Creative Coffee bei DELI Creative Collective

Im Rahmen der PAGE-Initiative Connect Creative Competence empfangen unsere Partneragenturen junge Kreativtalente aus Hochschulen, stellen sich und ihre Arbeitsbereiche vor und veranstalten Workshops. So sah das bei DELI aus …

 

Anfang November machte sich eine Studentengruppe der Hochschule Niederrhein auf den Weg nach Hamburg, um das Studio DELI Creative Collective in den Schanzenhöfen zu besuchen. Hier erfuhren sie beim Creative Coffee vor Ort, was Motion Designer bei dem Unternehmen alles machen – und welche anderen Jobs es hier gibt. Prof. Richard Jung war froh, seinen Studierenden die Chance geben zu können, einen so lebensechten Eindruck von ihrer eventuellen späteren Berufswelt zu bekommen.

DELI-Geschäftsführer Michael Reissinger erklärte den Besuchern die Entstehung seines Studios: »Entstanden ist DELI vor 13 Jahren als eine ganz handelsübliche Postproduction-Firma, die sich darum kümmert, Filme zu veredeln – vor allem Werbefilme oder Musikvideos. Nach einigen Jahren stellten wir fest, dass wir immer mehr mit Grafikdesign in Bewegtbild zu tun haben. Das folgte dazu, dass die Pixelbutik gegründet wurde als eigenständiges Kreations- und Animationsdepartment. Heute bieten wir ein vollumfängliches Gesamtpaket. Kunden können zu uns kommen und sagen: Wir möchte einen Film – und wir überlegen uns diesen Film gemeinsam, produzieren und vertonen ihn. Am Ende liefern wir ein komplettes Bewegtbildstück ab.«

Auch er freute sich über die Gelegenheit, junge Talente kennenzulernen: »Ich gehe davon aus, dass ein paar der Leute, die heute hier waren, sich jetzt noch mehr für die Materie interessieren und sich damit beschäftigen werden. Vielleicht haben sie Blut geleckt und kommen über 3 oder 4 Ecken – oder auch auf dem direkten Wege – zu uns. Wir sehen das als Invest in unsere Zukunft.«


Alle weiteren PAGE-Connect-Artikel zum Thema Motion Design finden Sie hier.

 

MotionDesignCCCDC16

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Erfahrungsbericht zum berufsbegleitenden Studium „Produktmanager (FH)“

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Bisher gibt es wenige Möglichkeiten, sich zum Produktmanager ausbilden zu lassen. Die meisten PMs sind Quereinsteiger aus anderen Bereichen und eignen sich ihr Wissen „on the Job“ oder durch Seminare und Weiterbildungen an. Das traf auch auf mich zu – bis ich mich dazu entschied, mein praktischen Wissen durch ein berufsbegleitendes Studium zu erweitern.

In diesem Beitrag möchte gerne meine Erfahrungen mit dem berufsbegleitenden Studium „Produktmanager“ an der Hochschule Schmalkalden teilen und Tipps geben, worauf ihr bei der Wahl der passenden Weiterbildung achten solltet.

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Design Fiction: Wieso man Produkte entwickelt, die keiner kaufen soll

Stell Dir vor, Du liest einen normal anmutenden IKEA-Katalog voller Science-Fiction-Produkte. Oder Du gehst auf eine Messe und an einem Messestand präsentiert ein Unternehmen eine vollkommen neue Lösung, die es (noch) gar nicht gibt. Oder Du besuchst eine Ausstellung, in der nur Prototypen und Objekte ausgestellt sind, die es niemals zu kaufen geben wird. Warum sollte man Dinge konzipieren, die niemals genutzt werden? Das klingt schräg. Ist es auch! Heute geht es um das Thema Design Fiction. Nein, nicht Design Thinking, sondern Design Fiction. Diesen relativ neuen Diskurs-Ansatz möchte ich heute vorstellen.

Objekte aus der Zukunft provozieren neues Denken

Unser Handeln als Einzelpersonen wie auch von Organisationen insgesamt ist stark von Zukunftserwartungen und mentalen Zukunftsmodellen geprägt. Darum ging es ja auch schon im Futures Framework. Sowohl unser persönliches wie auch das organisationale Handeln in der Gegenwart sind zu einem großen Teil von der Hoffnung auf zukünftige Erlöse geprägt. Ich mache X, um morgen Y zu bekommen. Wenn wir Veränderungen bewirken wollen, müssen wir diese Zukunftserwartungen und -bilder verändern und Grundannahmen hinterfragen. Das gilt für Strategie-, Innovations- und Organisationsentwicklungs-Aufgaben gleichermaßen.

Zukunftserwartungen zu verändern und Grundannahmen zu hinterfragen fällt vielen Menschen kognitiv sehr schwer. Deutlich einfacher ist es, irritierende Erfahrungen und Erlebnisse zu machen und so neue Gedanken zu provozieren. Beim Design Fiction erfindet man solche störenden und provozierenden Objekte aus der Zukunft und platziert sie in vertrauten Kontexten. Man kann sich Design Fiction als Science-Fiction-Objekt vorstellen. Aber mit dem Unterschied, dass der Fokus nicht auf der Erfindung einer zukünftigen Welt, sondern auf einem Objekt aus einer möglichen Zukunft liegt. Statt die nächste Black-Mirror-Folge zu schreiben, entwickelt man Objekte, die in einer Black-Mirror-Folge auftauchen könnten. Black-Mirror bleibt trotzdem „Pflicht-Lektüre“.

Design Fiction vs Design Thinking

Damit unterscheidet sich Design Fiction deutlich von anderen Ansätzen wie z.B. Design Thinking. Design Thinking will Innovationen hervorbringen, die am Markt erfolgreich sind. Es geht um Leistungen, die möglichst nah an den Bedürfnissen von Konsumenten ist. Design Fiction entwickelt spekulative Lösungen und zielt nicht auf Markterfolg, sondern auf veränderte Diskurse. Anthony Dunne und Fiona Raby haben in ihrem Buch “Speculative Everything” einen tollen Vergleich zwischen Design Fiction (b) und faktischem Design (a) wie es z.B. im Design Thinking.

Speculative Design a-b

Quelle: „Speculative Everything“

Nun ja. Das klingt total abstrakt in der Theorie. In der Praxis ist das aber deutlich handfester.

Beispiele für Design Fiction

Um die Auseinandersetzungen mit dem Thema “Internet of Things” weiter anzustoßen, konkrete Ideen dazu vorzustellen und Menschen die Angst vor diesen Konzepten zu nehmen, haben Near Future Laboratory 2015 einen fiktiven IKEA Katalog für “Internet of Things”- Produkte entwickelt. Darin gibt es dann z.B. ein intelligentes Sofa, das seine Farbe und Muster den Stimmungen der Sitzenden anpasst. Oder ein Shampoo, das die Nachproduktion und -bestellung entsprechend des Bedarfs automatisch vollzieht. Während der Katalog voller verrückter Produkte ist, unterscheidet sich die gesamte Anmutung kaum von einem normalen IKEA Katalog. Mehr dazu hier. Near Future Laboratory präsentiert mit den TBD Katalogen regelmäßig solche spekulativen Produkte und hat auch die tollen Design Fiction Cards entworfen.

IKEA Katalog Design Fiction

Quelle: Near Future Laboratory

Mein Freund Nik Baerten von Pantopicon aus Antwerpen hatte 2014 von der Biennale Interieur in Kortrijk den Auftrag bekommen, einen Diskurs über die Zukunft der Design-Branche anzustoßen. Das Projekt lief unter dem Titel „Man & Interior„. Nik und sein Kollege Daniel haben dann u.a. zu fünf Zukunftsthemen fiktive Lösungen von fiktiven Startups entwickelt. Jedes dieser fiktiven Startup bekam einen Messestand. Nik und Daniel haben so getan, als seien die Startups am Markt aktiv, haben Gespräche mit Interessierten geführt, Business-Karten getauscht und das getan, was man sonst so auf Messen macht. Zudem gab es geführte Touren für Messebesucher. Es lohnt sich, ab und an mal einen Blick in die Instagram-Bilder von Pantopicon zu schauen.

Pantopicon Design Fiction

Quelle: Pantopicon.be

Ende September habe ich das Basis-Seminar am Institut für partizipatives Gestalten in Oldenburg besucht. Dort ging es um die Gestaltung von Beteiligungsverfahren. Als Teilnehmer mussten wir in den vier Tagen selbst eine Mini-Beteiligung zu dem extrem schwammigen Thema „Die Gutmenschen und das Pack“ machen. Wir wollten uns nicht mit einem Haufen AfDlern, Nazis oder Verschwörungstheoretikern an einen Tisch setzen und denen eine Bühne bieten. Unsere Design Fiction war die Gründung eines eigenen Instituts: Das „Institut zur Erforschung des Untergangs des Abendlandes“. In dessen Namen haben wir Oldenburger Bürger an einem Samstagnachmittag auf dem Schlossplatz angesprochen. Sie sollten schreiben oder malen, wie sie sich Oldenburg nach dem Untergang des Abendlandes vorstellen. So eine öffentliche Intervention war ein sehr aufregendes Format.

 

Aktion Oldenburg Schlossplatz

Toll finde ich auch die aktuelle Kampagne von Peta aus Großbritannien. In dem Video im Dokumentations-Stil wird ein neuartiges Milchprodukt vorgestellt und Konsumenten zur Verkostung angeboten. Die Menschen erfahren erst später, dass es sich dabei um Hunde- statt um Kuhmilch handelt und sind extrem angewidert. Mit dieser Irritation will Peta ein Nachdenken über den menschlichen Konsum von Kuh-Milch anstoßen.


#DesignFiction: Wieso man Produkte entwickelt, die kein Kunde je kaufen soll
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Design Fiction Formate?

A pro pos Formate: Welches Format so ein Design Fiction Objekt hat ist nicht zentral. Es gibt alles: von fiktiven Katalogen, Filmen, Anzeigen, Apps, Webseiten, Ausstellungsobjekten, Job-Ausschreibungen, Research-Papern, … Alle diese Objekte tun so, als ob sie echt wären und dienen dazu, den Diskurs anzustoßen. Dabei gibt es grundsätzlich zwei spannende Ansatzpunkte:

  • Der Diskurs nach der Entwicklung der Objekte
  • Der Diskurs während der Kontextualisierung der Objekte

Der Ablauf eines Design-Fiction-Prozesses

  • Schritt 1: In Zukünfte eintauchen
  • Schritt 2: Ideen & Konzepte entwickeln
  • Schritt 3: Prototyp bauen
  • Schritt 4: Lösung kontextualisieren

Design Fiction

Design-Fiction im Rahmen des GWA-Think-Tanks

Dirk und ich haben in den letzten sechs Monaten einen Think-Tank für den Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) zum Thema “Agentur-Kunden-Beziehungen von morgen” geleitet. Dafür haben wir qualitative Interviews und eine quantitative Befragung durchgeführt. In einem Workshop mit Agentur- und Marketingvertretern ging es dann darum, die von uns entwickelten Thesen, Herleitungen und Lösungsansätze zu überprüfen, zu ergänzen und weiterzuentwickeln. In diesem Workshop haben wir u.a. einen Design-Fiction-Ansatz verfolgt. Ich möchte Euch das Vorgehen kurz skizzieren.

Schritt 1: In die Zukunft eintauchen

Warm-Up
Im Rahmen des Check-Ins vor dem Workshop haben wir die Teilnehmer existierende Produkte, Services und Startups mit Zukunfts- oder Innovationspotenzial aufschreiben lassen. Außerdem hat jede Teilnehmerin eine berühmte, historische oder fiktive Person (VIP) genannt, mit der sie gern mal sprechen würde.

VIPs

Während der Vorstellungsrundne haben die Teilnehmer neben ihren Namen gesagt, was ihr Zukunftsprodukt mit dem Thema Agentur-Kunden-Beziehungen von morgen zu tun hat. In einer zweiten Runde haben die Teilnehmer sich gegenseitig erzählt, was sie ihre VIPs zu dem Thema Agentur-Kunden-Beziehungen von morgen gern mal fragen würden.

Future Wheels
Anschließend haben wir die sieben wichtigsten Thesen unserer Arbeit vorgestellt und die Agentur- und Marketingvertreter haben diese anhand eines Future Wheels weiterentwickelt.

Future Wheel

Quelle: Extrapolation Factory Operator´s Manual

 

Schritt 2: Ideen und Konzepte entwickeln

Das Setting
Nachmittags haben die Teilnehmer die Studienergebnisse weiter in die Zukunft fortgeschrieben und über neue Agentur-Kunden-Beziehungen spekuliert. Die Teilnehmenden haben einen zu prämierenden Beitragsentwurf für einen fiktiven Award entwickelt.

Ideation, Konzeption, Prototyping
In Einzelarbeit haben die Teilnehmer zunächst Ideen entwickelt. Als Trigger lagen beliebige Karten mit den Zukunftsprodukten, die VIP-Namen (beide aus dem Check-In), sowie jeweils eine Gestaltungsvorgabe aus unserem Context-Combinator-Set. Statt dieser Trigger hätten wir auch auch unseren Context Combinator, The Thing from the Future oder die Design Fiction Cards nehmen können. In vier Kleingruppen haben die Teilnehmer dann eine Idee ausgewählt und zu einem Konzept verfeinert.

Design Fiction - The Thing from the future

Schritt 3: Prototypen bauen

Materialvielfalt
Schließlich haben die Gruppen für ihre Konzepte Modelle gebaut. Dazu standen diverse Materialien zur Verfügung: Lego, Knete, Kapa-Boards, Bild-lastige Zeitschriften, Stifte, Kleber, Scheren etc.

Materialtisch

Schritt 4: Die Lösung kontextualisieren

Bewertung & Reflektion
Nach der Vorstellung und Prämierung haben wir eine längere Reflektion über die Modelle und die Bedeutung für die Agentur-Kunden-Beziehungen von heute geführt. Spannend daran war vor allem, dass die entwickelten Modelle sich komplett von den vorherigen Diskussionen unterschieden. Durch die Entwicklung der Modelle konnten sich die Teilnehmer von den Zwängen des Alltags und der Gegenwart lösen und ein größeres Zukunftsbild entwickeln.

Eine größere Kontextualisierung steht noch aus
Für uns war die Entwicklung spekulativer Lösungen ein spannender Ansatz, um im Rahmen eines Workshops anders Diskurse anstoßen bzw. Diskurse anders steuern zu können. Um das Ganze im Sinne von Design Fiction weiterzutreiben, müssten wir im Zuge weiterer Workshops und Events noch mehr solcher fiktiver Designs entwickeln und von professionellen Gestaltern aufbereiten lassen. Das Ergebnis könnte dann z.B. ein fiktiver Award-Katalog, ein Film oder eine Ausstellung sein.

Solche Diskursobjekte zu gestalten und zu nutzen, reizt mich sehr. 2017 würde ich gern mehr mit Design Fiction machen.

Ich würde sehr gern solche Zukunfts-Objekte im Rahmen von Strategie-, Innovations- oder Organisationsentwicklungs-Prozessen entwickeln und in einem größeren Rahmen wie z.B. einer Ausstellung kontextualisieren. Oder wir würden in der Vorbereitung eines Events solche Objekte gestalten und als Diskurs-Anstoß in einem größeren Offsite oder einer Management-Konferenz  nutzen. Mal sehen, was 2017 da für uns bereit hält.

Wenn Du tiefer in das Thema Design Fiction einsteigen willst,

gibt es nun noch einige spannende Links zu Design Fiction. Vor allem das Buch “Operator´s Manual” von Extrapolation Factory möchte ich an dieser Stelle sehr empfehlen. Es bietet eine gute und kurze Einordnung des Themas, eine gute Handvoll nützlicher Tools, um Teilnehmer in Zukunfts-Settings zu bringen, sowie ein strukturiertes Vorgehen, um spekulative Designs zu entwickeln und zu nutzen. Ach ja, deren Instagram-Channel ist auch stark.

Design Fiction Inspirationen

Einige interessante Design-Fiction-Artikel 

Meine Design-Fiction-Buch-Empfehlungen:

Einige schöne Präsentationen und Videos zum Thema Design Fiction:


 

Einige der wenigen deutschen Design-Fiction-Projekte:

Shaping the Future

The Constitute aus Berlin machen immer wieder spannende Projekte und haben auch schöne Instagram-Bilder.

Prof. Dr. Gesche Jost hat dazu einen Vortrag gehalten. Den findest Du hier.

Und auch im Futurium, dem neuen Ort für Zukunftsfragen und Dialog über die Gestaltung der Zukunft im Berliner Regierungsviertel, das 2017 eröffnet werden soll, nutzt man vorab schon Design Fiction.

 

Der Beitrag Design Fiction: Wieso man Produkte entwickelt, die keiner kaufen soll erschien zuerst auf Komfortzonen.

Recap ProductTank Hamburg — Dezember 2016

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Nachdem der letzte Hamburger ProductTank mittlerweile schon etwas länger her ist (Mai um genau zu sein), das ProductTank Sommer Picknick wetterbedingt leider abgesagt werden musste und das Mega-Event “Mind the Product” in London auch schon hinter uns liegt, war es allerhöchste Zeit, dass sich in der Hamburg Szene wieder etwas tut.

Für knapp 70 Produktleute, die sich letzten Donnerstag in den Coworking-Räumlichkeiten von Mindspace im Herzen Hamburgs getroffen haben, hatte sich das Warten jedoch sehr gelohnt.

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Lesenswert: November 2016

Illustration Lesenswert

Wie gewohnt teilen wir mit euch auch im November unsere spannendsten Artikel-Fundstücke zu den Themen Produktmanagement, UX-Design, Innovation und Unternehmens­kultur – viel Spaß beim Stöbern.

Produktmanagement

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Leap Motion – Ein guter Grund für eingeschlafene Hände

Vor einiger Zeit durfte ich ein Produkt testen, welches mich in eine völlig neue Welt eintauschen ließ und mir außerdem mit meinem Semesterprojekt ein ganzes Stück weiterhelfen konnte.

Es handelt sich dabei um einen kleinen Sensor bzw. Controller von der Firma Leap Motion, der sich nach dem Auspacken in kürzester Zeit verwenden lässt. Per USB-Kabel an den Laptop anschließen, Programm auf der Website von Leap herunterladen und los geht’s: Es öffnet sich ein Fenster und das Tutorial beginnt. Aber was macht dieser Sensor denn nun?

Leap Motion Controller

Leap Motion Controller

Wichtig ist, dass man ihn vor sich auf den Tisch legt, sodass man seine Hände darüber bewegen kann. Gesagt, getan und schon bemerkt man eine Bewegung auf dem Bildschirm. Man ist zunächst überrascht und kann seinen Augen nicht trauen, denn die eigenen Hände die man über den Sensor hält werden nun auf dem Bildschirm dargestellt und jede Bewegung wird synchronisiert. Ja, sogar die jedes einzelnen Fingers!

Nach kurzem Eingewöhnen kann es weitergehen – nun soll man kleine Roboter zusammenbauen und Blütenblätter pflücken. Kein Problem, denn der Leap-Sensor erkennt sogar Greifbewegungen. Nach dem Tutorial kann man sich im Leap-Appstore anmelden und weitere Anwendungen herunterladen, viele davon sind kostenlos. Ich lud mir eine App herunter, mit welcher man mit den Händen leuchtende Punkte durch eine Unterwasserwelt bewegen und damit Fische anlocken konnte. So kam ich übrigens auf eine meiner Konzeptideen, die in diesem Beitrag vorgestellt wird. Es gibt also unzählige Möglichkeiten sein virtuelles Erlebnis mit Leap Motion zu gestalten.

Ich war davon jedenfalls total begeistert, denn wann hat man schon mal die Möglichkeit die virtuelle Welt mit den Händen zu steuern? In meinem Semesterprojekt „on my way“ wird so ein Sensor auf jeden Fall auch zum Einsatz kommen 🙂


Der Artikel Leap Motion – Ein guter Grund für eingeschlafene Hände hat die Lizenz CC-BY-NC-4.0 CLIC, bzw. des jeweiligen Autors.

GoOnLateralThinking

Wenn man eine gedankliche Verbindung zwischen zwei unterschiedlichen Erfahrungsbereichen aufbaut, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, um eine Lösung für eine Problemstellung zu finden, spricht man vom lateralen Denken. Diese Denkweise kann extrem hilfreich sein, um neue Ideenansätze zu finden.

Um mein Haltestellen-Spiel GoOnMon nicht nur durch seinen Standort mit dem Thema Urban Interaction zu verbinden, möchte ich auch den dargestellten Inhalt passend aufbereiten. Neben dem Wording – welchem eine wichtige Rolle zukommt – sollten auch die Spiele-Ideen selbst den urbanen Ansatz aufgreifen. Statt nach passenden, bereits existierenden Spielen zu suchen, habe ich mich auf meine Stadterfahrung und auf die anderer konzentriert. Die gesammelten Begrifflichkeiten waren teilweise ziemlich abwegig und hatten auf dem ersten Blick kein Potenzial zu einer Spiel-Idee zu werden, wie Schlussverkauf oder Ampelphasen. Aber selbst sie beruhen bei genauerer Betrachtung auf bekannte Abläufe, welche sich durch ein Spiel ausdrücken ließen. Im nächsten Step habe ich die Ideen mit den Voraussetzungen gekoppelt, die zur Darstellung und Bedienung des Spiels notwendig sind. Da die Wartenden schnell mit dem Spiel beginnen wollen bevor der öffentliche Nahverkehr eintrifft, muss sich die Idee hinter dem Spiel leicht erschließen lassen. Durch den Einsatz von bekannten Begriffen, wie Breakdance, bekommt der Spieler schonmal eine Vorahnung von dem, was ihm erwartet. Zudem ist die Steuerung durch Multiple – Choise – Elementen am Boden bzw. durch den Einsatz der eigenen Gliedmaßen leicht verständlich und ein gängies Prinzip bei Spielen.


Durch die Verbindung von bekannten Begebenheiten, die zu unserem Stadtbild gehören und den technischen Voraussetzungen für GoOnMon entstanden neue Ideenansätze für Spiele, die sich dennoch verständlich darstellen lassen:


GoOnMon – SpieleBox

GoOnMon – SpieleBox-Inhalt


Der Artikel GoOnLateralThinking hat die Lizenz CC-BY-NC-4.0 CLIC, bzw. des jeweiligen Autors.

Content Strategy – Studium und Ausbildung

3 Fragen an Jürgen Schulz, Professor für Strategische Kommunikationsplanung an der Universität der Künste Berlin …

 

In diesem Video erklärt Professor Dr. Jürgen Schulz von der UDK Berlin, warum es sich lohnt, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation zu studieren, welche falschen Annahmen über das Tätigkeitsfeld kursieren und was man mitbringen muss, um in dieser Disziplin erfolgreich zu sein. Absolventen dieses UDK-Studiengangs sind bestens vorbereitet für eine Karriere als Content Strategist.

 

3 gute Gründe, sich auf Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation zu spezialisieren

 

1. Wenn man sich entschließt, Kommunikation zu studieren, ist das eine erklärungsbedürftige Materie. Einerseits kommunizieren wir tagtäglich – jeder müsste also wissen, was unter Kommunikation zu verstehen ist. Andererseits ist etwas so Allgegenwärtiges oft nicht der Rede wert. Aber es ist extrem wichtig, diese basale und grundlegende Angelegenheit zu erforschen – und das tun wir im Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation.

2. Der Mensch ist – im Gegensatz zu anderen Lebewesen – kein Spezialist, sondern Generalist. Er ist sehr anpassungsfähig und variabel. Diese Fähigkeiten stehen bei uns im Vordergrund und bilden die Grundlage für verschiedene Berufswege.

3. Eines der wichtigen Motive des Menschen ist Verstehen und Verstanden werden. Die Welt wird aber immer komplexer und unverständlicher. Insofern ist das Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation eine Grundlage, um die Unverständlichkeit verständlicher zu machen. Eine Art Übersetzungsleistung, indem Studierende ethnografisches Verständnis erlangen, um die Grundlagen für Kommunikation zu schaffen und darüber hinaus strategisch und schöpferisch zu übersetzen.

 

3 falsche Annahmen über Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation

 

1. Dass man sich in einem Bachelorstudium, das drei Jahre dauert, spezialisieren könnte. Das ist nicht möglich. Die eigentliche Spezialisierung findet heute im Job oder in weiteren Qualifikationsstufen wie dem Masterstudium statt.

2. Dass das Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation ein Werbe-Studiengang ist. Das ist es nicht. Es hatte mal einen starken Schwerpunkt im Bereich der Werbung, aber genauso wie sich die Bedingungen und die Kommunikationswirtschaft ändern, so hat sich auch das Themenspektrum des Studiums geändert. Wir haben heute ganz unterschiedliche Anforderungen an Kommunikation und werden ihnen gerecht – auch ganz praktisch in halbjährlichen Kommunikationsprojekten. Die Themen sind breit gefächert und vermitteln ein erweitertes Verständnis von strategischer Kommunikation und Auftragskommunikation.

3. Dass Menschen durch Psycho- oder Marketingtricks leicht zu manipulieren seien. In unseren Forschungen stellen wir fest, dass Rezipienten erheblich gewiefter sind im Umgang mit Kommunikation. Daraus ergibt sich ein höherer Stellenwert des Menschen, seinen Befindlichkeiten und seinem strategischen Potential, der in unserem Studiengang eine große Rolle spielt.

 

3 Anforderungen, die Studierende erfüllen müssen

 

1. In unseren Aufnahmegesprächen gibt es eine Killer-Frage: Lesen Sie? Die Rezeption Texten – nicht nur Fachliteratur – ist eine der zentralen Möglichkeiten zum Wissenserwerb und insofern für das Studium ein wesentlicher Aspekt.

2. Ich halte es wie der Architekt und Allround-Gelehrte Buckminster Fuller, der für einen umfassenden Kompentenzerwerb plädierte, also die Lust sich mit Neuem zu beschäftigen. Dazu gehört eine forscherische Fähigkeit genauso wie die Bereitschaft, auch mal zu scheitern. Das findet sich mittlerweile in modernen Unternehmenskulturen, aber da haben alle noch Nachholbedarf. Forschen und Experimentieren ist ein ganz wichtiger Aspekt und eine Anforderung an die Studierenden.

3. Abschließend zitiere ich zwei Prinzipien aus der Sesamstraße: »Wer nicht fragt, bleibt dumm« und »Eins von diesen Dingen gehört nicht zu den anderen«. Unterscheidungsfähigkeit macht unsere Absolventen zukunftsfähig.


Alle weiteren PAGE-Connect Artikel zum Thema UX Design finden Sie hier.

 

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Die Amazon Echo NutzerIn: Wer ist sie?

Voller Vorfreude aber auch mit einer gewissen Nervosität freue ich mich auf meine erste Korrespondenz mit Amazon Echo.
Was werde ich fragen, was soll ich fragen? Wie wird meine Familie, vor allem wie werden meine beiden Kinder reagieren, wenn ich mit einem Lautsprecher rede? Werden sie es als unhöflich empfinden ein Gerät mit dem Namen Alexa stets zuerst mit Namen ansprechen zu müssen?

Es tut gut in dieser von Unsicherheit geprägten Situation an die Hand genommen zu werden. Zahlreiche Erfahrungsberichte, Informationen über mögliche Nutzungsszenarien und unterhaltsame Videos („How to use Amazon Echo“) bieten mir Sicherheit und erste Ideen für meine Gespräche mit Echo.

So geht „Frau“ um mit Alexa und Amazon Echo

Eine wunderbar anschauliche Darstellung wie Amazon sich den Umgang mit Echo und Alexa im Alltag vorstellt bietet das YouTube Video Voice Shopping mit Alexa.

Beschreibung: Das Video zeigt eine beschäftigte aber souverän wirkende Mutter & Ehefrau, die etwas zu spät nach Hause kommt. Mit Hilfe von Echo und Alexa erledigt sie quasi nebenbei Einkauf und Abendessen.

Die in diesem Video dargestellte Nutzungssituation verdeutlicht, dass es Amazon gelingen wird den Konsum bei aktiven Echo Nutzern/-innen zu steigern. Es drängt sich zudem die Vermutung auf, dass Einkäufe über Echo („So will Amazon über den Echo-Lautsprecher verkaufen“) eine relativ hohe Marge abwerfen werden.

Wird es so kommen? Das hängt ganz wesentlich davon ab, ob Echo eine breite Masse an Kunden ansprechen kann und sich stetig funktional weiterentwickeln wird.

Wer wird zu aktiven Echo Nutzern/Nutzerinnen gehören?

  • Heutige Prime Kunden/-innen? Sicher.
  • Einkommen und Technikaffinität hoch? Wahrscheinlich.

Alter, Werte und Einstellungen, Lebensstil, soziales Umfeld?
Viel Spielraum für Spekulationen und Thesen – und ein guter Grund einen ersten Versuch zu unternehmen die Echo Persona zu beschreiben. Lassen Sie uns gemeinsam schauen, ob da eine Zielgruppe vorhanden ist.

Die Amazon Echo NutzerIn besitzt Smartphone, Tablet und Notebook, ist stets interessiert an neuen Geräten und Anwendungen, lernt schnell damit umzugehen und deren Möglichkeiten auszureizen. Diese Neugier ermöglicht es ihr zu beurteilen, ob ein „Gadget“ nützlich ist und einen Mehrwert bietet. Ist das der Fall, dann baut sie zu dem Gerät eine emotionale Bindung auf.

Die Produkte des täglichen Bedarfs kauft sie ungern ein und ist daher offen für die Idee und das Konzept hinter dem Amazon Dash-Button („Was die Deutschen per Knopfdruck bestellen wollen.“).
Lebensmittel im Web zu bestellen, davon macht sie ab und zu Gebrauch, liebt es aber nicht.

Werbung wird ignoriert, ja geradezu gehasst wenn sie auf Geräten oder in Anwendungen erscheint, zu denen eine enge emotionale Bindung vorhanden ist (z.B. Smartphone, Smartwatch, Shopping-App, Newsfeed, Smart Home App). Empfehlungen für Produkte finden Beachtung und wirken, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt und im richtigen Kontext gegeben werden. Das gelingt aber nur dann, wenn sie dem Empfehlungsgeber zuvor ihre Wünsche explizit verraten hat.

Nur einmal hat sie Möbel über das Web bestellt. Angeschaut schon oft, aber eben nur einmal (und danach nie wieder) gekauft. Sie liebt es Möbelstücke anzuschauen, zu erfühlen, ab und zu eines selbst (auf-) zu bauen oder auf dem Flohmarkt zu ergattern. Kleidung, Bücher, Filme, Tickets und Musik, auch Reisen, das kauft bzw. bucht sie gern im Web, am liebsten von zu Hause aus. Dann auch gern über ihr Tablet oder Smartphone. Von unterwegs per Smartphone shoppen, das kommt dagegen selten vor.

Voila – haben Sie ein Bild von der Amazon Echo Persona?
Ja! Sind Sie das vielleicht selbst?

Viel Spaß mit Ihrem Echo!

Vor 10 Jahren waren viele, auch ich, der Meinung: „Über das Handy einzukaufen? Das macht doch keiner“. 2017, also 10 Jahre nach Marktstart des iPhone, wird nun wirklich jeder erkannt haben: Es kam anders. Ist oft so. Welche Situation werden wir wohl 2027 vorfinden? Mindestens ein Echo mit Touchscreen.

Der Beitrag Die Amazon Echo NutzerIn: Wer ist sie? erschien zuerst auf Nutzerbrille.