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Unser Rekrutierungsgott als Speaker auf der IA Konferenz

Schon fast traditionell beteiligen wir uns an der IA Konferenz (DER Konferenz für Informations-Architektur in Deutschland) durch Beiträge oder auch mal als Sponsor. In diesem Jahr war unser Rekrutierungsgott Lars als Speaker auf der IA Konferenz. Er berichtete den Teilnehmern über seine Erfahrungen mit Fake Probanden oder wie er sie in seinem Beitragstitel nannte: „Toxische Probanden“.

Lars als Speaker auf der IA Konferenz

Obwohl der Slot von Lars am Samstag Nachmittag lag und strahlender Sonnenschein in Berlin eigentlich eher zu Ausflügen in Parks oder an Seen einlud, stieß sein Beitrag auf hohes Interesse und war sehr gut besucht. Er wollte seine Präsentation eigentlich mit einer kurzer Einführung zu Gründen und Abläufen von Test starten – nach Rückfrage beim Publikum zeigte sich allerdings, dass alle schon reichlich Vorwissen hatten und er diesen Punkt guten Gewissens überspringen konnte.

Es ging also direkt los. Anhand von Beispielen aus seinem fast 20-jährigen Erfahrungsschatz erklärte Lars, wie Fake Probanden entlarvt werden können. Da gab es beispielsweise die Probandin, die für eine Banking Studie eingeladen werden sollte. Sie gab an, Abitur gemacht zu haben und 4.000 € im Monat netto zu verdienen. Soweit so gut. Allerdings gab sie bei der Frage nach ihrem Job an, als Kassiererin in einem Supermarkt zu arbeiten. Da wurde der Caller natürlich stutzig und auch das Publikum auf IA Konferenz erkannte sofort, dass da etwas nicht stimmen konnte.

Aber so offensichtlich ist es nicht immer: ein weiteres Beispiel war ein Automobiltest mit einem berühmten deutschen Sportwagen. Der Proband gab an, Besitzer eines Porsches 911 zu sein und seine weiteren Angaben (Immobilienmakler, 8.500 € Nettoeinkommen, usw.) passten zu dieser Aussage. Als der Test begann, bekam er den Autoschlüssel ausgehändigt und sollte das Auto, ebenfalls ein Porsche 911, starten. Er setzte sich in den Porsche und suchte dann rechts neben dem Lenkrad nach dem Zündschloss – da wurde der Test sofort abgebrochen. Wie sich später herausstellte war er kein Immobilienmakler sondern Staplerfahrer im Hafen und hatte keinen Porsche 911 sondern einen VW Polo. Um solche Vorfälle zu vermeiden, lässt sich Lars seitdem bei ähnlichen Studien stets den Fahrzeugschein zeigen, bevor er den Probanden einbucht.

Lars auf der IA Konferenz

Nachdem Lars von seinen Erfahrungen berichtet und hilfreiche Tipps gegeben hatte, begann die Fragerunde. Hier wollte ein Teilnehmer beispielsweise wissen, wie oft Fake-Probanden vorkommen („Immer öfter, da sich immer mehr Probanden anmelden“). Aber auch allgemeine Fragen zur Rekrutierung wurden gestellt. Ein Teilnehmer wollte beispielsweise wissen, ob es ein Mindestalter für Probanden gibt („Es gelten die allgemeinen Gesetze zur Geschäftsfähigkeit, sprich unter 18 Jährige nur mit Einverständnis der Eltern.“). Auch nach seinem Vortrag kamen noch einige Kongressteilnehmer mit Fragen auf Lars zu.

Der trotz des schönen Sommerwetters gut besuchte Vortrag und die zahlreichen Fragen zeigen deutlich, dass die Rekrutierung passender und guter Probanden ein immer aktuelleres Thema ist. Die Präsentation von Lars findet ihr übrigens auf Slideshare.