Alle Beiträge von Beate Winter

Der World Usability Day durch die „Nutzerbrille“ eines Außenstehenden

Redaktion: Beate Winter

Vor einer Woche fand der World Usability Day (WUD) auch wieder in Hamburg statt. 400 Teilnehmer waren in diesem Jahr auf dem Campus der HAW Hamburg. Ein neuer Rekord. Diesjähriger Schwerpunkt: Sustainable (green) User Experience. Was ist denn eigentlich Sustainable oder Green UX? Diese Frage wurde immer wieder gestellt. Auch von Experten. Antworten erwarteten wir von der German UPA und haben Vertreter des Berufsverbandes eingeladen. Außerdem sollten natürlich Vorträge und Workshops, Diskussionen und Gespräche während der Konferenz zur Klärung beitragen. Erstmals haben wir auch einen Journalisten und Texter eingespannt. Bewusst haben wir jemanden ausgesucht, der nicht aus „der UX- Szene“ kommt. Eine Reportage von Torsten Sannwald über den Tag, der die Welt verbessern soll.

Neues für Nutzer

Das Forum der Ideen auf dem World Usability Day 2016 in Hamburg

WUD 2016 Hamburg, Julian Mengel

CO2 arme Websites? Stellen wir uns vor, das Internet sei ein Land. Dann wäre es in puncto Stromverbrauch das sechstgrößte Land der Erde. In seinem Vortrag (Vortragsfolien) rechnet der studierte Biologe Julian Mengel vor, dass durch lange Ladezeiten und riesige Bilddatenflut weltweit Millionen Tonnen an CO2 in die Atmosphäre geblasen werden. Die Lösung zur Minimierung kostet weder Geld noch Aufwand. Bei der Erstellung von Websites einfach Bilder komprimieren und auf das Performance Budget achten – bei mobiler Nutzung zum Beispiel eine Ladezeit von maximal drei Sekunden. Auf diese Weise konnte etwa bei einem großen deutschen Webservice die Ausstoßlast um zwei Drittel reduziert werden.

Ein erstes Aha-Erlebnis. Denn das leuchtet selbst dem ein, der sich unter Usability oder User Experience nur schemenhaft – unter Sustainable User Experience überhaupt und rein gar nichts vorstellen konnte. Denn meine Digital-Affinität beginnt bei Emails und hört bei Spiegel Online und car2go auch schon auf. Gleich bei der Einladung zum WUD wies ich ausdrücklich auf mangelnde Kenntnisse hin, jedoch wies man mich daraufhin genauso ausdrücklich darauf hin, dass dieser Umstand nicht schlimm – sondern es im Gegenteil ganz interessant sei, mal zu lesen, wie der WUD auf jemand wirke, dessen Kernkompetenz – um es vorsichtig auszudrücken – nicht gerade im Digital Business liegt.

WUD 2016 Hamburg WUD 2016 Hamburg WUD 2016 Hamburg

 

Abgesehen von mir sind die restlichen der rund 400 Besucher aber schon alle mehr oder weniger vom Fach. Viele sind hier, die sich austauschen und inspirieren möchten, wie der Art Director, dessen Kollegen in der Agentur Jobs immer nur standardmäßig abarbeiten – es sei denn, es kommen veränderte Vorgaben vom Chef oder vom Kunden selbst. Eigeninitiative und Kreativität? – Fehlanzeige. Oder der Creative Director, der hier nach talentiertem Nachwuchs sucht. Oder die zwei Interaction Designerinnen, die mit spezifischen fachlichen Fragen kollegiale Unterstützung erhoffen. Oder der Manager aus dem Führungsteam eines schweizerischen Wasserversorgers, der hier bei der Entwicklung von Nachhaltigkeitsapplikationen wertvolle Impulse mitnehmen möchte.

WUD 2016 Hamburg, Christoph Buckler

Dass Sustainable (green) UX neben der technischen vor allem auch über eine gesellschaftliche Dimension verfügt, erörtert Christoph Buckler in seinem Vortrag „Designprinzipien für Green UX“ (Vortragsfolien). Darin geht er auf die besondere Verantwortung von Designern und Entwicklern ein. Er beschreibt Möglichkeiten zur Einflussnahme auf umfassendere Problemlösungen, die sich nicht nur auf die Optimierung der Performance beschränkt – sondern sich auf den gesamten Lebenszyklus bis hin zum Recycling eines Produktes erstreckt.

WUD 2016 Hamburg

In „Digitale Communities für ländliche Regionen“ (Vortragsfolien) wird’s amüsant. In Wort und Bild beschreibt Steffen Hess, Fachvorstand von German UPA, Stolpersteine, die zwischen Konzeption und nutzertauglicher Umsetzung einer digitalen Packstation liegen können. Das Projekt im Rahmen der »Digitalen Dörfer« vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, zeigt, wie Mobilität und Logistik mit intelligenter Technologie verzahnt werden kann, sodass für Bevölkerung und Unternehmen ein Mehrwert entsteht.

WUD 2016 Hamburg WUD 2016 Hamburg WUD 2016 Hamburg

 

In der Mittagspause plaudere ich am Stand von Ratio Drink, einem Kooperationspartner des WUD. Deren „Konferenzflasche“ ist eine weitere Interpretation zum Thema Usability. Das Produkt wird hauptsächlich von Gastronomie und Cateringfirmen bei Veranstaltungen eingesetzt. Es besteht aus einer Glasflasche, die der Besucher mit seinem Namen beschriftet und während der gesamten Veranstaltung behält und wiederverwenden kann. An einer Auffüllstation stehen Container mit Bio-Sirups in verschiedenen Geschmacksrichtungen bereit, die einfach mit Wasser angerührt werden. Und so wird mit diesem Konzept der Konsument – schwuppdiwupp – selbst zum Getränkeproduzenten.

Lego Serious Play Workshop Lego Serious Play Workshop

(Fotos Lego Serious Play Workshop: © O. Lorenzen-Schmidt)

Tausende von Legosteinen warten am Nachmittag gespannt darauf, was aus ihnen wird. Eine möglichst lange, möglichst stabile und möglichst schöne Brücke; die Materialisierung eines persönlichen Wunsches; oder der Ausdruck dessen, was man selbst unter Sustainable UX versteht – so lauten die Aufgaben beim Lego Serious Play Workshop von Irene Schuler. Auf abstrakte Aufgaben hin werden alleine oder in der Gruppe Ideen erarbeitet, bei denen sich die Entwicklung der Lösung aus der Visualisierung ergibt – Kreativität aus dem Zusammenspiel von Kopf-Bewusstsein und Unterbewusstsein, dass seinen Ausdruck über die Hände findet. Am Tag eins nach der Wahl eines Präsidenten, der die Zukunft mit den Rezepten von gestern zu gestalten verspricht, ist das ein moderner Konzeptansatz mit ungleich mehr Potenzial.

Damit findet ein inspirierender Tag seinen leichten, erlebnisreichen und unterhaltsamen Ausklang. Fazit: als einer, der noch aus der guten alten Zeit der Print-Werbung kommt, in der es darum ging, meist Unnützes möglichst geländegängig an den Konsumenten zu bringen, habe ich beim WUD erfahren, dass User Experience oder Usability organischer Bestandteil einer erweiterten Form von Kommunikation ist. Einer Kommunikation, die dem Konsumenten natürlich auch etwas verkaufen will, ja – aber darüber hinaus den Anspruch hat, an einem positiven gesellschaftlichen Wandel mitzuarbeiten.

World Usability Day 2016 – Mit User Experience zu mehr Nachhaltigkeit

blogbeitrag

Usability und User Experience (UX) sind zwei wesentliche Produktqualitäten, die heutzutage den Unterschied ausmachen. Über lange Zeit vernachlässigt, erreichen diese mittlerweile in Deutschland eine immer größere Sichtbarkeit. Nicht ganz unbeteiligt daran sind zahlreiche engagierte Designer, Psychologen, Informatiker und viele Weitere, die täglich ihre Fahne hochhalten und an Produkten für die Menschen und mit den Menschen arbeiten. Dabei stehen nicht die Technologien im Vordergrund, sondern die Menschen, die von Technologien unterstützt werden.

Um die bisherigen Errungenschaften und Erkenntnisse zu den Themen Usability und User Experience gemeinsam zu feiern sowie deren Bedeutung in die Welt zu kommunizieren und zu stärken, findet am 10. November 2016 der mittlerweile 12. World Usability Day (kurz: WUD) statt. Insgesamt gibt es an dem Tag weltweit rund 200 kostenfreie Veranstaltungen in mehr als 40 Ländern und auch Deutschland ist mit fast 20 Standorten wieder dabei. Der WUD in Deutschland ist eine Veranstaltung der German UPA (Berufsverband der Deutschen Usability und User Experience Professionals) und wird in Hamburg seit 2007 von eparo in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW Hamburg) organisiert.

Auf dem WUD in Hamburg möchten wir die Auswirkungen interaktiver Produkte und Systeme auf unsere Welt zusammen mit den Teilnehmern betrachten und diskutieren. Dazu wird es 11 spannende Vorträge und verschiedene Workshops geben. Das diesjährige Schwerpunktthema ist „Sustainable (Green) UX“ – doch was kann man darunter eigentlich verstehen? Wir haben unsere Besucher aus dem letzten Jahr gefragt und festgestellt, dass viele zum ersten Mal von Nachhaltigkeit in Verbindung mit UX hören und sich darunter nichts Konkretes vorstellen können. Daher haben wir Holger Fischer, den Vizepräsidenten der German UPA, gebeten, einmal genauer zu erläutern, was „Sustainable User Experience“ bedeutet:

Holger Fischer, Vizepräsident der German UPA

Das Thema in diesem Jahr lautet „Sustainable User Experience“. Doch wie passt das Thema Nachhaltigkeit mit User Experience zusammen? Nachhaltigkeit und User Experience sind von Beginn an miteinander verflochten und verfolgen eigentlich die gleichen Ziele. Sie beide fokussieren das Produkt von der Schaffung bis zur Erfahrung für Menschen und schaffen das beste Erlebnis. Grüne und nachhaltige Produkte berücksichtigen Ziele wie Recycling, Wiederverwendung und schrittweise Verbesserung. Es geht darum, bestehende Produkte und Dienstleistungen zu nehmen und Wege der Entwicklung zu verfeinern, neu zu gestalten, sie effektiver, effizienter und wiederverwendbar in einer Weise zu machen, um das Leben eines jeden Menschen zu verbessern. Dabei lassen sich drei verschiedene Bereiche der Nachhaltigkeit betrachten, die miteinander einhergehen: Ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Nachhaltigkeit.

Ökologische Nachhaltigkeit: Die ökologische Nachhaltigkeit thematisiert die Ressourcenschonung und lässt sich auch als „Green UX“ bezeichnen. Durch die Digitalisierung sämtlicher Lebens- und Geschäftsbereiche wird so beispielsweise versucht, das „papierlose Unternehmen“ zu realisieren, indem Rechnungen, Aufträge, Verträge und vieles Weitere nur noch digital erstellt, verschickt, verarbeitet und archiviert wird. Zudem wird ebenfalls das Thema Energie in den Fokus gerückt. Apps auf unserem Smartphone oder im Unternehmen helfen uns dabei unser Haus oder Unternehmensgebäude intelligent zu gestalten und so auf unseren Energieverbrauch zu achten.

Gesellschaftliche Nachhaltigkeit: Eng mit der ökologischen Nachhaltigkeit ist auch die gesellschaftliche Nachhaltigkeit verbunden. Ein wesentlicher Aspekt der UX ist unter anderem die intrinsische sowie extrinsische Motivation der Gesellschaft. UX kann hierbei helfen, die Einstellung jedes einzelnen zu prägen, ihnen das Thema der Nachhaltigkeit näher zu bringen sowie bewusst zu machen und deren Persönlichkeit mit zu entwickeln. Über ein entsprechendes Nutzererlebnis, bei dem sich Personen aktiv mit Ökologie und Ressourcenschonung auseinandersetzen, entstehen neue innovative Ideen. Mit Gleichgesinnten vernetzt, entsteht hier das Potential, dass diese Ideen eine nächste Ebene erreichen.

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: UX in Bezug auf die wirtschaftliche Nachhaltigkeit fokussiert unter anderem die Wiederverwertung von existierenden Konzepten, Produkten und Dienstleistungen. Bestehende Wege der Entwicklung lassen sich durch UX verfeinern, erneuern sowie effektiver, effizienter und wiederverwendbar gestalten. Eine entscheidende Ressource für Innovationen im Unternehmen sind deren Beschäftigte. Damit Innovation entstehen können, bedarf es entsprechender Freiräume und Unterstützungsmöglichkeiten. Durch angemessene und gebrauchstaugliche Apps und Systeme zur digitalen Assistenz der Beschäftigten, können diese sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und gezielt gefördert werden. Dabei lässt sich zudem auch Inklusion realisieren und eine soziale Gleichheit herstellen. Wirtschaftliche Nachhaltigkeit in der UX ist somit auch eng mit dem aktuellen Thema „Arbeit 4.0“ verknüpft.

Arbeit 4.0 ist ein Begriffskonstrukt, dass die zunehmenden direkten und indirekten Wechselwirkungen der Digitalisierung auf sämtliche Prozesse der Arbeitsgestaltung, Arbeitsorganisation und Arbeitsbedingungen sowie Aus- und Weiterbildung beschreibt.  Neue Technologien verändern ganze Wertschöpfungsketten und generieren neue, digitale Geschäftsmodelle. Gleichzeitig verkürzen sie Software-Innovationszyklen und führen neue Mensch-System-Schnittstellen ein. Konsequenzen, die sich daraus ergeben, sind Veränderungen menschlicher Arbeitsabläufe. Menschen erhalten neue Verantwortungen und büßen gleichzeitig Wissen und Kompetenzen ein. Dabei entsteht die Frage, ob die Technologie oder der Mensch die Kontrolle hat und die Entscheidungen trifft. Arbeit 4.0 thematisiert unter anderem Aspekte der Selbstorganisation und diskutiert neue Arbeitsformen, bspw. agile Unternehmensstrukturen. UX unterstützt dabei die positiven Veränderungen der Arbeitswelt hin zu mehr Flexibilität, Zufriedenheit und einem besseren Miteinander. Dadurch wiederum werden Bedingungen geschaffen, die eine nachhaltige und ganzheitliche Entwicklung gebrauchstauglicher Produkte und Services fördern. Das heißt, dass sich die Nachhaltigkeit auch auf den UX-Prozess als solches beziehen kann. Projekte sollten nicht nur auf der inhaltlichen Ebene mit den Auftraggebern durchlebt, sondern diese auch während des gesamten Projektes eingebunden werden. Es geht demnach auch darum, beim Auftraggeber das Wissen über die UX-Vorgehensweise zu transferieren, um ihn beim Wandel der Organisationskultur bzw. Denkweisen im Unternehmen zu unterstützen.

Zusammenfassend ist „Sustainable UX“ also ein vielseitiges Thema, welches drei wesentliche Ziele verfolgt:

  1. Gestaltung eines positiven Einflusses – auf den Klimawandel, soziale Gleichheit und Inklusion
  2. Förderung eines „grünen“ Verhaltens durch Apps und Co.
  3. Bildung einer ganzheitlichen Sicht der Nachhaltigkeit

Ethik, Werte und Handeln stehen im Fokus. Usability und User Experience Professionals nehmen dabei verschiedene Rollen ein, damit diese ambitionierten Ziele erreicht werden können. Sie sind Erzieher und somit verantwortlich für Bildung durch formelles oder informelles Lernen. Über positive Nutzererlebnisse prägen sie die Denkweisen in unserer Gesellschaft. Als Innovator realisieren sie neue Ideen und zeigen, welchen Unterschied eine positive UX ausmachen kann. Bestes Beispiel hierfür ist Steve Jobs, der mit seinen Produkten das digitale Zeitalter der letzten Jahre entscheidend geprägt hat. In der Rolle des Disruptor rufen UX Professionals radikale Veränderungen hervor. Bekannte Beispiele hierfür sind Airbnb oder Uber. Hierbei sind gänzlich neue, digitale Geschäftsmodelle entstanden. Airbnb besitzt keine eigene Immobilie und Uber kein eigenes Taxi, aber beide haben den Zahn der Zeit getroffen und vernetzen Gleichgesinnte, die Wohn- oder Fahrgemeinschaften bilden möchten und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Die Profession der Usability und User Experience Professionals ist vielseitig und multidisziplinär. Sie reduzieren Barrieren und bauen Brücken zu anderen Disziplinen. Es liegt an jedem Einzelnen, diese Verantwortung zu übernehmen, wenn wir unsere Welt ein Stückchen besser machen und genießen wollen.

Storyboards für digitale Services und Product Discovery Interview mit Illustratorin Melina Pink

Diesen Workshop mit Illustratorin Melina Pink bietet eparo bereits zum dritten Mal an. Damit ihr unsere Lieblingsillustratorin näher kennenlernt, stellen wir sie euch hier vor:

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Melina hat nach ihrem Fachabitur in Grafik und Gestaltung am Laguna College of Art & Design in Kalifornien einen B.F.A. in 2D Animation gemacht. Dort hat sie u.a. die Grundlagen des Storyboarding und Character Designs gelernt.

Nach dem Studium arbeitete sie als Storyboard-Zeichnerin für verschiedene Agenturen in L.A., bevor sie zurück nach Deutschland ging.
Hier hat sie nicht nur als Illustratorin, sondern auch beim Film und am Theater gearbeitet. Parallel machte sie ihren M.A. in Kultur + Management und arbeitete dann für einige Jahre auf dem internationalen Kunstmarkt.

Anfang 2013 hat sich Melina wieder selbstständig gemacht. Back to the roots sozusagen.

 
Beate: Was sind deine besonderen Eigenschaften?
Melina: Als Illustratorin versuche ich mich immer weiter zu entwickeln und dazu zu lernen. Was das Zeichnen angeht, ist das ein ständiger Prozess, der nie stillsteht. Ich versuche immer an meine Grenzen zu gehen und meine Komfortzone zu verlassen. Dabei interessiere ich mich besonders für Kontraste und die damit verbundenen Spannungsverhältnisse zwischen Altem und Neuem, Urban Art + klassischer Kunst, analoger + digitaler Kunst.
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Beate: Melina, warum bist du Illustratorin geworden?
Melina: Ich habe schon immer gezeichnet und kann mich nicht an einen Zeitpunkt erinnern, wo das nicht der Fall war. Die Illustration ist nicht etwas, wozu ich mich entschlossen habe, sondern sie ist Teil von mir. Mein Großvater hat bereits gezeichnet, vielleicht liegt es in den Genen.
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Beate: Welche Vorbilder hast Du?
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Beate: Du hast dich auf Scribbles, Storyboads und Character für Produkte spezialisiert. Was ist deine absolute Leidenschaft?
Melina: Ich liebe schwarz-weiß Strichzeichnungen sehr. Für mich steht dabei die bildliche Umsetzung einer Idee im Zentrum und wie ich eine Emotion, Botschaft oder Handlung am besten vermitteln kann.
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Beate: Du hast auch für einen beeindruckenden Ebola-Beitrag vom WDR gezeichnet. Was hat dich daran besonders gereizt?
Melina: Gereizt hat mich daran die gesellschaftliche Relevanz des Themas und der menschliche Aspekt. Ich bin kein Arzt und kann in dem Sinne nicht helfen, aber ich kann als Zeichnerin durch meine Bilder einen Beitrag leisten. Das Thema hat mich persönlich sehr bewegt, vor allem während des Zeichnens.
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Beate: An welchen Projekten arbeitest du in deiner Freizeit?
Melina: Ich arbeite immer an mehreren Projekten gleichzeitig. Zur Zeit experimentiere ich gerade mit 2D-animierten Erklärfilmen. Zudem zeichne ich täglich und schraube an meiner Webseite herum.
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Beate: Gibt es so etwas wie einen großen Traum für dich?
Melina: Ich möchte irgendwann meine eigene Grafische Novelle schreiben. Zudem würde ich sehr gerne im Bereich politische Satire/Cartoons arbeiten, um so die Machthaber etwas mit meinem Stift zu piksen. ;-)
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AXChange Hamburg bei eparo – erstes Axure-Meetup Deutschlands

AXChange Hamburg

Am 10. Juni haben wir bei eparo das erste Axure-Meetup “AXChange Hamburg” Deutschlands organisiert. Mit Unterstützung von Axure aus Kalifornien. Das Ziel: Interessierte und Axure-Fu-Master treffen sich jeden zweiten Mittwoch eines Monats zum lockeren Austausch über das Prototyping mit Axure. Schwerpunktthema des ersten Treffens: „Design-robuste Prototypen und die Auslagerung von Interaktionen in Funktionen“. Christian berichtet.

Die Sache mit der Nachfrage und dem Angebot

„Warum gibt es eigentlich noch kein Treffen von Axure-Interessierten und Fu-Mastern?“ Diese Frage haben wir uns in den vergangenen Jahren oft gestellt. Auch immer mehr Teilnehmer unserer Axure-Kurse (https://eparo.de/training.html) schickten ihre Fragen an eparo. Der Bedarf, sich auszutauschen, wurde offenbar immer größer. Im Mai gründeten wir die Meetup-Gruppe und bis zum ersten Meetup hatten sich mehr als 40 Axuristas angemeldet.

Für das Axure Meetup haben wir uns eine gute Mischung aus allem gewünscht: Austausch, „Lernen von …“ und Hilfestellungen bei konkreten Problemen. Außerdem wollten wir (oder auch andere Teilnehmer) ein Schwerpunktthema vorbereiten. So entstand das AXChange Hamburg Meetup, das jeden zweiten Mittwoch eines Monats stattfindet.
Die Meetup-Gruppe ist hier zu finden: http://www.meetup.com/de/AXChange-Hamburg/

AXChange-Format: das Beste aus Barcamps, Open Spaces und Roundtables

Unser Ziel: am Ende des Tages sollen alle mit dem Gedanken „das hat sich (wieder mal) gelohnt!“ nach Hause gehen. Dafür haben wir das Beste aus Barcamps, Open Spaces und Roundtables in eine Struktur gebracht:

  1. Um 18 Uhr stehen die Türen offen für alle, die sich austauschen möchten oder konkrete Fragen haben.
  2. Um 19 Uhr geht’s dann los: während einer kurzen Vorstellungsrunde schreibt jeder ein oder mehrere Axure-Themen auf, die ihn interessieren. Dann geht’s mit einem Talk im Stile einer Live- Demo weiter.
  3. Nach dem 30-minütigen Talk werden dann die Axure-Themen sortiert und auf die jeweiligen Tischinseln zum Diskutieren und Austauschen verteilt. Wer möchte, kann sich an die jeweilige Insel setzen, die ihn interessiert.

Aller Anfang ist schwer

AXChange TeilnehmerVor dem ersten AXChange lag auch eine gewisse Unsicherheit in der Luft: Passt das Schwerpunktthema? Wie viele werden wohl kommen? Werden wir unser selbstgestecktes Qualitäts-Ziel erreichen?

Total unbegründet: trotz des ersten heißen Sommertages im Jahr waren 18 von angemeldeten 29 Personen da. Die No-Show Rate war zwar ungewöhnlich hoch; dafür war das Feedback nach dem ersten Meetup super und unglaublich motivierend!

Ob über CSS und JavaScript-Integration in Axure, Kompatibilität mit anderen Programmen oder der Austausch über andere Programme und Workflows – alles kam auf den Tisch und wurde mit viel Elan von den Teilnehmern in kleinere Gruppen diskutiert.

Der Beginn einer Reihe…

Inzwischen fand bereits das zweite AXChange Hamburg Meetup statt. In einer kleinen gemütlichen Runde haben wir AxShare und Axure 8 als Schwerpunktthemen durchgesprochen. Wir haben diverse andere Axure-Themen auf den Tischen ausgebreitet und uns recht lange über Team-Projects oder auch über das Bauen von App-Prototypen ausgetauscht.

Am 12. August findet dann schon das dritte AXChange Hamburg Meetup bei uns statt. Wir freuen uns auf neue und alte Gesichter und Themenvorschläge! 
Zum Meetup: http://www.meetup.com/de/AXChange-Hamburg/events/223806735/

AXChange goes Berlin!

Gleich nach dem ersten Meetup haben wir dann AXChange Berlin gegründet, um die Axure Meetups auch nach Berlin zu bringen. Wir konnten Zalando einen guten Location-Sponsor finden (Dank dafür an Jay Kaufmann). Für alle Berliner Axuristas: am 21. Juli findet das AXChange bei Zalando in Berlin statt. Das Schwerpunktthema ist “Design-robuste Prototypen und das Auslagern von Interaktionen in Funktionen“. Das kam bereits beim ersten Hamburger Meetup gut an und ist extrem wichtig, denn Design-robuste Prototypen lassen sich ziemlich schnell auch während Nutzertests ändern.

Zum Meetup in Berlin: http://www.meetup.com/de/AXChange-Berlin-Axure-Meetup/

Workshop: Storyboards für Service Design und Product Discovery

Mit Bildern Ideen visualisieren und Produkte entwickeln

Am 7. Juli findet ein neuer Workshop bei eparo statt: Storyboards für Service Design und Product Discovery (bereits ausgebucht, neuer Workshop am 15. September). Illustratorin Melina Pink vermittelt den Teilnehmern, wie man mit einfachen Zeichnungen (Produkt-)Ideen auf den Punkt bringt. Diese Methode wird in der Animation, beim Film und in der Werbung seit Langem genutzt. Melina erzählt, warum sie auch für die Produktentwicklung so vielversprechend ist.

Was ist ein Storyboard?

Das Storyboard ist ein einfaches Werkzeug, um eine Idee oder ein Konzept zu visualisieren. Es ist eine lineare Erzählung, bei der die einzelnen Bilder eine Geschichte erzählen.

Warum alle zögern, obwohl es jeder kann!

Interessant ist: Jeder stolpert erst einmal über diverse Hemmschwellen. „Ich kann nicht zeichnen“ ist sicher die größte. Dabei werden überhaupt keine Erfahrungen vorausgesetzt. Es spielt keine Rolle, ob jemand zeichnen kann oder nicht! Ein weiterer Punkt ist, dass kaum jemand die einfachen Werkzeuge und Hilfsmittel sowie die Struktur eines Storyboards kennt. Viele haben Sorge, dass sie nicht und wissen, wo sie anfangen sollen. Der Workshop setzt genau bei diesen Hürden an. Und die verschwinden erfahrungsgemäß schnell.

Jeder hat Erfolgserlebnisse – und seinen eigenen Stil!

Bereits auf dem WUD 2014 habe ich für eparo einen Scribble-Workshop angeboten. Bei einer Übung wurde jeder Teilnehmer gebeten, ein einzelnes Comic-Bild zu einem bestimmten Gefühlsbegriff zu zeichnen. Ein kleiner Character sollte das jeweilige Gefühl bildlich darstellen. Dabei sollten die Teilnehmer alle zuvor gelernten Elemente (Gesichtsausdruck, Körpersprache, Sprachblasen, Dialog, Bewegungslinien, Icons, Symbole, Objekte etc.) anwenden.

Hier ist ein schönes Beispiel:

Beispiel eines Storyboards vom WUD 2014

Beispiel eines Storyboards vom WUD 2014

Melina: „Was interessant war: JEDER, egal wie gut er zeichnen konnte, hatte bereits seinen eigenen Stil, den man erkennen konnte! Das fand ich ehrlich gesagt total spannend.“

Warum Bilder alles erleichtern – und wir Kosten und Zeit sparen

Wir können Ideen und Visionen auf einfache Weise erklären und sie mit Anderen teilen. Storyboarding vereinfacht die Entwicklung einer Idee und spart Kosten. Konzepte und Ideen können schnell auf Papier skizziert werden, das spart eine Menge Zeit. Außerdem bringt es mehr Spaß, als ein langes Textdokument zu lesen. Die Leser verstehen schnell, worum es geht.

Wie ein Storyboard bei der Produktentwicklung hilft:

Beispiel Family-App

Ein Storyboard kann z.B. zeigen, wie ein Produkt funktioniert oder auch die Interaktion eines Nutzers mit dem Produkt verdeutlichen.

Frames / Rough Sketches stellen die Reihe der Erlebnisse dar, die ein User erfährt, bevor oder während er ein Produkt benutzt.

Hier ein kleines praktisches Beispiel: eine neue Family App.

Problem: Man weiß nicht, wo genau sich die Familien-Mitglieder aufhalten.

  1. Bild: Mann zeigt Frau eine neue App auf seinem Telefon
  2. Bild: Er erklärt, was die App kann
  3. Bild: Suchergebnisse werden angezeigt
Storyboard für die Familiy-App

Storyboard für die Familiy-App

Unser Fazit

Wir wundern uns, dass die Storyboards nicht längst zum Standardrepertoire gehören in der Produktentwicklung. Uns helfen sie in vielen Projekten, sparen Zeit und Geld und vereinfachen die Kommunikation.

Das wollen wir auch dem Rest der Welt ermöglichen.