ifttt – if this then that

„If It Is Cold Outside, Then Send Me A Message…“ Es gibt die Services und es gibt die Technik – ifttt verbindet diese Komponenten praktisch für uns. Wir nutzen tagtäglich Services, wie Soziale Netzwerke, Sicherungssoftware und digitale Kalender, die wir ständig kontrollieren und aktualisieren. Je mehr Services wir parallel nutzen, desto mehr Zeit widmen wir ihnen. So vergeht kein Tag, an dem ich nicht morgens im Bett die Wettervorhersage auf mein Smartphone abrufe, um zu wissen, worauf ich mich einstellen muss. Eigentlich keine Hürde – eher Routine. Aber deutlich angenehmer wäre es doch, wenn mir jemand mit einem Klick zeigt, was mich erwartet – insbesondere im Halbschlaf, wenn die Motorik zu wünschen übrig lässt. Genau das haben sich wohl auch die Gründer von ifttt gedacht: Sie bieten uns daher die Möglichkeit Anwendungen einfach zu verknüpfen mit Hilfe von den sogenannten Applets:

So kann mir der Wetter-Service durch den Smartphonezugriff morgens einfach schreiben, ob der Regenschirm im Schrank bleiben kann. Natürlich ist ein Smartphone- oder Profilzugriff auch immer mit einem gewissen Datenzugriff verbunden – genauso, wie bei (fast) allen Services selbst. Das schöne hierbei ist aber, dass man sich viel Zeit und Gedächtnisleistung mit diesen Anwendungen ersparen kann: Wenn ich z. B. meine WordPress-Posts gleichzeitig auf eine Pinterest-Pinwand sammeln möchte, dann gibt es dafür ein Applet, dass diese Arbeit für mich übernimmt.

Applet, um WordPress und Pinterest zu verbinden

Applet, um WordPress und Pinterest zu verbinden

Das klingt doch alles recht elegant – wenn es denn auch funktioniert… Dieser Beitrag soll genau das für uns herausfinden! Also bleibt dran, um es mit mir herauszufinden 😀

To Be Continued…


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Urban Gaming

Wenn es eine Sache gibt, die unser Jahrhundert auszeichnet, dann ist es wohl der Drang nach medialer Unterhaltung. Ob erst der Drang da war und daraufhin die mobilen Endgeräte erschienen sind, weiß ich nicht mehr. Vielleicht war es auch umgekehrt… Aber eines ist gewiss: Die meisten könnten ohne Smartphone keinesfalls das Haus verlassen! Es ist zu einem wichtigem Teil unseres Lebens geworden, der sich genau diesem Verlangen widmet. Es ist wie eine Erweiterung unseres Selbst, dass uns vor Langerweile und Einsamkeit schützt. Aber eines scheinen wir dabei mehr und mehr zu vergessen: Wir sind meistens nicht alleine!

Das Haltestellen-Mantra

Das Haltestellen-Mantra

Ein schönes Beispiel hierfür sind Haltestellen: Dort trifft man nicht nur auf viele Menschen, die sich alle die Beine in den Bauch stehen, sondern oft auch auf dieselben Menschen. Es ist dennoch zu einem Mantra geworden sich nicht an den Haltestellen zu begrüßen – so wie es zum Beispiel in Wartezimmern üblich ist – und schon gar nicht zu reden oder sich in die Augen zu schauen – diese sind meistens eh mit dem Smartphone beschäftigt… Es gibt aber viele Gründe, warum man dieses auch mal in der Tasche lässt: Sei es die Angst vor einem Diebstahl, die Kälte an den Fingern oder der sich leerende Akku. In diesen Situationen wird das Warten nicht nur langweilig, sondern fast schon unerträglich und der Nah- und Fernverkehr wieder eine Spur unattraktiver – auch wenn er mal pünktlich zur Stelle ist…

Aber was ist, wenn man den täglich aufeinandertreffenden Leuten eine Unterhaltung bietet, die das lästige Warten verschönert und ihnen gleichzeitig eine menschliche Interaktion ermöglicht?

An diesem Beispiel wird deutlich, wie schnell das selbstauferlegte Mantra verworfen wird, wenn außergewöhnliche Methoden zum Einsatz kommen. Insbesondere beim gemeinsamen Spielen kommt es durch die erforderliche Einbringung der eigenen Leistung dazu, dass der eigene Schutzschild abgelegt wird. Der Benefit ist hier nicht nur die Freunde am erfolgreichen Spiel, sondern auch das spaßige Miteinander, dass in der normalen Alltagssituation nicht zu stande kommen würde. Wenn dieses gemeinsame Erlebnis zu einem positiven Umdenken führt, könnte sich dieses auch auf die Sitzbankproblematik in der Bahn auswirken!

Kurzum würde der Nah- und Fernverkehr für Zufriedenheit sorgen; die Menschen wären glücklicher und vor Allem: nicht allein! 🙂


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Event- und Workshop-Dokumentation in Echtzeit (Gastbeitrag)

Wie man schon während der Veranstaltung eine Publikation erstellt

Dass es einer Begleitung bzw. Moderation bedarf, um in Workshops oder Events nicht nur zu diskutieren, sondern tatsächlich strukturiert Inhalte zu erarbeiten, ist Euch bekannt. Jedoch steht man bei jedem Format, ob Workshop oder Event, in denen Inhalte und Ergebnisse erzeugt werden, immer wieder vor der Herausforderung: Wie mit den erarbeiteten Ergebnissen umgehen?

Diese Herausforderung sind wir im Rahmen des „Zukunftssymposiums SYNCHRONICITY“  in Berlin angegangen, bei dem ich die Veranstalter – Glockenweiß und minigram – beraten und begleitet habe.

Das Ziel von “SYNCHRONICITY“ war es, innerhalb von zwei Tagen Konzepte für das „Wohnen und Arbeiten im Stadtquartier der Zukunft“ zu entwickeln. Hieran haben 40 interdisziplinäre TeilnehmerInnen mitgewirkt, um Visionen und Konzepte für die Bereiche Architektur, Mobilität, Nachhaltigkeit, Technologie, Außenraum, Nutzungsarten und deren Verknüpfungen zu entwickeln. Die erarbeiteten Ergebnisse sollten an die Berliner Senatsverwaltung und die Berliner Immobilienwirtschaft übergeben werden, damit diese bei zukünftigen Stadtentwicklungsvorhaben genutzt werden können.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns intensiv der Workshop-Dokumentation gewidmet und uns das Ziel gesetzt, die Dokumentation nicht nur zeitnah zu erstellen, sondern allen TeilnehmerInnen unmittelbar am Ende der Veranstaltung die Dokumentation zu überreichen. Hierfür haben wir in nahezu Echtzeit eine Publikation erstellt, um das Momentum der Veranstaltung und die vorhandene Aufmerksamkeit für das Thema zu nutzen. In diesem Gastbeitrag möchte ich schildern, wie wir dabei vorgegangen sind.

Herausforderung: Workshop-Dokumentation

Das Ziel des Zukunftssymposiums war es, Fragen zur Gestaltung urbaner Lebens- und Arbeitsräume der nächsten Generation zu behandeln. Diese Ergebnisse sollten festgehalten und zugänglich gemacht werden, damit sie auch von anderen Stadtentwicklungsvorhaben genutzt werden können. Wir haben uns für eine parallel-begleitende Dokumentation der Workshop-Ergebnisse sowie deren Veröffentlichung als Publikation unmittelbar am Ende der Veranstaltung entschieden.

Lösung: Live-Dokumentation und direkte Veröffentlichung

Workshop Live Dokumentation

© Buitbytv

An zwei Tagen fanden insgesamt sechs 90-minütige Workshops statt, von denen jeweils zwei synchron liefen. Jeder Workshop wurde von einem Host — inhaltlicher Experte für eines der Kernthemen Architektur, Mobilität, Nachhaltigkeit, Technologie, Außenraum, Nutzungsarten — geleitet. Für die Dokumentation hatten wir in jedem Workshop jeweils eine Person (Rapporteur), die mit dem schriftlichen Festhalten der Inhalte und der Ergebnisse beauftragt war. Die Ergebnisse wurden direkt in einem Google-Doc dokumentiert, um die Inhalte für die Erstellung der Publikation digital verfügbar zu haben. Zusätzlich gab es ein Graphic Recording von allen Workshops, um die schriftlichen Inhalte ergänzend auch visuell abzubilden. Wir haben einen Fotograf engagiert, der nicht nur atmosphärisch festhielt, wie gearbeitet wurde, sondern zugleich die Graphic Recordings digitalisierte. Um dies alles zusammen zu bringen, hatten wir eine Designerin mit Erfahrung im Bereich Publikationen, insbesondere e.pubs, vor Ort, die alle generierten Inhalte in einer tatsächlichen Publikation zusammen führte.

Herausforderung: Wieviel Struktur vorgeben, wie viel Freiheit lassen?

Neben dem reinen Dokumentationsaufwand lag eine zentrale Herausforderung in der Vorbereitung der Workshops: Auf der einen Seite wollten wir den Hosts und Rapporteuren möglichst hohe Flexibilität geben, damit sie entlang der individuellen Ergebnisse der jeweiligen Workshops dokumentieren können. Andererseits mussten wir eine Grundstruktur entwickeln, um eine lesbare Publikation mit Workshop-Inhalten zu erhalten, die auch für Außenstehende nachvollziehbar sind. Und darüber hinaus benötigte unsere Designerin eine Struktur, in der sie sich gestalterisch bewegen kann.

Workshop Live Dokumentation

© Buitbytv

Doch wie viel Struktur kann man vorgeben, wenn man nur grob weiß, in welche Richtung die Workshops gehen? Wenn man nicht wirklich vorhersehen kann, welche Inhalte erarbeitet werden? Und was kann man tun, um die Art und Weise der Dokumentation zumindest ein Stück weit vorauszusehen bzw. vorzubereiten?

Lösung: Struktur durch Templates, die genug Freiheit lassen

Letztendlich haben wir ein grobes Template entwickelt, um einen losen Rahmen für die Dokumentation zu geben. Zugleich war unsere Botschaft an die Hosts und Rapporteure, diese Struktur einerseits als Orientierung aufzufassen, andererseits den tatsächlichen Inhalten und Ergebnissen der Workshops jedoch Priorität einzuräumen und diese Struktur gegebenenfalls anzupassen oder zu erweitern.

Dieser Aufforderung sind die Hosts und Rapporteure auch gefolgt: Die Grundstruktur von Vision + Herausforderungen + Handlungsanweisungen findet sich in allen sechs Workshop-Dokumentationen. Zugleich hat jeder Text individuelle Zusatzelemente, wie Thesen des Hosts oder spezifische Nutzerprofile. Auf dieser Basis haben wir unmittelbar zum Ende der Veranstaltung zwei Publikationen veröffentlicht: Zum einen eine gedruckte Kurz-Version sowie ein ausführlicheres e.pub.

Workshop Live Dokumentation

Auch wenn die Publikation eine wichtige Rolle spielte, mussten wir uns genauso auf die Workshops — in denen die Inhalte ja überhaupt erst entwickelt werden sollten — und deren Vorbereitung konzentrieren.

Herausforderung Diversität

Wie eine Vorbereitung gestalten, die diversen Bedürfnissen unterschiedlicher Workshop-Hosts gerecht werden kann?

Nicht nur die TeilnehmerInnen des Symposiums waren interdisziplinär aufgestellt, auch die Workshop-Hosts kamen aus unterschiedlichen Bereichen, um die Aspekte Wohnen & Arbeiten, Nachhaltigkeit, Außenräume, Baurecht und Mobilität zu beleuchten. Und nicht nur ihre Hintergründe waren sehr unterschiedlich, ebenso die Erfahrungen mit Workshops: Einige Hosts hatten viel Vorwissen und Erfahrung und eine konkrete Vorstellung von ihren Zielen und Herangehensweisen, andere wiederum brauchten eine stärkere Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Workshop-Struktur. Und alle Hosts hatten eine unterschiedliche Vorstellung, wie sie ihren Workshop methodisch angehen wollten: Vom Vortrag, über eine Großgruppen-Diskussionen bis hin zu mehreren parallel arbeitenden Gruppen.

Um die Hosts bei der Vorbereitung zu unterstützen, haben wir ihnen Hinweise und Material in Form von Briefings zukommen lassen. Im Hinblick auf die (möglichst einheitlich, gut lesbare) Publikation waren wir hierbei zunächst versucht, alle Hosts in Richtung eines interaktiven (idealerweise nutzer-zentrierten) Workshops zu steuern. Doch hatten wir im Laufe der Vorbereitung den Eindruck, dass diese Art von Workshop nicht zu jedem Host passt. Daher stellen wir uns die Frage: Wie einen Workshop gestalten, der für den Host funktioniert und diesen nicht komplett aus der Komfortzone bringt, andererseits dennoch alle TeilnehmerInnen ausreichend herausfordert und spannende Ergebnisse zu erzeugen vermag?

In einem Treffen vor Ort, ungefähr drei Wochen vor der Veranstaltung, haben wir festgestellt, dass wir mit rein schriftlichen Briefings zur Vorbereitung nicht weiterkommen, sondern einen anderen Weg der Unterstützung bei der Workshop-Vorbereitung wählen müssen.

Lösung: Struktur und individuelle Unterstützung durch Workshop-Rapporteure & -Facilitators

Als zentral stellte sich hierbei die Unterstützung der Rapporteure heraus, die den  Workshop-Host nicht nur bei der Dokumentation, sondern darüber hinaus auch bei der Workshop-Vorbereitung unterstützt haben. Diese intensive persönliche Betreuung, in Form von Meetings oder Telefonaten, war deutlich wirksamer als die schriftlichen Briefings und konnte vor allem sehr viel individueller auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Vorhaben der Host eingehen. Im direkten Austausch wurden Inhalte angepasst und die Struktur für den Workshop überarbeitet.

Mittels dieser spontan intensivierten Unterstützung bei der Vorbereitung konnten wir erneut eine Balance aus Struktur und Freiheiten herstellen, indem die Hosts gemeinsam mit „ihrem“ Rapporteur den Workshop entwickeln konnten, der zu ihren Vorstellungen und methodischen Vorerfahrungen passte und zugleich den Aspekt der Dokumentation nicht außer Acht ließ.

Insgesamt war dies ein recht aufwändiges Vorgehen, das sich aus unserer Sicht jedoch gelohnt hat. Hierdurch wurden während des Symposiums in individuellen und methodisch unterschiedlichen Workshops spannende Inhalte erarbeitet, die wir parallel dokumentieren konnten.

Workshop Live Dokumentation

© Gregor Fischer

Auch der nicht zu unterschätzende Aufwand einer Live-Dokumentation lohnt insofern, dass durch die unmittelbare, und für alle TeilnehmerInnen vor Ort erfahrbare Fertigstellung und Veröffentlichung der Inhalte, das Momentum der Veranstaltung und die in dem Augenblick vorhandene Aufmerksamkeit genutzt wird: Indem man die erarbeiteten und dokumentierten Ergebnisse sofort mitnehmen und sich bereits auf dem Nachhauseweg damit auseinandersetzen kann und nicht erst (wenn überhaupt) Wochen später, wenn schon wieder ganz andere Themen aktuell sind.

Zusammenspiel aus intensiver Vorbereitung und lebendigen Workshops

Die Erarbeitung konkreter Inhalte in Workshops und die Erstellung einer Publikation ist natürlich nur möglich, wenn sich alle TeilnehmerInnen einbringen und gemeinsam an der Erarbeitung mitwirken. Um dies zu erreichen, wollten wir ein Veranstaltungsformat entwickeln, bei dem die TeilnehmerInnen einerseits zwar konkrete Inhalte erarbeiten, zugleich jedoch nicht das Gefühl von Arbeit haben, sondern inspiriert werden und genügend Raum haben, sich wechselseitig kennenzulernen, miteinander auszutauschen und zu verknüpfen.

Um dies zu ermöglichen, haben wir neben den Workshops Elemente in das Format eingebaut, durch die die TeilnehmerInnen, mal mehr und mal weniger angeleitet, miteinander in den Austausch kamen:

Elemente für Partizipation, Vernetzung und Austausch

Um zunächst einen möglichst inspirierenden Einstieg in das Thema und die gemeinsame Arbeit zu finden, sind wir mit einer Keynote von Matthias Horx zum Thema „Zukunft Stadt“ in den ersten Tag gestartet, bevor die ersten Workshops begannen.

Workshop Live Dokumentation

@ Gregor Fischer

Auch bei der Einteilung der Workshops, wollten wir das Format möglichst flexibel halten und ermöglichen, dass alle TeilnehmerInnen spontan ihren Interessen folgen können und nicht vorab entscheiden mussten, an welchem Workshop sie teilnehmen. Diese Aufteilung sollte erst unmittelbar vor den Workshops erfolgen und zwar anhand von kurzen Pitches, in denen die Hosts ihren Workshop vorstellen. Bei diesem Vorgehen waren wir nicht sicher, was uns erwartet: wie werden sich die TeilnehmerInnen aufteilen? Wird es überlaufene Workshops geben und andere, die weniger gut besucht sind? Wie werden die Hosts damit umgehen? Letztendlich ist dabei nichts schief gegangen, ganz im Gegenteil: Alle TeilnehmerInnen haben sich jeweils recht gleichmäßig und organisch auf die Workshops verteilt.

Um die Initiative für Networking und Austausch nicht allein den TeilnehmerInnen zu überlassen, haben wir ein begleitetes Networking als Element in das Format eingebaut. Hierfür haben wir zunächst bei der Ankunft von jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer ein Foto gemacht, diese an einer zentralen Wand gesammelt und durch ein kleines Template ergänzt, durch das die TeilnehmerInnen mehr voneinander erfahren konnten. Auf dieses leicht strukturierte Networking-Element folgte ein informelles Dinner, bei dem sich alle TeilnehmerInnen ganz frei austauschen und neu gemachte Bekanntschaften weiter vertiefen konnte, die Eindrücke vom Tag in entspannter Atmosphäre austauschen konnten.

Workshop Live Dokumentation

© Gregor Fischer

Diesem sehr freien Austausch haben wir auch am zweiten Tag erneut Platz eingeräumt, indem wir die einstündige Mittagspause um eine weitere Stunde verlängert haben, in der wir verschiedene Räume angeboten haben, in denen die TeilnehmerInnen sich zurückziehen und ausruhen konnten, weiter austauschen oder auf einer anderen Ebene E-Mails und Anrufe erledigen.


Gast-Autorin @clastronautin über die wunderbare Workshop-Live-Dokumentation bei www.synchronicity.berlin
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Fazit und Zusammenfassung der zentralen Elemente

Zentrale Bestandteile für produktive Workshops mit Live-Dokumentation:

Für spannende & produktive Workshops:

  • intensive und flexible Vorbereitung, um auf die Diversität von Workshop-Hosts (unterschiedliche Bedürfnisse und Erfahrungen) einzugehen
  • Unterstützung und Struktur durch Workshop-Rapporteure / -Facilitators
  • Elemente für Partizipation, Vernetzung und Austausch der TeilnehmerInnen zusätzlich zu den Workshops

Für die Live-Dokumentation:

  • Dokumentation in der Vorbereitung permanent mitdenken und einfließen lassen
  • Balance aus Struktur und Freiheit (bei Templates, bei der Vorbereitung, bei der Wahl der Workshop-Methode)
  • Unterstützung durch Rapporteure, Fotograf, Graphic Recorder und Designerin

Die Live-Dokumentation von Workshops hat viel Potential, bringt allerdings auch einen nicht zu unterschätzenden Aufwand in der Vorbereitung und Durchführung mit sich. Wer das für einen Workshop ausprobieren möchte, muss dies sehr frühzeitig in die Planung und Vorbereitung mit einbeziehen und alle Beteiligten (Hosts, Rapporteure, Facilitator, Designer etc.) koordinieren und ausführlich briefen.

Wer sich das für einen geplanten Workshop nicht vorstellen kann bzw. nicht über die notwendigen Ressourcen verfügt, sollte dennoch nicht erst nach oder gegen Ende eines Workshops über die Dokumentation nachdenken, sondern sie in der Konzeption berücksichtigen: So können in Materialien (z.B. Templates) bereits Aspekte der Dokumentation eingebaut werden, die dann während des Workshops Berücksichtigung finden.

Ich freue mich über Rückmeldungen, Anregungen und Beispiele, wie Ihr bei der Workshop-Dokumentation vorgeht. Wer sich für weitere Methoden und Tools für Experience Designer, Konferenzveranstalter & Workshop-Designer interessiert, kann sich für meinen Newsletter (englisch) eintragen.

Titelbild: © Gregor Fischer

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Service Design – Studium und Ausbildung

3 Fragen an die Professoren Kai Bergmann und Daniel Rothaug von der Hochschule Augsburg …

 

In diesem Video erklären Kai Bergmann, Professor für interdisziplinäre Kommunikation, und Daniel Rothaug, Professor für Interfacegestaltung, beide von der Fakultät für Gestaltung an der Hochschule Augsburg, warum es sich lohnt Service Designer zu werden, welche falschen Annahmen über das Tätigkeitsfeld kursieren und was man mitbringen muss, um in der Disziplin erfolgreich zu sein.

 

3 gute Gründe, sich auf Service Design zu spezialisieren

 

1.    Kai Bergmann: Service Design ist interessant, weil man von der Marketingabteilung eines Kunden hin zur Forschungs- und Entwicklungsabteilung weitergereicht wird. Man dringt tiefer in das »Herz« des Kunden ein und wird dadurch relevanter – für die Mitarbeiter, für das Produkt und für die Kunden.

2.    Daniel Rothaug: Produkte definieren sich heutzutage über Services. Sie sind keine festen Einheiten hinter einer geschlossenen Hülle mehr, sondern lösen sich quasi in Services auf. Sobald ich ein Produkt gestalte, muss ich auch über die Services nachdenken, die damit zusammenhängen. Beispiel Automobilindustrie: Sie baut nicht mehr nur die Hülle um einen Motor, sondern schafft eine Infrastruktur auf Rädern.
Kai Bergmann: Und das wird weiter zunehmen. Es wird Komplettpakete geben von der Konzeption des Produkts bis hin zu allen Dienstleistungen und Schnittstellen und letztlich der Gestaltung. Als Service Designer ist man komplett involviert in den Prozess von den ersten Sketches bis zum Rollout.

3.    Kai Bergmann: Damit geht die Stärkung des Designs in der allgemeinen Wahrnehmung einher. Wer tief in der Entstehung eines Produkts oder einer Dienstleistung involviert ist, wird wirtschaftlich anders wahrgenommen als jemand, der nur die Dekoration macht.

 

3 falsche Annahmen über Service Design

 

1.    Kai Bergmann: Service Design ist keine neue Disziplin! Es ist eher eine alte, grundlegende Methodik mit Kunden zusammenzuarbeiten. Beispiel Otl Aicher und Erco: Aicher hat das Branding gemacht, den Katalog maßgeblich geprägt und schließlich sogar die Produkte. Das hat damals niemand Service Design genannt, aber im Grunde ist es genau der Prozess, den wir heute so nennen.

2.    Daniel Rothaug: Service Design ist keine Unternehmensberatung, auch wenn manche Aspekte damit zu tun haben, weil man tief in die Unternehmensprozesse einsteigt. Genauso wichtig ist die andere Seite: die Anwender. Der Gestalter übernimmt die Aufgabe des Moderators zwischen diesen beiden Welten und wirkt auf das Unternehmen ein, entsprechende Services möglich zu machen. Das hat auch Aicher sehr konsequent betrieben.

3.    Kai Bergmann: Service Design ist nicht Design Thinking! Letzteres ist eine Methode innerhalb des Felds Service Design, um Produkte oder Prozesse zu verbessern. Design Thinking wird von Service Designern betrieben und geleitet. Und dabei geht es nicht darum, Post-ist an die Wand zu hängen!

 

3 Anforderungen, die Studierende erfüllen müssen

 

1.    Kai Bergmann: Das Wichtigste ist Empathie. Man muss sich interessieren für die Bedürfnisse und Wünsche von anderen Menschen. Man muss gut zuhören und auch zwischen den Zeilen lesen können – sowohl beim Kunden als auch bei den Anwendern.

2.    Daniel Rothaug: Gestalterische Experimentierfreudigkeit. Man muss seine gestalterischen Fähigkeiten dazu nutzen, Probleme sichtbar und diskutierbar zu machen, um anderen Menschen Sachverhaltevermitteln zu können. Das hat viel mit angewandter Gestaltung zu tun, aber eben nicht in Form des Ergebnisses, sondern um Prozesse zu visualisieren.

3.    Kai Bergmann: Gut Form geben und mit Typografie umgehen können schadet auch nicht.

 


Alle weitere PAGE-Connect-Artikel zum Thema Service Design finden Sie hier.

Zum Download des PAGE Connect eDossiers »Das macht ein Service Designer bei SinnerSchrader« geht’s hier.

 

ServiceDesignCCCSS16

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Codename Leipzig 1813

Wie kann ich die Geschichte für andere sichtbar und erlebbar machen? Wie kann man ein geschichtliches Ereignis – wie die Völkerschlacht 1813 – greifbar machen? Wie kann ich die Menschen in diese Zeit hinein versetzen – ohne Zeitmaschine? Was macht Geschichte – insbesondere die Völkerschlacht – so besonders? Wie kann ich andere einbeziehen? Wie können sich andere die Geschichte zu eigen machen? Wie kann ich die verschiedenen Schlachtfelder und Schlachttage einbeziehen? Für wen ist diese Anwendung sinnvoll/ für wen mach ich das ganze? Wo könnte man dies finden? Mit all diesen Fragen beschäftige ich mich zur Zeit. Einen Teil der Fragen konnte ich schon beantworten, entscheidet selbst welche.

In meinem Semesterprojekt, beschäftige ich mich mit der Völkerschlacht in Leipzig. Diese fand im Oktober 1813 statt. Am Ende der Schlacht wurde ein Sieg gegen Napoleon Bonaparte errungen. Er verlor die Herrschaft über Deutschland und wurde nach Frankreich zurückgedrängt. Auf der Seite Napoleons kämpften ca. 200.000 Kämpfer; während Preußen, Österreich, Russland und Schweden mit ca. 300.000 Mann gegen Napoleon antraten. Alle Kämpfer kamen aus über 20 Völker. In diesem Blogeintrag, könnte jetzt die ganze Völkerschlacht einmal darstellen. Dies wäre nur etwas zu aufwendig, da es schon so viele Analyse- und Darstellungsseiten gibt. Daher werde ich nur kurz anreißen, was ich vorhabe. Damit die Geschichte für jeden Menschen erlebbar wird, nutze ich verschiedene Bildschirme. Diese umrahmen einen Innenraum, im inneren stehen die Menschen, welche die Schlacht erleben wollen. Auf den Bildschirmen wird ein Film der Völkerschlacht gezeigt, dieser sollte auch auf die Reaktionen der Menschen im Raum reagieren. Beim Film besteht die Frage, wie man den Film darstellt bzw. anlegt. Die Möglichkeiten wären 2D und 3D. Bei der 2D Darstellung ist es möglich, das die ganzen Häuser verzerrt sind aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Menschen. In der 3D Darstellung sorgt man diesem Problem vor, nur ist es für ein Schlachtfeld aufwendiger. Ein anderer Aspekt, welcher zu berücksichtigen ist, wäre die Möglichkeit der Interaktion. Die Menschen sollen nicht nur die Schlacht beobachten, sie sollen auch die Chance bekommen sie mitzuerleben. Aber wer sind die Menschen? Zum einen gehören zu meiner Schulklassen, Lehrer, Geschichtsstudenten und die Geschichtsforscher, aber auch die Geschichtsfanatiker zu meiner Zielgruppe. Daher wäre es gut wenn dieses Erlebnis in Städten wie Leipzig zu finden ist, am besten eingebunden in einem Museum oder ob es gar doch ein eigenständiges Museum darstellt!? Dem werde ich noch weiter nachgehen, nun ist mit dem Eintrag erst einmal Schluss und es folgt ein kleiner Vorgeschmack auf eine mögliche Darstellung der Anwendung vom ATELIER BRÜCKNER.

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Dies ist die Magic Box, das State Grid Pavilion auf der Expo Shanghai 2010.

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Dies ist ein anderes Bild von der Expo.

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Nach diesen zwei wundervollen Einblicken, folgt zum Abschluss mein eingefügtes Pattern meines letzten Eintrages.

Konferenz Rückblick – Web Summit 2016

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Web Summit – ein Event der Superlative: 50.000 Teilnehmer, über 600 Speaker, drei Tage Programm, unzählige Sideevents und Ticketpreise um die 1.000 €. „Europe’s Largest Technology Marketplace“ so die Veranstalter.

Weiterlesen auf produktbezogen.de

produktbezogen.de – Der Blog für Produktmanagement und User Experience Design
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Urban Screens – oder das Spiel mit riesigen Bildwelten

Mein heutiger Blogeintrag soll kurz den holprigen Weg zur Auswahl meines Semesterprojekts Urban Screens beschreiben. Bei Urban Screens handelt sich um riesige Bildschirme oder auch Bildprojektionen auf Gebäude, welche in Städten zu finden sind und so manch lustige Aktion mit sich bringen:

Aber nun zum Anfang.

Unsere Aufgabe war es, ein geeignetes Semesterprojekt zum Thema Interaction Design zu finden. Ich sammelte zunächst Dinge, die mich interessieren oder mir spontan in den Sinn kamen. Um mir einen Überblick über mein Gedankenwirrwarr zu verschaffen, erstelle ich zu jedem Kreativ-Projekt immer mindestens eine Mind Map. Die Mind Maps helfen mir dabei, den Weg meiner Gedanken zurückzuverfolgen und diesen nachzuvollziehen. Machmal ergeben sich auf diese Weise nochmal ganz neue Richtungen, die man einschlagen und erweitern kann.

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Meine erste Mind Map legte ich mithilfe des Programms SimpleMind zum Thema Urban Interaction an. Der erster Gedanke war, dass ich gerne etwas zur geregelten Müllentsorgung beitragen würde, da mich die verschmutzen Straßen in Städten, aber auch auf dem Lande extrem stören. Allerdings fehlte mir dazu die zündende Idee, ich dachte mir lediglich, dass man das Problem eventuell spielerisch lösen könnte, da Menschen immer ein Belohnungssystem brauchen, um motiviert zu sein.

Eine weitere Idee fiel mir durch Apples Claim „Think different“ ein: Das Platzieren von ungewöhnlichen, aber funktionellen Dingen in der städtischen Umgebung, damit sich die Menschen genauer mit den alltäglichen Gegenständen um sie herum beschäftigen und ihre Funktionen nicht als selbstverständlich nehmen.

Auf das Thema Urban Screens stieß ich durch die dritte Idee, persönliche Botschaften auf digitalen Plakatwänden zu zeigen, die wir während der Lehrveranstaltung nochmal besprachen und erweiterten. Die Grundidee zu den digitalen Plakaten ist mit den Urban Screens bereits vorhanden. Nun gilt es, die Funktionen der Screens genau zu analysieren und meine Idee mit den persönlichen Botschaften oder vielleicht auch einen ganz neuen Gedanken darauf anzuwenden und weiterzuentwickeln. Ich bin sehr gespannt auf das, was mit diesem Projekt auf mich zukommt und natürlich musste auch hierzu direkt eine Mind Map erstellt werden 😉

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Chronoscope Hamburg

Chronoscope Hamburg für Web, iPhone und iPad

Das Chronoscope Hamburg ist eine Zeitmaschine, mit der man 300 Jahre in die Geschichte Hamburgs zurück reisen kann. Das Projekt, das im Rahmen von Coding da Vinci Nord entstanden ist, läuft in jedem Browser und auch als spezielle WebApp für iPhone und iPad.

Die Start- und die About-Seite erklären schon ausreichend worum es geht. An dieser Stelle soll daher mein Manuskript des Abschluss-Events im Resonanzraum ein paar Aspekte des Design-Prozesses beleuchten.

Slide 1

Moin,

darf ich vorstellen: Meine Kollegen Hein und Fiete. Ihres Zeichens Geometer, die vor mehreren 100 Jahren mit einer unglaublichen Präzision Hamburg vermessen haben. Ihre Karten – und 240 weitere von Hamburg, Altona bis hin zur Elbmündung befinden sich heute in der Stabi und sind der Ausgangspunkt für mein Projekt.

Ich bin Matthias Müller-Prove, Informatiker und Interaktionsdesigner.

Slide 2

Im ersten Schritt ging es um das Zugänglichmachen und Sichten der Karten, denn 6GB Scans und MetaDaten im XML Format sind nicht per se einfach zu durchstöbern.

Schon hier gab es wunderbare Details in den Marginalien zu entdecken. Und sobald man die Karten alle vor sich hat und am Bildschirm performant und dynamisch betrachten kann, kommen die Ideen zur Umsetztung von ganz alleine.

Der spannende Punkt beim Experience-Design ist es, wie man es schafft die eigene Begeisterung für das Thema zu transportieren. Denn es sollte ja bei den Anwendern selbst die Begeisterung geweckt werden und ihre Neugierde sollte sie zu Ecken und Zeiten von Hamburg leiten, die ich gar nicht vorgedacht habe. 

Außerdem ist jedes Interface entweder Map or Plan. Bei einem Plan müssen vorgegebene Schritte abgearbeitet werden um das Ziel zu erreichen. Bei einer Karte navigiert der Nutzer selbst.

Slide 3

Gebaut und gestaltet habe ich also eine Zeitmaschine, mit der man quer durch Hamburg und Altona und quer durch die Jahrhunderte reisen kann. Derzeit gibt es 4 Karten, die man transparent über die heutige Stadt legen kann. Die Karten habe ich händisch ausgerichtet und in höchster Qualität eingebunden.Jeder meiner Usability-Probanden ist sofort zu einem Ort navigiert, den sie sehr gut kennt. Diesen persönlichen Bezug kann keine Guided Tour herstellen.

Slide 4

Das Chronoscope basiert auf google maps, und ist mit JavaScript implementiert. Es läuft in jedem Browser und kann auch als spezielle WebApp für iPhone und iPad gestartet werden. Dann hat man noch mehr Platz für die Karten.

Seit gestern gibt es ein secret Feature: ChronoHyperLinks. Das sind Links, die man mit Freunden teilen kann.

Wer Lust bekommen hat, kann das Chronoscope Hamburg gerne selbst ausprobieren.


// Original: Chronoscope Hamburg by Matthias | mprove.net | @mprove | Musings & Ponderings