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Artivive. Well, what’s going on here? This is a screenshot of Artivive, while augmenting the reality as displayed on my computer screen – showing a photo of a painting by Paul Delvaux at Albertina in Vienna. Of course, the original intent is to use your mobile phone or tablet while exploring the museum. Surprising - fun - interactive – if the piece of art has been prepared to be animated with Artivive.

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Städte für Menschen – Menschen-zentrierte Gestaltung des Stadtlebens

Wie wird eine Stadt gestaltet, die für Menschen abschreckend ist?
Es braucht viele, möglichst breite Straßen für den motorisierten Verkehr, die zum Fahren mit einem PKW einladen und auf diese Weise zu einem hohen Lärmpegel innerhalb der Stadt führen. Die Stadt braucht riesige, monoton gestaltete Plätze. Häuser mit vielen Stockwerken und gleichförmig gestalteten Fassaden auf den unteren Ebenen.

Übergangszonen zwischen öffentlichem und privatem Raum sollten möglichst vermieden werden. Stattdessen ist viel Fläche zum Parken zu schaffen, einhergehend mit schmalen Fuß- und Radwegen, sowie wenigen Grünflächen und keinerlei, schattenspendenden Bäumen.

Abschrecken geht einfach!

Abschreckend ist jedoch zugleich, dass (leider) viele unserer Städte „menschenfeindlich“ gestaltet sind. Die Gründe sind vielfältig – oft politisch gewollt. Sie sind auf jeden Fall das Ergebnis einer Missachtung einer Menschen-zentrierten Konzeption, Gestaltung und Weiterentwicklung von Städten.

Design für ein attraktives Stadtleben: Wie wird eine Stadt gestaltet, die Menschen anzieht?

Eine Blaupause zum Gestalten von lebendigen und für Fußgänger sichere Städte bieten uns Ferienanlagen und Freizeitparks. Dort werden große Anstrengungen unternommen, um die unteren Fassaden von Gebäuden, Räume im Außenbereich und Plätze harmonisch, mit viel Liebe zum Detail und abwechslungsreich zu gestalten. Sind Häuser mit mehreren Stockwerken nötig, dann werden die Obergeschosse zurückgesetzt.

Warum tut man das? Um Geld zu verdienen, um Gewinne zu erzielen. Für Freizeitparks und Ferienanlagen ist eine hohe Aufenthaltsqualität im Freien der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg.

Um eine möglichst hohe Aufenthaltsqualität zu bieten, gibt es in Freizeitparks und Ferienanlagen auch nur stark eingeschränkten, oft komplett verbotenen motorisierten Verkehr. Alles ist ausgerichtet auf den Menschen und auf die für Menschen beste Fortbewegungsform: Gehen.

Von einer PKW- zu einer Fußgänger-zentrierten Stadtentwicklung

Die Lösung zur Gestaltung attraktiver Städte kann nicht darin bestehen sie zu Freizeitparks umzugestalten. Wie so oft wird ein gutes Maß darin bestehen Städte nach „menschlichen Maßstäben“ zu gestalten. Gemeinsam mit den dort lebenden Menschen und unter Beachtung von deren Wünschen, Anforderungen und Erfordernissen – UX Design für attraktive Städte.

„Städte für Menschen gestalten“ – dieser Gedanke war über Jahrhunderte zielführend bei der Entwicklung von Städten, wurde jedoch in den letzten 60 Jahren immer mehr verdrängt. Eine lebendige, gesunde und sichere Stadt kann nur dann entstehen, wenn zuerst das „Stadtleben“ geplant und konzipiert wird, danach der Raum und zum Schluss die Gebäude. Genauso sind unsere schönsten Städte entstanden: Händler schlugen ihre Zelte und Stände an meistgenutzten Wegen auf. Zelte und Buden wurden mit der Zeit zu Gebäuden. Es entstanden Städte mit Plätzen, Wegen und Häusern.

Kleine Räume, dicht aneinander stehende Gebäude und viele Details sind prägend für derart entstandene Städte. Sie wuchsen über Jahrhunderte „organisch“ auf Basis von Aktivitäten, erkannten Bedürfnissen und wahrgenommenen Erfordernissen der dort lebenden Menschen.

Die Orientierung am motorisierten Verkehr und den Bedürfnissen dieser Verkehrsteilnehmer/-innen kam bei der Gestaltung von Städten erst in den 1960er Jahren auf; prägte dann aber viele Städte lange Jahre nachhaltig. Planung nach menschlichem Maßstab und menschlichen Bedürfnissen rückte in dieser Zeit in den Hintergrund. Es entstanden Städte, in denen man sich als Fußgänger nur noch ungern bewegt.

Der Wandel in der Zielorientierung kam mit dem wachsenden Umweltbewusstsein. Fußgänger-freundliche Städte sparen Ressourcen ein und schonen die Umwelt auf vielfältige Weise: Weniger Lärm, Reduzierung der Luftverschmutzung und Flächenversiegelung. Gerade die Einsparung von Flächen für Wege ist enorm, wenn eine Stadt zum Gehen einlädt. Fußwege fassen ein 20zig Mal größeres Verkehrsaufkommen (Anzahl sich bewegender Menschen) wie Autofahrspuren. Je mehr Menschen zu Fuß unterwegs sind, desto weniger versiegelte Fläche ist demnach nötig und desto mehr Raum für Bäume und Grünflächen tut sich auf.

Aus einer Fußgänger-freundlichen Stadt wird fast automatisch eine „grüne“ Stadt. Und zugleich eine lebendige Stadt.

Fußgänger-freundliche Städte sind lebendige Städte

Städte die für Fußgänger angelegt wurden, bieten viel Lebensqualität. Sie laden zum Gehen ein. Das ist gut, denn Menschen müssen (!) gehen. Der Preis es nicht zu tun ist hoch. Bewegungsmangel treibt die gesellschaftlichen und privaten Gesundheitskosten in die Höhe und verkürzt die Lebenszeit.

Wird der tägliche Gang zu Fuß zum integralen Bestandteil des Alltags, zur alltäglichen Gewohnheit, dann spart das Zeit und Geld, welches heutzutage von vielen Menschen in den Besuch und die Mitgliedschaft von Fitnessstudios gesteckt wird.

Städte die für Fußgänger angelegt sind, sind lebendige und soziale Städte. Fußgänger-freundliche Städte tragen dazu bei, dass man sich öfters und länger in der Stadt aufhält. Auf Plätzen finden Menschen zueinander, treffen sich, nehmen sich wahr und gestalten auf diese Weise ein attraktives Stadtleben. Leben findet verstärkt im Freien statt.

Der wohl eindeutige Beweis für diese Wirkungskette bietet die Stadt Venedig. Eine Stadt die ein derart wertvolles Stadtleben bietet, dass Besucher ein Eintrittsgeld zahlen würden. Hier kann man problemlos 15.000 Schritte pro Tag zurücklegen, ohne diese Wegstrecke als beschwerlich wahrzunehmen. Man bekommt zur Belohnung interessante Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen.

Wolkenkratzer und eintönige Fassaden – in Venedig Mangelware. Menschen bewegen sich in Venedig nicht nur zu Fuß, um notwendige Aufgaben zu erledigen. Die Stadt lädt zu freiwilligen und sozialen Aktivitäten im Stadtraum ein. Sie bietet dem Besucher viele Details auf Augenhöhe. Viele kleine Plätze mit attraktiven Sichtachsen, bequemen Sitzgelegenheiten, Pfeiler, „Stützen“ oder Stufen und abwechslungsreich gestaltete Randbereiche laden ein zum Verweilen. Cafés verstärken die Wirkung, sind aber nicht zwingend nötig, damit Menschen sich auf einem Platz längere Zeit aufhalten.

Nahezu alles wurde in dieser Stadt mit viel Liebe zum Detail gestaltet, über Jahre hinweg. Dabei wurde stets ein menschliches Maß als Gestaltungsgrundlage angesetzt. Menschen-zentrierte Gestaltung wie es sein sollte, ja muss.

Ganz wesentlich trug hierzu bei, dass sich die Übergänge zwischen schnellem, motorisiertem Verkehr und dem Fußgänger-Verkehr ausschließlich an den Stadtteilgrenzen befinden. Nur so konnten Auto-freie Zonen entstehen, die die zentrale Grundlage für eine Fußgänger-freundliche Stadtgestaltung sind.

Angebot schafft Nachfrage – Menschen zum Gehen (wieder) einladen!

Bietet eine Stadt viele Straßen und zahlreiche Parkflächen für den motorisierten Verkehr an, dann lädt sie die Menschen zum Fahren mit dem PKW ein – aber eben nicht zum Gehen. Menschen finden in solchen Städten immer wieder Gründe, um den PKW für ihre Erledigungen zu nehmen.

Eine Stadt bekommt genau das Verkehrsaufkommen, das sie sich selbst schafft!

Fokussiert sich eine Stadt dagegen auf eine Fußgänger-freundliche Gestaltung, bietet eine entsprechende Infrastruktur an, dann bekommt sie auch mehr Fußgänger. Kopenhagen konnte die Anzahl von Fußgängern deutlich steigern, wozu ganz wesentlich die Ausweitung autofreier Zonen und Flächen beigetragen haben.

Lädt eine Stadt zum Gehen ein, dann nehmen die meisten Menschen dieses Angebot gerne an und bewegen sich zunehmend zu Fuß – um alltägliche Dinge zu erledigen, aber auch freiwillig und mit dem Ziel andere Menschen zu sehen und zu treffen. Es entsteht eine äußerst lebendige, attraktive und auch sichere Stadt. Die Bewohner der Stadt sehen, begegnen sich mehr, finden zueinander. Die Gemeinschaft wird gestärkt und die wahrgenommene Sicherheit kann deutlich verbessert werden.

UX Design für Städte – 7 Tipps zum Gestalten von Fußgänger-freundlichen Städten

Um eine Stadt Menschen-zentriert zu gestalten, muss man die Menschen lieben und selbst gern zu Fuß unterwegs sein. Es ist nötig die Stadt aus der Perspektive von sich bewegenden Menschen wahrzunehmen, und zwar mit allen Sinnen. So werden Probleme und Optimierungspotentiale erkannt und Ideen zur Steigerung der Qualität des Stadtlebens entwickelt.

Die Methode der Beobachtung vor Ort ist besonders wertvoll und zwingend erforderlich. Man wird auf diese Weise schnell erkennen wie man eine Stadt Fußgänger-freundlich gestaltet.

Sieben Erfolgsfaktoren auf dem Weg hin zu einer Fußgänger-freundlichen Stadt:

  1. klare, weiträumige (Flächen-)Trennung von Fußgängern
    und motorisiertem Verkehr
  2. breite und viele Fußwege mit glattem Belag
  3. Fußwege ohne Hindernisse und ohne Wegeschäden
  4. überschaubare, einfache Kreuzungen
  5. Zebrastreifen auf Straßenniveau statt Unter-/Überführungen
    für Fußgänger
  6. zahlreiche abgesenkte Bordsteinkanten an zwingend notwendigen
    Straßenquerungen
  7. Schattenspendende Baumbepflanzung

Auf den Punkt gebracht: Vorfahrt für Fußgänger!

Fußgänger sollten möglichst keine Wartezeiten beim Gehen durch eine Stadt haben. Getreu dem Motto: Nicht die Straße unterbricht den Fußweg, der Fußweg unterbricht die Straße – oder wie es Jan Gehl noch deutlicher ausdrückte:

„Die ungehinderte Überquerung einer Straße sollte ein Menschenrecht sein und nicht etwas, das man per Knopfdruck beantragen muss (Jan Gehl, 2015).“

Sie wollen Ihre Stadt, Ihr Dorf Fußgänger-freundlicher gestalten?

Eine hervorragende Idee. Entsprechende Maßnahmen werden Ihnen und Ihren Mitbürgern/-innen sehr guttun.

Foto Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Methodisch ist die Vorgehensweise von einer PKW- hin zu einer Fußgänger-freundlichen Stadt ähnlich dem Vorgehen beim nutzerzentrierten Gestalten und optimieren von Anwendungen.

Ein Design für menschenfreundliche Städte kann sich orientierten am Design für (mehr) User Experience.

Sprechen Sie mich an.

Gerne bin ich für Sie da, gebe Ihnen Tipps und Anregungen.

Buchtipp zur Gestaltung von Städten nach menschlichen Maßstäben  

Jan Gehl, Architekt und Städteplaner, hat das Buch „Städte für Menschen“ im Jahr 2015 geschrieben.
Eine spannende und informative Darstellung seiner Erfahrungen aus 40 Berufsjahren und zahlreichen Projekten zur Gestaltung menschenfreundlicher Städte. Das Buch besticht durch klare Worte, anregende Gedankengänge und äußerst anschauliche gute und schlechte Beispiele in Wort und Bild.

Der Beitrag Städte für Menschen – Menschen-zentrierte Gestaltung des Stadtlebens erschien zuerst auf Nutzerbrille.

Real Estate: Darum sind 3D-Scans die Zukunft

Wenn es um 3D- und 360°-Visualisierung geht, ist die Immobilienbranche ein wichtiger Treiber bei der Entwicklung neuer Technologien und Lösungsansätze. Im folgenden Beitrag möchten wir Ihnen die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von 3D-Touren im Bereich Real Estate vorstellen. Wie können 3D-Scans im Real Estate Markt wirkungsvoll eingesetzt werden? © Free-Photos – pixabay.de Von PropTech und [...]

Der Beitrag Real Estate: Darum sind 3D-Scans die Zukunft erschien zuerst auf omnia360.

Lesenswert: März 2019

Der März war, verglichen mit den letzten Monaten hier im Blog, etwas ruhiger aber dafür hat es die produktbezogen-Redaktion endlich mal wieder geschafft, sich im Real Life zu sehen. Wir haben in in einer produktiven Sitzung im Beehive-Coworking-Space die Zukunft von produktbezogen weitergeplant und uns gefreut, dass Daniel wieder zurück aus Neuseeland ist. Nebenbei endete im März auch unsere Leserumfrage, über deren spannende Ergebnisse wir euch in den nächsten Wochen unterrichten werden. (Um die Aufregung etwas zu dämpfen: Die Gewinner der Preise wurden bereits direkt benachrichtigt.)

Natürlich haben wir weitere spannende Sachen im Netz gefunden. Im Folgenden findet ihr wie gehabt unsere Artikel-Fundstücke zu den Themen Produktmanagement, UX-Design, Innovation und Unternehmens­kultur aus dem März. Viel Spaß beim Stöbern!

Weiterlesen auf produktbezogen.de

produktbezogen.de – Der Blog für Produktmanagement und User Experience Design
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Vorsicht vor Cookie-Hinweisen

Aktuell geht insbesondere das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) gegen Website-Betreiber vor, die sogenannte Cookie-Banner im Zusammenhang mit Tracking-Lösungen einsetzen. Siehe hierzu

https://www.lda.bayern.de/media/pm2019_2.pdf

https://www.lda.bayern.de/media/sid_ergebnis_2019.pdf (ab Folie 20)

Irrtümlicherweise glauben viele Verantwortliche, diese Hinweise auf den Einsatz von Cookies seien im Rahmen der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hilfreich, erforderlich oder sogar für die Einholung von Einwilligungen ausreichend.

Tatsächlich sind Cookie-Banner nicht nur für Nutzer störend, sie sind insbesondere im Rahmen der DSGVO irreführend und können sich sogar rechtlich negativ auswirken.

Warum sind Cookie-Banner kontraproduktiv in Bezug auf die DSGVO?

Gemäß Artikel 6 DSGVO dürfen Cookie-Kennungen nur dann eingesetzt werden, wenn mindestens eine von drei Voraussetzungen erfüllt ist, nämlich:

  1. Cookies sind rechtlich und technisch unbedingt erforderlich beispielsweise, um eine Bestellung zu tätigen oder damit sich Nutzer einloggen können.
  2. Die mittels Cookies verarbeiteten Daten helfen dem Website-Betreiber bei einem berechtigten Zweck, während die Auswirkungen auf die Privatsphäre der Nutzer nicht überwiegen dürfen.
  3. Der Nutzer hat eingewilligt, dass bestimmte Cookies gesetzt werden dürfen.

Schauen wir uns nun zu jedem der drei Voraussetzungen die Auswirkungen auf das Einholen von Einwilligungen und dazugehörige Datenschutzhinweise an:

Fall a)
Erforderlichkeit: In der eigentlichen Datenschutzerklärung Ihrer Webseite sollten Sie erklären, dass Cookies eingesetzt werden, die grundsätzliche Funktionsweise von Cookies sowie welche Cookies Sie einsetzen, was diese tun, deren Funktionsdauer sowie ob Dritte auf die Cookies Zugriff erhalten. Ein einfacher Cookie Hinweis a la „Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies.“ ist nicht ausreichend. Genauso wenig ist es erforderlich, mittels eines Popups auf die Datenschutzerklärung hinzuweisen. Es reicht vielmehr ein Link beispielsweise im Footer jeder Seite.

Fall b)
Interessensabwägung: Erfolgt der Einsatz von Cookies zu sogenannten berechtigten Zwecken muss zusätzlich zu einem Passus über Cookies in der Datenschutzerklärung noch über die Zwecke des Einsatzes informiert werden und der Nutzer muss die Möglichkeit erhalten, der Datenverarbeitung für die Zukunft zu widersprechen. Ebenso wie unter (a) ist ein einfacher Cookie-Hinweis weder erforderlich noch ausreichend.

Fall c)
Einwilligungspflicht: Wird mittels des Einsatzes von Cookies stärker in die Privatsphäre der Nutzer eingegriffen, etwa wenn Dritte Zugang zu den Daten erhalten, sensible Daten erhoben oder Webseiten-übergreifende Nutzerprofile damit erstellt werden, dürfen dafür genutzte Cookies erst dann gesetzt werden, wenn Einwilligungen der Nutzer rechtmäßig eingeholt wurden. Zur Rechtmäßigkeit gehört, dass

  • die Einwilligung freiwillig erfolgt und Nutzer auch einfach ablehnen beziehungsweise Einwilligungsbanner schließen können.
  • die Einwilligung informiert erfolgt bezüglich Zweck, Umfang, Weitergabe an Dritte usw.
  • die Einwilligung explizit erfolgt und Nutzer aktiv zustimmen, also nicht in dieser Art: „Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.“
  • die Einwilligung vorab erfolgt bevor Cookies gesetzt und Daten erfasst werden.
  • die Einwilligung differenziert erfolgt und Nutzer bei verschiedenen Zwecken, Arten und Lösungen auch einzeln zustimmen und ablehnen können.
  • die Einwilligung dokumentiert wird und nachgewiesen werden kann.

Wie man sieht, ist das Einholen rechtmäßiger Einwilligungen gar nicht so einfach. Ein simpler Cookie-Hinweis wird den Anforderungen keinesfalls gerecht. Wenn man also eine Einwilligung benötigt, helfen keine halben Sachen.

Ein Cookie-Banner hilft also in keinem dieser drei Fälle, sondern schadet eher. Einerseits nerven die Hinweise Ihre Besucher, außerdem stört sich die Datenschutzaufsicht daran. Cookie-Banner erwecken den Eindruck, dass das Tracking und Setzen von Cookies auf der Einwilligung der Nutzer basiert. Und dann sagen die Aufsichtsbehörden zurecht: Wenn das Setzen von Cookies mit der Einwilligung von Nutzern begründet wird, muss die Einwilligung rechtmäßig erfolgen: Cookie-Banner heißt keine wirkliche Zustimmung, also kein DSGVO-konformes Tracking. Gemäß DSGVO sollte man daher lieber auf Cookie-Banner verzichten, da sie eher schaden als helfen.

Was ist mit der Cookie-Richtlinie?

Kurz gesagt: Außerhalb Deutschlands wird es leider kompliziert. Der Grund hierfür ist die so genannte Cookie-Richtlinie, genauer: Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Juli 2002 über die Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation (Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation). In Artikel 5 Absatz 3 heißt es dort:

Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Benutzung elektronischer Kommunikationsnetze für die Speicherung von Informationen oder den Zugriff auf Informationen, die im Endgerät eines Teilnehmers oder Nutzers gespeichert sind, nur unter der Bedingung gestattet ist, dass der betreffende Teilnehmer oder Nutzer gemäß der Richtlinie 95/46/EG klare und umfassende Informationen insbesondere über die Zwecke der Verarbeitung erhält und durch den für diese Verarbeitung Verantwortlichen auf das Recht hingewiesen wird, diese Verarbeitung zu verweigern.

Auch diese Anforderung erfüllen die meisten Cookie-Hinweise nicht, denn es wird die umfassende Information gefordert ebenso wie die Möglichkeit der Ablehnung. Unklar ist, ob die Richtlinie eine Einwilligung vor dem Setzen von Cookies und der Datenverarbeitung erforderlich macht. Daher wurde die Richtlinie in Mitgliedstaaten der EU sehr unterschiedlich umgesetzt, mal mit Einwilligungspflicht (Opt-In), mal ohne (Opt-Out). In Deutschland ist die Umsetzung in nationales Recht nie erfolgt, obwohl die Frist hierfür 2011 endete. Daher empfiehlt es sich, das nationale Recht des jeweiligen EU-Staats zu beachten, in welchem sich der Sitz des Website-Betreibers befindet. Hinzu kommt, dass sich die Rechtspraxis von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat unterscheiden kann ebenso wie die Interpretation der Rechtsvorschriften durch die Aufsichtsbehörden des jeweiligen Landes.

Um unseren etracker-Kunden weitestgehende Rechtssicherheit bieten zu können, haben wir uns einerseits dem Prüfverfahren unabhängiger Experten unterzogen, die die Einhaltung der Regelungen von EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) und Bundesdatenschutzgesetz neu (BDSG neu) mit dem Datenschutz-Gütesiegel ePrivacyseal attestiert haben. Mit Verleihung des Siegels wurde explizit bescheinigt, dass die Verarbeitung durch das berechtigte Interesse des Website-Betreibers gedeckt ist und somit keine Einwilligungspflicht besteht. Ebenso wurde uns im direkten Dialog mit Professor Dr. Johannes Caspar, dem Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, bestätigt, dass eine Einwilligungserfordernis vor dem Setzen von Cookies nicht generell bestehe, sondern von der Art der Datenverarbeitung abhänge.

Der Beitrag Vorsicht vor Cookie-Hinweisen erschien zuerst auf etracker.com.