Echo).

Eine Verzahnung des Lieferservice mit Smart Home Anwendungen weist deutliche Vorzüge für den Convenience Shopper auf, selbst im Vergleich zu den heute von vielen Experten favorisierten Lösungen:

  • Zustellung im Kofferraum des eigenen Autos,
  • fest installierten Paketkästen oder
  • Paketboxen.

Smart Home Liefersysteme können in Zukunft dem Paketboten den Zugang in das Haus oder die Wohnung ermöglichen, ähnlich wie heute bereits der Zugang zum Kofferraum eines PKWs möglich ist. Per App ließe sich die Schließanlage fernsteuern und der Eingangsbereich der Wohnung per Video überwachen.

Klingelt der Bote, kann der Haus- oder Wohnungsbesitzer ihm über die Smart Home App die Tür öffnen und per Kamera überwachen, wie er das Paket ordnungsgemäß im Flur oder noch bequemer im Kühlschrank ablegt. Die Unterschrift leistet er auf seinem Smartphone, sie wird in Echtzeit an den Lieferanten übermittelt.

Die Lösung verspricht viel in Sachen Bequemlichkeit:

  • Flexibilität
  • Zuverlässigkeit
  • kaum Einschränkung im Zeitfenster
  • kaum Größenbeschränkung der Sendungsgröße
  • geeignet für Lebensmittellieferungen.

Die Anfangsinvestitionen sind hoch, sicher, es braucht viel Vertrauen in den Lieferservice, aber wenn das mal steht, dann ist es doch fast wie früher: „Einkaufen, das machen andere für mich!“.

Fast, denn noch immer haben wir ja den Self-Service beim Zusammenstellen der Lieferung und Bestellvorgang im Web-Shop. Aber hier zeichnen sich mit Amazon Echo, Google Home & Co. bereits heute Lösungen ab, die das Einkaufen auch vor der Lieferung bequem gestalten (Die Amazon Echo NutzerIn: Wer ist sie?).

Shopping Convenience überall. Ist das die Zukunft des Lebensmitteleinkaufs? Für den Convenience Shopper sicher. Wer sie bzw. er ist und wie viele es davon gibt, das bleibt es zu beobachten. Ich bin gespannt und freue mich auf die Entwicklungen der kommenden Monate und Jahre.

Es bleibt spannend in Sachen Convenience Shopping.

Der Beitrag Shopping Convenience: Einfach bequem einkaufen erschien zuerst auf Nutzerbrille.

Die Amazon Echo NutzerIn: Wer ist sie?

Voller Vorfreude aber auch mit einer gewissen Nervosität freue ich mich auf meine erste Korrespondenz mit Amazon Echo.
Was werde ich fragen, was soll ich fragen? Wie wird meine Familie, vor allem wie werden meine beiden Kinder reagieren, wenn ich mit einem Lautsprecher rede? Werden sie es als unhöflich empfinden ein Gerät mit dem Namen Alexa stets zuerst mit Namen ansprechen zu müssen?

Es tut gut in dieser von Unsicherheit geprägten Situation an die Hand genommen zu werden. Zahlreiche Erfahrungsberichte, Informationen über mögliche Nutzungsszenarien und unterhaltsame Videos („How to use Amazon Echo“) bieten mir Sicherheit und erste Ideen für meine Gespräche mit Echo.

So geht „Frau“ um mit Alexa und Amazon Echo

Eine wunderbar anschauliche Darstellung wie Amazon sich den Umgang mit Echo und Alexa im Alltag vorstellt bietet das YouTube Video Voice Shopping mit Alexa.

Beschreibung: Das Video zeigt eine beschäftigte aber souverän wirkende Mutter & Ehefrau, die etwas zu spät nach Hause kommt. Mit Hilfe von Echo und Alexa erledigt sie quasi nebenbei Einkauf und Abendessen.

Die in diesem Video dargestellte Nutzungssituation verdeutlicht, dass es Amazon gelingen wird den Konsum bei aktiven Echo Nutzern/-innen zu steigern. Es drängt sich zudem die Vermutung auf, dass Einkäufe über Echo („So will Amazon über den Echo-Lautsprecher verkaufen“) eine relativ hohe Marge abwerfen werden.

Wird es so kommen? Das hängt ganz wesentlich davon ab, ob Echo eine breite Masse an Kunden ansprechen kann und sich stetig funktional weiterentwickeln wird.

Wer wird zu aktiven Echo Nutzern/Nutzerinnen gehören?

  • Heutige Prime Kunden/-innen? Sicher.
  • Einkommen und Technikaffinität hoch? Wahrscheinlich.

Alter, Werte und Einstellungen, Lebensstil, soziales Umfeld?
Viel Spielraum für Spekulationen und Thesen – und ein guter Grund einen ersten Versuch zu unternehmen die Echo Persona zu beschreiben. Lassen Sie uns gemeinsam schauen, ob da eine Zielgruppe vorhanden ist.

Die Amazon Echo NutzerIn besitzt Smartphone, Tablet und Notebook, ist stets interessiert an neuen Geräten und Anwendungen, lernt schnell damit umzugehen und deren Möglichkeiten auszureizen. Diese Neugier ermöglicht es ihr zu beurteilen, ob ein „Gadget“ nützlich ist und einen Mehrwert bietet. Ist das der Fall, dann baut sie zu dem Gerät eine emotionale Bindung auf.

Die Produkte des täglichen Bedarfs kauft sie ungern ein und ist daher offen für die Idee und das Konzept hinter dem Amazon Dash-Button („Was die Deutschen per Knopfdruck bestellen wollen.“).
Lebensmittel im Web zu bestellen, davon macht sie ab und zu Gebrauch, liebt es aber nicht.

Werbung wird ignoriert, ja geradezu gehasst wenn sie auf Geräten oder in Anwendungen erscheint, zu denen eine enge emotionale Bindung vorhanden ist (z.B. Smartphone, Smartwatch, Shopping-App, Newsfeed, Smart Home App). Empfehlungen für Produkte finden Beachtung und wirken, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt und im richtigen Kontext gegeben werden. Das gelingt aber nur dann, wenn sie dem Empfehlungsgeber zuvor ihre Wünsche explizit verraten hat.

Nur einmal hat sie Möbel über das Web bestellt. Angeschaut schon oft, aber eben nur einmal (und danach nie wieder) gekauft. Sie liebt es Möbelstücke anzuschauen, zu erfühlen, ab und zu eines selbst (auf-) zu bauen oder auf dem Flohmarkt zu ergattern. Kleidung, Bücher, Filme, Tickets und Musik, auch Reisen, das kauft bzw. bucht sie gern im Web, am liebsten von zu Hause aus. Dann auch gern über ihr Tablet oder Smartphone. Von unterwegs per Smartphone shoppen, das kommt dagegen selten vor.

Voila – haben Sie ein Bild von der Amazon Echo Persona?
Ja! Sind Sie das vielleicht selbst?

Viel Spaß mit Ihrem Echo!

Vor 10 Jahren waren viele, auch ich, der Meinung: „Über das Handy einzukaufen? Das macht doch keiner“. 2017, also 10 Jahre nach Marktstart des iPhone, wird nun wirklich jeder erkannt haben: Es kam anders. Ist oft so. Welche Situation werden wir wohl 2027 vorfinden? Mindestens ein Echo mit Touchscreen.

Der Beitrag Die Amazon Echo NutzerIn: Wer ist sie? erschien zuerst auf Nutzerbrille.