Alle Beiträge von Nina Kirst

Transaction Journalism in der Praxis

Seit 30 Jahren ist »Gitarre & Bass« die deutschsprachige Fachbibel für Musiker. Der Kölner MM-Musik-Media-Verlag erweiterte den Printtitel erfolgreich zur Multichannel-Marke.

Bei der Arbeit: Eugen Lyubavsyy und Stefan Braunschmidt im Büro. Die Wände sind mit Bandpostern geschmückt.

Signierte Bandposter an den Wänden, Instrumentenzubehör auf den Schreib­ti­schen, Verstärker auf dem Boden – und na­türlich Gitarren und Bässe in jedem Zim­mer: In den Redaktionsräumen des Musikerfachmagazins »Gitarre & Bass« in Köln spürt man gleich, dass Fachmänner am Werk sind. Und zwar solche, die Musik und das zugehörige Equipment mindes­tens ge­nauso lieben, wie es ihre Zielgruppe tut.

Leidenschaft und fachliches Know-how gehören ebenso zum Erfolg der wichtigs­ten Medienmarke des MM-Musik-Media-Verlags wie zeitgemäße Journalismus- und Marketingkompetenz. Seit das Magazin im März 1986 gegründet wurde – damals noch unter dem Namen »Musiker« –, hat sich viel verändert in der Medienlandschaft und im Nutzerverhalten. Zig (digitale) Kanäle sind dazugekommen, die es adäquat zu bespielen gilt, und die Herausforderung, das Beste aus den Inhalten herauszuholen, steigt stetig. Das Team um Herausgeber und Chefredakteur Dieter Roesberg produziert nicht mehr nur ein Printmagazin, sondern betreibt auch eine Website, erstellt Sonderhefte, verschickt tägliche und wöchentliche Newsletter, unterhält diverse Social-Media-Accounts, dreht Videos, ver­anstaltet Events und arbeitet mit heute unverzichtbaren Tools wie Searchmetrics und Google Analytics.

Jeder Inhalt muss ein Ziel erfüllen: Reach, Conversion oder Visibility. Content ohne Zielsetzung ist Ressourcen-verschwendung

Transaktion: Wissen, worauf es ankommt

Einfach drauflosschreiben ist passé. Content muss heute gut geplant sein und die Zielgruppe dann erreichen, wenn sie ihn sucht beziehungsweise benötigt. Außerdem muss er zu messbaren Reaktionen füh­ren. Das ist das Ziel der Strategie, die der Mutterkonzern Ebner Verlag GmbH & Co. KG in Ulm im Jahr 2011 ausrief, um die Pro­fitabilität seiner rund 30 Fachredaktionen zu sichern. Dabei geht es im Wesentlichen darum, dass Content zu Interaktionen und anschließenden Transaktionen führen soll. So können Leser und Nutzer sich weitere Inhalte zum Thema anschauen, kostenlo­se und kostenpflichtige Informationen he­runterladen, Tickets für Messen kaufen, Webinare buchen, sich für Newsletter anmelden oder Produkte im Onlineshop von »Gitarre & Bass« kaufen.

Um solche Reaktionen zu erzielen, muss man wissen, was die Leute sehen, lesen und hören wollen – und eine ausgeklügelte Produktions- und Distributionsstrategie haben. Diese verfolgt das Redaktionsteam, bestehend aus Roesberg, den festen Redak­teuren Stefan Braunschmidt, Florian Erhart, Lothar Trampert und dem Volontär Eugen Lyubavskyy mit Unterstützung des Sales-Teams, zusätzlichen Content-Managern und zahlreichen Autoren, ziem­lich erfolgreich.

Keyword-Universum: Wissen, was gesucht wird

Herzstück der Marke »Gitarre & Bass« ist das monatlich erscheinende Printmagazin. Darin gibt es traditionell drei inhaltli­che Bereiche: Florian Erhart und Lothar Tram­pert betreuen die Formate Equipment-Tests und Musikerstorys, Stefan Braunschmidt verantwortet den Bereich Workshops und kümmert sich um die Website  www.gitarre­bass.de  inklusive Reporting. Unterstützt wird er dabei von Eugen Lyubavskyy, der zudem die Social-Media-Accounts verantwortet – vor allem Facebook, Instagram, YouTube und SoundCloud.

Die Inhalte bestimmen größtenteils der Her­stellermarkt mit Equipment-Neuheiten sowie aktuelle Musikertourneen. Dazu kom­men regelmäßige Formate wie FAQs zu Instrumenten, Playalongs samt Noten (auch online zum Download) sowie The­men­schwerpunkte, wie Vintage-Gitar­ren oder die NAMM Show, die die National Association of Music Merchants jährlich in Anaheim, Kalifornien, ausrichtet.

Um die Interessen der Zielgruppe zu ermitteln, greift die Redaktion unter an­­de­rem auf die Keyword-Recherche in Search­­­me­trics zurück. Das Programm erfasst, wel­­che Such­begriffe in ihrem Markt relevant sind, wie  www.gitarrebass.de  dazu bei den Google-Suchergebnissen rankt – und wie die Seite im Vergleich zu ihren Wett­bewer­bern dasteht. Diese Begriffe bilden das Keyword-Universum von »Gitarre & Bass«, das die Redaktion sowohl bei der Themensuche als auch bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) der Inhalte un­terstützt. Für Letztere verwenden die Redakteure die entsprechenden Schlüs­selbe­griffe in ihren Onlineartikeln – immer mit dem Ziel, auf der ersten Seite der Google-Suchergebnisse zu landen.

Daneben zählt natürlich das Bauchgefühl der Redaktionsmitglieder, die teil­weise schon sehr lange an Bord und alle selbst Musiker sind. »Wir haben ein Gespür für Themen, weil Musik unser Hobby und unsere Leidenschaft ist«, sagt Eugen Lyubavs­kyy. Zu­sätzlich sorgt die gute Vernetzung mit der Community dafür, dass sie Trends früh erkennen und mit prägen können. So sei »Gitarre & Bass« laut Braun­schmidt bekannt dafür, neue Gitarrenbau­er zu entde­cken, und habe schon manchen Karriereweg geprägt.

Content muss heute gut geplant sein und zu messbaren Reak­tionen führen

Personas: Wissen, für wen man schreibt

Beim Verfassen der Inhalte orientieren sich Braunschmidt, Erhart und Co an speziell für »Gitarre & Bass« erstellten Personas. Diese stellen greifbare, aber fiktive Prototypen von Usern dar, die bestimmte Eigenschaften und Nutzungsverhalten haben. Konkret sind das: Siggi Sammler, Flo Fun, Peter Profi und Teddy Tüftler. Entwickelt hat die Redaktion diese Personas gemeinsam mit der verlagsübergreifenden Abteilung Audience Development anhand von Beobachtungen und Befragun­gen. Ihre Profile hängen laminiert in den Redaktionsräumen und sind somit immer in den Köpfen der Redakteure präsent.

Alle Inhalte aus der Printausgabe – bis hin zu den Leserbriefen – wandern drei Mo­na­te nach Erscheinen des Hefts Stück für Stück auf die Website  www.gitarrebass.de. Ergänzt wer­den sie um ta­ges­aktuelle News, die sich haupt­sächlich um Ins­tru­men­ten­neu­heiten sowie Messe- und Konzerttermine drehen. Darüber hinaus findet man eine Menge älterer Artikel aus der dreißig­jährigen Geschichte des Magazins auf der Website – selbstverständlich regelmäßig überarbeitet und aktu­alisiert.

Von den Themen seien viele in der Bran­che einfach zeitlos, erklärt Stefan Braunschmidt: »In manchen Berei­chen hat sich der State of the Art seit den 1960er Jahren nicht gravierend verändert.« Viele Leser seien nach wie vor an den tradi­tionellen Gitarren­modellen wie der Fen­der Strato­caster interessiert – einer der meistgesuch­ten Begriffe im Keyword-Universum von »Gitarre & Bass«.

Evergreens: Wissen, was relevant bleibt

Diese Langlebigkeit vieler »Gitarre & Bass«-Inhalte ist ein Segen im Sinne der Evergreen-Strategie des Verlags: Nach diesem Konzept wird Content, der zeitlich unbeschränkt relevant ist, mehrfach veröffentlicht. In regelmäßigen Abständen heben die Redakteure die Inhalte erneut auf die Startseite und teilen sie in den Social-Media-Kanälen – natürlich nicht, ohne vorher ihre Richtigkeit zu überprüfen und sie eventuell um aktuelle Fakten zu ergänzen sowie mit thematisch passenden Inhalten zu verknüpfen. So stellt Lyubavskyy beispielsweise anlässlich von Musikergeburts- oder Todestagen Onlineartikel neu zusam­men und verwertet Geschichten mehrfach. »Write and reuse« lautet das Motto – im Gegensatz zum früheren »Print and forget«. Mit dem Leitspruch »Produce and market it« geht die Redaktion noch einen Schritt weiter, denn ihren Content verbreitet sie mittlerweile nicht mehr nur in schriftlicher Form und vertreibt ihn zudem über diverse Plattformen.

»Produce and market it« statt »Print and forget«

Damit geht ein weiteres Format einher, die Minimum Information Unit (MIU). Der Gedanke dahinter: Jeder längere Ar­tikel lässt sich in kleinere Informa­tions­einhei­ten zerlegen – etwa Top-Lis­ten, In­terview­ausschnitte in Text oder Video, Bil­dergale­rien, Infografiken et cetera. Diese spielt die Redaktion über ihre vielzähligen Kanäle aus und erreicht so mehr und neue Nutzer, die wiederum auf weitere Inhalte und Angebote von »Gitarre & Bass« aufmerksam werden. So nimmt sie beispiels­weise anlässlich einer aktuellen Tournee aus ei­nem älteren In­ter­view mit Gitarrenvirtuose Joe Bonamassa die knackigs­ten Zitate heraus und veröf­fent­licht sie über Facebook oder Instagram – und verweist auf die Website, wo man das komplette In­­terview lesen kann. Eine solche Strategie erfordert einen guten Überblick über vorhandene Inhalte, einen klaren Workflow und eine durchdachte Planung. All dies vereint der Content Planner, eine digi­tale Anwendung, die der Ebner Verlag jüngst inhouse programmierte und mit dem inzwischen alle Marken des Verlags arbeiten (siehe Seite 22 f).

Reporting: Wissen, was wirkt

Im Ebner Verlag sollen Inhalte bestimmte Ziele erfüllen, die sogenannten Content Goals: Reach (Reichweite), Conversion (Lead Generation oder Abverkauf) oder Vi­sibility (Position der Inhalte auf Suchmaschinenseiten). Ob diese Ziele erreicht werden, messen Redaktion, Sales-Abteilung und die redaktionsübergreifende Con­tent-Managerin Rosa Hecker mit diversen Tools. Die Visibility überprüft das Team et­wa in Google Analytics. Hier lässt sich unter anderem ablesen, wie viele einmalige und wiederkehrende Nutzer die Website aufsuchen, über welche Geräte und von wel­chen anderen Seiten sie auf die Inhalte zugreifen, wie lange sie auf einer Seite ver­weilen und natürlich, welcher Content am besten läuft – und welcher gar nicht.

Conversions verfolgt man, indem man Calls-to-Action (»Bestellen Sie unser Sonderheft!«) mit Tracking-Links ver­sieht und nachvollzieht, wie viele Käu­fe ein Artikel ausgelöst hat. Um die Gesamtreichweite zu erfahren, wertet man alle Kanäle aus (Daten von Facebook, YouTube et cetera). Die Ergebnisse bündelt Rosa Hecker in regelmäßigen Reportings und präsentiert sie in Objektkonferenzen ihren Kollegen. So kann das Team einschätzen, wie und wo sich seine Arbeit auszahlt, und entsprechend anpassen und optimieren – zum Beispiel indem es mehr oder weniger von bestimmten Formaten online stellt, diese über andere Kanäle ausspielt oder sie verstärkt über Newsletter bewirbt.

Sales: Wissen, was sich auszahlt

Reichweite und Sichtbarkeit sind wichtig, zahlen aber noch keine Rechnun­gen. Sie müssen in Verkäufe umgesetzt werden, seien es Abonnements, Sonderhefte, Lehrbücher, gebrandete Gitarrensaiten oder natürlich Kampagnen für Hersteller und Vertriebe. Wie bei vielen anderen (Fach-)Magazinen sind Anzeigen eine wichtige Einnahmequelle von »Gitarre & Bass«, jedoch sind die Absätze hier – eben­so wie bei anderen Verlagen – rückläufig. Neue Modelle sind gefragt, und das erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Sales-Abteilung und Redaktion.

Advertorials, Stand-alone-Newsletter, Sponsored Articles, Native Advertising: Die neue Angebotspalette für werbende Unternehmen erfordert nicht selten eine Beratung bei Kunden und immer eine gute Koordination – insbesondere dann, wenn die Auf­gabe darin besteht, Print und Online miteinander verzahnt und Kampag­nen über mehrere Kanäle auszuspielen. »Nächste Woche fah­re ich mit einer Sales-Kollegin zu einem großen Musikvertrieb, und wir erklären ihm gemeinsam, was bei uns digital möglich ist«, berichtet Stefan Braunschmidt.

Inhalte sind keine kompakten, feststehenden Einheiten, sie lassen sich in einzelne Bestandteile zerlegen

Ein wichtiges Thema für den Verlag ist Native Advertising, also Content Marketing im Kundenauftrag. Hier geht es darum, ge­meinsam mit Kunden Themen zu finden, die für die Leser interessant, relevant und redaktionell hochwertig sind und – ohne werblich zu sein – das werbende Unterneh­men einbinden, und sei es nur als Sponsor eines lesenswerten Artikels.

Ausblick: Wissen, was wichtig wird

Eines ist klar: Die Arbeit der »Gitarre & Bass«-Mannschaft wird bestimmt nicht langweilig. Immer wieder kommen neue Aufgaben und Tätigkeitsfelder hinzu. Unterstützung bekommt das Team dabei unter an­de­rem von der verlagsübergreifenden Ebner Academy. Hier geben beispiels­wei­se das Social-Media- und das Audi­ence-­Deve­lop­ment-Team Webinare zu Themen wie Insta­­gram Stories, XING-Newsseiten und Snapchat sowie zu Goog­le Ana­­ly­tics, Searchmetrics und Co.

Die neueste große Herausforderung ist das erste selbst ausgerichtete Live-Event, der Guitar Summit, mit dem sich der
MM-Musik-Media-Verlag einen neuen Ge­schäftsbereich erschließt. Vorgefühlt hatte das Team bereits mit einer Pedal-Show, einer Ausstellung zum Thema Effektpedale. Die Learnings im Kleinen können Sales-Abteilung und Redaktion nun nutzen, um einen Schritt weiter zu gehen und eine neue Eventreihe zu etablieren.

So sichert das Team hinter »Gitarre & Bass« mit neuen Ideen und innovativen Strategien die Zukunft der traditionsrei­chen Marke – und hat dabei auch noch eine Menge Spaß.


Der Content Planner: Gut geplant ist halb gewonnen

Alles im Blick: Das Dashboard des Content Planners zeigt an, welche Inhalte demnächst veröffentlicht werden, welche Personas und Content Goals wie oft angegeben wurden und von welchen Redakteuren. Neue Contents lassen sich über die Eingabemaske eintragen.

 

Redaktionelle Inhalte sind für Verlage kein Selbstzweck. Sie müssen Reaktionen erzeugen und Umsätze generieren. Um das zu erreichen, braucht es eine Strategie zur planmäßigen Erstellung und Distribution des Contents. Dafür hat der Ebner Verlag, Mutterkonzern des MM-Musik-Media-Verlags, ein Tool entwickelt, das die redaktionelle Arbeit lenkt. Der Content Planner fordert von Redaktionen, fünf konkrete Fragen zu beantworten, bevor sie einen Inhalt erstellen:

1 Für wen erschaffe ich den Content?
Personas bilden die Subsegmen­te einer Zielgruppe. Sie sind als fiktive, aber greifbare Personen konzipiert und mit konkreten Eigenschaften und Nutzungsverhalten versehen. Diese Charak­tere hat das Team von »Gitarre & Bass« – ebenso wie alle anderen Medienmar­ken des Verlags – gemeinsam mit der Audience-Development-Abteilung ent­wi­ckelt. Die Redakteure müssen sich im Content Planner entscheiden, ob sie für Siggi Sammler, Flo Fun, Peter Profi oder Teddy Tüftler schreiben – es darf jeweils nur eine Persona ausgewählt wer­den.

2 Was will ich mit dem Content erreichen?
Die Redaktionen haben die Wahl zwischen drei »Content Goals«: Reach (Reichweite), Conversion (Lead Generation oder Abverkauf) und Visibility (Position der Inhalte auf Suchma­schinenseiten). Jedes dieser Ziele erfor­dert andere Formate und eine eigene Tonalität. Ob die Ziele erreicht werden, kann man messen, und die Inhalte lassen sich gegebenenfalls nachsteuern. Content ohne konkrete Zielsetzung ist nach Ansicht des Verlags Ressourcenverschwendung.

3 Was will die Zielgruppe wissen?
Jeder Content muss sich auf genau definierte Zielgrup­penbedür­f­nis­­se kon­zentrieren. Diese bestimmt die Re­daktion mithilfe von Keyword-Analysen sowie der Beobachtung in Social Media. Auch ein Blick auf die Seiten der Wettbewerber und Influencer im jewei­ligen Themenbereich gibt Aufschluss. Im Content Planner müssen Nutzer für jeden Inhalt mindestens drei Keywords aus einer Liste auswählen, die sie gemeinsam mit dem Audience-Development-Team erstellt haben.

4 Welchen Content habe ich?
Inhalte sind keine kompak­ten, feststehenden Einheiten, sondern lassen sich in einzelne Bestandteile zerlegen. Diese Minimum Information Units (MIU) können zum Beispiel Top-Listen, Interview-Ausschnitte in Text und Video, Bildergalerien oder Infografiken sein. All diese Formate hält die Redaktion im Content Planner fest.

5 Wo will ich den Content distribuieren?
In diesem Schritt definiert man, welche Inhalte wann über welche Kanäle ausgespielt werden sollen. Zu den Touchpoints von »Gitarre & Bass« gehören neben dem Printmagazin und der Website www.gitarre­bass.de außerdem Newsletter sowie Facebook, YouTube, Instagram, Twit­ter und Pinterest. Für B2B-Marken sind auch die Businessplattformen XING und Linked­In interessant.


Alle weiteren PAGE-Connect Artikel zum Thema Transaction Editor finden Sie hier.

Zum Download des PAGE Connect eDossiers »Das macht ein Transaction Editor beim MM-Musik-Media-Verlag« geht’s hier.

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»Das macht ein UX-Designer bei Aperto – an IBM Company«

UX Design ist in aller Munde – aber was genau macht man da eigentlich? In unserem PAGE Connect eDossier klären wir auf, wie UX Designer bei Aperto in Berlin arbeiten und was man mitbringen sollte, um dort zu arbeiten.

Produkte und Services sind heute häufig digital. Das Nutzungserlebnis wird dabei immer wichtiger, denn die Erwartungshaltung der User an digitale Anwendungen steigt permanent. Um Apps und Webservices so intuitiv und nützlich wie möglich zu gestalten, entwickeln sich ständig neue Aufgabenfelder und Berufsprofile. Die PAGE-Initiative Connect Creative Competence bringt Licht ins Dunkel und unterstützt Agenturen, Hochschulen, Unternehmen und Kreative dabei, sich (neu) zu orientieren, zu qualifizieren und zu vernetzen.

Im eDossier »Das macht ein UX Designer bei Aperto – an IBM Company« beleuchten das Aufgabengebiet am Beispiel der Berliner Digitalagentur Aperto. Sie gehört seit 2016 zu IBM iX, der globalen Agenturfamilie des Technologiekonzerns IBM. Mit einem Mix aus Strategie, Technologie und Kreativität entwickelt Aperto Marketing- und Kommunikationslösungen sowie neue Produkte und Services für den digitalen Wandel. Zu den Kunden zählen Airbus Group, Migros, Rossmann und Volkswagen sowie öffentliche Auftraggeber wie Ministerien, Hochschulen und NGOs.

In unserem eDossier lesen Sie, was User Experience Design ausmacht, wie es bei Aperto angewandt und gelebt wird und welche Kompetenzen Bewerber für diese Disziplin mitbringen sollten. Und falls Sie noch weitere Kreativkompetenzen erkunden und erwerben wollen, schauen Sie einfach mal in die anderen Kompendien unserer PAGE-Connect-Reihe auf www.page-online.de/connect. Dort gibt es weiterführende Informationen in Form von Artikeln, Videos und eDossiers. Creative Competence ist gefragt wie nie!


Hier geht’s zum Download des PAGE Connect eDossiers »Das macht ein UX Designer bei Aperto – An IBM Company«:

Button, call to action, onlineshop, PAGE

 PAGE Connect Artikel zum Thema UX Design bei Aperto finden Sie außerdem hier.

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Creative Coffee bei Scholz & Volkmer

Im Rahmen unserer Initiative Connect Creative Competence empfing Scholz & Volkmer  eine Gruppe interessierter Designstudenten der Hochschule Pforzheim. Ein Einblick …

 

Die Digitalagentur Scholz & Volkmer empfing sieben Studierende der Hochschule Pforzheim in ihrem Wiesbadener Hauptquartier. Dort begrüßten Geschäftsführer Peter Post (im roten T-Shirt) und Art Director Jens Westerwald die Besucher, führten sie durch die Agentur und erklärten deren Aufstellung sowie die Bedeutung des Berufsbilds UX Designer.

Beim anschließenden Workshop entwickelten die Studierenden eine User Journey sowie zwei Personas für ein Bike-Sharing-Angebot und erprobten so Methoden, mit den UX Designer tagtäglich arbeiten.


Alle weiteren PAGE-Connect Artikel zum Thema UX Design finden Sie hier.

Zum Download des PAGE Connect eDossiers »Das macht ein UX Designer bei Scholz & Volkmer« geht’s hier.

 

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UX Design in der Praxis bei Aperto

In Partnerschaft mit 
ihrem Mutterkonzern 
IBM entwickelte die 
Digitalagentur Aperto 
die App Elderly Care. 
Mit ihrer Hilfe können 
Angehörige pflegebedürftiger Menschen deren Wohlbefinden 
im Blick behalten. Lesen Sie hier das Making-of!

Interface Designer Santiago Uribe, UX-Designerin Leticia Bialoskorski und DevOps Engineer Nico Neumann bei der gemeinsa­men Konzeption.

Demografischer Wandel, steigende Lebenserwartung, Zunahme chronischer Erkrankungen: In den meisten Industrieländern werden die Menschen immer älter – und sie wollen so lange wie möglich zu Hause wohnen. Das stellt Angehörige und Pflegedienste vor immer größere Herausforderungen. Wie kann ich sicher sein, dass Oma im Notfall möglichst zeitnah Hilfe erhält, auch wenn sie alleine zu Hause ist? Wie erkenne ich typische Anfangssymptome einer Demenzerkrankung, obwohl ich selten vor Ort bin? Die Antwort liegt in der Technik: Zuverlässige und bezahlbare Sensorik gepaart mit präziser Datenanalyse erfasst und interpretiert wichtige Informationen schnell und ermöglicht eine umgehende Reaktion.

Bei dem IT- und Beratungsunternehmen IBM arbeitet man an eben solchen Technologien, die Senioren, Kranken und Menschen mit Behinderung sowie ihren Betreuern den Alltag erleichtern sollen. Die Analysesoftware IBM Watson erlaubt zum Beispiel die Sammlung und Auswertung von Daten, die von diversen Sensoren erfasst werden – etwa zur Bewegung in der Wohnung oder zu Feuer und Rauch, Wasserfluss, Lichtverhältnissen oder offenen Fenstern. Die Aufgabe, daraus einen sinnvollen und nutzerfreundlichen Service speziell für Angehörige zu gestalten, übertrug IBM seinem Tochterunternehmen Aperto. Die Berliner Digitalagentur gehört mit ihren rund 400 Mitarbeitern seit 2016 zu IBM iX, der globalen Agenturfamilie des Technologiekonzerns. Am Projekt Elderly Care arbeitete ein interdisziplinäres Aperto-Team aus Business Owner, Project Owner, User Experience und User Interface Designer, Developer sowie QA & DevOps Manager.

Nutzerbedürfnisse eruieren: 
Recherche und Workshop

Leticia Bialoskorski ist User-Experience-Designerin bei Aperto und war von Anfang an am Projekt Elderly Care beteiligt. »Zum Einstieg haben wir uns mit der Sensortechnik vertraut gemacht und Benchmark-Forschung betrieben«, berichtet sie. Erste Programme für Pflegedienste, die mittels Sensordaten Informationen zur Aktivität von Gepflegten liefern, gab es bereits. Ziel von IBM und Aperto war aber eine Anwendung für die Angehörigen. »Die Herausforderung bestand darin, ein Gefühl von Sicherheit und Beruhigung anstelle von Überwachung zu vermitteln. Die Sensorik sorgt sich um den Bewohner, ohne dass ein Big-Brother-Eindruck entsteht«, erinnert sie sich.

»Die Herausforderung bestand darin, ein Gefühl von Sicherheit und Beruhigung anstelle von Überwachung zu vermitteln. Die Sensorik sorgt sich um den Bewohner, ohne dass ein Big-Brother-Eindruck entsteht« Leticia Bialoskorski

Bialoskorski gehört innerhalb der Agentur zu einem Expertenteam für Lean Service Creation, das in einem schlanken Prozess digitale Lösungen entwickelt. Dazu gehört nicht nur der konsequente Fokus auf den Nutzer, sondern auch die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden. Um die Bedürfnisse und Wünsche aller Stakeholder zu ermitteln, organisierte das initiale Aperto-Team, zu dem neben Bialoskorski eine Designerin und ein Business Owner gehörten, einen zweitägigen Design-Thinking-Workshop mit dem Projektpartner IBM sowie potenziellen Nutzern. Hier klärten sie generelle Fragen wie: Was muss der Service leisten? Wie sieht die User Journey aus, und welche Probleme ergeben sich dabei? Das Briefing war zu dem Zeitpunkt noch recht offen und basierte lediglich auf der Idee, einen Service für Betreuer einer älteren Person zu entwickeln, der Sensordaten verwendet. Im Laufe des Workshops verfestigte sich dann die Vorstellung einer Smartphone-App für Angehörige – unter anderem deshalb, weil darüber im Notfall Push-Nachrichten versendet werden und die Nutzer schnell und unkompliziert kommunizieren können.

Als potenzielle User kristallisierten die Workshopteilnehmer zwei Personas heraus, also fiktive Personen mit konkreten Eigenschaften und Verhaltensweisen: Andrea hat die typischen Nöte einer Tochter, die zu weit von ihrer in die Jahre gekommenen Mutter entfernt wohnt, um sich um Arztbesuche oder dergleichen zu kümmern. Ihr Sohn Thomas wohnt deutlich näher und schaut regelmäßig bei seiner Oma vorbei. Beide sind sich manchmal unsicher über das Befinden der Seniorin. »Diese beiden Personas decken die Zielgruppe gut ab, wie wir in Gesprächen mit Betreuten und Angehörigen festgestellt haben«, so Bialoskorski.

Für diese potenziellen Nutzer entwarfen die Workshopteilnehmer Soll-Szenarien in Form von Storyboards, die sie wiederum in einzelne User Storys herunterbrachen. »Das sind im Grunde schon Feature-Beschreibungen für die spätere Anwendung – so formuliert, dass sie die Nutzerbedürfnisse beschreiben. Auf deren Basis zeichne ich erste Scribbles, die anschaulich machen, wie das Interface der App aussehen könnte«, erklärt Bialoskorski. In dem Workshop formulierte das Team zudem sogenannte Hills: Ziele, die es mit dem ersten Release der App erreichen wollte.

Ausprobieren: 
Prototyping und Testing

Nach dem Workshop priorisierte das Aperto-Team die gewünschten Funktionalitäten der App: Was sind die Kernfunktionen? Welche sind weniger wichtig und können warten? Wie sieht der Ablauf innerhalb der App aus? Dann machte man sich an den ersten Prototyp. UX-Designerin Bialoskorski fertigte in dem Designtool Sketch erste Skizzen an, Wireframes genannt, und verband sie in dem Prototyping-Tool InVision miteinander. User-Interface-Designerin Julia Lingertat gestaltete parallel die Oberflächen und Interaktionen. Der so entstandene Klickdummy zeigte bereits den User Flow und vermittelte ein Gefühl für das Look-and-feel der App. »Das visuelle Design spielte bei diesem Projekt von Anfang an eine wichtige Rolle, weil es sich um ein sehr emotionales Thema handelt. Es geht nicht nur um die Informationen, sondern auch stark darum, wie sie dargestellt werden«, erklärt Santiago Uribe, inzwischen der verantwortliche User Interface Designer für das Projekt. Ein rot blinkender Alarmbutton etwa löst schnell Panik aus – und im Notfall ist eher ein kühler Kopf gefragt.

»Das visuelle Design spielte bei diesem Projekt von Anfang an eine wichtige Rolle, weil es sich um ein sehr emotionales Thema handelt. Es geht nicht nur um die Informationen, sondern auch stark darum, wie sie dargestellt werden« Santiago Uribe

Mittels InVision lassen sich Prototypen auf mobilen Geräten testen. Sie fühlen sich dann schon an wie eine App, bevor die Funktionen tatsächlich entwickelt wurden. Die Designer verbinden die Screens über einfache Wenn-dann-Verknüpfungen miteinander, sodass sie die Abläufe mit dem Kunden und den potenziellen Nutzern testen können. Letztere brauchen dafür keinen eigenen InVision-Account, sondern können durch die Eingabe eines Passworts einfach den Prototyp auf einem Mobilgerät öffnen und drauflos klicken.

Beim User Testing arbeitet Aperto unter anderem mit dem Crowdtesting-Anbieter Applause zusammen. Dieser wählt aus seiner Datenbank von über 100 000 Menschen in Deutschland gemäß der von Aperto vorab definierten Zielgruppe Probanden aus und schickt ihnen den Link zum Klickdummy sowie einen von Aperto formulier ten Fragenkatalog: Verstehen Sie die App? Gefällt Ihnen das Design? et cetera. »Es ist enorm wichtig, so schnell wie möglich zu testen und Feedback von Nutzern einzuholen, da wir am Anfang ohne allzu viel Recherche auf der Basis von Personas und Hypothesen arbeiten. Nur durch User-Feedback können wir wissen, ob wir mit dem Prototyp auf dem richtigen Weg sind«, so Bialoskorski.

Den ersten Prototyp von Elderly Care testeten 25 Probanden – mit positiven Ergebnissen. Die eingeschlagene Richtung war also die richtige, eine weitere Prototyping-Schleife nicht notwendig. »Manche Nutzer teilten sogar persönliche Geschichten und lobten die Idee und Funktionen der App«, freut sich Bialoskorski. Ergebnisse des ersten Crowdtests waren zudem, dass der Begriff »Betreute« passender ist als »Betroffene«, dass das Design gut ankommt und das Thema Datensicherheit eine große Rolle spielt. Mithilfe des InVision-Prototyps holte Aperto außerdem das Feedback vom IBM-Team ein, das innerhalb der App direkt kommentieren konnte.

»Es ist enorm wichtig, so schnell wie möglich zu testen und Feedback von Nutzern einzuholen, da wir am Anfang ohne allzu viel Recherche auf der Basis von Personas und Hypothesen arbeiten. Nur durch User-Feedback können wir wissen, ob wir mit dem Prototyp auf dem richtigen Weg sind« Leticia Bialoskorski

Ein weiterer Vorteil des Tools: Sämtliche hochgeladenen Designs können sich die Entwickler später als Assets (Icons, Textfelder, Buttons und so weiter) herunterladen und nutzen. »Früher mussten Designer alles pixelgenau abmessen, Farbcodes und Fonts an die Entwickler weitergeben«, erklärt Nico Neumann, DevOps und Quali-
ty Assurance (QA) Engineer bei Aperto. »Heute können die Entwickler einfach ein Icon anklicken und die entsprechenden Informationen und Codeschnipsel herunterladen. Deshalb ist InVision ein gutes Tool für die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die uns sehr wichtig ist.«

Kernfunktionen definieren: 
Warnen und beruhigen

Der Prototyp, mit dem Aperto in die Entwicklung startete, umfasste die wichtigsten Grundfunktionen. Dazu gehört vor allem der Registrierungsprozess. Dabei handelt es sich um eine Zwei-Faktor-Authentifizierung – immerhin geht es um sehr persönliche Daten. Dank eines automatisiert erzeugten und verschlüsselten Aktivierungscodes ist das Verfahren sehr nutzerfreundlich.

Auf dem Hauptscreen liest der Nutzer den aktuellen Status ab. Die App zeigt in den Farben Grün, Orange und Rot an, ob alles in Ordnung ist oder ob es Unstimmigkeiten gibt. Die Statusanzeige ist mit einer leichten Animation unterlegt, die die Ansicht interessant macht und emotional auflädt. »Idealerweise sieht man nur den grünen Screen der App – denn das bedeutet, dass alles in Ordnung ist und man nicht weiter aktiv werden muss«, sagt Bialoskorski. Gibt es aber Unstimmigkeiten (Orange) – wie zu lange laufendes Wasser in Kombination mit fehlender Bewegung über einen längeren Zeitraum –, kann der Nutzer sich die Sensordaten anzeigen lassen und daraufhin selbst entscheiden, ob er etwas tun muss. Sei es, kurz bei Oma anzurufen oder im Zweifel den Notdienst der Malteser einzuschalten. Ein roter Alarm geht allerdings direkt an den Notruf der Malteser, und nur diese können ihn wieder deaktivieren, nachdem sie nach dem Rechten gesehen haben.

»Idealerweise sieht man nur den grünen Screen der App – denn das bedeutet, dass alles in Ordnung ist und man nicht weiter aktiv werden muss« Leticia Bialoskorski

Für den Austausch unter den Nutzern gibt es außerdem eine Kommentarfunktion. So kann Thomas seine Mutter zum Beispiel darüber informieren, dass er auf eine Warnung hin zur Oma gefahren ist und dass dort alles in Ordnung ist. »Nutzer tauschen hier voraussichtlich lediglich kontextbezogene Informationen aus, wichtige Details oder Notfälle besprechen sie über andere Kanäle. Aber die Kommentarfunktion innerhalb der App war den Test-Usern sehr wichtig«, erklärt Bialoskorski. Nach der Definition dieser Kernfunktionen startete das Team in die App-Entwicklung.

Loslegen: Agile Entwicklung 
und Tools

An der technischen Umsetzung war neben Aperto auch ein Entwicklungsteam von IBM beteiligt, das zeitgleich das Backend aufbaute, von dem die App die Sensordaten bezieht. Das Projektteam besprach mit IBM die einzelnen Features (User Storys) aus dem Workshop und definierte die Bedingungen, die erfüllt sein mussten, damit eine Story als erledigt gelten konnte. Dann wurde »gepokert«: Dabei bekommen alle Mitarbeiter Karten mit Zahlen zwischen 1 und 13, mit denen sie die Komplexität einer Story schätzen. Ist die Authentifizierung eine Sieben – oder doch nur eine Drei? Erreicht eine Story die Maximalpunktzahl, wird sie in mehrere Storys unterteilt.

Bei der App-Entwicklung orientiert sich Aperto an der agilen Projektmanagementmethode Scrum, hat diese aber für sich spezialisiert und eine eigene Lean-Service-Creation-Methode entwickelt. Um deren Prozesse gut abzubilden, nutzte die Elderly-Care-Mannschaft das Workflow-Management-Tool JIRA, in das sie die einzelnen Aufgaben einspeiste und festlegte, welche sie innerhalb der Scrum-typischen Zeitintervalle von zwei Wochen, der sogenannten Sprints, erledigen wollte. Die einzelnen Aufgaben splittete das Team nach Disziplinen auf: UX Design, Interface Design, Development, Quality Assurance et cetera. Am Anfang jeder Story setzten sich meist UX, UI und oft auch Programmierer zusammen, um gemeinsam erste Lösungsansätze mit Stift und Papier zu scribbeln.

Eingangsbereich bei Aperto

Jeder Morgen begann mit einem Daily Stand-up Meeting, zu dem IBM per Telefon zugeschaltet wurde und in dem man gemeinsam besprach, was am jeweiligen Tag anstand. Solche Treffen sorgen für Transparenz im Arbeitsprozess und für reibungslose Abläufe. Hakt es bei einer Story, lässt sich schnell erkennen, wo das Problem liegt, und gemeinsam gegensteuern. Der Scrum Master überwacht den Prozess und kümmert sich darum, dass die Storys von oben nach unten abgearbeitet werden. »Bei traditionellen, nicht agilen Arbeitsprozessen ist jeder nur mit seinem Aufgabengebiet beschäftigt. Wir aber planen im Team, die Schätzung des Arbeitsaufwands gilt immer für uns alle. Außerdem reden wir mehr miteinander und inspirieren uns gegenseitig«, sagt Bialoskorski über das agile Vorgehen.

»Wir aber planen im Team, die Schätzung des Arbeitsaufwands gilt immer für uns alle« Leticia Bialoskorski

Den Projektverlauf dokumentierten die Aperto-Mitarbeiter außerdem mit der Kollaborationssoftware Confluence, einer Art Wikipedia für den Wissensaustausch intern sowie mit Kunden. Hier halten die Mitarbeiter ihre Arbeit an jeder Story in Bild und Text fest. Neben Bialoskorskis Wireframes samt Beschreibung fanden sich darin zum Beispiel die Ergebnisse aus den funktionalen Crowd-Testings, die der Quality-Assurance-verantwortliche Nico Neumann nach jedem Sprint durch den Crowdtesting-Service Applause durchführen ließ. Ergaben sich dabei neue Anforderungen oder Bugfixes, gingen diese als neue Storys in den JIRA-Plan ein – nachdem im Team besprochen wurde, wie wichtig sie sind und wie schnell sie erledigt werden müssen. Insgesamt nahm die Entwicklung vier Sprints in Anspruch und dauerte acht Wochen. Dann war das Minimum Viable Product (MVP) fertig, die erste marktfähige Version der App.

Implementieren: Erste Projekte und Feedback

Im Rahmen eines ersten Kundenprojekts wurden seit März 2017 in 50 Wohnungen in Berlin und anderen Metropolregionen diverse Sensoren installiert und die Malteser sowie die Angehörigen der Bewohner mit der Elderly-Care-App ausgestattet. Im Team ist man gespannt: »Was die Tester zu einer App vorab sagen, ist das eine. Was die User dann tatsächlich damit tun oder wie sie sie bewerten, das andere«, weiß Bialoskorski.

Aperto und IBM konzipierten die App als Whitelabel-Lösung, die IBM in Partnerschaft mit dem Malteser Hilfsdienst Versicherungen anbieten will. Dank des modularen Aufbaus können diese die App schnell an ihre eigenen Anforderungen anpassen und sie ihren Corporate-Farben entsprechend branden. Betreute und ihre Angehörigen erhalten das System bei ihren Versicherungen – inklusive Sensoren, IBM-Technik, Pflegedienst und App.

Projekte wie dieses werden laut Leticia Bialoskorski zukünftig vermehrt auf Aperto zukommen: nutzerzentrierte Services, die von IBM entwickelte Produkte und Technologien beinhalten. Auf diese Weise bekommen die UX Designer bei Aperto die Chance, mit innovativen Technologien vor allen anderen Marktteilnehmern zu arbeiten.

Produktfilm zur App Elderly Care:

 


Lean Service Creation

Apertos Arbeitsprozess vereint Design Thinking und agile Entwicklung. Im Zentrum steht dabei der User. Im Design-Thinking-Prozess recherchieren die Teams die Nutzerbedürfnisse, führen Marktanalysen durch und definieren ein konkretes Problem, das sie lösen wollen. Dazu sammeln sie Ideen, entwerfen User Journeys und entwickeln einen ersten Lo-Fi-Prototyp fürs Testing. Je nach Testausgang arbeiten sie auf diesem Prototyp weiter oder fangen noch einmal von vorne an.

Im Anschluss bauen die Aperto-Mitarbeiter im agilen Development den Prototyp immer weiter aus, wobei sie nach jeder Stufe erneute Usertests durchführen, um zu überprüfen, ob sie auf dem richtigen Weg sind. So ergeben sich mehrere iterative Schleifen, bis am Ende ein marktfähiges Produkt oder Servicesystem steht. Die Markteinführung selbst ist häufig ein weiterer Test: Wie kommt das Produkt an? Muss es verändert oder weiterentwickelt werden? Ein derart schlanker Prozess ermöglicht die schnelle Reaktion auf Kunden- und Userbedürfnisse und bindet den Auftraggeber eng mit ein. Die Agentur ist so nicht mehr bloßer Dienstleister, sondern vielmehr Berater auf Augenhöhe.

Hier klicken, um die Grafik größer zu sehen.


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Das macht ein Transaction Editor beim MM-Musik-Media-Verlag

Was macht man als Transaction Editor? Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Was muss man können? Hier gibt’s alle Infos …

Rosa Hecker, Stefan Braunschmidt und Eugen Lyubavskyy sind die zuständigen Transaction Editors für »Gitarre & Bass«

Ein Transaction Editor zeichnet sich vor allem durch ein bestimmtes Mind- und Skill Set aus. So ist es nicht verwunderlich, dass unsere Gesprächspartner nicht nur unterschiedliche Ausbildungswege hinter sich haben, sondern auch unterschied­li­che Jobtitel tragen.

Stefan Braunschmidt hat Erziehungswissenschaften und Soziologie studiert, zunächst frei für »Gitarre & Bass« geschrieben, machte sein Volon­tariat beim MM-Musik-Media-Verlag und ar­beitet nun als Redakteur für das Musiker-Fachmagazin. Eugen Lyubavskyy studierte Germanistik und Musikwissenschaft, arbeitete als Freelancer für verschiedene Me­­dien und tritt als Volontär in Braunschmidts Fußstapfen. Rosa Hecker stu­dier­te Ger­ma­nistik und Politik, absolvierte ein Volon­ta­riat in einer Online-Redaktion und kam vor knapp vier Jahren zum MM-Mu­sik-Me­dia-Verlag, wo sie als Content-Ma­nage­rin redaktionsübergreifend arbeitet. Wir spra­chen mit ihnen über Heraus­for­de­run­gen und Chancen des Tätigkeitsfelds Trans­ac­tion Editor.

Die drängendste Frage zuerst: Was ist der Unterschied zwischen einem Transaction Editor und einem »klassischen« Redakteur?
Stefan Braunschmidt: Ein Transaction Editor verfasst nicht nur Inhalte und verbreitet sie, sondern er ist dafür zuständig, dass sie online gefunden werden und eine Transaktion oder Interaktion auslösen – mit uns, den Inhalten selbst oder Dritten. Leser können sich zum Beispiel weitere In­formationen herunterladen – gratis oder bezahlt, Tickets zu Kongressen kaufen, sich für Seminare und unsere Newsletter anmel­den oder Produkte direkt bei uns im Shop bestellen. Ziel ist es, eine messbare Reaktion beim Leser oder User hervorzurufen.

Rosa Hecker: Ein Transaction Editor muss eine Reihe von Tools beherrschen, um zu analysieren, welche Inhalte unsere Leser su­chen und brauchen, und um nach der Veröffentlichung kontinuierlich zu monitoren und zu optimieren. Sehr wichtig für unsere Arbeit sind Google Analytics und Searchmetrics, vor allem für mich, die ich redaktionsübergreifend tätig bin.

»Ein Transaction Editor verfasst nicht nur Inhalte und verbreitet sie. Ziel ist es, eine messbare Reaktion beim Leser oder Nutzer hervorzurufen« Stefan Braunschmidt

Braunschmidt: Die »klassischen« Redakteure heißen bei uns Content Editors, aber faktisch unterscheiden sich die beiden Jobs kaum noch voneinander. Als Content Editor arbeitet man enger mit Autoren zusam­men, steigt tiefer in die Inhalte ein und muss eine größere Themenkompetenz ha­ben. Als Transaction Editor braucht man zudem Marketing-Know-how. Welche Rol­le gerade Vorrang hat, ist oft situationsabhängig: Wenn wir gerade mitten in der Heft­produktion stecken, habe ich weniger Zeit für die Analyse und Pflege bestehender Online-Inhalte. An anderen Tagen ar­beite ich wiederum eng mit der Sales-Abteilung zusammen und konzipiere Kam­pagnen für Kunden mit. Mindestens alle zwei oder drei Tage führe ich in Search­metrics eine Keyword-Recherche und ei­ne Ge­winner-Verlierer-Analyse unserer Online-Inhalte durch.

Eugen Lyubavskyy: Wir arbeiten jeden Tag an mehreren Baustellen gleichzeitig. Eine der größten Herausforderungen ist deshalb Zeit- und Selbstmanagement. Außer­dem müssen wir die Ausspielung unserer Inhalte auf den verschiedenen Plattfor­men planen – Print, Website, Facebook, Instagram, Twitter, YouTube, SoundCloud und so weiter. Die Betreuung unserer Social-Media-Kanäle liegt hauptsächlich bei mir.

Wie koordiniert ihr eure Aufgaben, damit nichts vergessen wird?
Hecker: Wir arbeiten mit einem Outlook-Kalender, den wir mit der Sales-Abteilung teilen. Dort tragen wir wichtige Termine ein, etwa für die Kampagnenausspielung über unsere Websites, Newsletter und über Social Media. Außerdem vermerke ich dort übergreifende Termine wie Branchen­events und erstelle serielle Erinnerungen für mich, um die regelmäßige Aktualisierung von Evergreens zu koordinieren, also Artikeln über Dauerbrennerthemen. Früher haben wir viel mit Excel gemacht, aber das hat sich nicht bewährt.

Braunschmidt: Kalender funktionieren super, weil alle gut darauf zugreifen und sogar Daten ablegen können, wie Texte und Bilder für Kampagnen. Für Print haben wir einen Redaktionsplan in Excel, der über die Jahre gewachsen und sehr ausgereift ist. Und in der Redaktion hängt ein ganz klassischer Wandkalender, in den wir Musikergeburtstage eintragen. Derzeit rollt der Verlag eine neue digitale Anwendung für alle Marken aus, den Content Planner. Darin definieren wir für jeden Inhalt Persona, Keywords und das Ziel, das wir damit erreichen wollen, und halten zudem fest, welche Bestandteile wir über welche Kanäle ausspielen. Der Planner soll langfristig die bisherigen Planungstools ersetzen und in einem weiteren Schritt auch Daten zu erzielter Reichweite, Conver­sions und Visibility liefern.

»Wir arbeiten jeden Tag an mehreren Baustellen gleichzeitig. Eine der größten Herausforderungen ist deshalb Zeit- und Selbstmanagement« Eugen Lyubavskyy

Was macht euch am meisten Spaß an eurem Job?
Hecker: Dass es niemals langweilig wird. Es gibt viele unterschiedliche Aufgaben und Medien – Text, Ton, Bild, Video. Mir persönlich macht diese Vielseitigkeit viel mehr Spaß als den ganzen Tag zu schreiben. Außerdem können wir alle auf Messen gehen und noch andere Außentermine wahr­nehmen.

Braunschmidt: Mir gefällt die Mischung auch – von klassischer Redakteursarbeit über Datenanalyse, SEO und die Koordination mit den Sales-Kollegen bis hin zu Messebesuchen. Dadurch entwickelt man ein sehr breites Skill Set. Im Grunde lernen wir jeden Tag dazu.

Bildet ihr euch nur on the Job weiter, oder gibt es auch institutionalisierte Angebote?
Lyubavskyy: Unser Mutterkonzern, der Ebner Verlag in Ulm, bietet im Rahmen einer internen Ebner Academy eine Reihe von Weiterbildungsmöglichkeiten an, hauptsächlich in Form von Live-Webinaren. Dadurch habe ich besonders im Bereich Social Media viel gelernt.

Braunschmidt: Die Academy eignet sich sehr gut für das Onboarding neuer Kollegen. Hier lernen sie schnell, wie ihr neuer Arbeitgeber tickt und was ihm wichtig ist. Vor Kurzem haben alle Redaktionen zudem eine Vor-Ort-Weiterbildung in Sachen Videoerstellung erhalten.

Gibt es auch etwas, das euch nervt?
Lyubavskyy: Wenn die Schere zwischen Marketing für Dritte und den Interessen unserer Leser zu groß wird, zum Beispiel wenn wir Sponsored Articles veröffentlichen sollen, die schlecht geschrieben oder irrelevant sind.

Braunschmidt: Als Transaction Editor kann es passieren, dass man sich sowohl gegenüber Anzeigenkunden als auch den Lesern verantworten muss. Generell kriegen wir das aber ganz gut hin. Wenn Inhalte zu schlecht sind, sprechen wir mit den Kunden und sagen im Ernstfall auch mal einen Deal ab. Wir müssen unsere Qualitätsstandards einhalten, sonst werden wir unglaubwürdig.

Was muss man mitbringen, wenn man Transaction Editor bei euch werden will?
Hecker: Man darf neuen Analysetools und Marketinginstrumenten nicht abgeneigt sein. Wer den ganzen Tag seiner Kreativität als Schreiber frönen will, ist hier falsch. Und man darf keine Berührungsängste ge­genüber Sales haben.

Braunschmidt: Das gab es bei »Gitarre & Bass« ohnehin nie so stark wie vielleicht in anderen Redaktionen. Wir sind ein klei­nes Team und arbeiten eng zusammen. Das wäre auch gar nicht mehr anders mög­lich: Wir verkaufen heute weniger reine Printanzeigen, dafür immer mehr crossmediale Kampagnen. Das erfordert viel Kommunikation und Koordination zwischen Sales und Redaktion.

Hecker: Gleichzeitig müssen die Sales-Kol­legen viele Dinge lernen, die traditionell eher in unserem Bereich liegen, wie Google Analytics, Searchmetrics oder Newsletter-Mailing-Programme.

Braunschmidt: Trans­­action Editors brau­chen von allem ein bisschen: Man muss Branchenwissen haben, schreiben können, SEO, Social Media und Daten­­analyse beherrschen, Marketingideen ent­wickeln und kreativ sein – bei eigenen Inhalten und bei Kampagnen­ideen für Kunden.

»Wer den ganzen Tag seiner Kreativität als Schreiber frönen will, ist hier falsch. Und man darf keine Berührungsängste gegenüber Sales haben« Rosa Hecker

Lyubavskyy: Im Bereich Social Media braucht man teilweise ein dickes Fell. Man­che Leute sind ganz schön zickig, und es gibt ab und zu Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen. Das darf man sich nicht zu Herzen nehmen und muss es in Rela­tion setzen: Auf einen blöden Kommentar kommen zig positive.

Braunschmidt: Man muss verstehen, dass jedes Medium eine eigene Sprache und einen eigenen Kommunikationsstil hat – und wissen, wie man welche Zielgruppe wo anspricht und welcher Einsatz sich lohnt. Natürlich muss man schreiben können – und bei »Gitarre & Bass« kommt noch dazu, dass man Musiker sein sollte. Sonst fehlt einem die Credibility im Markt. Grund­sät­z­lich ist wichtig, dass man ins Team passt. Wer nicht miteinander reden kann, kann auch nicht miteinander arbeiten.

Lyubavskyy: Im Grunde gibt es nicht den richtigen Ausbildungsweg für unseren Job. Jeder von uns hat einen anderen Hintergrund. Letztlich ist Flexibilität das Wichtigste. Ich selbst habe als Freelancer für TV, Radio und Zeitungen gearbeitet und kam dadurch immer wieder in Situationen, in denen ich mich (noch) nicht auskannte. Das hilft mir heute.

Wie wird sich der Job des Transaction Editors eurer Meinung nach in Zukunft verändern?
Lyubavskyy: Er verändert sich schon jetzt ständig. Es muss nur eine neue Social-Media-Plattform auftauchen, und schon hast du neue Aufgaben.

Braunschmidt: Unsere Arbeit richtet sich danach, was die Leser und User wollen und gut finden – und verändert sich entsprechend deren Vorlieben. Ich glaube, dass Leser in Zukunft noch stärker filtern und bewusster konsumieren werden. Denn die Menge an Inhalten, die auf sie einstürzen, ist einfach enorm. Medien müssen den Nut­zern auf Augenhöhe begegnen. Sie müssen transparent machen, warum sie über etwas berichten, und erklären, war­um sie bestimm­te Schlüsse ziehen.

Hecker: Die Kontaktpunkte mit den Lesern und Nutzern werden immer unmittelba­rer und vielfältiger. Dieses Jahr veranstalten wir mit dem Guitar Summit sogar eine eigene Messe.

Braunschmidt: Genau, das ist gerade ein großes Thema für uns. Vor Kurzem haben wir einen Event-Manager eingestellt, der uns bei der Umsetzung unterstützt. Eine eigene Messe ist ein Wagnis, aber auch eine große Chance. Letztlich müssen wir immer wieder neue Wege finden, die Leute zu erreichen und für uns zu begeistern. Es ist toll, dass wir die Chance bekommen, solche Ideen umzusetzen.


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Das macht ein UX Designer bei Aperto

UX Design ist ein weites Feld, das in jeder Agentur unterschiedlich interpretiert wird. So sieht es bei der Digitalagentur und IBM-Tochter Aperto in Berlin aus …

© Tino Wehe / Aperto

Wir sprachen mit Creative Director UX Andrea Goebel, 43, und UX Designer Marcus Fries, 31, darüber, was UX Design bei Aperto bedeutet und wie sie es mit Fokus auf den Nutzer sowie auf interdisziplinäre und iterative Zusammenarbeit – auch mit dem Kunden – für erfolgreiche Lösungen einsetzen.

PAGE: Wie und warum seid ihr zu Aperto gekommen?

Andrea Goebel: Ich habe Publizistik studiert und bin seit 15 Jahren im Bereich Digitale Medien unterwegs, war in verschiedenen Digitalagenturen und Digitalablegern von Werbeagenturen tätig und habe frei gearbeitet. Zu Aperto kam ich vor drei Jahren durch einen Freelance-Auftrag. Mir hat die Projektvielfalt gefallen, genauso wie die Möglichkeit, Plattformen und Services von Grund auf mit zu entwickeln, statt nur Kampagnen digital zu verlängern.

»Mir gefällt die Projektvielfalt, genauso wie die Möglichkeit, Plattformen und Services von Grund auf mit zu entwickeln, statt nur Kampagnen digital zu verlängern« Andrea Goebel

Marcus Fries: Ich habe eine Ausbildung zum Mediengestalter gemacht und danach in Köln Integrated Design studiert. Währenddessen und danach habe ich als freiberuflicher Interface Designer für diverse Agenturen und Start-ups gearbeitet. In die Festanstellung bin ich gewechselt, weil ich keine One-Man-Show mehr sein, sondern in einem größeren Team arbeiten wollte. An Aperto fand ich neben dem Projektportfolio die Anbindung an IBM spannend, weil sie Zugang zu neuen Technologien gewährt. Außerdem hatte ich bei den Bewerbungsgesprächen einfach ein gutes Gefühl. Ich bin seit Juni 2016 dabei.

User Experience Design ist ein weites Feld. Was macht ein UX Designer bei Aperto?

Goebel: Bei Aperto arbeiten UX Designer in den verschiedensten Projektarten – von Plattformen und Websites über Marketingmaßnahmen und Kampagnen bis hin zu digitalen Produkten und Services. Die meisten haben ein Spezialgebiet, aber wir halten die Grenzen bewusst offen, damit jeder Einblick in alle Bereiche bekommen kann. So lernt man bei jedem Projekt dazu und kann die für sich passende Richtung einschlagen.

Was ist dein Schwerpunkt, Andrea?

Goebel: Ich arbeite vor allem strategisch-konzeptionell an Corporate- und Brand-Themen wie Unternehmens- oder E-Commerce-Plattformen. Als Creative Director bin ich insbesondere am Anfang eines Projekts dabei, schaue, wo das Problem liegt und in welche Richtung es gehen soll.

»Es ist keine Pflicht, aber technisches Grundwissen schadet nicht – besonders, wenn man in der Umsetzung mit dem Entwickler zusammensitzt« Marcus Fries

Marcus, du kannst HTML. Ist das ein Muss für einen UX Designer?

Fries: Es ist keine Pflicht, aber technisches Grundwissen schadet nicht – besonders, wenn man in der Umsetzung mit dem Entwickler zusammensitzt. Mein Schwerpunkt liegt zum Beispiel darin, die Informationsarchitektur für eine Website auszuarbeiten oder Interaktionsparadigmen für einen neuen Service zu definieren. Meine Tätigkeit variiert von Projekt zu Projekt – was mir sehr gut gefällt.

Wie sieht der klassische Karriereweg bei Aperto aus?

Goebel: Wir bieten Traineeships für Einsteiger ein, danach gibt es die üblichen Stufen Junior, Advanced, Senior bis hin zum Lead oder Creative Director. Es kommt darauf an, welche Komplexitätsstufe man eigenständig bearbeiten kann und wie viel Verantwortung man übernimmt.

Inwiefern hat sich mit der Übernahme von Aperto durch IBM etwas verändert für eure Arbeit?

Goebel: Durch IBM haben wir nun direkten Zugriff auf neue Technologien, wie IBMs künstliche Intelligenz Watson der Internet-of-Things-Anwendungen. Das macht unsere Arbeit sehr abwechslungsreich. Außerdem hat IBM viele Kunden, die mitten in digitalen Transformationsprozessen stecken. Dadurch werden wir viel stärker als Begleiter von Change-Prozessen eingebunden. Aperto arbeitet mit daran, analoge Geschäftsbereiche zu digitalisieren, die Umstellung für alle Beteiligten so angenehm und einfach wie möglich zu machen und zu einem nutzbaren Ergebnis zu führen. Das erfordert eine wesentlich tiefere Beschäftigung mit den Problemen des Kunden sowie eine engere Einbindung in dessen interne Prozesse.

Wie sieht das genau aus?

Fries: In vielen Projekten arbeiten wir sehr eng mit den Kunden zusammen. Kürzlich war ich Teil eines Teams, das zur Hälfte aus Mitarbeitern von Volkswagen Nutzfahrzeuge und aus Aperto-Kollegen bestand. Wir haben vier Wochen hier bei uns in der Agentur intensiv zusammengearbeitet, konnten uns direkt austauschen, Insights teilen und schnell Entscheidungen treffen.

»Es ist enorm wichtig, den Kunden zum Teil des Prozesses zu machen« Andrea Goebel

Goebel: Dieses Modell schlagen wir immer mehr Kunden vor, weil wir so gute Erfahrungen damit gemacht haben. Man spart sich diverse Abstimmungszyklen und kommt schneller zu einem Ergebnis, hinter dem das gesamte Team steht. Gerade beim initialen Workshop ist es sehr wichtig, nah am Kunden zu sein und die richtigen Fragen zu stellen, denn hier wird die Basis für die weitere Entwicklung gelegt. Es ist enorm wichtig, den Kunden zum Teil des Prozesses zu machen.

Wie groß ist die Bereitschaft für solche Modelle auf Kundenseite?

Goebel: Viele Unternehmen hinterfragen derzeit ihre gewohnten Arbeitsprozesse, brechen Silos auf und fördern interdisziplinäre Zusammenarbeit. Deshalb sind sie entsprechend offen, auch dafür, mit Agenturpartnern auf neue Art zusammenzuarbeiten. Wir stehen ihnen dann als Mitgestalter, Impulsgeber und Enabler zur Seite. Natürlich gibt es auch Kunden, für die wir noch nach klassischen Prozessen wie dem Wasserfallmodell arbeiten.

Agile Prozesse benötigen ein Rahmenwerk. Womit arbeitet ihr?

Goebel: Unser kreativer Prozess basiert auf Design Thinking, das heißt wir arbeiten konsequent nutzerzentriert, analysieren erst einmal die Nutzerbedürfnisse – und bringen diese mit den Business- und Markenzielen unserer Kunden zusammen. Unsere Ideen testen wir anhand von Prototypen und führen letztlich alles in einer Design Vision zusammen, die wir auch zur Abstimmung mit unseren Kunden nutzen. In der Umsetzung überführen wir die Design Vision dann in einen agilen, iterativen Prozess, in dem wir in interdisziplinären Teams eng zusammenarbeiten. Konkrete Abläufe und die Rollenverteilung passen wir je nach Kunde und Projekt an.

Was sind alltägliche Abläufe und Aufgaben für euch?

»Die meisten Tage beginnen mit einem Daily Stand-up im jeweiligen Projektteam« Marcus Fries

Fries: Die meisten Tage beginnen mit einem Daily Stand-up im jeweiligen Projektteam. Alles, was danach kommt, hängt davon ab, in welcher Projektphase man sich befindet. Das kann das Erstellen von Personas sein, die Auswertung von User Tests oder das Ausarbeiten von User Storys für die agile Entwicklung.

Arbeitet ihr immer nur an einem Projekt oder auch mal an mehreren gleichzeitig?

Fries: Idealerweise nur an einem Projekt, höchstens zwei – und dann meist mit einer Aufteilung von 80 zu 20 Prozent.

Wie lang dauern Projekte ungefähr?

Goebel: Das ist sehr unterschiedlich. Großprojekte wie der Launch einer komplexen, internationalen Unternehmenswebsite können schon mal über ein bis zwei Jahre laufen plus anschließender Weiterentwicklung. Kampagnen und schnelle Prototypentwicklungen sind dagegen eher kurzfristig.

Mit welchen Tools und Programmen arbeitet ihr regelmäßig?

Fries: Die wichtigsten Programme sind Sketch fürs Wireframing, Slack zur Kommunikation, Confluence und JIRA für die Projektdokumentation und -steuerung sowie gängige Prototyping-Tools wie zum Beispiel InVision.

Goebel: Ich arbeite nach wie vor auch viel mit Stift und Papier oder mit Whiteboard und Post-its, um Anforderungen aufzunehmen oder erste Ideen zu skizzieren. Und Kundenpräsentationen bereiten wir in PowerPoint oder Keynote auf, etwa wenn wir nach der ersten Konzeptionsphase unsere Design Vision beim Kunden vorstellen.

Präsentiert ihr selbst vor Kunden?

»Bei Aperto ist nicht allein der Projektmanager das Gesicht zum Kunden« Andrea Goebel

Goebel: Ja, unbedingt. Bei Aperto ist nicht allein der Projektmanager das Gesicht zum Kunden. Wir stecken am tiefsten in der Materie und sind deshalb diejenigen, die unsere Ideen am besten präsentieren und verteidigen können.

Welche Disziplinen sind noch Teil eurer Projektteams?

Fries: Den engsten Austausch habe ich mit dem Visual Designer, mit dem ich gemeinsam am Interface Design arbeite. Dazu kommt eine enge Absprache mit den Entwicklern – sowohl bei der technischen Umsetzung als auch im Vorfeld, um mich zu vergewissern, dass eine Idee umsetzbar ist. Andere beteiligte Disziplinen sind außerdem unser Content-Team sowie die Kollegen aus dem Strategy-Data-Performance-Team, die uns etwa bei SEO-Fragen unterstützen.

Goebel: UX Designer bilden eine Schnittstelle: Wir analysieren die Kundenanforderungen, stimmen uns zum Look-and-feel eng ab und klären die Machbarkeit mit der Technik.

»UX Designer bilden eine Schnittstelle: Wir analysieren die Kundenanforderungen, stimmen uns zum Look-and-feel eng ab und  klären die Machbarkeit mit der Technik« Andrea Goebel

Was braucht es dafür – fachlich und charakterlich?

Goebel: Einen klassischen Werdegang oder Ausbildungsweg gibt es (noch) nicht. Letztlich sind wir alle Quereinsteiger. Man braucht analytische Fähigkeiten, und das Beherrschen der wichtigsten Methoden ist in jedem Fall von Vorteil. Wenn dieses Wissen nicht im Studium vermittelt wurde, lernt man das bei uns on the Job oder in verschiedenen Trainings. Ab einem gewissen Einstiegslevel setzen wir es aber voraus. Mir ist außerdem wichtig, dass die Leute Begeisterung fürs Digitale und die Lust zur ständigen Veränderung mitbringen. Und Empathie! Sie müssen sich in alle Stakeholder hineinversetzen können – in den Endnutzer ebenso wie in den Auftraggeber. Ganz grundlegend ist der Wille zur Gestaltung, man muss etwas erschaffen wollen.

Fries: Außerdem sollte man Teamplayer sein und akzeptieren können, dass die Ideen von anderen auch mal besser sind als die eigenen. Egomanen schaden jedem Team.

Was macht euch am meisten Spaß an eurem Job?

Fries: Die ständig wechselnden Aufgaben und Herausforderungen. Wir haben es immer wieder mit neuen Kunden, neuen Teams und neuen Usern zu tun. Außerdem gefällt mir, dass wir Projekte aufsetzen, die tatsächlichen Impact haben. Man trägt eine große Verantwortung, was den Job sehr spannend macht.

Goebel: Ich schätze besonders die enge Zusammenarbeit mit meinen Kollegen und unseren Kunden. Am fröhlichsten verlasse ich das Büro, wenn wir nach einem intensiven Workshoptag zu tollen Ergebnissen gekommen sind und jeder denkt: Wow, wir haben richtig was geschafft.

Trotzdem: Jeder Job hat auch Nachteile oder nervige Seiten. Was ist das bei euch?

Goebel: Administrative Aufgaben sind wohl für alle Kreativen eher unschön – also Stunden buchen, Zeitpläne ausarbeiten und so weiter. Aber das muss auch sein, um wirtschaftlich arbeiten zu können.

Wie wird sich das Berufsbild UX Designer eurer Meinung nach weiterentwickeln?

Fries: Ich denke, es wird noch breiter und interdisziplinärer werden. Das erfordert gleichzeitig mehr Spezialisierung – etwa auf Themen wie Virtual Reality oder künstliche Intelligenz. Man wird als UX Designer nicht mehr alle Spezialdisziplinen abdecken können.

Goebel: Ich bin überzeugt, dass UX Designer in Zukunft noch gefragter sein werden – schon heute ist gutes UX Design ein echter Wettbewerbsfaktor. Wenn sich Produkte und Services kaum noch unterscheiden, setzt sich das Angebot durch, das dem Nutzer das beste Erlebnis bietet.

»Ich bin überzeugt, dass UX Designer in Zukunft noch gefragter sein werden – schon heute ist gutes UX Design ein echter Wettbewerbsfaktor« Andrea Goebel

Habt ihr ein Traumprojekt, das ihr irgendwann mal umsetzen wollt?

Goebel: In vielen unserer Projekte beschäftigen wir uns schon mit großen Zukunftsfragen – wie werden wir leben, arbeiten, wohnen? Diese Entwicklungen ein Stück weit mitgestalten zu können – darauf freue ich mich besonders.

Fries: Ich freue mich auf die nächsten neuen Technologien und die Möglichkeit, einer der Ersten zu sein, der damit arbeiten darf.


UXDesignCCCAP17

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Creative Coffee bei Strichpunkt

Im Rahmen unserer Initiative Connect Creative Competence empfing Strichpunkt Ende 2016 eine Gruppe interessierter Designstudenten der Uni Folkwang. Ein Einblick …

Nach dem Besuch der ADC Design Experience am Vortag fanden sich die Designstudenten gemeinsam mit ihrem Professor Heribert Birnbach in den Räumlichkeiten von Strichpunkt in Stuttgart ein. Bei einer Einführung in die Arbeitsweise und Projekte der Agentur erfuhren sie, wie Corporate Designer bei Strichpunkt arbeiten und was der vielseitige Job mit sich bringt.

Art Direktorin Eva Thiessies, Projektmanager Jochen Eppenstein, HR-Managerin Caroline Fritz und Geschäftsführer Jochen Rädeker standen den Studierenden Rede und Antwort. Bei der anschließenden Tour durch die Büros bekamen sie zudem einen Einblick in die Arbeitsumgebung.


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CorporateDesignCCCSP16

Creative Coffee bei SinnerSchrader

Im Rahmen von Connect Creative Competence veranstalteten die Hochschule Augsburg und SinnerSchrader München einen Workshop zum Thema Service Design.

Als Bestandteil der PAGE-Initiative Connect Creative Competence empfangen unsere Partneragenturen junge Kreativtalente aus Hochschulen und stellen sich und ihre Arbeitsbereiche vor. SinnerSchrader veranstaltete mit Studierenden der Hochschule Augsburg sogar einen 3-tägigen Workshop zu den Themen Service Design, User Experience und Prototyping.

An den ersten beiden Tagen hatten die Studierenden die Möglichkeit, den kompletten Service-Design-Prozess mit allen Phasen und beispielhaften Methoden kennenzulernen und anhand einer eigenen Projektidee zu testen – bis hin zur Präsentation ihres Prototypen.

Am dritten Tag statteten die Teilnehmer dann der Münchner Dependance von SinnerSchrader einen Besuch ab und setzten einen Workshop zum Thema VR Experience drauf. Dem Video nach zu urteilen hatten alle Teilnehmer ziemlichen Spaß!


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Creative Coffee bei deepblue networks

Im Rahmen der PAGE-Initiative Connect Creative Competence empfangen unsere Partneragenturen junge Kreativtalente aus Hochschulen und stellen sich und ihre Arbeitsbereiche vor. So sah das bei der HAWK und deepblue networks in Hamburg aus …

 

Im Dezember 2016 reiste eine Truppe von Interaction-Design-Studenten der HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen zu der Hamburger Agentur deepblue networks, um sich den Arbeitsalltag eines Interaction Designers näher anzuschauen.

Dort trafen sie unter anderem auf HAWK-Alumnus Marian Breitmeyer, der heute Interaction Designer bei deepblue ist. Professor Stefan Wölwer fragte ihn, was schöner sei: Arbeit oder Studium? Eine eindeutige Antwort blieb Breitmeyer schuldig, beides habe seine Vorteile. Während im Studium viel experimentiert werde, ginge es heute mehr ums Alltagsgeschäft.

Sein Abschluss habe nur eine untergeordnete Rolle gespielt, sagt Breitmeyer. Bachelor oder Master sei für den Einstieg unerheblich. Es gehe vor allem darum, was man könne und was für ein Typ man sei. Gerade im Interaction Design spiele vor allem das Mindset eine Rolle: »Bist du jemand, der interessiert ist, der Fragen stellt, der wissen will, warum Dinge so funktionieren? Dann hast du schon mal ganz gute Karten.«

Neben einer Vorstellungs- und Diskussionsrunde gab’s lecker Essen und eine Tour durch die Räumlichkeiten der Agentur. Das Feedback der Besucher ist durchweg positiv. »Es war sehr schön und informativ. Man hat Einblicke bekommen, die man sonst eher nicht bekommt«, sagt etwa Birthe Möller. Christopher-David Lane nimmt vor allem mit, wie wichtig das menschliche Miteinander bei der Agentur ist. Und Yuan Zhu bedankte sich für die Infos rund um die Bewerbung.


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Creative Coffee bei DELI Creative Collective

Im Rahmen der PAGE-Initiative Connect Creative Competence empfangen unsere Partneragenturen junge Kreativtalente aus Hochschulen, stellen sich und ihre Arbeitsbereiche vor und veranstalten Workshops. So sah das bei DELI aus …

 

Anfang November machte sich eine Studentengruppe der Hochschule Niederrhein auf den Weg nach Hamburg, um das Studio DELI Creative Collective in den Schanzenhöfen zu besuchen. Hier erfuhren sie beim Creative Coffee vor Ort, was Motion Designer bei dem Unternehmen alles machen – und welche anderen Jobs es hier gibt. Prof. Richard Jung war froh, seinen Studierenden die Chance geben zu können, einen so lebensechten Eindruck von ihrer eventuellen späteren Berufswelt zu bekommen.

DELI-Geschäftsführer Michael Reissinger erklärte den Besuchern die Entstehung seines Studios: »Entstanden ist DELI vor 13 Jahren als eine ganz handelsübliche Postproduction-Firma, die sich darum kümmert, Filme zu veredeln – vor allem Werbefilme oder Musikvideos. Nach einigen Jahren stellten wir fest, dass wir immer mehr mit Grafikdesign in Bewegtbild zu tun haben. Das folgte dazu, dass die Pixelbutik gegründet wurde als eigenständiges Kreations- und Animationsdepartment. Heute bieten wir ein vollumfängliches Gesamtpaket. Kunden können zu uns kommen und sagen: Wir möchte einen Film – und wir überlegen uns diesen Film gemeinsam, produzieren und vertonen ihn. Am Ende liefern wir ein komplettes Bewegtbildstück ab.«

Auch er freute sich über die Gelegenheit, junge Talente kennenzulernen: »Ich gehe davon aus, dass ein paar der Leute, die heute hier waren, sich jetzt noch mehr für die Materie interessieren und sich damit beschäftigen werden. Vielleicht haben sie Blut geleckt und kommen über 3 oder 4 Ecken – oder auch auf dem direkten Wege – zu uns. Wir sehen das als Invest in unsere Zukunft.«


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