Kategorie-Archiv: Ringvorlesung

Wir stellen vor: Patrick Aust

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Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Patrick baute ab 2007 zusammen mit seinen Partnern Timo und Karsten die Sohomint GmbH auf, die sich in erster Linie um das Online-Marketing sowie die Monetarisierung (meist eigener) Online-Projekte kümmerte. Nach dem Verkauf an die Axel Springer AG wurde Patrick zum GF berufen und kümmerte sich fortan als COO und CFO um die Bereiche Strategie und Controlling. Nach dem Ausstieg bei Sohomint zum März 2015 gründete er zusammen mit Timo und Karsten u.a. die kapatim GmbH, spezialisiert auf die Beratung im Bereich Transitions-, Change- und Big-Data-Management. Zudem betreut Patrick als Portfoliomanager die Beteiligungen der kapatim GmbH und verantwortet den weiteren Ausbau des Unternehmensnetzwerkes.

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Ein zentrales Stichwort im Bezug auf die Digitalisierung ist für mich Verantwortung: in Zukunft wird es mMn immer mehr darauf ankommen, dass wir uns darüber bestmöglich bewusst sind wie wir mit der Digitalisierung umgehen und was sie für die einzelne Person bedeutet. Von Relevanz ist dies vor Allem für den Umgang mit seinen persönlichen Daten (Postings auf Social-Media-Kanälen, Login/Nutzung digitaler Services). Zweiter Punkt: es darf keine Zweiklassengesellschaft im Bezug auf den Zugang zu digitalen Gütern un der digitalen Infrastruktur geben!

Was möchtest du unseren Studierenden mit auf den Weg geben, damit sie den digitalen Umbruch meistern können?

Ausprobieren und einfach machen, da die „Startkosten“ mitunter sehr niedrig liegen können. Wichtig dabei: verantwortungsvoller Umgang mit Daten (den eigenen und denen anderer).

Patrick Aust wird am 16.06.2016 seinen Vortrag zum Thema „Digitale Innovation und Disruption bezogen auf Inhalte und Content“ halten.

Wir stellen vor: Patrick Aust

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Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Patrick baute ab 2007 zusammen mit seinen Partnern Timo und Karsten die Sohomint GmbH auf, die sich in erster Linie um das Online-Marketing sowie die Monetarisierung (meist eigener) Online-Projekte kümmerte. Nach dem Verkauf an die Axel Springer AG wurde Patrick zum GF berufen und kümmerte sich fortan als COO und CFO um die Bereiche Strategie und Controlling. Nach dem Ausstieg bei Sohomint zum März 2015 gründete er zusammen mit Timo und Karsten u.a. die kapatim GmbH, spezialisiert auf die Beratung im Bereich Transitions-, Change- und Big-Data-Management. Zudem betreut Patrick als Portfoliomanager die Beteiligungen der kapatim GmbH und verantwortet den weiteren Ausbau des Unternehmensnetzwerkes.

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Ein zentrales Stichwort im Bezug auf die Digitalisierung ist für mich Verantwortung: in Zukunft wird es mMn immer mehr darauf ankommen, dass wir uns darüber bestmöglich bewusst sind wie wir mit der Digitalisierung umgehen und was sie für die einzelne Person bedeutet. Von Relevanz ist dies vor Allem für den Umgang mit seinen persönlichen Daten (Postings auf Social-Media-Kanälen, Login/Nutzung digitaler Services). Zweiter Punkt: es darf keine Zweiklassengesellschaft im Bezug auf den Zugang zu digitalen Gütern un der digitalen Infrastruktur geben!

Was möchtest du unseren Studierenden mit auf den Weg geben, damit sie den digitalen Umbruch meistern können?

Ausprobieren und einfach machen, da die „Startkosten“ mitunter sehr niedrig liegen können. Wichtig dabei: verantwortungsvoller Umgang mit Daten (den eigenen und denen anderer).

Patrick Aust wird am 16.06.2016 seinen Vortrag zum Thema „Digitale Innovation und Disruption bezogen auf Inhalte und Content“ halten.

Wir stellen vor: Stephanie Neumann

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Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Ahoi, ich bin Stephanie Neumann, Fotografin und Interaction Designerin (M.A.) mit Interesse an Orten, Erinnerungen und Interfaces zwischen analog und digital. Geboren im Berliner Volkspark Friedrichshain, aufgewachsen als Großstadtindianer. Arbeit für Agenturen in Berlin, Frankfurt/Main und New York. Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Universität der Künste Berlin sowie an der FH Potsdam. Forschungsaufenthalt bei MSR Cambridge. Derzeit forsche ich am Urban Complexity Lab Potsdam zu Erinnern und Vergessen im Digitalen Zeitalter. Portfolio: http://www.stephanieneumann.com

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Mit der Digitalisierung und der Möglichkeit der permanenten Speicherung und Wiederabrufbarkeit ändert sich auch wie wir erinnern und vergessen. Das Mobiltelefon wird von vielen von uns ständig mitgeführt. Alles kann dokumentiert und wieder eingesehen werden – bis hin zum permanenten Lifelogging. Das Verhältnis von Dokumentation und Erleben scheint auseinanderzugehen – je mehr wir dokumentieren, desto weniger können wir womöglich den eigentlichen Moment erleben. Denn Daten selbst sind noch keine Erinnerungen. Eine der Herausforderungen im Digitalen ist es also, Möglichkeiten zur Priorisierung und Kuratierung zu entwickeln, die uns dabei helfen, das Wichtige in unserem Datenwust herauszukristallisieren, damit es nicht von Unwichtigem überdeckt wird.

Im Umgang mit physischen Dingen haben wir eine lange Tradition und vielfältige Erinnerungspraxen entwickelt. Für das rasante Ansteigen von digitalen Artefakten gibt es bisher kaum adäquate Kulturtechniken des Erinnerns. Es stellt sich die Frage, wie wir mit unseren digitalen Artefakten erinnern wollen.

Was möchtest du unseren Studierenden mit auf den Weg geben, damit sie den digitalen Umbruch meistern können?

Interessant ist die Gratwanderung von Dokumentation und Erleben. Ich denke, dass wir hier zunehmend abwägen, wann wir dokumentieren und wann wir bewusst auf Dokumentation verzichten, um den Moment erleben und erinnern zu können.

Grundsätzlich bieten Umbrüche eine spannende Spielwiese für Explorationen und die Möglichkeit, Veränderungen mitzugestalten und dabei weder kulturpessimistisch zu sein, noch unkritisch „das Neue“ sofort als „das Bessere“ zu sehen. Mit dem Blick darauf, wie wir gerne leben wollen, mag es sich lohnen, nicht zwangsläufig nur das „oder“, sondern vielmehr das „und“ zu denken. Nicht nur entweder analog oder digital, sondern im Idealfall lassen sich die Vorzüge von analog und digital verknüpfen.

Stephanie Neumann wird am 02.06.2016 ihren Vortrag mit dem Titel „Things to remember“ halten.

Foto: Astrid Salomon

Wir stellen vor: Stephanie Neumann

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Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Ahoi, ich bin Stephanie Neumann, Fotografin und Interaction Designerin (M.A.) mit Interesse an Orten, Erinnerungen und Interfaces zwischen analog und digital. Geboren im Berliner Volkspark Friedrichshain, aufgewachsen als Großstadtindianer. Arbeit für Agenturen in Berlin, Frankfurt/Main und New York. Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Universität der Künste Berlin sowie an der FH Potsdam. Forschungsaufenthalt bei MSR Cambridge. Derzeit forsche ich am Urban Complexity Lab Potsdam zu Erinnern und Vergessen im Digitalen Zeitalter. Portfolio: http://www.stephanieneumann.com

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Mit der Digitalisierung und der Möglichkeit der permanenten Speicherung und Wiederabrufbarkeit ändert sich auch wie wir erinnern und vergessen. Das Mobiltelefon wird von vielen von uns ständig mitgeführt. Alles kann dokumentiert und wieder eingesehen werden – bis hin zum permanenten Lifelogging. Das Verhältnis von Dokumentation und Erleben scheint auseinanderzugehen – je mehr wir dokumentieren, desto weniger können wir womöglich den eigentlichen Moment erleben. Denn Daten selbst sind noch keine Erinnerungen. Eine der Herausforderungen im Digitalen ist es also, Möglichkeiten zur Priorisierung und Kuratierung zu entwickeln, die uns dabei helfen, das Wichtige in unserem Datenwust herauszukristallisieren, damit es nicht von Unwichtigem überdeckt wird.

Im Umgang mit physischen Dingen haben wir eine lange Tradition und vielfältige Erinnerungspraxen entwickelt. Für das rasante Ansteigen von digitalen Artefakten gibt es bisher kaum adäquate Kulturtechniken des Erinnerns. Es stellt sich die Frage, wie wir mit unseren digitalen Artefakten erinnern wollen.

Was möchtest du unseren Studierenden mit auf den Weg geben, damit sie den digitalen Umbruch meistern können?

Interessant ist die Gratwanderung von Dokumentation und Erleben. Ich denke, dass wir hier zunehmend abwägen, wann wir dokumentieren und wann wir bewusst auf Dokumentation verzichten, um den Moment erleben und erinnern zu können.

Grundsätzlich bieten Umbrüche eine spannende Spielwiese für Explorationen und die Möglichkeit, Veränderungen mitzugestalten und dabei weder kulturpessimistisch zu sein, noch unkritisch „das Neue“ sofort als „das Bessere“ zu sehen. Mit dem Blick darauf, wie wir gerne leben wollen, mag es sich lohnen, nicht zwangsläufig nur das „oder“, sondern vielmehr das „und“ zu denken. Nicht nur entweder analog oder digital, sondern im Idealfall lassen sich die Vorzüge von analog und digital verknüpfen.

Stephanie Neumann wird am 02.06.2016 ihren Vortrag mit dem Titel „Things to remember“ halten.

Foto: Astrid Salomon

Wir stellen vor: Stefan Wölwer

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Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Mein Name ist Stefan Wölwer und ich bin Professor für Interaction Design an der HAWK in Hildesheim. Davor verbrachte ich einige Jahre in London, Masterstudium, Freiberufler, Agenturinhaber.

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Designer verfügen heute über einen großen Werkzeugkasten, der durch die Digitalisierung ständig erweitert wird. Diesen müssen sie beherrschen, um die gesellschaftlich sinnvollen Anforderungen an neue Produkte zu erfüllen. Vor allem kommt ihnen die wichtige Aufgabe zu, kommende Welten zu visualisieren und somit dazu beizutragen, dass diese neue Welten verständlich werden.

Was möchtest du unseren Studierenden mit auf den Weg geben, damit sie den digitalen Umbruch meistern können?

Die Studierenden selbst sind der Umbruch. Sie müssen sich nur aus den von uns geformten Schablonen lösen.

Stefan Wölwer wird am 19.05.2016 seinen Vortrag mit dem Titel „Interaction Design lässt sich nicht digitalisieren“ halten.

Wir stellen vor: Stefan Wölwer

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Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Mein Name ist Stefan Wölwer und ich bin Professor für Interaction Design an der HAWK in Hildesheim. Davor verbrachte ich einige Jahre in London, Masterstudium, Freiberufler, Agenturinhaber.

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Designer verfügen heute über einen großen Werkzeugkasten, der durch die Digitalisierung ständig erweitert wird. Diesen müssen sie beherrschen, um die gesellschaftlich sinnvollen Anforderungen an neue Produkte zu erfüllen. Vor allem kommt ihnen die wichtige Aufgabe zu, kommende Welten zu visualisieren und somit dazu beizutragen, dass diese neue Welten verständlich werden.

Was möchtest du unseren Studierenden mit auf den Weg geben, damit sie den digitalen Umbruch meistern können?

Die Studierenden selbst sind der Umbruch. Sie müssen sich nur aus den von uns geformten Schablonen lösen.

Stefan Wölwer wird am 19.05.2016 seinen Vortrag mit dem Titel „Interaction Design lässt sich nicht digitalisieren“ halten.

Wir stellen vor: Christian Heise

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Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Mein Name ist Christian Heise, eigentlich bin ich Politologe, promoviere zur Zeit aber in Kulturwissenschaften zum Thema Open Science am Centre for Digital Cultures an der Leuphana Universität. Meine Brötchen verdiene ich als Hochschuldozent an der Hamburg Media School/Leuphana Universität, freier Berater und als Mitglied des Google Digital News Initiative (DNI) Fund Teams. Davor war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leuphana Hybrid Publishing Lab, sowie Manager bei der Deutschen Presse Agentur und bei ZEIT ONLINE. Neben der ehrenamtlichen Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Open Knowledge Foundation bin ich Gründungs- und Vorstandsmitglied im Förderverein für freie Netzwerke e.V. (freifunk.net).

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Viele :). In meiner Arbeit beschäftige ich mich hauptsächlich mit der Frage, wie Daten und Wissen in der digitalen Gesellschaft ohne rechtliche und technische Hürden gesamtgesellschaftlich nutzbar gemacht werden können.

Was möchtest du unseren Studierenden mit auf den Weg geben, damit sie den digitalen Umbruch meistern können?

Probiert alles aus und versucht dabei nicht nur blind zu konsumieren.
Hinterfragt und reflektiert kritisch die täglich genutzten digitalen Technologien und Infrastrukturen. Habt aber den Mut die Digitalisierung als Chance zu verstehen.

Wir stellen vor: Christian Heise

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Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Mein Name ist Christian Heise, eigentlich bin ich Politologe, promoviere zur Zeit aber in Kulturwissenschaften zum Thema Open Science am Centre for Digital Cultures an der Leuphana Universität. Meine Brötchen verdiene ich als Hochschuldozent an der Hamburg Media School/Leuphana Universität, freier Berater und als Mitglied des Google Digital News Initiative (DNI) Fund Teams. Davor war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leuphana Hybrid Publishing Lab, sowie Manager bei der Deutschen Presse Agentur und bei ZEIT ONLINE. Neben der ehrenamtlichen Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Open Knowledge Foundation bin ich Gründungs- und Vorstandsmitglied im Förderverein für freie Netzwerke e.V. (freifunk.net).

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Viele :). In meiner Arbeit beschäftige ich mich hauptsächlich mit der Frage, wie Daten und Wissen in der digitalen Gesellschaft ohne rechtliche und technische Hürden gesamtgesellschaftlich nutzbar gemacht werden können.

Was möchtest du unseren Studierenden mit auf den Weg geben, damit sie den digitalen Umbruch meistern können?

Probiert alles aus und versucht dabei nicht nur blind zu konsumieren.
Hinterfragt und reflektiert kritisch die täglich genutzten digitalen Technologien und Infrastrukturen. Habt aber den Mut die Digitalisierung als Chance zu verstehen.

Christian Heise wird am 31.03.2016 seinen Vortrag über Innovationen und Disruption halten.

Wir stellen vor: Stefan Meißner

Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Ich bin Stefan Meißner. Nach meinem Studium der Soziologie in Dresden und Trento (Italien) habe ich zunächst 5 Jahre bei seto gearbeitet und dort den Bereich Mousetracking (m-pathy.com) aufgebaut und verantwortet. Mit Mousetracking haben wir eine neue Methode v.a. für die User Experience-Forschung von Websites etabliert und diese zwischen qualitativer Usabilityforschung mit Probanden und statistischer Website-Analyse positioniert. Während dieser anregenden Pionierarbeit stellte ich jedoch immer mehr fest, dass ich gern die mit den neuen digitalen Technologien verbundenen gesellschaftlichen Konsequenzen analysieren und durchdenken wollte. Deshalb habe ich 2012 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Mediensoziologie an der Bauhaus-Universität Weimar angenommen, dort meine Dissertation „Techniken des Sozialen. Praxeologische Analysen des Zusammenarbeitens in Unternehmen“ verfasst und im letzten Jahr erfolgreich verteidigt. Neben dieser eher organisationssoziologisch angelegten Arbeit habe ich mich mit Gamification, Quantified Self und der Hintergrundideologie des Solutionism beschäftigt und will diesen Interessen zukünftig schwerpunktmäßig nachgehen.

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Ich denke, dass die Herausforderungen und Chancen dieselben sind, die wir seit Anbeginn der Moderne erfahren haben. Mit der Moderne geht eine Freisetzung von Individuen aus gesellschaftlichen Strukturverbindlichkeiten einher. Dies kann einerseits positiv als Befreiung (von Ständen, Zwängen, Familienbanden) oder als sozialer Aufstieg erfahren werden. Andererseits sind eben diese Aspekte stets Quellen von Entfremdung, Entsolidarisierung und Vereinzelung bzw. Anomie. Hinsichtlich gegenwärtiger Digitalisierung potenzieren sich diese Momente, aber aus meiner Sicht führt dies nicht zu einem qualitativen Umschlag. Vielmehr wird das Projekt der Moderne nun in seiner Radikalität vollends sichtbar – statt mechanischer Prothesen gibt es nun human enhancement, statt vorwiegend nationalstaatlicher Mobilität erscheint diese nun global, statt im Rückblick gemächlicher technischer Veränderungen erscheinen diese nun extrem beschleunigt und vielleicht als letzten Aspekt: statt einem v.a. in der Berufswelt erfahrbaren Veränderungs- und Optimierungsdruck ist dieser nun in unserer Lebens- und Alltagswelt vollends angekommen.

Was möchtest du unseren Studierenden mit auf den Weg geben, damit sie den digitalen Umbruch meistern können?

Die gegenwärtig aufscheinenden Möglichkeiten durch die weitgehende Digitalisierung unseres Lebens basieren zumeist auf eher langweiligen, weil langfristigen Strukturen und Institutionen. Diese geraten heute zumeist aus dem Blick oder werden als veränderungswürdig betrachtet – denken Sie nur an Generationenfolge und Familie oder Sozialstaat und Rentenversicherung. Gerade wenn man von den disruptiven Möglichkeiten der Digitalisierung fasziniert ist, sollte man auf die Bedingungen der Möglichkeiten schauen. Diese sind in den seltensten Fällen technischer Natur, zumeist sind es eher historisch-soziale Gegebenheiten – und sei es die künftig zu erwartende nicht unerhebliche Erbschaft, die den derzeitig prekären Status als freelancer etwas abfedern hilft…
Mir geht es dabei nicht um einen falsch verstandenen Konservatismus, sondern darum, dass sich künftige Disruptionen mit den bestehenden evolutionären Errungenschaften messen müssen. Sie müssen sinnvolle funktionale Äquivalente anbieten. Ich denke deswegen, dass aus den historischen Brüchen und Verschiebungen zumindest innerhalb der Moderne sehr viel für die Einschätzung der derzeitigen Lage gelernt werden kann – um wirklich die Welt etwas besser machen zu können.

Stefan Meißner hält am 17.03.2016 seinen Vortrag über Quantified Self.

Wir stellen vor: Stefan Meißner

Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Ich bin Stefan Meißner. Nach meinem Studium der Soziologie in Dresden und Trento (Italien) habe ich zunächst 5 Jahre bei seto gearbeitet und dort den Bereich Mousetracking (m-pathy.com) aufgebaut und verantwortet. Mit Mousetracking haben wir eine neue Methode v.a. für die User Experience-Forschung von Websites etabliert und diese zwischen qualitativer Usabilityforschung mit Probanden und statistischer Website-Analyse positioniert. Während dieser anregenden Pionierarbeit stellte ich jedoch immer mehr fest, dass ich gern die mit den neuen digitalen Technologien verbundenen gesellschaftlichen Konsequenzen analysieren und durchdenken wollte. Deshalb habe ich 2012 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Mediensoziologie an der Bauhaus-Universität Weimar angenommen, dort meine Dissertation „Techniken des Sozialen. Praxeologische Analysen des Zusammenarbeitens in Unternehmen“ verfasst und im letzten Jahr erfolgreich verteidigt. Neben dieser eher organisationssoziologisch angelegten Arbeit habe ich mich mit Gamification, Quantified Self und der Hintergrundideologie des Solutionism beschäftigt und will diesen Interessen zukünftig schwerpunktmäßig nachgehen.

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Ich denke, dass die Herausforderungen und Chancen dieselben sind, die wir seit Anbeginn der Moderne erfahren haben. Mit der Moderne geht eine Freisetzung von Individuen aus gesellschaftlichen Strukturverbindlichkeiten einher. Dies kann einerseits positiv als Befreiung (von Ständen, Zwängen, Familienbanden) oder als sozialer Aufstieg erfahren werden. Andererseits sind eben diese Aspekte stets Quellen von Entfremdung, Entsolidarisierung und Vereinzelung bzw. Anomie. Hinsichtlich gegenwärtiger Digitalisierung potenzieren sich diese Momente, aber aus meiner Sicht führt dies nicht zu einem qualitativen Umschlag. Vielmehr wird das Projekt der Moderne nun in seiner Radikalität vollends sichtbar – statt mechanischer Prothesen gibt es nun human enhancement, statt vorwiegend nationalstaatlicher Mobilität erscheint diese nun global, statt im Rückblick gemächlicher technischer Veränderungen erscheinen diese nun extrem beschleunigt und vielleicht als letzten Aspekt: statt einem v.a. in der Berufswelt erfahrbaren Veränderungs- und Optimierungsdruck ist dieser nun in unserer Lebens- und Alltagswelt vollends angekommen.

Was möchtest du unseren Studierenden mit auf den Weg geben, damit sie den digitalen Umbruch meistern können?

Die gegenwärtig aufscheinenden Möglichkeiten durch die weitgehende Digitalisierung unseres Lebens basieren zumeist auf eher langweiligen, weil langfristigen Strukturen und Institutionen. Diese geraten heute zumeist aus dem Blick oder werden als veränderungswürdig betrachtet – denken Sie nur an Generationenfolge und Familie oder Sozialstaat und Rentenversicherung. Gerade wenn man von den disruptiven Möglichkeiten der Digitalisierung fasziniert ist, sollte man auf die Bedingungen der Möglichkeiten schauen. Diese sind in den seltensten Fällen technischer Natur, zumeist sind es eher historisch-soziale Gegebenheiten – und sei es die künftig zu erwartende nicht unerhebliche Erbschaft, die den derzeitig prekären Status als freelancer etwas abfedern hilft…
Mir geht es dabei nicht um einen falsch verstandenen Konservatismus, sondern darum, dass sich künftige Disruptionen mit den bestehenden evolutionären Errungenschaften messen müssen. Sie müssen sinnvolle funktionale Äquivalente anbieten. Ich denke deswegen, dass aus den historischen Brüchen und Verschiebungen zumindest innerhalb der Moderne sehr viel für die Einschätzung der derzeitigen Lage gelernt werden kann – um wirklich die Welt etwas besser machen zu können.

Stefan Meißner hält am 17.03.2016 seinen Vortrag über Quantified Self.